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seiner Iran:
— Valy, d» bist die älteste Schwester.
Die Prinzessin schüttelte den Kops:
— Jetzt soll ich entscheiden«? Fällt mir gar nicht ein! Die alte Gräfin blickte sich in komischer Verzweif-
Jetzt sollte aber wirklich zu Bett gegangen werden. Gräfin Lindenbach rief:
— ^Scrutine!
Alles schwieg. Sie ging zur Mr, die Prinzessin folgt- neugierig, dann der Prinz und Agathe mit ihrem Verlobten. Sie sahen Gräfin Patsch und Gras Regnier Wange an Wang« so vertieft, daß sie die Anwesenheit der Zuschauer nichr bemerkten, bis die alte Dame die rechte Hand hob und, in dr» linke klatschend, rief:
— Patsch! , r _
Der junge Offizier ließ das Mädchen erschrocken los. Die Gräfin hielt die Lorgnette an die kurzsichtigen Augen:
— Ah , . . darum, und ich schreie mir die Seele MS dem Leibe.
Graf Regnier sagte irgend etwas von: er wolle, M dächte. . . Mäfin Patsch nahm das Wort:
— Liebe Tante, wir wollten es dir längst mitteilen, aber es sollte erst alles klag' fein.
Tie alte Dame drehte sich um zu ihrem Neffen Hohen- gart:
— Run, Chef des Hauses, Mann in der Familie, Hoch- zeitsausrichter, bitte... ,
Doch der Prinz konnte seine Entfchlossenhelt nicht wiederfinden, Pauline gegenüber schon gar. nicht, und sagt«
hntß-Um «« ^„er zu haben. Ihr seid eine Gesellschaft!
' Gräfin Patsch rief:
— Der Vormund wird schon einverstanden sein. Und wenn nicht, dann gehe ich durch!
Die alte Gräfin nahm ruhig ihren Arm, zog sie von den übrigen fort in das Zimmer, aus dem sie gekommen waren, und sagte mit der überlegenen Ruhe ihres selbstsicheren Charakters und ihres Alters:
— Ich mische mich nicht in Dinge, die mich nichts au« gehen. Trotzdem habe ich deinem seligen Vater die Wah^ heit gesagt.. Und das geschah zu einer Zeit, als an dich noch gar nicht gedacht wurde. Ich möchte dich auch nur versichern, daß er ein Wort von mir angenommen hat. Und dein Papa war ein höllischer Kerl. Ich möchte mal wissen, wenn er hier stünde, ob du so geantnwrtet hättest. Ra, nun mach nicht so ein Gesicht, ich gönne dir ja den jungen Mann von Herzen. Aber ich kenne Regniers Verhältnisse mcht. Hoffentlich brauchtest du, wie Baly sagen würde, ihr nrcht auf der Tasche zu liegen! Den Kopf so hoch tragen kann nur der, der die anderen nicht braucht. Ob du uns alle nicht brauchen würdest, kann ich nicht sagen. Vergiß jedenfalls nicht, daß die Tage der fröhlichen Jagden, tvo du dernen Vater und den lieben Herrgott sorgen lassen konntest, vorbet sind Die Sache würde anders Kegen, ivenn du drr dem
Droesigl.
Roman von Georg Freiherrn von Omptedck (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)
Da nun niemand sprach, kam der Prinz sich selbst ein wenig merkwürdig vor, schob- sich zu dem Stuhl, den er eben verlassen, und sagte wieder in seinem gewöhnlichen, bescheidenen Ton:
— Mer . . . wie ihr meint.
Damit hatte die Prinzessin Oberwasser:
— Ach, nach unferm dummen Haddensen! Da kommt ja keiner hin, da am Ende der Welt!
Sie schien in ihrer Phantasie schon eine pomphafte Hochzeit zu erblicken, wo sie eine herrliche Toilette tragen und wunderschön stehen, fitzen und aussehen könnte.
Gräfin Lindenbach sagte:
— Liebste Valy, vergiß nicht, es ist Trauer! Wer soll denn da groß kommen?
Als nun Herr Droesigl meinte:
— Ich habe nur meinen Vater — fiel ihr ein, was ihr Bekannte an der Riviera Mer den Geheimen Kommerzienrat beigebracht hatten: der alte Herr sei ein Rauhbein. Dann war es allerdings besser, wenn man kein Aufsehen Mit der Hochzeit machte, und sie stimmte plötzlich ihrem Manne zu, fühlte sich als Hausfrau, und es fehlte nicht viel, so hätte sie von dem sonst verhaßten Haddensen angefangen zu schwärmen. Nun trat Herr Droesigl zur Prinzessin, seinen Dank auszusprechen.
Agathe wollte die Hand ihres Bräutigams suchen. Er sollte aus ihren Augen die Freude darüber sehen, daß der Augenblick -näher und näher. . .
Sie blickte traurig auf ihre schöne Schwester, der er Artigkeiten sagte. Die ließ sie zwar an sich herunterrinuen, aber es tat ihr doch wohl. Und da stammelte Herr Droesigl etwas von: ob er sich wohl gestatten dürfe. . . er hoffe, es würde nicht übel genommen werden ... die Prinzessin habe, ehe sie abgereift sei, geäußert, zu den Drauerkleidern besitze sie keine Brosche, die ihr wirklich gefiele. Und er überreichte ihr eine kleine Lederkapsel, die er mitgebracht, für den Fall, daß er seiner zukünftigen Schwägerin begegnen würde. Als sie das Kästchen öffnete, erblickte sie einen Kranz fast schwarzer Perlen. Sie strahlte vor Freude, sah sie lange an, wollte sie nicht annehmen, war trotzdem entschlossen und dankte schließlich, dem zukünftigen Schwager dreimal die Hand drückend, die er jedesmal mit einer kleinen, fmniliären Verbeugung an die Lippen zog. Der Prinz schien erstaunt. Die alte Gräfin runzelte die Stirn und blickte Agathe an. Die jedoch freute sich für ihre Schwester, und ein Wunder geschah: Prinzessin Hohengart gab Agathe einen Kuß.


