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>ter Nordsee ein inächÜgeS Tariwetter Äst, das did ist einem Suherft ttieterschlagsreichen Winter im Berg!- und Hügelland mifgefpeicher- t-en Schneemassen reisend $irn» Schmelzen brachte und namentlich Wer Paris ein HvchSrasser heraufbesemvor, wie es die Geschichte der allen Lutetia Parisivrum seit mehr als einem Biertel-Aahv- Imrsend nicht attszuweiscu vermag.

Hochwässer gehören im März und April! zur Zeit der Früy- iahrsschneeschmelze oder ini Hochsommer, wenn nach langer Trockens «eitSperiode in cmsgedchtrten Gebieten unter weit ansgebreitetcnt Gewittern kolossale Niederschlagsmengen als Wolkenbrüche niedev- gehen, zn den mit einer gewissen Rc-gel'mäßigkeit wiederkehrenden Naturerscheinungen. Mitten im Winter sind sie eine große Sekte«- heit, die mir bei dem unglücklichen Zusammentreffen mehrerer Umstände zur schireckvollen Wirklichkeit wird. Es müssen im Ver­laufe von Wochen und Monaten große Schneemengen sich über­einander abgelagert haben, die in den Tiefländern vielfach durch Schmelzen wieder gänzlich verschwinden können, so daß der städtische Bewohner des Flachlandes nichts von der drohenden Gefahr ahnt, während in den etivas höheren Lagen, denen auch eine entsprechend niedrig«« Turchschnittstemperatur zulommt, kein Abschmelzen statt- findet und deshalb eine Schneeschicht nach der anderen sich! üb« dem Erdboden anhäust, lute die Jahresringe eines Baumes. Ge­staltet sich dann über West- und Mitteleuropa die Verteilung und Veränderrmg des barometrischen Druckes, so, das?, große aus Süd­west anrückende Zpflüne üb« . Mitteleuropa Hinwegstreichen, so ist 'die Ursache, zur Entstehung wärmer und anhaltender südlicher oder südwestlicher Winde gegeben, die binnen wenigen Stunden eine tagelang anhaltende Erhöhung der Temperatur nm 10 bis 15 Grad des hundertteiligen Thernionrcters hervorbringen können. Nur unter diesen Umständen ist eS möglich,, daß in den unter hohen» Druck stehenden, nördlichen Gegenden Europas, bei Haparanda,. dem in Finnland gelegenen Kältepol Europas, in Sanft Peters­burg oder in Wilna m Lithauen polare Temperaturm von 20 und mehr Grad Kälte h«rschen können, während in ckiner End- fernung von 40 bis 50!Bahnstunden in südwestlicher Richtting aus- gesprvckfene Frühjahrswärme austritt. Am auffallendsten tritt das Hereinbrechen warmer Luftströmungen mitten, imi Wiiiter in Inns­bruck nördlich vom Brenner in Erscheinung, wv zuweilen am Abend streng« Frost mit 10 bis 12 Grad Kälte herrscht, während am nächsten Morgen, noch »richt 12 Stunden spät«, bei 8 Grad Wärme alles in den zergehenden Schncenrassen schwimmt. Tast nut« diesen Umständen die Berge bis zur Höhe von 1500 Metern binnen kürzester Frist schneefrei werden und ihren Ueberschuß an Nieder­schlägen in reißenden Wildbäche»» den großen Heerströmen des Lauchs zuführen, bedarf keines weiteren Beweises. Ganz bcp . sonders kritisch aber wird die Wetterläge, wenn bte Wärmewellen das Flußgebiet eines Stromes treffen, dessen Nebenflüsse, wie es bei der Seine b« Fäll ist, mit annähernd gleicher FluUänM! von verschiedenen Seiten konzentrisch wie die Radien eines Kreises oder die Sektoren eines' Fächers einem Mittelpunkt zueilen. Wen»» man einen Blick auf die physikalische Karte von Mitteleuropa wirst, erkennt man sofort, daß gerade die Seine ein Heerstrom in diesem typischen Sinne ist, bei dem unmittelbar oberhalb Paris und wenige Meilen Iveiter sttvmaustvärts bei Fontainebleau und Mvnterear» die Mar»»e mit dein Grand Morin, der Loing und die Norme mit ihren zahlreichen Nebenflüssen ihre von den Monts du .Morvan, den» Plateau de Langres und der Cote d'or kom­menden Wassermasse»» mit denjenigen des Hauptstrvmes vmeinigcn.

Sv viel zur Erklärung, der französischen Katastrophe der letzten Tage, die ein echtes Schnlbeifpiel einer winterlichen ä&iifmuot . ist »mb nebenbei gesagt nie einen so großen Ninfaug an­genommen haben würde, wenn man sich in Frankreich zur rechten ..Zeit zur Anlage großer Talsperren bequemt hätte, die sich mehr und mehr als das einzig wirksame Mittel gegen unberechenbare Wassernöte Herausstellen.

Es ist heute Mode gewvrden, der fortschreitenden Abholzung der Wälder an allen Hochirasserkatastrophen de»» größten Teil her Schuld zuzuschreiben, ohne ineilte genauL Kritik der ursäckr- lichen Momente einzittreten. Demgegenüb« kann, so sehr die arü»»dliche Entwaldung eines Landes auch das Eintreten tonl Uebersck-wemmungen begünstigt, nicht der Hinweis darauf untev- lassen werden, daß auch in Zeiten, »vo vor» einer unlsangreickLN! Zerstörung der Wälder noch nicht die Rede sein konnte, wahre Sintfluten von Ueberschiwemmungm eiirgetteten sind. Es sind sichere Beweis« dafür vorhanden, das; schon im alten Germanien' zu Eäsars Zeiten die Gegenden des Unterrheins, also hauptsächlich daö Gebiet des heutigen Hollands, das schon damals von de»» Batav«n durch Seo- und Flußdeiche geschützt war, häufig von Ueberschwemmungen Heimgesucht wurden, die wenig« durch die Sttlru»fluten d« Nordsee als durch bat wild gewordenen Strom h«beigeführt wurde»» »mb von der sagenhaften Sintflut in Baby- llmien, die Unziveifell-aft auf einem geschichtlichen Ereignisse be­ruht, wissen wir heute durch die topographischen Forschnnge»» des Engländers William Willcvck so viel, daß sie nicht eingetteterp wäre, wenn Noah nicht den Kartal. Wie z»» Grmtte gehen lassen, durch den in urältester Zeit die überschüssigen Geivässer des Euphrat den Niederungen des Pison) des ersten der vier Flüsse der Genesis, einer von der Natur 'geschaffenen, großartigen Talsperre, zu­geführt wurden.

. _ Freilich, »vo Hochwässer der Ströme sich mit den Springfluten des Meeres, namentlich mit den ungeheueren Mutwellcn komi-

hmieren, tote sie durch Ätt unterseeisches Erdbeben. tzerborgernfeuj Uwrden, ist alle wert schliche Mühe am Ende ihres Köttnens. Eine d« ältesten bekanntgewvrdeiten Katastrophen dies« Art fällt irr das Jahr 873 vor Christus, in dem die alte Hauptstadt d« Joni«, Helike, mit fast sämtlichen Einwohnern vom Meere verschlungen wurde. Ein Seebeben hatte die Fluten des Golfes vo»» Korinth so hoch aufgeflaut, daß der Wasserschwall bis in die »nehr als zwei Kilometer vom Strande cntfmnte Stadt »mb in die Rachbarstadt Bnra eindrang und sämtliche Gebäude einschließlich des herrliche»»! Tempels des Poseidon zerstörte. Tie damals z»»r Hilfsaktion ent- smtdten 2000 Achäern »taten nicht im stände, die Leicheit imt« den Trümmer»» hervvrzuziehat und trugen obendrein auch noch di« Keime d« an der ttnglücksstäü« ausbrechenden Pest in ihre Heimat.

Die gleichen Ursachen liegen bei der furchtbaren Ueberflutung Konstantinopels vor, die fast bis aus den Tag genau vor 400 Jahren mehr als 100 Moscheen und 1100 Wohnhäuser in Trümmer legte, während 8000 Menschen ihren Tod in den 'Gewässern des Bosporus fanden. Noch weit gräßlicher aber »vareit die Verl- Wüstungen der große»» Meeresflüt, die gelegentlich des gewaltigeir Erdbebens in Pern im Jahre 1746 Callao, die Hafenstadt der Hauptstadt Lt»na, vor» Grund aus zerstörte. Am 28. Ollober! des genannten Jahres traten gleich bei dem erste»» Erdstoß auf einer mehrere hundert Meilen langen Linie an der Westküste Süd>- amerikas die Gemäss« des Stille»» Ozeans viele Kilometer weit vom Strande zurück, um sich »tach wenigen Minuten als ein! 30 Meter hoher Wasserwall auf dei» entblößten Strartd zu stürzen, »vv Callao, Cavallos, Chiircha, Huacho, Camana, Pacocha, Guanape und »mch manche andere blühende Hafeirstadt so gründlich zerstört tvNrden, daß man den Ort, wo sie gestanden, nur mit Mühe triederfinde»» Bannte Mas das Wasser in Lissabo»» gelegentlich des großen Erdbebens vom 1. Novemb er 1755 au richtete, ist all­bekannt, es wird ab« noch üb«tvoffen von der unbeschreiblichen! Katastrophe, die über di« Küsten des Sundaarchipels hereinbrach, als in der Nacht von» 26. zum 27. August 1883 der 822 Meter hohe Vulkan der 16 Quadratkilömeter großen Insel Krakatau, des Pic Perbuatan explodierte und mit dem größte»» Teil der; Insel in die Tiefe sank. Die Flutwelle, die damals über alle Küsten in der Nähe d« Sunbastraße hinwegging, erreichte eilt« Höhe bis zu 60 Meter und testete nachweislich auf Java, Sumatra und Bormo mehr a s 150 000 Menschen im Verlauf von nur »wenigen Minuten das Leben.

Verheerungen von gleichem Umfange sind bei durch Flüsse im Biuneulaude verursachten Ueberschwemmungen wenigstens in Europa kaum je denkbar, man müßte denn eine innnerhin nicht ganz unmögliclw Zerstörung voir Budapest oder Szegedii», wo ähn­lich s sich ja schon einmal, am 11. und 12. Biärz 1879, ereignet! hat und 5300 Häuf« zusammenbrachen, während 2000 Menschen «tranken, durch ein neues, gewaltiges Hochwasser der Donau! und Theiß in Betracht ziehen. Weit drohender liegt die Ueber- schwemmungSgesahr bei den großen chinesischen Strömen, dem! Hncmgko und Dang-tse-kiang, bei denen ähnlich wie beim Po nt Oberitalien nicht nur der Wasserspiegel, sondern der Boden des Flußbettes bedeutend höh« liegt als das benachbarte Twf- laud, so daß ein Deichbruch zn ein« nach Hunderten von Kilot- Metern in die Breite rechnenden Ueberschwemmung des reich de- völkertey Flußtales führt. In diesen Niederungen, namentlich östlich von Kai-suug finb deshalb bei den großen Neberschwem- mungen der Jahre 1868, 1869, 1872, 1874 und zuletzt 1889 Millionen von Menschen zu Grünte gegangen und angesichts d« Sanfffant&it fc« chinesischen Behörden ist nicht daran zu zweifeln, daß bis zu der in weit« Zukunft stehenden Vollendung moderner! FlUßtemektureu »wch »vrit«e Millionen an gänzlich unberechen­baren Terminen «trinken und Neptun, dem Wassertenset, einen! große»» Schmauß b«eiten werden. Äitch am Ganges walten ähn­liche Verhältnisse ob, und.wenn im Mai die jährlich wiederkehrendä Hochflut, d.s heilige»» Stromes einsetzt, gleicht das untere Bengaleil an der Mündung des Ganges »mb Brahmaputra einem toeneii See, aus den» nur die Dörfer und Bäume und manche durch Deiche geschützte Landstriche hervvrragen.

Unter den deutschen Strömen sind die Oder und die Weichsel diejenigen, die am häufigsten ungeheure»Ueberschwemmungen tervor- gerufen haben. Tas 33 Kilometer breite Weichfeldelta tauch Werder genannt) zwisckwn Danzig und Elbing war seit Jahrhunderte»» den furchtbarsten UeberWvemmungeu hauptsächlich aus dem Grunde» ausgesetzt, »veil auf russischem Gebiete nichts gefckmh, um die Vorflut zu verbessern. Wahrend des Eisganges int Jahre 1840 bahnte sich nun d« Strom am 2. Februar noch eine neue Müit- dung, intern « bei Neufähr die schmale Nehrung dnrchriß unts zwei Meilen östlich von Danzig der Ostsee znströmte. Vmgeblich waren alle Versuche, dem Fluß seine»» Raub wieder zu entreißen. Dagegen gelang es mit einem Kvstenausw'aud ton 20 Millionen! Mark in den Jahren von 1888 bis 1896 die Binnennehrung! von Siedlerssähre bis SchieirrnHerst zu durcWechen und dem! Stwm statt ter bisher »tordwestliche»» Richtung einen neuen, 6 Kilometer langen, nördlich gerichteten Lauf aufzuzwingen, wo­durch die Gefahr ter Ueberschwemmungen int Werder »vesentlich herab gemiitdert »vurde.

Zu unzähligen Malert hat auch die Oder Berterben über ihre | Flußtäler gebracht, weil die von den schlesisch-österreichische»» Grcnz- I bergen des SndetenzugeS herabtemmenden, linken Nebenflüsse ihren i WasserübersclNtß bei der Schneeschmeszei und bei sommerliche»» Hochs-