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Vermischte».
* Der Mann von 30 Iahren. lieber die Lebensalter und ihre geiftigen nnd seelischen Stimmungen plaudert der bekannte Berliner Pädagoge und Psychologe Wilhelui M ü n ch in euiein
Redaktion: K. Neurath" Rotationsbruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.
Vüchertisch. r
— Aus dem Inhalt des jüngsten Heftes von ,,Wester- m a n n s M o n a t s h e f t e n" (Beginn des neuen Jahrgangs): Schnars-Alquist, der deutsche Seemaler. Von H. &■ Wallsee ssrarbia illustr) — Der Erzketzer. Ein Roman von dem Leiden des Wahrhaftigen. Von Ernst von Wolzogen. — Das Frauen- hildiüs im 18. Jahrhundert. Von Ernst von Webern. (Reich illustr.) — Brautbriefe Klaus Groths. Herausgeg. von, Prof. Hermann Krumm. — Das wiedergefundene Bildnis des langen Schiller. Bon Dr. Max Rubensohn. (Mit färb Einschaltbild.)—. Liechtenstein. Von H. von Hlppesi (Reich illustr^)— Das Graue Haus Erzählung von L. M. Schultheis. — Dre Lebensalter^ Von Wilhelm Münch. - Deutsche Volkslieder von heute. Von Hans Ostwald. — Das Ballett der Wiener Hofoper. Von Max Morold. — Von Badefreüden und Badeleiden. Von Paul Lmde- wein. (Farbig illustr.) — Max Liebermanns, Holland. Bon Prof. Dr. Oskar Bie. (Mit unveröffentlichten Zeichnungen Lieber-, manns.) — Der Sänger. Novelle von Ricarda Huch. — °oN Südwest zu Hause. Von S. Ando. — Die bildenden Künste. ^ Musikalische Rundschau. — Literarische Rundschau. — Von Kunsts und Künstlern. (Reich illustr.)
storben: es >var der Kandidat der Medizin Anton Herold ans Münster in Westfaleir. (Auch, der am 4. Dezember rm Alter von 50 Jahren -verstorbene oerzeitige Rektor Joseph Kammerer, iveilaud grohh. Hess. Major, öffentlicher und ordentlicher Pro
fessor der mathematischen Wissenschaft , sowie der am ^ Februar 1814 beerdigte Kandidat der Medizin, Caspar Martini aus Brilon in Westfalen, werden wohl Opfer der Seuche geworden snm) Die Eingabe an das Ministerium betont werter, es könne „S e Königs. Hoheit das Wohl und dre Gesundheit der jungen Männer an der hiesigen Universität^ welck e die P f l a nz schu le für di e kunftr g e n S t aats- beamten sei, nicht gleichgiltig feilt'. ,.Gießen sei außerdem zur beständigen Bildung und Hebung des großh.Militärs bestimmV Das Ministerium antwortete am 3. ^anuar 1814, es i^en bei dem vreiiüischen Staatsrat v. Ribbentrop Schritte getan, um das Gießener Lazarett in das alte Schloß nach Butzbach zu verlegen, die nicht transportablen Kranken mußten aber nach wie vor in Gießen verbleiben. Am 24. Januar wird diese Anordnung wieder rückgängig gemacht, da Butzbach! nicht mehr als “Jrt erft» W w* *****: koinniifsiou die Universität, ihr die „studiosos Medlernae zu überlassen, da es „bey dem eintretenbett Abmarsch des am gestellten Preußischen Personals und wegen Vermehrung des Personals in Butzbach an Aerzten und Chirurgen fehle Dre Studenten sollten sich um 8 Uhr bet dem Professor Dr Hegar cinsinden. Die Universität erklärt, „daß s a m t l i ch e v o r h a n d e u e it S t ti deuten der Medizi n dem 9t u f e ihres resp. Vaterlandes zur Ergreifung der Wasfeu gefolgt seien"; es befänden sich nur hier 2. „rohe Am fanget (unausgebildete). Am 24. Januar wird die Universität von dem Ministerium benachrichtigt, daß der Eigentümer von I Kloster Arnsburg, der Graf von Solms-Laub ach, sich bereit erklärt habe, die Gießener Kranken dort aufzunehmen. Gießen würde demnächst von der Last befreit werden. Man möge sich selbst an den Grafen v. Laubach noch besonders, wenden Am 18. Februar richtet die Universität dann auch ein dringliches Gesuch an den Grafen um endliche Verwirklichung der Verlegung des Gießener Lazaretts. In eiudrücklichster Weise wird die Not dargestellt. Die Krankheiten hätten im Zeughaus die größten Verwüstungen angerichtet. Während.man sonst m Gießen rm Jahre durchschnittlich mit Einschluß der' Garnison 160 Verstorbene zähle, habe der Tod im Jahre 1813 290 Opfer gefordert, xn den letzten Monaten allein 160, und rm viahre 1814 innerhalb! eines Monats allein 160. Gießen habe außerdem durch das ständige preußische Etappenkommando gelitten. Am 23. Februar wird das Ministerium ersucht, der Hess Landes-Krtegskommtsfto» bei Strafe anzudrohen, die höchsten Befehle zu oefolgen. Da^ Betragen der hessischen Kommission werde ttt unoerantwortltcher Weise die Existenz der Universität aufs Spiel setzett, und das zu einer Zeit, „wo durch, die der Universität Heidelberg und den Instituten Pestalozzis zu Yverdun gewahrte Befreiung von Lazaretten die größten Mächte Europas bewiesen, welche Wung sie vlitten unter den widrigsten Kriegsereignissen, und Krtegs- bedrangnissen selbst auswärtigen gelehrten Bildungsaustal- jten zollen". (Es war dies das Verdienst des österreichischen Oberbefehlshabers v. Schwarzenberg, der über die Schweiz seinen Einmarsch, in Frankreich nahnü) .
Am 18 März 1814 gibt das Ministerium Nachricht, daß der Graf v. Laubach im Kloster Arnsburg die Arbeiten soweit gefördert habe, daß die Gießener Kranken dorthin gebracht werden könnten. Allerdings könne inan „ftir die Zukunft auf das dor tge (Gießener) Lokal nicht verzichten, weil dasselbe zur , augenblicklichen Aufnahme durchziehender Kranker eingerichtet bleiben müsse . Mau halte es für bedenklich, sich an das preußische Hauptquartier zu wenden und dort Schritte wegen gänzli chcr ckn fhebung des Gießener Lazaretts zu tun, weil diese doch wahrscheinlich! ohne Erfolg sein würden. So blieben denn die Gießener Militar- lazarette auch für die Folge bestehen, wenn sie auch durch die Uebersührung der „leichten Kranken" nach Arnsburg entlastet 'VlU ®ie sehr nicht nur die Stadt Gießen, sondern auch die Um- qegend während dieser Zeit gelitten, geht aus einer Bekanntmachung des „Gießener Frauenvereins", vom Mai 1814 hervor, der sich duch hier Wie anderwärts .zur Zeit der deutschen Erhebung gebildet hatte. Es wird darin öffentlich aufgefordert, die Beiträge für dein Monat Mai einzusenden, „damit alles in der gehörigen Ordnung fortgehe und stets in der Kasse ein Vorrat bleibe, womit, wie bisher, besonders die am Nervenfleber (Typhus) krank gewesenen H ü l f sbe dür fti g en hier und tu der g a nz en Um g e g e n d unterstützt und mit den nötigen Nahrungsmitteln, Kleidungsstücken und anderen Bedürfnissen versehen^wer- hen können". e
Aussatz des neuesten Heftes von „Westermanns Monatsheften". Die inamiigiachen WandliMgen, die Körper und Geist von Kindesbeinen an diirchznmachen haben, scheinen bei dem Erwachsenen zu einem gewissen Stillstand zu kommen, aber gerade in diesem Altgenbltck vollziehen sich ost einschneidende innere Metamorphosen. Bel ehr vielen Männern erfolgt mit den dreißiger Lebensiahren eme tiefgehende Reaktion gegen alle hochgelegenen Ziele und idealen Maßstäbe der vorherigen Periode. Man kann diese Altersstufe geradezu als eine Probe ansehen für den endgültigen Geha t der Personen. Das, ivas man als Idealismus auffassen tarnt, Glaube an das Recht der großen Lebensziele, an die mögliche Verwirklichung des Besten, des Schönen und Guten, geht allen solchen Naturen verloren, bei denen es eben nur mit den natürlichen Hofs- nungen der weltunkmidigen Jugendzeit sich eingestellt hatte, etwa nur mit übernommen war, aber nicht persönlich eingewurzelt. Z Realismus ist dieses Alter in der Tat berufen ; es soll die We reckt verstanden, beutlid) erkannt haben, um in ihr fruchtvar zu wirken. Indessen in Wirklichkeit macht sich dec Realismus hier m sehr verschiedener Weise geltend. Daß inaiwdie Macht des Seienden erkannt hat, führt leicht dazu, gegen diese Macht nut allem ihrem Druck nicht weiter ankämpien zu ivollen. Daß die Dielen rings um uns so gleichmäßig von so schwungloser Lebensansfassung er füllt siild, läßt eilt andersartiges Fühlen wohl als unreif und mehr ober weniger komisch erscheinen. 9lller(ei persönliche Enttäuschungen haben sich inzwischen eingestellt. Die erste untere Er- mudunqswelle geht durch die Seele. Mancherlei Gewöhnung hat sich bereits gebildet, und in ihr um jeden Preis zu beharren, wird das Bedürfnis aller Mittelmäßigen — um von deii durch überreichen, flemeinen Lebensgenuß früh Erschöpften nicht roet i■ J reden. Wirklichem Schwung des Wesens ist damit zunächst Dalet gesagt. Und doch erfolgt, wie eine praktisch sehr schatzbare Tätigkeit ausgeübt iverben mag, ost allniahltch auch einet Art voi innerer Wiederherstellung in den vierziger Jahren, wo die nnete Unsicherheit endgültig übetiuunbeit zu sem scheint, wo zitgleich mit körperlicher Vollkraft die allgemeine Leistungsfähigkeit auf lha'et sicheren Höhe attgelangt ist, wo der Mann nach der volkstümlichen Bezeichnung „in seinen besten Jahren" steht.
* Ein bescheidenes Gemüt. In der Gemeindeschule eines Berliner Vororts nimmt — so erzählt man ine £ebreui die Schildkröte durch. Zum Schluß sagt sie: „Aus Um Fleisch der Schildkröte bereitet man eme Wohlschmeckende öW,. W heißt Schildkrötensuppe." Die kleine Anna meldet sich eifrig. Lehrerin: „Nun, hast du diese Suppe schon mal gegessen ? Anna
Im Kaiserkeller gibt es welche." Lehrerin, erstaunt. „Warst du denn schon im Kaiserkeller?" , Anna L : „Nein, aber mew Vater hat einen Cousin, der ist Kaiserkeller tn der Garderobe, der hat uns mal eine Speisekarte mttgebracht, da stand 65 ^°Na ja! „Na, Fritzchen, soll ich Dein kleines Brüderchen mitnehmen?" — „Meinetwegen, wir kriegen doch noch genug.
Magischer Sahlenquadrat.
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Summe bet Zahlen in jebet der senkrechten, —--wagerechteit unb Diagonalreihen stets 83
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Äüflösung in nächster Nummer.
Auflösung bes Silbenrätsels in voriger Nummer: Abter — Neunauge — Terrakotte» — Ober — Narbonite — Virchow — Orion;
Anton von Werner.


