— 144
Wahrsager
VÄMmtg deS Kurpfuschertums zitchen sollte, sondern auch bei der hiermit tnt nahen Zusammenhang stehendsn BeUmpfung der und Moderner Zauberbücher!
tzeves LÄnd ist-mit! seinen Arbeiten so weit poraugeschritten, so daß zu erwarten steht, daß am EröffnungstW der .lus- ktelluna. am 23. April, die deutsche Abteilung sich als ein geschlossenes und fertiges .Ganze zum höheren SUchme Unseres Handels und unserer Industrie darbieten wird.
sympathiekuren und Strafrechtspflege.
Bon Dr. A i b « r t h «l l w i g, DerlinWaidmaimslust.
Wer ein wenig eertiaut' ist mit den tragen Answiichsen Jahrtausende alten Aberglaubens, der auch Herne noch stlvst m Klüturliindern überaus lebensfähig ist, muß t'ch tmnd«n, daü die moderne Gesetzgebung diesem FvrtnM^n gefa<ll,chu krum- üiellen Aberglaubens so gut Wie keinerlei Rechnung tragt, liaai WnMe M vielleicht dem Wahne hingeben, daß heute, vrev Menschenalter nach dem Jahrhundert der W"
Mi,be so gut wie "keinerlei pratttscho LVdeutung mehr Ham, Und tatsächlich kann man mitunter m,tlrde.il«n S^en-bvhr- sager oder SympathiedoktorenDerartiges lesen. Ten Tatsachen entspricht dies freilich keineswegs, tote die neucrdmgs durch das AufblülM der Balkskunde und der modernen Mnnmaltchk aw- geregten Forschungen über den kriminellen AbergUtuben undferne praktische Bedeutung zur Genüge m Atan Un'M GwAk Jett unsere Zeit geradezu als ern Zeitalter der Reuaplauce res Aberglaubens bezeichnen, denn .der Okkultismus verteidigt den, VMüpyrglauben, den Glauben au den böse» Blick, an ^vmpathie- Vnran und dergleichen, und lucht den Aberglauben „MNenschast- ■ ^jch" zu begründen. Man kann sich daher nicht wundern, ioenn insbesondere das Geschäft der Sympathbödoktoren, Gefundbewr und Ähnlicher Leute heute mehr denn je blüht .
Unser geltendes Recht berüchichtigt diese..Sachlage ftw* Wegs In Betracht kommen nur die Bestintmungnt des RetlW- stvafgefttzbnchi's über' Betrug und Körperverletzung, lwch ist «w- besondere die Anwendung des BetrngUparagraphen, wie sich durch viele «ktennmßige Beispiele gar leid# erweis«» ließe, vielfach wuKgeschlvssen, Weil der Gerickstshos die UeherMngung von dem Mangelnden guten Glauben des Angeklagten nicht verlangen kann. So mußte kürzlich erst von dem Landgericht III m Berlin eine Gesundbeterin, Welche von -ent Charlottenburger WWtW Wiegen Betrugs zu der geringen Geldstrafe von thü wir. oen- NrE worden war, völlig fteigespvochen Mrdsn. Wen« man toeiß, welchen Schaden Gesundbeter rind andere ^chm,path.e- doktoren jahraus, jahrein anrichten, indem sie nicht nur den auf sie Bertranenden oft recht beträchtliche Summen abuehimm, ßm- verir sie auch noch ian Leib und Leben schädig«», so muß man zu der lieberzeugung gelangen, daß der heutige Zustand unhaltbar ist. Die Aerzttz, ftihren schon seit Jahren einen energisch« Krieg zur Bekäinpfung -es Kurpfuschertums und fordern, W.*M urik 'Recht, die völlige Aufhrbuing der Kurierfrciheit. Freilich MrdkN auch dann die mystischen Heilprozeduren sobald, noch Nicht aussterben, da sie sicherlich vielfach im Geheimen ausgeüvt Würde», und da. auch, tote man sich aus den Annoncen rn spiritistischen Maltern leicht überzeugen kann, eine .ganze Anzahl von Aerzten Anhänger okkultistischer Lehren sind und diese Mch in die Praxis umzusetzen sich bestreben. Aufgab« des Gesetzgebers ist es dccher, die Antoendmig mystischer Heikpvozedurett Lberhaupk zu verbieten und durch energische Strafandrohung^ dähiu zu wirken, daß dies Verbot auch respektiert wird. Er- frerftichertveise nimmt diesen Standpunkt auch der Entwurf des Gesetzes zur BMniPfuug des Kurpfuschertums ein und Macht dadurch die in Bayern, Baden und ElfaßHothrmgeu bestehenden Partikirlarvechtlicheu Strafbestimmungen überflüssig. Hoffentlich wird der Entwurf, wenn auch mit einigen Aeichernngon, recht HM Gesetz. Freilich wird um ihn ivohl noch ei.» heißer Kampf Vntbretmen, da die Okkultisten und atztdew Dunkelmänner dadurch in ihrer Existenz bedroht sind. Und da diese auch .unter den sogen. „Gebildeten" zahlreiche Anhänger haben und, wie bei-- spieMweise der Dresdener Kurpfuscher, selbst! von höchsten Herrschaften konsultiert werden, so wird es wohl noch manchen Tropfeick Schwach kosten, bis der so dringend nötige und zweifellos heilsam! wirkend« Entwurf Gesetzeskraft erhält. Wenngleich die Svm'- pathiedirektoreu viele scheinbare und durch die Heilkraft der! Suggestion — .auch gar manche tatsächliche Heilerfolg« aufzu-i Weisen haben, so ist ihre energifchö rücksichtslose Bemmpfttugl doch eine Kulturtat ersten Ranges, die uns spätere Geschlechter M Dan? wissen werden. Tenn daß man durch Belehrung allein den herrschenden Aberglauben selbst in seinen sozialgefährlühsten ErfcheimlngssorMen nicht ausznwtten vermag, das ist eilte Lehre, feie man ans der Wucht der Tatsachen nicht nur bei der Bo-
Die ersten Kätzchen.
Die ersten Erlenkätzchen sind zum Vorschein ge- stchMMt, das heißt blühende, denn in Knofpanforstf
machen sich die violettbraüuen Kitzchen «i schön mt HÄM au den Zweigen bemerkbar. Seit einig«» Tagen aber haben sie sich verlängert, sind locker geworden und ftreudn nun, vielfach auf noch gefrorene!» oder überschneide!» Boden, rhren Golbstaub. ans Ein solcher Erlenbanm oder -Busch mit den Herniederhängekto den, stäubenden Kätzchen Nimmt sich reizend aus in der sonst Noch 'winterlichen Landschaft.
Bor der Erle blüht schon der Hasel und Wird in diesem Winter besonders früh geblüht haben, in dem Ort aber hier um s-eestrand, Iwo ich Wohne, und in seiner uäberen llingebung, gibt es keinest Haselbusch, deshalb sind die ersten Blüte-nAtzchen, die ich in dtestist Jahr« zu sehen bekommen habe, die der Erle.
Ti« Erle liebt fenGeckBoden, an dein es hier nicht fehlt, Bruchi land, Sumpf und Moor, steht auch gern am Rande der Bäche Md anderer Wasserläufe. Mit ihrem schwärzlichen Stamm und dem dunkelgrüne» Laube trägt sie dazu bei, einer Landschaft, m der sie' der vorherrschende Baum-, ist, etwas Schwermütiges zu geben. Mevv» fach kommt in den Liedern Matthissons, der di« Schwermut liebt, esu Erlenbach vor, und einmal auch spricht er von einem Ort, „Mo am trüben Er'leuweihdr Dürres Rohr im Winde tönt."
Wein fällt bei der Erle nicht der Erlkönig eilt? Dieser verdauÄ seine Herrschaft ursprünglich einem Mißverständitis. In Herders „Stimmen der Völker" war das dänische Wort „Elterkouge , das aus „(Avekonge", fr. t. Elfenkönig, entstanden ist, rrrtümliicv ulit „Erlkönig" übersetzt worden, weil int dänischen „Elle" der Name der Erle ist. Daher hat Goethe den Erlkönig senreS unsterbttchcck Liedes genommen. Im übrigen fehlt es den WmdgeiMM vdeo Elfen nicht an Bezichungen zur Erl«. Im Grlsnbruch ist es rmch dem BoMglanben nicht geheuer. AllerhandDmnoneu und Gespenster haben in ihm ihr Wesen, und die Jrrimsche ftihren mit Bvr-i liebe dort ihre unheimlichen Tänze auf.
Di« Erke heißt auch Eller; Eller und Erle aber sind dasselbe; Wort, daS nur durch Umstellung der Konsonanten .zwei verschieden« Formen angenommen hat. Aehnliches kourmt auch sonst vor; es fei nur an die beiden Wörter „Born" und „Broun" erinnert Endlich heißt die Erle, d. h. diese bei uns tint HSiuftgisten wrkvinmeMs Erlenart, die Aluns glutinosa der Botaniker, auch „Elie , und mw Elsen gibt es sonst noch ein paar. Es heißt so von andere» Gewächsen in der Bollsmundart einiger G.gvnden eine Artemiffmart, der Absinth -oder Wermut „Else" wird auch der Mmftsch genannt Aiofo im Lateinischen, woraus der deutsche Name .offenbar gEacht ist. Und dann ist „Esse" ein bei wrs weitverbreiteter Mädchen-- name, berühmt geworden durch das Märchen von dür »cktugen Else , die eigentlich weniger klug als gedankenlos war. >Si» itnd> abn znn» Glück nicht alle Elsen, sondern .es gibt auch nachdenkliche und bedächtige unter ihnen.
War n « »t ü n d e. Ä o h a u n e s Trviau.
vüchertisch.
— E l t e e n u n b ® ch u l e. Monatsschrift für Erziehungssrageii. Herausgeoeben von Oberlehrer Dr. Strecker, Bad-Nauheim. In innerer Zeit, wo sich vielsach ein ungesimber Gegeisiab, zimiche» Schute und Leben, zwischen Schulsystem und ElierMmus entwickelt bat ist der Versuch einer vernünitigen-wchlichen Vermittlung, ime sie da? grummle Blatt erstrebt, gewiß zu begrüßen. Gestutzt auf die Ergebnisse der modernen Wissenschaft, der expernnenteUeii Psucholope, der Sozialpädagogik, der Statistik, schreckt Dr. Strecker auch vor einschneibenber Kritik an unserem herrfchenben Schulsystem nicht zurück. Slnberseits weist er aber and) auf die mir allzu oft vernachläisigteu Pflichten der Eltern hin, die sich vielfach nur mit der „geballten Faust int Sack" begnügen, statt zu erkennen, daß fte auch <ür die Schulerziehung ihrer Kinder mitverautwortttch sind. Dr Strecker tritt, gestützt aus die Ideen großer Pädagogen wie Pestalozzi, Herbart, Dörpfeld u. a. dafür ein, daß neben dem Staat auch der Familie ein rechtlich geregelter Einflilß aus das öffentlich« Erziehimgswesen gesichert werde.
Gleichklang-Nütsel.
Das erste lockt als mächtigster Magnet, Ob reich, ob arm, ein jeder möcht es habe», Aianch wackre Schar darnach ins ?tnsland geht, Die zwei unb drei sich dort nur selbst zu grabe», Doch wenn das Glück den zwei-drei einmal wieS Aw rechten Bahnen z>i deS ersten Glanze, Wer zeuinerschiver das fremde Land verließ: Der hat sein Ziel erreicht, der war das ganze.
Attslösuug in nächster Nummer.
Auflösung des magischen Treiecks in voriger Nummer i EBERS BART ERZ R T 8
Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Universttäts°B»ch- unb SteindruÄerei, R, Lange- Gießen-


