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Ve kaufchle andächtig: die eintönige Kindermelodie, die ihm! MS fernen Jugendtagen zu kommen schien, griff ihm wnnderbms ans Her-.
Nun erhob er sich und verlies; die Wiese. Nur noch einen! Blick auf sein Baterhaus werfen rind daun wieder fort — —
Nur einige Minuten hatten seine Augen auf dem Hause geruht, da trat sein Bruder aus der Tür. Er erkannte ihn sofort Ml der aufrechten kräftigen Gestalt. Wie sehr glich er dem Bater! Heftig schlugen seine Pulse. Wenn sein Bruder ihn nun erkannte ? Um Gottes willen, nur das nicht! Diese Stundet heiliger Erinnerung, die lindernden Balsam auf seine itmtt.be Seele gelegt hatten, durften' nicht durch eine hässliche Szene entweiht werden. Wie konnte er erwarten, das; die Begrüßung freundlich ausfallen würde?
Er stand im Schatten eines höhet; Hollunderl-aumes, der seine mit schwärzen Beerendolden beschwerten Zn>eige über die Gartenpforte bog. Noch konnte fein Bruder ihn nicht gesehen .haben.
Schnell trat er in' den Garte», um sich zu verbergen. Dännl Ober lockte es ihn, noch ein wenig weiter zu gehen. Alles war hier noch wie eiirst. Mit tiefen Zügen zog er bett Duft des Goldlacks und der LÄ>kojert ein. Auch der große ApselkHüst stand noch da; goldgelb leuchteten seine Früchte durch das dunkle Geäst.
Gern hätte er sich einen Augenblick auf die Bank gesetzt, die neben der Tür stand, aber es war ihm hier keine Ruhe be- schiedcn. Unten int Garten tauchte hinter den Hoheit Johannisl- dserhscken der Kops einer Frau .auf. Die Stalltür in seiner Nähe war nur angelehnt; einige schnelle Schritte, und er war geborgen.
Eine' Kuh brüllte auf, als so plötzlich eilt fremder Mensch hsveinkam Im Koben in der Ecke grünsten die Schweine, sonst war alles teer, da das Bieh sich niach auf der Weide befand!.- Alles heimelte ihn hier an, selbst der eigentümliche Siallgernckh den er doch längst iticht mehr gewohnt war. Da sieht man, daß dat eiin Bauernsohn bist, sagte er sich, ein Städter würde sich hier die Nase Inhalten.
Bon dem Stall ging er auf die große Lohdiele. Auch hier war rhm twch alles feemnnt und vertraut. Die an den Haken! hängenden Dreschflegel zeigen, daß sein .Bruder twch mit der Hand drosch. Unwillkürlich schwang er die Arms. Ach, nur eine Stunde läng den Dreschflegel schwingen — —
, Aber er war ein Flüchtling in seinem Baterhause. Wurden iucht Schritte laut? Aengstlich horchte er auf. Richtig, es nahte sich jemand. Und nun kletterte er schnell die Leiter hinauf, nie Mm Heuboden führte. Er durfte sich hier nicht ertappe!! lassen.
Als er den Fuß aus die ersten Bretter des Bodens gesetzt hatte, betrat eine Frau die Lohdiele. Vorsichtig bewegte er sich jetzt auf den Brettern; festes Auftreten hätte ihn verraten.
Der Boden barg bis zum Dachfirst die Heu- und Kornernte. Nur ein kleines Stück war freigelassen, er wußte, darunter lag das Wohnzimmer. Als Kind hatte er hier manchmal auf dem Leib gelegen und durch einen kleinen Spalt in die Sttibe hiilunter- Seguckt, die ihm daiur immer so sonderbar fremdartig erschienen war.
Er legte sich hin und kroch auf Händen und Füßen weiter. Sonderbar, da lvar iwch 'immer derselbe Spalt im Bretterboden.
Neugierig schaute er hinunter. Die Stube wurde von einer Lamps erhellt; er sah gerade auf den Tisch, art dem zwei Knaben Mit ihren Schularberten beschäftigt waren. Genau so hatte er dort früher mit seinem Bruder gesessen und gearbeitet.
Dann kam Hans herein rind setzte sich, um die Zeitung zu Nau, und nach, kurzer Zeit gesellte sich 'auch die Frau zu den Dreien mit eurer Näharbeit.
Er konnte sich v;on dem Bilde nicht losreißen. Erst als dw Lampe ausgelöscht wurde, erhob er sich. Nun hörte er, wie die Haustür zugeschlossen und die Riegel vor Stall- und Tenuen- tiiw vorgeschoben wurden.
Der Weg stand ihm offen; er hätte nur eirt halbes Stündchen KU warten brauchen, bis alles im Hause schlief. Diü Riegel waren leicht m der Dunkelheit zu finden. Aber er konnte sich wicht entschlreßeit, das Haus' fetzt schon zu verlassen; nun er hier doch einmal, war, wollte Br wenigstens eine Nacht unter kenn Äterttchen Dache verbringen.
dem herbduftenden Heu jvühlte er sich ein Lager. Er Mief wunderbar schon; so gut wie seit Jahren nicht.
Frühzeitig erwacht« er vom ungewohnten Krähen der Hähne Mmr lag er lauge und famt und sann. Er hatte ans allem den Eindruck gewonnen, daß Hans nicht auf Rosen gebettet sei Das Haus war in den zwanzig Jähren nicht erweitert und der- bessert worden, alles war noch genau so, wie sein Bater es hinter-- lassen hatte. War der Besitz wirklich zu schwer belastet und der Kamvf fernes Bruders um das Geld em' Kampf um die Existenz gewesen?
Seit gestern war fein' Wesen verwandelt: er' kannte sich kaum wieder. Ter kurze Aufenthalt in der Heimat hatte auf sein krankes Gemüt gewirkt wie ein warmer NrüUlugsrcgert 'auf den frosterstarr tert Erdboden. Auch gegen seinen Bruder hegte er keinen Groll mehr.
Nu» hatte! er einen Entschlich gefaßt: er sprang aiif und reinigte seine Kleider von dem anhaftenden Heu.
Die Sonne mußte schon hoch stehm.; durch bas Seine Dachfenster siel eirt Strahlenbündel gerade auf seine Lagerstatt. Eine Katze kam 'leise herangeschlicheu und glotzte den unerivarteteak Gast mit runden grünen Augen an. Darüber mußte er lachest wie ein Kind. Das scheue Tier erschrak und verschwand mit einem kühnen Satze im Gebälk.
Dann ftieg er langsam die. Leiter hinunter.
Auf der Lohdiele stand sein Brüder mit einem Späten in der Hand. Grenzenloses Erstaunen malte sich ut feilten Mimest, als so Plötzlich ein Fremder vom Heuboden fR.nntterfam.
Der Geheimrat aber ging stracks auf ihn zu und strMej ihm beide Hände entgegen.
„Hans ! Kennst du mich nicht mehr!"
Einen Augenblick schaute Hans ihn mit starren Auge!»' Ort. Dann flog ein Leuchten über fein Gesicht.
„Bernhard, wie kommst du hierher?"
Nun ergriff er die dargebotenen Hände.
Dem Rat aber schossen die Tränen aus dkrt Augen. Diese plötzliche Weichherzigkeit kam ihm aber wieder so komisch vor, daß er lachen mußte. Unter Lachen und Weinen hielt er dann diö rechte Hand seines Bruders' und streichelte sie. „Hans, Hans —!"
Am Nachmittag gingen beide übers Feld, Hans wollte seinem Bruder eine Koppel zeigen, die er kürzlich gekauft hatte, die. erste seit er den Besitz angetrcteii hatte.
„Ich habe einen schweren Stand gehabt," sagte er, „abeö MU bessert es sich, gottlob!"
Während sie mm über das Land gingen, iichlte der Rat Plötzlich, zum erstenmal seit viernüdzwanzig Stunden, die Pistole in seiner Tasche. Der Atem stockte ihm; sing das Wend wieder an?
Plötzlich zog er sie mit einem Ruck heraus' und warf sie in' weitem Bogen empor, das; sie auffl'atschemd tu eine nahe Trinh' kühle fiel. |
„Was war das?" fragte Hans bestürzt.
Der Rat stand noch einen Augenblick wie erstarrt Daust schaute er seinen Bruder mit glänzenden Angen. äir. Es hatte gar kein« Uebenviudnng gekostet, das Ding von sich zu schleuder». Run Ste er sich frei. Glückselig lachte er auf; Gott fei Lob wchi
:t, jetzt war er wieder Herr über feine Gedanken.
„War das nicht ein« Pistole, Bernhard?"
Der Rat nickte.
Run schauten sie sich in di« Auge». Hans verstand.
„Armer Junge!" „ , „
„Weißt du, Hans, ich bleib« vorläufig hier — did Heunsth- luft wird mich noch ganz gesund machen."
Vermi Sicktes.
* 30 0 00 0 Smiths. Aus London wird berichtet: Gistei interessante Stattstik über die Berbreiinng der Etgennameit ist England hat Sir Rolnwt E. Nialhefoic, der vb«:ste Beamte tnr irischen Standesämter, herausgegeben. Nach ihr gibt es in Groß- britamtien nicht weniger als 300 000 Mönsschem, die alle denselbail Zunamen führen, den ehrenwerten Namen Smith. Sie gehören, natürlich nicht einer Famsilie an; der Name Miede in albest Zeiten von dem damals so wichtig«« SchMtedehändiverk abgeleitet. Dir Robert Alatheso» hat mts den Geburtsregistern das Jahres 1.853 sestgeftellt, daß unter der damaligen Bevölkerung Englands lohne Schottland und Irland) genau 253 000 Individuen dm, Zunamen Smith führten und 242100 den Namen Jones. Der Name Williams folgt mit 159 900 Vertretern, Taylor mit 124 400, Davies mit 113 600, Brwpn mit 105 600, Thomas mit 94 000, Evans mit 93 000, Roberts mit 78 400 und Johnson mit,69 500. Ti« sckwttischen Geburtsregister von 1863 geben ebenfalls Heist NaMen Smith di« höchste Ehre: bei einer Bevölkerung vvn «ttvvK über 3 MAliowsn heißen 44 200 S'Mith. In Schottland folgert dann die Namen Mc'Tona.'ld, Brown, Thomson, Robertson, ©tewait, EaMMell, Wilson, Anderson und Swtt. In Irland ist der Name M'nrphp der verbreitetste; von 4 700 000 Einwohnern führet 62 600 diesen Namen. Es ststheu Kelly, Sullivan, Walsh und erst an fünfter Stelle rangiert hier der Rarste Smith. Alles in allem gibt es in England gern» 330 900 SmjithS.
Magisches Dreieck,
In die Felder nebenstehender Figur sind ________ die Buchstaben abbeeeiinnrrrra ~ derart eiuzutrage», daß die einander ent* ----- sprechenden wagerechten und senkrechten
Reihen gleichlautend folgendes bedeuten ’•
—— 1. Germanischen Volksstamm.
2. Stadt in der Schweiz.
3. Altgriechische Bergfeste.
4. Teil von Norwegen.
6. Einen Buchstaben»
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Rätsels in voriger Nummer:
Schlaf, Schaf.
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Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steinbrnckerei, R. Lange, Gießen,


