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japanischer Sobald er
der kriegerische Erfolg Japans zuznschreiben sei, antworteten die japanischen -Offiziere: „Unserer Geduld, der Ausdauer; der Mann, der heute im Kriege 16 Stunden aushalten kann, steht über dem, der nur 14 erträgt. Und wir können lange aus dauern. Unsere Soldaten wissen ganze Tage in einem Schützengraben zuzubringen, in glichen- der Hitze, bei verzehrendem Durst. Sie können eine Woche lang im feindlichen Feuer liegen und am- Tage nur um sechzig Meter sich vorwärts arbeiten. Man hat viel von dem rapatiisch-en Zorir gesprochen und von unseren wilden Attacken. Gewiß, wir haben fast alle unsere Schlacht mit dem Bajonett zu Ende gebracht, aber gewonnen haben wir sie durch die Ausdauer in all dem, was diesem kurzen Augenblrck voranging, gewonnen haben ivir sie durch die Geduld, mit der wir ausharrten bis zur Stunde des letzten Angriffs. Sich beim Angriff töten zu lassen, ist nichts. Im Schützengraben ausharren zu können, das ist alles." Diese Ausdauer, diese Langsamkeit im Angriffe ist unverletzliche Regel der japanischen Kriegskunst geworden. Das letzte der großen japanischen Manöver währt meist 5 bis 6 Tage; aber meist verstreichen drei Tage, bis die Gegner endgültig Fühlung nehmen. „Es geht nichts über die Bor- ffcht", so urteilt Hauptmann Duval, „mit der ein ' Oberst sein Regiment auf dem Marsche führt.
dem Gegner näher kommt, ist seine größte Fürsorge die Anlage von Deckungen und Befestigungen. Die Schützengräben, die bei den Manövern ausgehoben werden, die Befestigungen, die man errichtet, entsprechen genau dem, was der Ernstfall fordern könnte."
Line §ahrt über das Tote Meer.
Alexander von Humboldt hat die tiefe Senkung des Ghor, in der das Jordantal und das Tote Meer liegen, das wichtigste geologische Phänomen der ganzen Welt genannt, aber bei der Unwirtlichkeit der Gegend und den Schwierigkeiten aller Art, die sich der Erforschung des Toten Meeres entgegen stellen, ist das Ghor, die Stätte des einstigen Sodom und Gomorrha, auch jetzt nur oberflächlich untersucht. Es war daher eine der Hauptaufgaben der amerikanischen geographischen Expedition, die 1909 von der Aale- Universität nach Palästina geschickt wurde, das Jor- dantal zu durchforschen und besonders die alten Küstenlinien des Toten Meers zu studieren. Sie führte zu diesem Behuf ein 14 Fuß langes Boot aus Segeltuch mit sich». In Konstantinopel wurden aber die Forscher gewarnt, ohne ausdrückliche Erlaubnis des Sultans eine Fahrt auf dem Toten Meer zu wagen, denn außer den leichten, die Küsten bevölkernden Fischerbooten dürfen nur zwei alte Schaluppen mit zwei Beischiffen die stillen Fluten durchkreuzen; sie be- Krdern nur die Touristen und eignen sich natürlich- nicht r wissenschaftliche Untersuchungen. Durch die Vermitt- tung des amerikanischen Gesandten in Konstantinopel erhielt die Expedition die Erlaubnis, mit ihrem eignen Schiff das Tote Meer zu befahren, und konnte sich nun erst ungestört in die einzigartigen Wunder vertiefen. In wechselndem Farbenspiel liegen die tiefen Wasser des Meeres da, auf jeder Seite umrahmt von schmalen Linien brauner Klippen, die in der Ferne purpurn schimmern. Der See ist dunkelblau, aber nach kaum einer halben Stunde, wenn die Windrichtung sich ändert, leuchtet er pfauengrün und dann wieder S mattgrün, von purpurnen Schatten unterbrochen, in
n das Licht des unruhig gefärbten Hiinmels liegt. An der Küste dehnen sich Lagunen, nicht mehr Salz wie das Meer, sondern reines Brackwasser, von schlankem grünem Rohr umrahmt und von buschigen Tamariskensträuchern, deren weiße Blüten einen zarten Duft aushauchen. Rach Osten hin erhebt sich über die rauschenden Wasser des Jordans der kleine Berg Pisgah, von dem ans Moses den sterbenden Blick ins gelobte Land richtete, und weiterhin tauchen in der einsamen weiten Ebene die grünen Felder von Suweimeh auf, wo wahrscheinlich das alte Sodom lag. In dem Delta des Jordans ist viel Leben von Pflanzen und Vögeln, an den Ufern des Flusses ist ein luftiges Treiben von Reihern und Flamingos, aber das Tote Meer selbst liegt starr und öde da, nichts Lebendiges regt sich in seiner Salzflut, nur tote Fische fließen hier bisweilen flußabwärts, die ui die vernichtende scharfe Lauge hineingerieten. Unter den alttestamentarischen Stätten, die'das Meer umgeben, zieht keine die Aufmerksamkeit magischer an als Sodom
und Gomorrha. Der Ort, wö diese beiden Städte lagen, ist viel umstritten; vielfach hielt man bisher das heutige Dsöhebel Usdum für das alte Sodom, aber jetzt glaubt Dr. Ellsworth Huntington, der in einem längeren Aufsatz von Harpers Magazine von den Ergebnissen der Pale-Expebition berichtet, die wahre Stätte des alten Sodom gestunden zu haben. Als er die Kerne Ruine von Suweimeh besucht« und hier zahlreiche kleine Lavastücke fand, ivar er überrascht, wie gut dieser Ort zu allen Einzelheiten der biblischen Erzählung paßte. Der Scheik, der ihn als Führet? begleitete, erzählte ihm die Geschichte des alten Suweimeh oder Suweim, wobei er nur die Erzählung des alten Testaments wiederholte. Der Name Suweim kann sehr tvvhl eine verderbte Form von Sodom sein. Die Stelle ist noch heute viel mehr mit Grün bewachsen, als die andere Seite des Ghor; sie kann also in Lots Tagen sehr wohl „deü Garten des Jehova" gewesen fein, von dem die Bibel erzählt, denn damals war, wie die Erforschimg des Toten Meers deutlich erweist, das Klima Palästinas viel feuchter als es heute ist. Als der Gelehrte dann Die vulkanischen Verhältnisse des Bodens von Suweim untersuchte, fand er etwa zwei englische Meilen weit entfernt einen kleinen Vulkan von geologisch sehr jungens Datum. Von hier ging eine Lavaschicht aus, die das ganze Land zwischen den Ruinen von Suweim und Ghuweir bedeckte. Ghuweir kann als Verstümmelung des biblischen Ortenamens Zrar erklärt werden, wie die nahe gelegen« Stadt hieß^ in die Lot floh. Ghuweir konnte von dem Ausbruch des Vulkans, der Suweim zerstörte, nicht betroffen werden, da es durch dazwischen gelegene Hügel geschützt! war, wohl aber konnte der Aschenregen bis hierher getragen werden. Die heutigen Ruinen von Ghuweir gehören zweifellos einer Zeit an, die mehrere hundert oder sogar ein- bis zweitausend Jahre jünger sind als die Zeit Abrahams und Lots. Doch entbeate die Expedition eine künstlich angelegte Felshöhle, die aus der Zeit der Patriarchen stammt. Die 20 Fuß lange und 15 Fuß breite, sorgfältig aus dem Stein ausgehauene Höhle liegt östlich von Ghuweir nach der Hochfläche von Moab zu an einem El Ghuttar genannte« Ort zwischen Abu Hassan und Beth Pe-or; sie hat zwei Fenster und eine Tür und ist durch einige in den Fels gehauene Stufen leicht zu erreichen. Die Entdeckung dieser Höhle läßt die neue Ortsbestimmung von Sodom sehr wahrscheinlich erscheinen, wie überhaupt di« festgestellten Veränderungen der Größe des Meeres wichtige Schlüsse auf die Sage der biblischen Stätten gestatten und die Erzählungen der Bibel vielfach in ein neues Licht rücken.
humoristisches.
* Aus der Schule. „Wir wollen jetzt vom Ursprung« des Menschengeschlechts sprechen. Was wißt Ihr darüber?" — „Mein Vater sagt, wir stammten vom Affen ab." — „Von solchen Ausnahmefällen brauchen wir nicht zu sprechen."
* I in Zoologischen. Ein Vater befindet sich mit seinen Kindern im Zoologiscl)en Garten. Als er ins Vogelhaus kommt, ruft ein Kakadu: „Papa", worauf die Kleinste verwundert meint: / „Tas ist aber merkwürdig, daß der Vogel gleich weiß, daß du der Papa bist,"
Arithmogripy.
14 8 1 weiblicher Vorname.
2 8 7 fremdländischer Titel.
3 4 8 ein Tier.
4 1 7 10 9 eme Waffe.
5 9 9 sagenhaftes Wesen.
61721497 germanisches Volk.
3 4 15 norwegischer Königsname.
7 1 2 9 4 metallener Gebrauchsgegenstand»
8 1 7 2 9 4 eßbare Frucht.
9 8 8 1 weiblicher Vorname.
7 3 7 7 9 ein Schmetterling.
10 1 4 1 ungarisches Komital.
9 2 2 1 poetische Sammlung.
4 3 2 10 russisch-polnische Siadt.
Die Ausangsbuchstaben der gehmbenett Wörter ergeben der Reihe nach von oben nach unten gelesen den Namen eines bedeutenden und gefeierten Künstlers.
Auslösung in nächster Nummer.
Auflösung des Rätsels in voriger Nummer: Lüttich, Orleans, Hanau, Erfurt, Naumburg, Graudenz, Ralibor, Ingolstadt, Neuwied.
L o h e n g r i n.
Redaktion; K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'schen Unwersitäts-Buch- und Steindruckereh R» Lange, Gießen-


