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Sur Geschichte der Sutter.

mäUckM Gegenden des Reiches ist es neuerlich zu einer! Mittgm ^lusemandersetzung über die Butterpreise gekörnten. Um Mes mögliche ist in dieser streitlustigen Welt schon gekämpft >tor- WM, dvch Niemals, soweit sich zurückdeuken läßt, um1 Butter. In

.Ein Beweis für die Neuheit Uttbi düs Anffehen, das diese 'kleidsame Hntform erregte, ist das berühmteDer Strohhut" genannte Bild­nis von Rubens, der mit Entzücken die goldigen Töne desoUecht- Werfes malte. Dioch bleibt der Strohhut inrMer noch eine aus- wntuschie Kvpfbedechmg, das Sinnbild ländlicher Freuden,. die LreWngstracht der Schäferin. Stvohhut nennt eindeutsches Fraueiizim'merlexikvn" troinl Anfang des 18. Jahrhundertseinen vvn, schwartzgefarbtöm Stroh zusamMengeslochteuen und hvch- acthürmten Huth, den das FmuenzimNter biÄdeÄm zur Somiuers- Zeit oitf dem Kopffe zu tragen pflegdt, um! selbigen wird eine Pievleu-Schnure oder anderer SchMUck geleget." Damen, die den Stvohhut trugen, erschienen Ms in einer allerliebsten sentimentalen -Maskerade, und diese Maskerade der Rückkehr zur Natur, der Freude am Hirten- und Bauernleben Mußte erst zirr Mode werden, um den Stvohhut natürlich und selbverstäudlich erscheinen zu Lassen. Die Stimmung des Rokokos triumphiert in dieser säßen Hmgabe an das Natürliche, in der Schwärmerei für das Land­leben; die Schäferin wird zur Beherrscherin des Salons, ja zur Wirklichen Herrscherin. Ludwig XV. begegnet auf seinen Spazier­gängen im Wald Won Senart des öfteren einer reizenden jungen' Frau, in ein zärülichies Rosa und Blau gekleidet, unter einem großen, Wit, Feldblunchn uiuivundenen Stvohhut lieblich hervor- kächelnd. Die Hirtin, die aus dem Rahmen eines Walteanschen Bildes hierausgetreten zu sein scheint. Wirb die Geliebte des Königs Und als Madame de Pionipadour die Tonangeberin der Mode. Als ,/schöne Gärtnerin" hat sie sich in dem verführerischen Reiz ihres Stvohhutes Malen lassen, der sich in weichen Linien um! das gepuderte Haar schmiegt. Mm erst Wird auch der Verfertigung des Strahhutes die größte Aufmerksamkeit zugeWendet. Bis dahin Waren die Huje ans grobem und schwerem' Strotz geflachten. Nun entwickelt sich eine ganze Industrie, die aus dem leichten, feinen italienischen Stroh die zartesten und leichtesten Gebilde formt. Hüte ä la Bäuerin, Hirtin, Milchmädchen, ja Kuhi- und Schafhiite erregen das Entzücken der wornehmen Damen. Tie junge Herzogin von Bourbon ist sogar von den Strohhüten so entzückt, daß sie sie durchaus auch im Januar tragen muß. Eine geniale Schöpferin neuer Modelle ersteht in Rose Berlin, bet berühmten Putzmacherin undMinisters' der Mode", die die Freundschaft der Marie Antoinette genießt und in deren Vor-- zimter die Damen der höchsten Mistokratie Marten. Tie Berlin hatte fite die Du Barry einen vielbesprochenen StvohhutJockey" entworfen aus gelbem, weißuMhandeten Stroh mit drei Federn Und einem Reiher. Marie Antoinette War in Stvohhüte beson-- Ners verliebt, da sie ihren schäferlichen Saunen entgegenkam. Die durch die Steuer arg verteuerten Strv-tzhüte ton Toskana Waren der SehnsuchtstraiNM der Bürgerinnen und der jungen Mädchen. Ta sie nämlich! als auffallend und Whn galten, so durften sie nur ton. Verheirateten Frauen getragen Werben, ein Grund mehr, um brennende Begier nach ihnen zu erwecken. In London erregte her erste Fliorentiner Hut einen Straßenauflauf und seine Trägerin mußte sich/ ton einer erregten Menge Verfolgt, schleunigst flüchten. Nber bald wird der Strotzhut auch' in England allgemein Mode Und umrahmt auf den Bildern von Reynolds und Gainsborvugh in farbiger Anmut die Gesichter englischer Schönen, ihren lelr- haften Teint in einem -arten.Schatten badend. Während die Re­volution den Strotzhut etwas zurückdrängt, erscheint in der Mode- vrgie des Tirektoires die Weitvorgeschobens Schute als LiebliugK- Lipfbedeckung und nun iverden dem Stvohhut die kleidsamen breiten Samtbänder hinzugefügt, !die sich lieblich uNG Kinn schmiegen, Uber nach der strengen Mode um' den MrM gebunden werden, so haß sie Wie !der Henkel des als Korb herabhängenddu Hutes xr- schennn, was datels besonders' schick und stimMnugstoll erschien. Erne kurze Zeit scheint der bunte Papierhut mit dem Stvohhut W Wetteifern, aber die schwärmerische Romantik liebt wieher vor Meist die ländliche und sentimentale Stimmung, die vom Stwh­hut ausgeht. .Verlockend ist auch für die Modedame der unter steigende Preis der guten Florentiner Hüte, die mit der höchsten Sorgfalt und Eleganz hergestellt sind und die schon ums Jahr 1825 bis zu 2000 Franks kosten. Neben das italienische Stroh tritt bald darauf das Reisstroh, das sich zur Verarbeitung für Hüte besvtsters gut eignet. Auf dem leichten Flechtwdrk wiegen sich bunte Federn, schwere Schleifen; die Äindebänder des Hutes Werden in verschiedenen Farben hergestellt, % B. das eine gelb, das andere lila, die Li-Miirgsfarben der Jeit. Um 1830 ent­deckt man die feine Zusamltenstellmig durchsichtig zarter Spitzen Mit dem durchbrochenen FlechtWerk der Hüte. Freilich artet auch »ic Schmückung immer mehr aus und beschwert die duftige Form Mrt einer Ueberfülle von Reihern, Federn und Früchten. Nach 1850 tret en die ersten amerikanischen Stvohhüte auf, unter denen zunächst die von Kuba berühmt sind, während dann der Panama- Wit die vollendete Schönheit des Stwhgeflechts bringt. Tie Kaiserin Eugeuie ist eine begeisterte Verehrerin des Stvohhutes und ge- Mnnt ihm all lenes Raffinement der Eleganz ab, uM dessent-- Mllm auch heute upch schöne Frauen den Stvohhut lieben.

der ganzen griechiMn und römischen Geschichte, im ganzen Gvotch EurtiuS, und Mmninsen findet sich nicht die Spur ton eineM Butterkriege!, höchstens solche eines mit Heldenmut geführten Krieges um Hamtel und Ziegen. UeberhaUpt ist es sehr fraglich, ob den Alten Butter bekannt wär, zumal sie ihre Speisen mit Del zu fetten beliebten eine geschmackliche Besonderheit, die den fiitfc Men Völkern zum Entsetzen der Nordländer bis auf den heutigen Aag eigentümlich, geblieben ist. Nur die Araber sollen große! Butter'liebhaüer sein; ob sich jedoch diese Liebhaberei wirklich aus reute Kuhbutter und nicht auf Kamel- und Stutenbutter erstreckt, muß dahingestellt bleiben.

Die Forschung hat mit Scharfsinn und Gelehrsamkeit sest- gestellß daß echte Naturbutter zuerst dort hergestellt Würbe, wo viele Kühe waren. Demgemäß schließt sie, daß die -Griechen, Mts sie gebuttert haben, die Kenntnis des Butterns von den Skythen, Thrakern und Phrygiern, die Römer aber von den @etn Manen erlangt haben. Diese geistreiche Hypothese, so ehrentoll fite unsere Vorfahren, Mßt sich leider aus den Michern des «Tacitus und der anderen römischen Autoren, die über Germanien handeln, nicht fest begründen; sie berichten w!ohl, daß unsere Ahnen stark «ist Bier, Lendenbraten ton Auewchsen, Eberköpfen, Speck und anderen kräftigen Delikatessen gewesen seien, aber sie schweigen die Sutten tot. Fast scheint es, als ob dem germanischen Gaumen Butter,$ul Weichlich und fade gewesen sei. Sogar in den ersten Jahrhunderten des Mittelalters muß es mit der Butter noch schwach bestellt gewesen fein, denn nichts wird zu ihrem Ruhme verkündet. Nur läßt sich mit Bestimmtheit toraussetzen, daß sie zahlreiche Liebhaber hinter den Klostermauern gefunden hat. Reden die Gläubigen der griechischen Kirche jetzt von der fogenanntenButterwoche", einer den Wirklichen Fasten vor,ausgehenden Art Halbfasten, in der nut noch Milchspeisen und Eier genossen werden dürfen, so ist das ein Moderner Ausdruck, denn die ButterWoche, russisch müßleniza toll istaßlo, die Butter, hieß, früher nach dem griechischen tyrvphagos Käsewvche". Also von der ButterWoche ist kein Schluß aus bat früheren Genuß der .Butter zu ziehen. Ms dem 14. Jahr-> hundert ist noch- ein handschriftliches deutsches Kochbuch vorhanden, dessen Ueberjchrift tautet: >

,/Dies Buch sagt ton guter Speise,

Das macht die nnverrichtigen Köche weife."

Aber das WortButter" sucht man unter den kulinarischen! Fürchterlichkeiten dieses Buches vergebens. Bezeichnend ist auch, daß in den mittelalterlichen Städten unter dem Namen der Plätz« zunächst derMilchmarkt" und -erst später derButtermarkt" auf- taucht; nicht minder, daß in bat Rechnungen für die entsetzliche-N Gastereien, die der Rat zu Nürnberg während des Karnevals 1496 dem Markgrafen Friedrich von Ansbach und anderen Fürstliche feiten gab, die Ausgabe für Butter fehlt, vbitohl alle geliefert^ Nahrnngs- und Genußmittel genau spezifiziert sind, daruniep auch 1002 Pfund Schmalz, das Pfund zu acht Pfennig. Möglich, daß ein Teil dieses Schmalzes mit Mitter identisch ist, denn in! spätmittelalterlichen Polizeiverorbnungen ist öfter vonMilch, schmalz" die Rede. Der gelehrte Erasmus ton Rotterdam, der über Küch!e, Keller und Wirtshaus sehr hübsch in elegantem Latein zu plaudern weiß, ignoriert die Butter, nicht aber den duftenden! lebendigen Wse. Später, in der zweiten Hälfte' des 16. Jahm Hunderts, redet der edle Hans von Schcheinichen tonButter-, schmalz"- Sein Bericht über die Hochzeit des böhmischen Edel-, Mannes Wilhelm von Rosenberg zählt wahre Chimborassos aller Möglichen Fressalien auf; an Butterschmalz allein wurdest 117 Beutner verbraucht.

IN den ältesten gedruckten Kochbüchern findet sich die Buitetr vereinzelt angeführt. Seit dem 17. Jahrhundert, Wo sie auch schon in Gebichten vor kommt hat sie dann im feineren Haushalt mehr und mehr 'Aufnahme gefunden. M Stelle der Morgensuppei treten schon in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in den! reicheren Familien Tee, Kaffee und Kakao mit feinem Gebäck und Butter, an dem zWeiten Frühstück, das der Deutschje Martin ZeilleU in seinemFidus Achates" noch um die» Mitte des 17. Jahrhunderts als eine weise französische Einrichtung preist, findet'allmählich auch! der Sohu Germaniens Geschmack, das trockene Mot weicht mit dem wachsenden Wohlstände dem Butterbrot oderBvtcrham", und heute erscheint derjenige, der sein Brot ohne Butter essen muß, im höchsten Grade bejammernswert, obwohl' unsere Altvordern Sbei der Stulle ohne Butter recht Wohl befunden haben. Der! tterfrieg wird hoffentlich die Erkenntnis fördern, daß Krieg auf beiden Seiten wirtschaftliche Wunden schlägt, und daß. am besten gebuttert Wirb, wenn der goldene Friede lacht. O. K,

vermischter.

* Der Gassenhauer. Der Joachimstaler Pfarrer JiA Hann Mathesius sagt in seinen Predigten über Sirachj (I 52) toM Jahre 1586:Wer aber Mit leichtfertigen Buben und gässeni- tyaWerit, welchie nichts als .deß, abends auff der gaffen schreyenl Und plöcken können, umbgehet, der Muß hernach bem Mittel zum Tvmptze (= Gefängnis) folgen." Sind das Gassenhauer in niv- seremi Sinne, ihrem Kunstwerte nach zumeist tiefftebenbe Sieber? Wein, es sind überhaupt keine Lieder, sondern junge, leichtlebige Seute, die auf den Gassen hauen, d. h. in einer der ältevest Bedeutungen des Wortes uucher'laasen. Tas ist die Grund­bedeutung des Ausdrucks. IN einer zweiten Bedeutung begegnet.