Ausgabe 
2.6.1910
 
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Branhewein vom Quartrierträger verabreichet, wofür zwölf Kreuzer int 24 Guldens fuß, der Gulden ä 60 Sr. beträgt, iin Wetzlar an die Kommittirte der worerwähnten Kreisen baar gegen die einzuliefernde Quittung ausbezahlt werden;

Zweitens: Zum Vorspann werdeit für jede Kolonne zwölf einspännige mit Leitern und Stroh versehens Pferdskarren ge­stellt, für welche 12 Karren stationatim acht Gulden gezahlt werden. Ferner ist von den Kongreß-Deputierten zugesichert worden, das; jeder Kolonne noch vier einspännige Vorspanns- Kiarren zugetheilet, und für die allenfalls krank werdende Mann- schäft stationatim mitgeführet werden sollen, welch vier letztere Karren jedoch nur auf den Falt, daß sie wirklich gebraucht würden, auf vorbemerkte Art vergütet werden.

Drittens: Werden den Herrn Staats-Offiziers ieitern ein Reitpferd oder Borspannspferd stationatim unentgeldlich, denen Herren Kolonel-Komnmndanten aber zwei zugesichert.

Viertens: Würde aber ein oder anderer Herr Offizier außer diesem noch zit eignem Bednrfuiß Reit- oder Vorspamtspferde erfordern, so hätte sich der die Kolonne kommandierende Offizier desfalls an die .Herren Landes-Kommissarien, welche die Ko­lonne begleiten, zu wenden, die alsdann solche Pferde stationatim gleich gegen baare Zahlung von 30 £r. besorgen werden.

Fünftens: Die Herren Offiziers sowohl, als UnteroffizierA und Gemeine haben in den Stationen nichts zu fordern, sondern; sich nur immer an die Herren Kolonel-Kommandanten zu wenden, von welchem Letztem alsdann die etwa vorkommende Aufforde­rung an die Marsch-Kommissarien .geschehen wird.

Sechstens: Die Herrn Offiziers müssen die in den Stationen verhaltene Lebensmittel selbst und gleich baar bezahlen.

Siebentes: Werdeit von den Herren Kolonne-Kommandantenl vor dem Abmarsch aus jeder Station die richtigen Quittungen sowohl über Vorspann als Mundportionen den Marsch-Kom- missarien ertheilet, gegen welche alsdann gleich nach dem Ab­marsch der 5ten und sechsten Kolonne aus dem Niederrhein, Westphälisch, und Knrrheinischen Kreisen die baare Zahlung in Wetzlar empfangen wird. v

Achtens: Wird ausdrücklich festgesetzt, daß jedes Vorspann, loder Reitpferd in der folgenden Station gleich entlassen wird, gleichwie auch

9tens: Die Boten aus einer Station bis' zur anderen, und Ovar den kürzesten Weg mitgehen sollen.

Zehntens: Uebrigens soll die beste Mannszucht und Disziplin gehalten werden, und in dem Fall, daß etwas vorfallen könnte. Zum Nachteil des Landes, wird solches gleich abgeholsen, und der Beleidigte schadlos gehalten werden, von dem Herrn General- Major Markoff, der das Kdrps als Kommaitdirender m der letzten Kolonne begleitet.

Diese Konvention ist zweifach ausgefertigt, unterzeichnet, und gegeneinander ausgewechselt worden. So geschehen

Köln am Rhein, den 15. April 1801.

Im Namen der anivefenbett Glieder des niederrheinisch-i

6 westphälischen Kreises:

Fhr. von Pfeill mpp.

V. Serg ejeff, Russisch Kaiserlicher Brigade-Major,"

Vernrkfehter.

*Persönliches vvnRobertKoch. Der Heimgegangene große Forscher hat trotz der Ehrungen, die ihm in immer stei­gendem Maße zufielen, trotz des Stolzes, der diesen echten Self- mademan von rechtswegen hatte erfüllen können, sich eine echte Bescheidenheit gewahrt. Erzählte man sich doch, die Ordens- auszeichmmgen, die Titel, die er alljährlich bekäme, wären ihm sozusagen völligWurscht"; und was ausländische Orden anlange, so käme er gar nicht erst nm die Genehmigung ein, sie auch in Preußen anlegen zu können kvas natürlich übertrieben war. Ob thm solche Auszeichnungen überhaupt Freude machten, so äußerte er sich vor ein paar Jahren, das käme ganz darauf an. »,Was so und ,o viel andere, womöglich Leute mit schwer wahr­nehmbaren Verdiensten, erhalten oder tragen, macht mir natürlich keineswegs besonderes Vergnügen, wenn man mir es bann mich noch anhangen will. Mein Lieblingsorden ist mein Kronenorden Iwetter Klasse, den mir unser guter alter Kaiser nach meiner Rückkehr von der Cholera-Kampagne in Indien seinerzeit per- söttltch überreicht hat. Er tst am schwarzweißen Bande zu tragen tote ent Krtegsorden; es war ja auch schließlich einer. Der Kaiser verlieh thn mir, nachdem ich ihm persönlich über meinen Aufent­halt tu Indien hatte Bericht erstatten dürfen, und Bismarck nahm feinen langen Bleistift und schrieb dazuMit dem Stern!", so daß ich den dann auch noch bekam. Dieser Orden hat mit große Freude gemacht; ich glaube, ich trage ihn noch heute als einziger. Wenigstens tst es mir bann einmal passiert, daß bei einem Ordens- M im Schloß ein Ordensfritze es war ein Offizier, einen ttott denen, die alle Orden auswendig kennen mit der Frage Mt mich herantrat, ob ich Geheimrat Koch sei.Ja," antwortete ich,aber woher wissen Sie das?"Durch Ihren Orden," antwortete er,es hat ihn niemand' als Sie!" Sehen Sie,

so em Orden ma Fckrudc." Uebrig'e'n? ist ps nur entern !ZW fall zu verdanken, daß, Robert Koch unserm Kontinent überhaiupjj erhalten blieb. Die meisten seiner Familienangehörigen leben M den Bereinigten Staaten, und itt seiner Jugend hat auch Robert Koch selbst die Europaniüdigkeit recht heftig verspürt.Wenn ich an meine Jugend zurückdenke," so erzählte er,wie un­zufrieden waren wir alle nicht damals, als ich nach meinen Claus - tbatet Schülerjahren die Göttinger Universität bezog! Die Zu­stände. in Hannover waren unser Kummer und unser Aerger. Ich wollte rein aus politischer Unzufriedenheit nach Amerika aus-i wandern, wohin meine Brüder mir vorangegangen waren! Mein- Vater erlaubte es nicht, weil er einen von uns bei sich behalten! wollte, so daß es eigentlich nur die Folge seines Eingreifens ist, wenn ich in Deutschland geblieben bin."

* Die Farbe der Hoftrauer. Der englische Hof hak für den verstorbenen König auf sechs Monate Trauer angelegt/ und mit ihm für eine Weile, je nach der Abstufung des' Verwandt-, schaftsgrades, alle übrigen europäischen Höfe. DerGaulois" erinnert daran, daß die Trauerfarbe für gekrönte Häupter keines^ Wegs immer das heute übliche Schwarz Ivar; speziell in Frank­reich, dem jahrhundertelang tonangebenden Lande, herrschten in dieser Hinsicht wechselnde Sitten. So ordnete noch Ludwig XI. bei seinem Regierungsantritt an, daß die Farbe der Trauer um seinen Vater Karl VII. scharlachrot sein solle. Ludwig XV.,- der im Jahre 1726 zuerst ein offizielles Tranerreglemeick auf­stellte, bestimmte Violett als Trauerfarbe. Für die verwitweten Königinnen von Frankreich ivar Jahrhunderte hindurch tveiße Kleidung die Trauervorschrist: sie hatten überdies- früher die Verpflichtung, nach dem Tode ihres königlichen Gemahls erst sechs Wochen auf dem Paradebett des Verstorbenen, dann sechs Wochen vor dem Bett zu sitzen und ein volles' Jahr lang ihre Gemächer nicht zu verlassen, ein barbarischer Brauch, den erst die Bourbonen abschafften. Noch Napoleon I., der übrigens die Hoftrauer für dm Fall seines- Todes auf drei Monate ringe-, schränkt wissen wollte, erneuerte die Bestimmung, daß als Trauer­farbe violett zu tragen sei. Erst das 19. Jahrhundert hat dann allmählich auch an den Höfen allgemein das Schwarz eingeführt.- Bekanntlich legt jeder Hof bei einem Todesfall in anderen regie­renden Häusern eine wenn auch nur dreitägige Trauer an: die einzig« Ausnahme macht der Papst, bei dessen Ableben keine offizielle Hoftrauer in Kraft tritt.

"Der abessinische Pavst. Eine wichtige Rolle beim Tode Mmeliks hat der Abuna, das Oberhaupt der abesinischen Geistlichkeit, gespielt. Abuna heißtunser Bater". Der jetzige Träger dieser Würde, Petros, ist kein Abessinier, sondern ein Kopte und ist vom Metropoliten der koptischen Kirche in Aegypten, der Mutterkirche der abessinischen, eingesetzt. Er residiert in einem nach ihm ge­nannten Torie Adi Abuna. Sein Priestergewand besteht aus einem gelb und schwarz gestreikten, schwerseidenen Unterkleide und einem weiten schwarzen Mantel, der mit Gold und Silber gestickt ist. Um den Kops trägt er ein schwarzes Tuch. Einen silbernen BischokS- stab mit goldner Krücke und ein mächtiges, mit Edelsteinen ver­ziertes Kreuz aus lauterem Golde tragen ihm zwei Diener nach. Wenn der Abuna einem Gottesdienst beiwohnt, so nimmt er an bett Zeremonien der vielen amtierenden Priester käst gar nicht An­teil, sondern liest stist für sich in der Bibel und spenbet nur ab und zu seinen Segen.

* Pantoffelheld. Fremder:Habe ich die Ehre, dest Herrn des Hauses zu sprechen?" Hausherr:Jawohl, der bitt ich, meine Frau ist gestern ins Bad gereist,"

Silbenrittsel.

a, a, a, bi, chm, bi, el, gel, har, he, feit, fit, mo, ttf, p, p, r, ra, ra, rob, rat, (en, tt, um.

Aus vorstehenden Silben und Buchstaben sollen acht Wörter gebildet und derart unteretnanber gesetzt werden, daß die Anfangs­buchstaben von oben nach unten und die Endbuchstaben von unten nach oben gelesen den Namen eines dramalischen Dichters ergeben. Es bedeuten aber die einzelnen Wörter folgendes:

1. Stadt in Westkalen.

2. Sagenhafte Wesen.

3. Italienischen Bildhauer.

4. Ein Musikinstrument.

5. Berg in Armenien.

6. Einen Schwärmer.

7. Portugiesische Insel.

8. Griechische Göttin.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Magischen Quadrats in voriger Nuntmerr

Redaktion: K. Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der Brtthl'schen UniversMS-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Dießem