aber es
sagte keine
ihrer einen
Als die Damen nach Kölln zurückgekehrt waren, Gräfin Patsch mit geringschätziger Miene:
— Bei einer unverheirateten Dame gibt Man Karte ab.
Das war das einzige, das sie über das Schicksal Schwester äußerte. Als Gräsin Lindenbach ihr darüber
Er wandte sich wieder zu Gräfin Lindenbach: — Was wallte if
Nur eine Schwester der Mutter des Bräutigams lebte noch, hieß, sie sei auf Reisen. Ein Nachspiel gab es insofern, als am Tage darauf im Hospiz zwei Karten des Geheimen Kommerztenra.s Droesigl abgegeben wurden, freilich durch einen Boren ans dem Hotel gebracht.
ch denn sagen? Ja, ich wollte Ihnen nur sagen, daß, als ich ans allerhöchstem Vertraue,: ins Herrenhaus berufen worden bin, mir das,große Freude
— Was soll ich denn weiter sagen? Ich gönne ihr j« ihren Droesigl.
/.Fortsetzung folgt.)
gemacht hat, nicht nur als überzeugtem.Monarchisten — verstehen Sie, das bin ich —> sondern als Anerkennung des Prnrzipes der Arbeit.
Er hielt inne, und in diesem Augenblick, als er von der Gnade der allerhöchsten Person sprach, hatte er eine gewisse Aehnlichkeit mit.seinem Sohne, im Tonfall, in der Haltung, sogar im Ausdruck des Gerichtes. Dann '„mb er sich aber zu sich selb/ zurück und ftreute der alten Gr-,in die Hand entgegen, otjite abzuwarten, daß sie ihm geboten würde:
— Empfehle mich.
Agathe klopfte er freundschaftlich die Wange, seinem Sohn reichte er ein paar Finger, dann wendete er sich ein wenig schwersäl.ig, ein bißchen gebeugt, zum Schreibt.sch.
Sie waren gewiüermaßen entlassen.
Draußen stand der Herr, der gemeldet worden, im schwarzen Rock, den Zylinder in der Hand.
Wahrend die drei die Treppe hinab,biegen, meinte die alte Grä.in zu Agathe:
— Siebst du, Agathe, die Audienz ist überstanden.
Herr Louis Droesigl versuchte seinen Vater zu entschuldigen, doe'> Grä,in Lindenbach sagte:
— Bitte, I r Herr Vater hat mir ganz gut gefallen. Mir gefällt überhaupt jeder Mensch, der etwas leistet. Und wenn er gegen Damen anders ist, als wir es gewohnt sind, nun, so liegt das wohl daran, daß er offenbar keine Zeit gehabt hat, sich um uns zu bemühen. Aber was sage ich denn. Als er dich umarmte, Agathe, und dann dein Verlobter an die Reihe kam, hätte ich beinahe auch einen Kuß abbekommen. Na, was will man denn.mehr! —
Die neuen Beziehungen der beiden Familien hatten damit ein Ende erreicht, denn andere Droesigl gab es nicht.
Hochwasser - Uatastrophen.
Von Dr. Curt Rudols Kreu schurr (Friedenau)',
Der in seinem bisherigen Verlaus durchaus anormale Winter hat nach fast frühjahrSmäßig warmen Tagen um die Weihnachtsund Neujahrszeit seinen unberechenbaren Launen die Krone mit einer Hochwasserkataftrvphe höchst seltener Art aufgesetzt. Während bei 10 bis 15 Grad Wlte über' England, das durch sein gemäßigtes Wintertlima bekannt ist, wirkliche BliMrds dahinrasten, die binnen: wenigen Stunden dm Eisenbahn? und Tramwätzverkehr lahm legten, während die den Verkehr über den Aermelkanal besorgenden Dampfer die lieber fahrt nicht wagen durften, während in der Nordsee unerhörte Stürme tobten, setzte von den rheinischen Mittelgebirgen und von der Nordseescheide Mischen der Rhone einerseits! und. Lotze und Seine andererseits bis zum atlantischen Ozean w©
Name ist zwar von gestern,, aber . ich. habe ihn gemacht und möchte, daß er auch morgen bleibt.
Sein Sohn schlug bei diesem Zusammenbruch der Baseler Mittelalter-Herrlichkeit die Augen nieder. Der Geheime Kommerzienrat aber fragte mit einem Blick zu Gräfin Lindenbach:
Ra, mau nennt sich nun wohl „du"?
Dis alte Dame lächelte:
— Sie wird ja Ihre Tochter.
Der Hüne mit dem wilden, weißen Kopf blickte uustcher von einer zur andern, als sei dies der Beginn gesellschaftlicher Veranstaltung, bei bereit Drohen allein er einen Teil feiner Kraft zu verlieren schien. Es glänzte in seinen Augen. Plötzlich öffnete er beide Arme, und Agathe bekam auf die Stirn einen Kuß, der nur so knallte. Dann umarmte der alto Herr auch seinen Sohn.
Als er nun aber einen Schritt gegen Gräfin Lindeubach tat, wich diese zurück, und es endigte damit, daß die beiden einander die Händje schüttelten.
Geheimrat Droesigl wollte Anteil an Llgathe zeigen, so begann er, seinem Wesen entsprechend, von pekuniären Verhältnissen, vom Schlosse Kölln.
Sein Sohu bemühte sich, ihn auf einen anderen Gegenstand zu bringen, doch Agathe gab ruhig Auskunft. Nun fühlte der alte Herr Boden unter, den Füßen, holte vom Schreibtisch einen Pack Papiere und erklärte, er habe sich nach dem alten Besitz ihrer Familie erkundigt. Da lag ein Plan, da gab es Grundbuch- und Hppothewn-Auszüge. Ihn "schien nur das Geschäftliche zu interessieren.
Es klopfte. Der Liftjunge wollte jemand melden, doch der Geheimrat schrie ihn an:
Ich weiß; reden Sie nicht unnütz!
Dabei erhob, er sich, und damit war gewissermaßen dis Sitzung aufgehoben. Gräfin Lindenbach reichte ihm die Hand und sagte freundlich:
— Ich kann Ihnen meine Nichte nur ans Herz legen. Sie verdient es.
— Das müssen wir erst mal sehen.
Die Gräfin verlor ein wenig die Geduld:
— Na, jvenn ich's Ihnen sage, können Sie es ruhig glauben.
— Ach, was wird einem manchmal versichert!
Tie alte Dame gewann ihr Lächeln zurück:
— Sie haben wohl nur mit Leuten zu tun, die Ihnen gegenüber ihren Vorteil suchen?
Der große Mann strich sich durch seine weiße Mähne: — Dazu ist man auf der Welt.
— Gott sei Tank, denkt nichlt jeder so!
— Dumm genug.
>— O bitte, Egoismus erhält uns nicht allein. Uns nicht, ein Gemeinwesen nicht, ein Volk nicht. Wer nur den auf feine Jahnen schreiot, der erlebt früher ober später feinen Niedergang.
Der G-Heime Kommerzienrat musterte die Dame, von der er nichr einmal recht wußte, wer sie sei, denn der Vollbeschäftigte hatte den Brief seines Sohnes,.der den Besuch ankündigte, nur flüchtig gelesen, und machte ein Gesicht wie: „sieh mal an, du kannst ja auch reden !"
In ihm erwachte der Debatter aus dem hohen Hause:
— Sie sagen da ganz vernünftige Sachen.
Die kurzsichtige, alte Gräfin sah ihn, hier wo man Rücksicht, wie es schien, nicht zu nehmen brauchte, durch ihr Augenglas an:
— Das passiert mir bisweilen!
— So; nun, es gibt Leute, denen passiert's nie. Aber wir sollten das mal. erörtern, was Sie oa vorhin sagten.
Er steckte beide Hände in die Hosentaschen und hockte auf der Lehne eines Fauteuils:
— Man opfert sich allerdings für das Gemeinwohl. Jeder hat sogar die Verpflichtung dazu. Ich kann mir schon denken, was Sie glauben. Sie glauben, der alte Kerl hier — und er deutete mit beiden gekrümmten Händen auf seine Brust — sackt nur ein, um seine Tasche zu füllen. O, ich wäre nicht in Berlin, wenn ich es nicht für meine! Pflicht hielte, beizusteuern zu dem, was der Staat an Werten schafft. Aber das Gemeinwohl fängt schon bei kleinen Verhältnissen an. Bei jedem Betriebe. Ich habe bei mir Wohlfahrtseinrichtungen gehabt, ehe es Unfallversicherung und Ärbeitersürsorge gab. Die waren für mich gar nichts Neues. Das kommt daher, weil ich Verständnis habe für den kleinen Mann, denn ich bin selbst mal einer gewesen.
Ich habe als Kbhleuzieyer angefangen . . . Herr LouiI Droesigl trat einen Schritt zurück, als wolle er sich der Tür nähern — und hätte mir nicht träumen lassen, daß mein Sohn mal ite Mäfiu heiraten würde. Was mir ja übrigens wurscht ist
Er wendete sich zu Agathe:
— Ich weiß schon, was Sie sagen wollen: „Mir auch!"
Ach so, wir nennen uns ja du. Also, das gefällt mir gerade an dir. Obgleich ich von dir noch nicht viel weist denn ivir müssen uns erst kennen lernen. Du mich auch. Da ivirst du sehen, daß es schwer ist mit nein alten Dickschädel wie ich. Jawohl. Drum bin ich auch nicht immer mit meinem Sohn einverstanden gewesen. Ruhe, Lo is, ich weiß, deine Wege sind meine Wege nicht, aber wir haben Frieden gemacht. Na, kurzum--


