Ausgabe 
7.3.1910
 
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spreche»

Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'schen Ilnivrrsiiäts-Bnch» und Steindruckerei, R. Lange, Gießr»-

Kanit dir die Hand nicht geben, Bleib du int ewgen Leben Mein guter Kamerad.

Auflösung in nächster Rümmer.

Auflösung de-Z Gleichkirmg-RätsclS in voriger Nummer: Goldgräber.

Vermiicbtc».

* V o n der deutschen Spiel w a r e n i n d n st r i e. Die erfolgte Verständigung über den Handelsvertrag mit den Vereinigten Staaten ist von einschneidender Bedeutung für eine» spezifisch deutsch«: Wirtschaftszweig, von dem 6070800 Per­sonen tut Reiche abhängig sind, nämlich für unsere Spielwaren- Jndustrie. Die Lebenskraft dieser Industrie beruht nämlich, wie der .Internationalen Wochenschrift für Wissenschaft, Kunst und Technik in einer Korrespondenz aus Ronneberg geschrieben wird, in erster Linie auf deut Export, und an der Ausfuhr sind neben Großbritannien hauptsächlich die Bereinigten Staaten beteiligt, die zusammen reichlich zwei Drittel des gesamten deutschen Spiel- Warenexports aufnehmen. In der Fabrikation von Spielwaren steht Deutschland au erster Stelle; Frankreich, das den zweiten Platz behauptet, tritt mit besonderett Gattungen, ttamentlich Pup­pen, hervor. Für die Wiege der deutschen Spielwareii-Jndustrie hat man lauge Zeit Nürnberg angesehen, aber durch neuere For­schungen ist toahrscheinlich gemacht worden, das; das Gewerbe der Docken- und Spieltvareitmacher erst von außen nach Nürn­berg eingeführt worden ist, hauptsächlich von Berchtesgaden und Ammcrgau, sowie voir Sonneberg aus. Nürnberg wurde aber dann vom Mittelalter bis zum 18. Jahrhundert der Hauptstapel- und Handelsplatz für diese Erzeugnisse. Der Holzreichtum des Thüringer Waldes und des sächsischen Erzgebirges hatte zur Folge, das; die Fabrikation von Holzspielsacheu in Nürnberg jener Kon­kurrenz nicht gewachsen war und hier seit deut 19. Jahrhundert die Metall-Spielwarenerzeugung einen gewaltigen Ausichwung nahm. Heute verteilt sich in den drei grossen Judustriemittcl- pmtkteit der deutschen Spielwarensabrikatio» die Materialverwen- dung derart, daß in Sonneberg vor allem Puppen und Papier- machö-Spielwaren, in Rüruberg-Fürth Metallerzcugnisfe, vor wiegend aus Weißblech und Zinn, und in Sachse» Holzarbeiten

Melodien wieder eingebürgert.

SchlieWi'ch denke ich an die Militärmusik. Wo bletben die Volkslieder im Felde, im Lager, beim Marsche, bei Gartenkonzerten?

Ob nicht der Herr Kapellmeister einmal von seinen Soldaten etwas lernen könnte?

Aus dem ersten Februarheft des Kunstwarts -Verlag Georg D. W. Callway; vierteljährlich 4 Mk.).

Gloria, Viktoria! Gib Herz und Hand Fürs Vaterland! Die Vöglein im Walde, Die sangen gar so schön, In der Heimat, in der Heimat, Da gibt's ein Wiedersehn."

Jetzt tritt eine Pause ein. Die müder Gewordenen . über dies und jenes, einige beginnen einznmcken. Noch em paar­mal stimiilt der Vorsänger an, man singt wieder mit. Daun wird's ruhiger. Der Zug rollt. Gebüsch und Baum rauscheit Neben ihm. Einer der Sänger steht am Fenster, druckt seine Stirn an die Scheibe 'and beginnt noch einmal, halb unbewußt, leise jenen Refrain. Er muß den Leicken gefallen, einer nach dem andern stimmt leise ein:Die Vogleiii tat Walde, sangen gar so schön..."

Nicht auf Kommando, nicht für die Schule frei sangen sich die Leute aus. Es sang in ihnen und darum sangen, sie mtd schämten sich nicht. Vor einemPublikum hätte keiner vmi ihnen dies so gesungen. . .

Also: es dichtet noch immer i»r Volk. Wo so gesungen wird, da istVolk" und cs sei ein Nachen voller Fürsten und Nirstinnen. Denn da klingt bei Generälen und Gemeinen, in Kirche, Bauerstube und Salon dieselbe Saite Aber wahrend wir bei den Gebildeteit so oft eine bloße Hingabe a>t den Zauber dieser Worte mtd Töne sanden, bei diese» Soldaten war's em Weiterschasfen, war's lebendiges, werdendes Volkslied!

Kamt man dieses Volkslied pflege», darf man es pllegen? Ich besann mich, luo ich es bisher gehört hatte. In der Heide, wenn die Schulkinder vom Kartosfelernteil hetmfuhren, in enter Fabrik, wv Frauen mtd schulentlassene Mädchen bei der Aroert sangen, bei beit Soldaten, und einmal in stiller Sommernacht, iw eine tiefe rätselhafte Stimme vor unsichtbaren Zuhörern sang.

Teil Grund legt allemal die Schule. Ein sangesfwher Lehrer, dem das Herz dabei umrm wird und der es versteht, zu lehren, ohne daß die Kinder es merken, der c3 bei Ausflügen oder benn Handarbeitsunterricht selber austimmt. Wer zur rechten Zett das rechte Lied zu finden weiß, der ist der rechte Mann. Bon ihm lernens auch die jungen Mütter.

Ein anderer, jetzt leider ausgestorbener Lehrmeister war oer Postillon. Auch die Turmbläser waren welche, die es nur noch vereinzelt gibt. Hier muß ich einen Freund erwähnen, der atu ckbendlich mit seinem Horn in sein stilles Tal hineinbläst, wo die Leute vor den Häusern sitzen und lauschen. Er hat schott manche

hergestellt werden. Die deutsche Gesamt-Spielwaren-Aussuhr hätte im Jahre 1906 einen Wert von 73 Millionen Mark, der Bedarf des deutschen Marktes betrug nach den eingehenden Ermittelungen der letzten Jahre 1618 Millionen Mark, so daß die deutsche Gesamtproduktion von Spielwaren rund 90 Millionen Mark be­trug. Davon entfallen auf Nürnberg-Fürth nahezu 25 Mill. Mark, aus die Produktion des Meininger Oberlandes mit Sonne- berg als Zentrale 3638 Millionen Mark und aus die des sächsischen Erzgebirges 810 Mill. Mark, so daß für die übrigem von Jahr zu Jahr an Zahl zunehmenden Fabrikationsplätze in Deutschland noch etwa 18 Millionen Mark übrig blieben. In Nürnberg-Fürth tritt bei der Spielwaren-Erzeugnng der ma­schinelle Betrieb immer mehr in den Vordergrund, während in den . thüringischen und sächsischen Bezirken die Hausindustrie vor­herrschend ist. Die scharfen Anklagen, die gegen die Hansmduflne in der Spielwaren-Erzeugnng erhoben worden sind, bedürfen je­doch durchaus der Einschränkung,- beim gerade bei der Lvielwarcn- Prodnktion ist die Hausindustrie für eine Reihe von Gegenständen die einzig richtige Betriebssorm, weil die unbegrenzte Mannig- faltigkeft und Vielgestaltigkeit ihrer Erzeugnisse zu ihrem Ge­deihen eines individuellen, regen Geistes bedarf, der aus seiner Umgebuua, dem Leben iu der Natur, de» Geschehmstende» täg­lichen Lebens, den wissenschaftlichen Erfindungen und Entdeckungen, den Sitten fremder Völkertypen, kurz, aus. allem erdenkbaren Vorgängen und Erscheinungen Verwertbares und für das tmd- liche Geinüt Ansprechendes entnehmen wird. Die gegenwärtige Lage der Spieliva ren-Jndnstrie wird im letzten Jahresbericht der Han­delskammer z» Sonneberg dahin fcstgestellt, daß zum ersten Mal seit iy3 Jahrzehnten, d. h. seit der Stlberkrisis der Veremigten Staaten von 1893, Produktion und Absatz einen Rückgang zu verzeichnen haben. Sonst war die Ausfuhr t» amstetgeuder Be- lueauua und hatte 1907 eine Höhe von 80 lNill. ^.stark erreicht, während Gesamtproduktion reichlich 100 Mill. Mark betrug Der Rückgang im letzten Jahre i)t wieder einer VerMuiderung der amerikanischen Kaufkraft zuzui bretbeu Bis zum 1 Oktober 1909 wurden äusgeführl: 314 435 Doppelzentner tut --fierte t r u 54 753000 Mark (im Vorjahre 369 358 Doppechenlner im Werte von 65 220 000 Mark); der Menge und beut Wert nach bedeutet das ein Weniger von 1516 Prozent. ^--mdwort

* n vvthesen, Touristen u. a. x-c.- 5runoworr Hypothese" wird vielfach noch für unentbehrlich gehalten, nament­lich in den Kreisen der Gelehrten und natürlich noch mehr, m bene» der Halbgelehrteu. Demgegenüber fei einmal daran,, hm, gewiesen, daß der große deutsche Foickchw Helmholtz these" Vormlssetzung sagt. (Vgl. Populäre NNtzeusckxlMlche Vorträge 1876, S. 79.) Auch durch das einfache deutsche Wort Annahme" kann man Hypothese oft ersetzen. Der -wuriP scheint mmlchem ein uiiersetzlicher Bestandteil der

zu fein, und doch empfiehlt sich der Wart des Weißen H rschS, des ersten Gasthofs zu Schwarzburg m Thüringen, m don tunaenfür Wanderer", und ebenso gut deutsch mnp neigt oer Besitzer des Schießhauses in Groß-Tabarz nicht seine Depeudauoui, sonderii seine Beihäuser, wofür er natürlich auchNebenhauser sagen könnte. Der Deutsche Hof in demselben Orte hat Garage, sondern einen Automobil,chuppeu, und in RoinlMrds, brumt Nest man mit ParkhoteUAutomobile Mrnen untnsinlkn. Weshalb sich übrigens die deutschen dm Sache Nicht leichter machen und oaS hübsche kurze enigedcufichte Aut statt des letzt meist gebrauchten törichten Auto anwenden, das verstehe, ,wer Tann; Autschuppeit und Authalle wuche s>>r tednt ,li lsahret, Autldnker, Autbesitzer ebenso verständlich sem wie der Antomobil fchupven und die Garage, ja sogar verständlicher.

* Zur Mode.Wie hat man denn das verunglückte mau- lein Zipfel heimgebracht-"Ein Herr hat fie auf seine .firne, genommen und zwei haben den Hut getragen.

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