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durchloimnst, indem ich nicht Lust habe, mein sauer Erspartes aus beut1 Fenster zu werfen und an einen Menschen Mi verschwenden, der mir bis jetzt nichts als Kummer gemacht hat. Dein Vater F. W."
Weiter nichts, kein gutes Wort mehr. Die paar knappen, harten Sätze stehen wie Marksteine vor dem dunkelsten Stück seines Weges. Er sprach nie gern von dieser Zeit, und wenn er es muhte, standen aus seiner Stirn ein paar böse Falten.
(Fortsetzung folgt.)
Der verleumdete Maulwurf.
Bon Karl Witzel.
„Von der Parteien Gunst und Haß verwirrt schwankt sein Charakterbild. . . ." — | Sv läßt der unsterbliche Dichterfürst -Schiller in dem Prolog zuM Wallenstein sich vernehmen. Tresfend! sind biefe Tichterwvrte auch ans den Maulwurf anzuweuden-. Wie viele Feinde hat er aufznweisen! Keiner wird wohl so viel geschmäht tote er. Wie üble Nachreden Mrt Man gegen ihn! Welch ein ungerechtfertigter Leumund verdichtet sich gegen ihn! Er kann unser Mitleid erregen, dieser lichtscheue Geselle mit seinem samtweichen Röckchen, — weil er es nicht verdient.
Wien» er im schönsten Blumenbeete Unordnung schasst, in dem er Erde und Mit ihr Pflanzen Herausstößt, so ruft 'er ja! den Unwillen des Gartenfreundes hervor. Int Felde und auf den Wiesen baut er Hügel und erwirbt sich! sv iM Landwirt einen! Feind. Wie töricht ist aber das Handeln vieler jC-eitte, w!eNn sie! Mit hochgehobener Hacke dastehen, uni einem stoßenden Tier den Todesstoß zu versetzen. Forscht man nach den« treibenden Grunde, so ist es das herrschMdt's Vorurteil', das' diese imvcrnüitst,ig-e! Handluugsioeise zeitigt.
Hier nun Muß die Arbeit der MfMrung von Seiten des' Wissenden und Verständigen einsetzen. Man soll nicht jemand verurteilen, ehe man genau fein Wirken geprüft hat. Es' ist aber seine durch langjährig« Versuche sich ergebende und daher unumstößliche Tatsache, daß der Maulivurf kein Vegetarier ist, also keine Pflanzen frißt. Darauf Weifen schon hin die Kürze seines Darmies, seine inneren Organe und seine Kauwerkzeuge. Wo der Maulwurf anzutreffen ist, kann man mit Bestimmtheit annehmen, daß Ungeziefer im Boden zu finden ist. Tiefe Feinde des -Garten- freundes ziehen den selbstlosen Burschen herbei, denn hier hat sich! für ihn ein Jagdgebiet erschlossen. Hat er dem1 Ungeziefer den' Garaus gemacht, so wandert er, um sich neue Arbeit zu suchen; seins Bauten zerfallen.
Es ist nicht zu verkennen, daß er etto.t Schaden zufügt. Tew kleinen Schaden fassen viele Menschen ins Auge; und ein ganzer Schiwall von Schim'pfworte'n ergießt sich über den großen Segensstifter. Gar oft toird ihm nachgcsagt, daß, er an dem Untergang' Manches Pflänzchens und Bäumchens schuld sei: er soll die Wurzel, die Ernährer der Pflanzen „zernagt" haben, — obwohl er cs gar nicht kann. Kann denn ein Handwerker, der irgend eine Arbeit leisten soll, zu der er bestiMuite zweckentsprechende. Werk- Truge braucht, den Auftrag erfüllen, Weint ihm die Mittel, die' zum Ziele führen, fehlen?
Eine andere Sache ist es', wenn der als so schädlichiBerschrienc in großer Anzahl austritt. Tann kann er den ganzen Untergrund zerwühlen. Ta schadet aber nicht der Maulwurf int einzelnen, sondern die Menge. Hiergegen muß, man natürlich den! Garten in Schutz nehmen. Wie bei allem, so ist es tauch hier;! Uebereifer schadet nur. Gegen den kleinen Bergmann, der in Masse auftritt, darum' nennenswerten Schaden zufügen kann, muß Man also geeignete Mittel zwecks Vertreibung zur Anwendung bringen. Es sind meist starkriechende Stoffe, die so sehr seine! fcinem'pfindende Nase reizen, daß ihm! der Aufenthalt verleidet! toird. Heringsköpfe tun es schon, wie auch Heringsbrühe, Jauche,» Petroleum, Tieröl und KarboliueüM von der Firma F. Schacht- Braunschweig gute Vertreiber darstellen. Lappen, mit den angegebene» Flüssigkeiten getränkt, werden in die Gänge gelegt, die festen Stosse shc'ckt man so in »dieselben hinein. Di« bezeichneten Produkte lassen ihn bald die Flucht, ergreifen. EL eftttf einen anderen Garten über, tim' da seine' von Segen!
eitete Tätigkeit zu entfalten. Ans diese Weise ist^man den ÜNiv'illkomMenen Gast los geworden', der ob seiner „Fahrläfsig!- kcit" die Unebenheiten int. Garten erzeugte. Die Folge dieser! für uns unbequemen Eigenschaft braucht doch nicht ein Moro unsererseits an dem' kleinen Erdenbewohnsr zu sei». Maulwürfe', die für deinen Gärten zu viel sind, vertreibe, denn bei Mddrew Gartenliebhaber'n fehlen sie. Diese haben sie notwendig, MN! ein von Ungeziefer freies Gelände zu bekommen'. Tötest du den! Maulwurf, so entziehst du ihm eine» nützlichen Freund. Wenn 'aber nur einer oder einige in deinem Garten leben, svimetßt, du, 'es ist Ungeziefer vorhanden, das dir Schaden bringt. Dieses TU vertilgen, bemühst du dich, itfen» du rationell wirtschaften willst. Der, welcher dir dabei die helfende Hand bietet, ist der —- Maulwurf. Er ist es, der dich schön«' Erfolge erzielen lassen will, der bei deiner Arbeit dir helfend zu Merks geht. Vtzele Larven« verzehrt er täglich, weil er ein sehr gefräßiges Ti«r ist-
Dte SWeibeir dieser Zeilen, der dem Gartenliebhaber das Auge offnen toiW, fürchtet wohl, daß bei vielen Lesern seins Worte, die den Mert eines Tieres dartun sollen, lautlos im Winde verhallen. — Allein sei nicht so herzlos, ein Leben zu vernichten, dessen JUHaber dir kein Leid gebracht hat. Mir ein gefühlsrvher Mensch wird ein solches Tier vernichten, das des Laudmanncs bester Freund ist. ■— Erwäge es und handle darnach'!
Die Aunst -es Diebstahls in Japan.
Tie jäpäuifchen Diebe, die so länge Zeit unter dem Schutze einer merkwürdigen Entente cordiale mit den Polizeibehörden! sorglos iHv gewinnbringendes Gewerbe ansüben konnten, gehen schweren Zeiten entgegen. Tie Klagen über die Lässigkeit der Behörden in der Bersdl'guug der Diebe sind so sehr angewachsen, daß vor kilrzem bei einem neuen großen Mandat, der Mikado einen neuen Pvlizeiches ernannt hat, der mit rücksichtsloser Energie den Stier bei den Hörner» faßte und den berühmten, gefürchteten! Chef der Tokioter Diebe, Gingi den Schneider, sestnehmen und sein Hauptquartier von der Polizei besetzen ließ, G. de Banzemont gibt in der neuesten Nummer der stievue eine interessante Schilderung von dar KWrheit -und Geschicklichkeit der japanischen. Verbrecher, von den gewaltigen, straffen Organisationen, die sie gebildet haben und von dem Werdegang! des japanischen Diebes, der von Kindheit auf nach, allen Regeln der Kunst auf seilt Gewerbe vorbereitet und von erfahrenen Lehrern allgemach! zum Meister seines Gewerbes häraugebildet wirb. Jedermann in Tokio kannte Gingi beit Schneider, den Leiter der größten Diebcsvrganisatiou! Japans, den Obermeister der Zunft, der seine Untergebenen in strenger Zucht hielt und schrankenlos sogar über Leben und Tod- feiner Unterboten verfügte. Alle großen Städte Japans waren in Distrikte eingeteilt und jedes Mitglied der nach taufenden zählenden Bande besaß seinen eigenen, streng abgegrenzten Wir-. kungKkveis, der von Men anderen als To-mäue respektiert wurde. Tie Polizei kannte diese Organisation ganz genau, aber nur bis- weilen bei wichtigen Fällen nutzte sie ihre Kenntnis aus, um hier und da, mehr zur Beruhigung' des Publikums, irgend ein unbedeutenderes Mied der Tiebeszunst festzunehmen. An Gingi hätte man sich vorher nie heran gewagt. Er hauste in seinem' Hauptquartier, wo alle seine Untertanen ihm getreulich ihre Beute ablieferten, wo die Hehler kamen uud kauften, und wo vor allem! mit einer musterhaften pädagogischen Sorgfalt der Nachwuchs für sein sauberes HandMrk vorbereitet wurde. Schon in der Wiege beginnt diese« Erziehung, dieses Training der Hände, das später den Jüngling zitm Meisterdieb macht. Aber neben den Kindern der Verbrecher werden auch zehnjährige Shtaben in die Hochschule des Diebstahls ausgenommen, kleiuc Burschen, die in der Schule oder daheim vielversprechende Zeichen krimimi- Mischen Talentes gegeben haben. Im „Oyabun", im .Hauptquartier Gingis, wurden triefe Zögling« des Verbrechens täglich unterrichtet, im Taschendiebstahl, int Einbruchsdiebstahl, in der' Führung der Waffen; turnerische und athletische Uebnugen dienen der Abh'ärt-mg der Muskeln, ja sogar Martern wurden systematisch angewandt, Um die Rekniteu des Diebstahls zum' Ertragen von Schmerzen zu stählen und Energie- und Widerstandskraft zu steigern. Wenn die Schüstr dann ihr erstes Examen bestanden hatten, sandte man sie hinaus, nmi bei großen Volksfesten ober in eleganten Gesellschaften di« erste praktische Probe ihres Könnens abzulegeu. Erfüllten sie ihre Aufgabe, so harrte ihrer Lohn und Auszeichnung; miUingt das Werk, läßt der Neuling sich ergreifen, so überlaßt mau ihn seinem! Schicksal und der Justiz; er" zählt nicht mehr zu den wertvollen Elementen. Auf diese Weise bildete mau eine große Armee erprobter und geschickter Twbe heran. Merkivürdig bleibt, daß keiner dieser Gesellen je auf dm Gedanken gekommen ist, auf eigene Faust zu arbeiten, fte alle sind selbstlose Seelen, die nie im Stillen persönlichen.Vorteil suchen und selbst die kleinste Beute getreulich dem Chef abliefern. Rach kiwzer Zeit wird jedem ausgebildeten Gesellen sein besonderer Wirkungskreis zugewieseu, in dem er sich znm Spezialisten! ausbildet. So arbeitet der eine nur auf der Straße, der andere iM Theater, der teilt» in bat Läden, der vierte auf der Eisenbahn, ein anderer auf Schissen. Tie gewandtesten, kühnsten unter ihnen sind die Eisenlmhnd-icbe. In Tokio- ereignete sich vor kurzem' ein Fall, der für den. Berufsstolz und- den Ehrgeiz dieser Meister des Diebstahls' charakteristisch ist. Im TMo-Expreß, in eurem1 Kupee zweiter Klasse, kam ztvischeu. den Reifende», das Gespräch -auf die Taschendieb« und auf ihre Listen und- Geschlckltch- keit. Ei» bekannter Tokioter RcchisanWalt brüstete sich, daß.er noch nie auf seinen Reisen- bestohlen worden sei. „Man wird nur befWeit, wenn man es' selbst will. Ter Bestohlene ist immer! ein Tölpel, der nicht aufge-paßt hat, und sich durch' eigene Schuld ausplüuderti läßt. Weil» ihm' das im Zuge passiert, geschieht cs ihm ganz reckst." Ma» plauderte weiter; der Zug hält, wer Rechtsanwalt steigt aus, der Expreß fährt weiter. D a hört man vom Bahnsteig noch de!» Schrei: „Meine HaMascye! Eine


