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voll denen man nicht recht wußte, waren es die Reste eines ge­wesenen Schnurrbartes oder die Anfänge eines erst WeMnden. Wenn der Bachschneider sein nesselgrünes Röcklein an hatte und darüber die Baßgeige trug, dann sah er aus wie ein großer Heithüpper.

Der Kühjust machte immer .eilt Gesicht, als lutsche er an einem Zuekersteine. Darum eignete er sich auch vortrefflich zum Marinettblasein Oder kam vielleicht gerade dieser Lutsckieraus- drnck in seinem Gesicht von dem Spielen des Instrumentes her, bei beut ja der Münd und die .Backen eine ähnliche Stellung einznnehmen pflegen?

Der Fäuster war int Gegensatz zu beiden schüppelrund, halte rote, volle Backen, die beim Blasen der Posaune aufgingen, wie zwei Riäppiln. Alle drei trugen nach damaliger Sitte das Haar lang, so daß es sich, vom Rockkragen wieder aufwärts lockte die richtigeSchössilanke",

Noch ehe der Tanz in der GastwirtschaftZur Linde" bc-, gann, suchten die drei Müsikkollegen befreundete Häuser auf und ließen sich darin den Ouetschekuchen schmecken. Bei diesem! Besuche gab der Bülsläsper dem Bachschneider, von dem er wußte, daß er ein besonderer Freund der Erbsen war, ein Kochet es war eitie ganze Schüssel voll mit. Der Bachschneider schnallte seinen Büchsenranzen auf und schüttelte die Erbsen hinein. Der Ranzen ging auseinander wie aufgeblasen.

Der Tmiz verlief in guter Weise. Die Burschen waren oufa gexaumt Sie sorgten auch dafür, daß die -Kehlen der fleißigen Musikanten nicht trocken blieben. Als der Tgnz zul Ende gegangen, wurden die Musikanten herüber auf die Weinstube geholt. Hier mußten sie Noch einige Lieblingsweisen den Burschen aufspielen. AmProsit" fehlte es jetzt erst recht nicht. Der Fäuster blies in

Backen, als blase er die Posaune zum güngsten Gericht. Der Kuhiust machte so sonderbare Aeuglein zu seinen süßlichen Mund­salten, als blase er auf seiner Klarinett die reinsten Zuckertöne. Der Bachschneider aber lehnte mit seinem Rücken fest wider einem Kleiberschrank, um bas gar schwankend gewordene Gleich- gewicht nicht ganz zu verlieren. Zog er einen Strich auf seiner Baßrompel" nach rechts, so neigte er sich nach.links und ura--, gekehrt.

Der Eckefritz, ein fideler Bursche, bekannt im Dorfe wegen leinen losen Streichen, trug den Musikanten ihre Sachen vom Sale herüber. Noten waren! nicht dabei. Die brauchten sie nicht; sie spielten auswendig, selbst ihre GlanznummerGrüß' mir die Jule!" Den Musikanten wollte man das Aufsteigen zur Musi­kantenbühne weil es ihnen schwer ward ersparen. Der Eckefritz Hub den Ranzen des Bachschneiders vom Boden der Bühne auf. Da rollten einige Erbsen auf die Dielen des Saales. Fritz öffnete den Ranzen und guckte hinein. Ileberlegen lächelte er. Ein Gedanke schoß ihm durch den Köpf. <

Als die Musik endlich verstummte, da eilten die Musikanten hinaus an die frische Luft, um einmal tüchtig Atem zu schöpfen. Sie torkelten. Der eine mehr, der andere weniger. Sie hielten lieh an der Treppenstiege fest. ,,S' Huh ihr Dail!" sagten oben die Burschen.

Der Eckefritz war unbemerkt zur Baßgeige des Bachschneiders geschlichen. Aus seiner (des Fritzens) Tasche holte er eine ganze Hand voll Erbsen hervor und ließ sie behutsam in die Baßgeige laufen. Wie die rollten ! Wie die Saiten der Baßgeige leise dazu summten! Als freuten sie sich des losen Streiches!

Die Musikanten rüsteten zur Heimkehr. Es war noch finstere Nacht. Sorgfältig half Fritz dem Bachschneider die Baßgeige! Umhängen. Die Erbsen verrieten sich nicht. Sie lagen in der Tiefe der Baßgeige wie! in einer Mulde.

Der Heimweg der drei Köllegen war der gleiche. Sie wohnten I in demselben Dorfe.

Als sie die Hauptstraße verlassen und einen holperigen Feldt- >Veg eingeschlagen, auf dem die Steine des AnstoßeS so häufig lagen, da stolperte plötzlich der Bachschneider über einen großen Stein.

Dunnerwerrer! Woas woar doas?" So fragten sich die drei und blieben wie gebannt stehen. Was war das für ein. sonderbares Schwirren und Klirren, Rasseln und Prasseln, Sum­men. und Brummen? Wie? ja wie sie wußten selbst nicht, nne. I

8 "ach gehtrt?" fragte angstltch einer den anderen, feh l standen sie und lauschten. Nichts regte sich in der stock- ftnsteren Herbstnacht. /

Sie schritten weiter. Der Geisterspiick war ihnen in die gemackt Obwhren, und er hatte diese, die schmier gewesen, leichter <_ Der Bachschneider erzählte jetzt von einemGeldfeuerchen", oas er in einer Nacht der vorigen Woche «auf der Riedwiese hatte brennen sehen. Mit der Zauberformel zur Hebung des Schatzes auf den Lippen, war er der Wiese hinabgesehritten. Da schlug

<kcUI1,^ta^eiL - Bis er sich wieder aukgerasft ÄLwfL Geldfeuerchen verschwunden. Der Kühjust hatte den f geleiten. Der war feurig durch die Luft ge- fahren und io lauge gewest wie ein Wiesbaum, Dem Fäuster,

*) Meteor.

«»Etliche Natur hatte, lief es time EiÄvasser dem Rücken hinab. Leise murmelte er vor sich hin:

Ihr Höllengeister, packet Euch! Ihr habt hier nichts zu schaffen. Woher Ihr seid, dahin tut Euch Zur Hölle wieder raffen!"

Da da dormelt der BachsckMeider wieder über irgend etwas auf dem Weg Liegendes. Himmel Sakerment! Da sängt auch wieder das geisterhafte, unerklärliche Summen, Klirren, Rasseln und Rrklen an. Der Kühjust und der Fäuster reißen aus. we ? Als Itieim die Hölle hinter ihnen wäre. Der Bach-, schmeider ihnen nach. Wer jetzt geht der Spuk erst recht los. Jetzt faust es Nnd braust es in der Baßgeige, schwirrt und klirrt, rUlt und schrillt in ihr, als ob alle Höllengeister darin ihr Wesen trieben.

Die Baßgeig vom Buckel gerissen, und baaf dich über die Hecke an der Straße hinweg und gelaufen haste nicht gesehen war jetzt das Werk des iBachschileiders. Als die Baßrompel auf den Boden fiel, da brummte und rasselte es noch einmal in ihr wie ein dumpfes Grollen und letztes Stöhnen. Dem Bachschneider sträubten sich die Haare.

Doch wie erlöst 'kam er zu den beiden anderen gelaufen^ Die standen erschöpft still.

Alleweil eas Rouh!" sagt tief aufatmend, wie von einänl Alp befreit, der Bachschneider.

Gelle, doas aalt Oos, die Baßrompen, eas verhext!, © ohnt mir glaich!" stöhnte der dicke Fäuster und wischte sich den Angstschweiß von der Stirne. i

. Sv kamen die drei in Schweiß gebadet im Dorfe an. Beim Anseinandergeheii äußerte der Bachschneider gar betröpfelt 1

Ihr hott doch noch au Spieldeanger! Oawer aich aich Huh goar »aut!"

Der Bachschneider schlief die Paar Nachtstunden, die noch übrig waren, fast kaum. Halbwach träumte er von seiner Baß­geige. Aber nicht so, daß sie am Himmel hänge und eine voii denen wäre, davon manche den Himmel voll hängen sehen. Nein, sie lag mitten auf einer großen Wiese. Um sie im Greife brannte ein schwefelblaues Feuer. Dari» tanzten allerlei Geister unbi Hexen. Mitten auf ber Baßgeige saß ber Teufel und hielt ein großes Schild. Darauf stand geschrieben mit roten Buchstaben: Blocksberg." Sonderbar! Der Teufel sah int Gesicht aus genau wie ber Eckefritz.

Kaum graute ber Tag, da schlüpfte der .Bachschneider in seine Kleiber. Leise verließ er sei» Häuschen. Er betrat eineit Wiescnpfab, ber hinter dem Dorfe her burch die Gärten führte. Schon von weitem sah er die Baßgeige auf dem Boden liegen^ Er ging aber nicht geraden Weges auf sie zu. Bei Leibe nicht. Wie die K'atze um den heißen Brei, so schlich er um sie vorsichtig herum. Sie lag da im Grase ganz friedlich. Just so, als ob er mit seinem Bogen auf ihr beim Tanze nach Mitternacht auf- nnd niederfahre und sie behaglich im tiefen Tone brumme:©,' eas g'schrompe! ©' eaS g'schrompe!" Und die Klarinett dazu zwirbelte:©' werb) a wirrer weit! S' worb a wirrer weit!"

Endlich war er bei seiner Baßgeige. Behutsam hob er sie am Halse empor. Heilige Wetter! Fängt denn ber Spuk auch am Tage an! Aber da sieht er auch durch die Schallöcher! ber Baßgeige bie Geister, die Erbsen, rollen unb kollern. Jetzt geht ihm ein Licht auf. Er lächelt. Und seelenvergnügt hängt er seine Baßgeige um und eilt nach Hanse. Am Abend gveiht er seine zwei Köllegen in bie Lösung ber rätselhaften Erscheinung ein.

Der Fäuster aber sagte zu ihm:Wann m'r wirrer spien do lößte beiErwesgeije" d'haain!"

Em rnsisch-deuischer CruppenverpslegungZvettrag.

z. Wie sich die aus beut zweiten Köalitionskriege zurück­kehrenden russischen Truppen auf ihrem Marsch durch das Deutsche Reich hätten verhalten sollen, darüber gibt uns nachstehender Vertrag zwischen dem russischen Militärbevollmüchtigteii unb den zuständigen Kreisvertretern Auskunft. Verträge sind bekanntlich dazu da, daß sie umgangen äverben, unb so sind beim die wenigsten der zehn Berpflichtungen seitens ber Zarensöhne einaehalten wor­den. Hauptsächlich mit der Erfüllung ber Zusage unter Punkt 10 hat's besonders gehapert. In weiser Voraussicht ist auch bie Größe des GlasesBranbewein" nicht festgesetzt worden; denn was für Mengen dieses ihres Lieblingsgeträiikes bie bnrchmar- schierenden Russen ihrer Quartierwirten abzupressen verstanden haben, davon können die in den Gemeindearchiven noch vorbanbeneii Kriegsrechnnngen aus jener Zeit ein haarsträubendes Liedchen fingen.

V e r pf l e g u n g s - K on v e n z i o n

Zwischen dem Kaiser!.-Russisch. Herrn Brigade-Major von Sergejesf, und den bevollmächtigten Herrn Marsch-Deputirtew des Niederreinisch-Westphäli- unb Kürrheinischen Kreises des deutschen Reiches in Betres der Mund-Portionen, und des Vor­spannes für die ans' Frankreich tu die Russisch-Kaiserliche Staaten rückkehrende Kaiserlich-Russische Truppen;

Erstens: Wird ber marschirenden Kolonne in jeder Station V. Mann täglich eine Suppe, zwei Pfund Brod, ein halbes Pfund Fleisch, ein Zngemüß, eine halbe Maaß Bier, und ein Glas