Ausgabe 
7.1.1910
 
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bereits sehr verschiedenartige Gemütszustände durchlebt. Zunächst batte er fortwährend Zornansbrüche und.Angst­anfälle. Dann sah er ein, daß die Jungtürken nicht dre Msicht hatten, sein Leben zu verkürzen, er beruhigte sich und suchte nach regelmäßigen Beschäftigungen, um über die Langweile der erzwungenen Muße Hinwegzukommen. Dabei bat er, daß man ihm Tischlerwerkzeuge und Romane bringen möchte; auch dieser Wunsch wurde bereltwuligst erfüllt, und so versenkte sich Abdul Hamid trt die Lektüre. Seht bringt er ganze Tage damit zu, Romane von Gaborrau uird Ponson du Terrail, die ins Türkische übersetzt sind, förmlich zu verschlingen. Macht er eine Panse, so geht er in den Garten hinab oder beginnt mit der Tischlerei, m der er es zu großer Fertigkeit gebracht hat. Ein oder zweinial iit der Worbe empfängt er den Besuch von höheren Offizieren, mit denen er sehr höflich, ja sogar übertrieben höflich ist. _______________

Unser Weihnachts-Preisrätsel

hat bei den Lesern derGießener Familienblätter" allem Anscheine nach starken Anklang gefunden, denn nicht nur die Lösungen gingen sehr zahlreich ein, sondern auch Briefe, die sich mit großer Freude über das gewiß eigenartige Rätsel äiißerten.

Es sind im ganzen 236 Lösungen Angegangen, von denen 111 richtig und 125 falsch waren, denn bei einen, großen Teile war übersehen worden, daß das erste und in der zweiten Strophe in falschen Lettern gesetzt war, um das an sich sehr leichte Rätsel in etwas zu erschweren.

Ein Teil der Lösungen war von netten Berschen begleitet, von denen wir eine kleine Auslese folgen lassem wenn wir auch nicht alle mit einem Preis bedenken konnten.

Der Rütselmaun sitzt srol, zu Harrs

Beim Frauchen und beim Weihnachtsschmaus. Ich aber schwitz am Arbeitstrsch, O du verwünschter Zwiebelfisch!

Doch als ich es herausgebracht, Da hat mein Herze stitl gelacht. Ich fühl' es wohl, für diesen Fleisi Erhalt ich wohl den ersten Preis.

E r w i n S u n t

Ach, Onkel Karl, du böser Mann, Ich muh dir's sehr verdenken, Daß du in dieser schönen Zeit Nur ..Zwiebelfisch" kannst schenke».

Warum nicht Frost und Schnee unb Ei§ ?

Da würd' das Herz rrns lachen!

Dein Freund, der Peppler, sagt man doch, Ter könnt' das Wetter machen.

Doch iveil's nun halt nicht anders ist, So null ich dir's verzeihen, Ich hoffe aber ganz bestimnrt, Drr wirstnen Preis mir weihen.

H a r t m u t F u »k.

*

Ich habe mich nicht laug' besonnen; Die Lösung hab' ich rasch bekommen Beim ersten ist wohlC h r i st" gemeint. Beim zweitenK i n b" doch, wie eS scheint. So hat man auch das Ganze schon, Christkind" ruft man mit frohem Ton, Wenn zu der lieben Weihnachtszeit Die Gtocken läuten weit und breit.

Solch Rätsel kann mir Freude machen, Weil eS gehört zu leichten Sachen; Ich hoff' darauf auch nächstes Jahr, Sei's schwerer noch wie dieses war.

Helene Krüger, Gießet,.

*

Großmütterlein hat mir ost erzählt

Von den ersten Christen au! Erden, Wie sie wurden von den Heiden gequält, Wenn sie sollten ungläubig iverden. Aber ich bin noch ein Kind gar klein Und hör die Geschichten nicht gerne. Biel lieber h.ör' ich von Großuüitterletn Von, Christkind im Himmel ferne.

Hermine S ch m t b t in Lich.

Heute ist der Tag gekommen, Wo von federn Menschenherz' Alle Trauer ist genommen, Aller Kummer, aller Schmerz. Christkind" kommet aus die Erde, Zieht in alle Hütten ein, Daß uns Allen beute werde Eine Freude schön tmb rein.

Christkind" ist der Kinder Freude, Ist des Aermsten Glück und Heil, Hilst dem Menschen ans dem Leide Bietet uns nur Gittes seil.

Johanna Röhr, Gießen.

«

Das Rätsel war sehr leicht zu raten. Man brauchte nur die Worte bet einzelnen Schriftarten mit der ersten beginnend strophenweise aneinander zu reihen oder jede Schrift für sich in der Strophe mit vier auszuzählen. In richtiger Reihenfolge ergab dies:

Lösung des Zwiedelfisch-Rütsets,

DaS Erste lebt an! der ganzen Welt schon beinahe seit zweitausend Jahren, und mancher starb als ein Glaubensheld in Not und in Drang unb Gefahren.

Das zweite ist ein jedes von euch: und bleibt es im Herzen auch immer t das ganze kommt aus dem 'Märchenreich mit Kerzenglanz und mit leuchtendem Schimmer.

Christkind.

Es erhielten:

Anton Engel V., Hörnsheim: Goethe-Gespräche, Gebrüder Funk, Gießen: Aus Goethes Prosa, Willy Jordan, Gießen: Einsüliriutg i'k die Chemie, Heinrich Bausch, Watzenborn-Steinberg: Die WiesenMcrg'e, Otto Pf ass, Lannsbach : Niedere Pflanzen, Willy Arnold, Gießen: Tie Heide, Karl Kurz, Gießen: Krastmaschmen, Helene K r ii ger, Gießen.: Jvgendkiang, "Johannes Kollmar, Pyhl-Mns: Kaliforniens SoNnenkönigi«, Tora Wissenkann, Lollar: Uhlands Balladen und Romanzen, Ottilie Fuchs, Stumpertenrod: Frau Rat Goethe, Hermine Schmidt, Lich: Das Märchen vom Sandmann lein, Paula Böhm, Gießen: Ter Berwandlmigskiinstler, 5) Jäger, Mendorf a. d. Lahn: Dis Feinbäckerei, August B e z, Gießen: Blumengrüße.

Die Gewinner aus Gießen können ihre'Preise in der Geschäftsstelle unseres Blattes abholen. Den auswärtigen Gewinnern werden die Preise zugestcllt.

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Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Bet lag der Brühlsichen Universitäts-Buch- und Sleindruckerei, R. Lange, Gieße».