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iämincit, die Pflanzen starben al', Mhrmd kich.au denselben ein stinkender Geruch bemerkbar machte. Die. Knollen aber b^ameu schwarze Flecken, verbreiteten beim Kochen En widerlichen Genich «md gingen in den Kellern vielfach tn
t*Avlytfr m'vflc stiegen oft bis zu < 'und 8 Gulden Vro .waiier. Äl>St8tÄfe der Schullehrer und ME wurde» liu Laufe der Jahre geregelt. Aus den Zehntl. isttnigen und : Ä -idm^n entstanden feste GÄdstitze. Sa imtftte früher, um dre gcrrnüe' Marrb-Wdung zu erhöhen »Ker em
für bis Marvers Töchter zum sMnnetnund a Gier zu t>v- wwu geben. Diese Abgaben, 'welche jährlich zweimal »durch des Pfarrers Magd nach vorheriger Bekanntmachung durch du Schelle unter Beistand des Ortsdieners van den d st alt f. au hoben wurden", wurden im Jahre 1878 «ls perionliche' LeMnaen aufgehoben und in feststehende Geldbeträge lling.ivandelt.
Flachsbau welcher früher stark betrieben wurde, liest wohl damals schon stark nach und ist heute (leider?) ganz verschwunden.
Kirchen-, Schul-- und Brückenbau legten dem Dorf Ramvod wieder schwere Lasten auf; doch konnte der Kirck-enkasten, der sich in guter Verfassung besann» Die Kosten des Krvchbaues fast a..ein ^^-Der"'Krieg 1866 brachte der Gegend starke Einqnartienmgen bvn Nassauern und Oesterreichern, das Dors wurde auch hiervon. Wie andere Mütze, in Mitleidenschaft gezogen. Im übrigen hat dieses Kriegsjahr, wie auch 1870—71 keine werteren Folgen gehabt,, als daß mehrere Söhne ihr Leben aus den Schlachtst.ldmn li.ßew Am 18. Juni 1871 wurde in Ra in rod die Frredens- oder Kaiser- 'linde gepflanzt, wobei Lehrer.Strack die Festrede hieck. .
Jui übrigen befand sich Rainrod vor und nach 1870 ur nicht besonders guter Verfassung. Es war einigen „intelligenten ■ gelungen, gröstere Vermögen an sich zu bringen, lvahrend der größte Teil der Ortsbürger als Taglöhner bei den Reichen und Äs Waldarbeiter, zum Teil auch bei verschiedenen Handwerkers ihr Auskommen suchte. Bis zu diesem Zeitpmikt waren von den 50 er Jahren an viele nach Amerika ausgewandert, daselbst smd manche zu Wohlstand gekommen, andere im Elend gestorben, Mairn wieder die M er Jahre als Uebergang betrachtet werden, so kann man sagen, dast, von den 90 er Jahren ab wreder Wohlstand eingetreten ist. v ,, . . „ '
-Die wieder gewachsene Einwohnerzahl, und tn Verbindung damit die größere Anzahl Schulkinder, bedingte die Anstellung - eines zweiten Lehrers und die Vergrößerung des «cyulhausos im Jahre 1883. Der Bahnbau wurde im Jahre 1886 begonnen Und brachte guteil Verdienst; mit der Eröffnung der Nebenbahn Nidda—Schotten im Jahre 1888 beginnt für Rainvod sowohl wie für alle andern beteiligten Gemeinden eme neue Epoche. Die Gegend ist dein Verkehr angeschlossen und die Gelegenheck, Arbeit und Verdienst zu suchen, eine vielfache. Recht zuletzt ist das rüstige Fortschreiten des -allgemeinen Wohlstandes der vorbildlichen und umsichtigen Arbeit eines weisen Ortsregiments' zu verdanken. Das Mißjahr 1893 konnte überwunden werden. Bürgermeister Biehl, der in diesem Jahre in seinen Dunst ein» gewiesen wurde, geht der Gemeinde seither als Vorbild voran. Unter seiner Leitung ist das Dorf zusehends gewachsem Im vorigen Jahr konnte die neue Quellwasserleitung erösftiet werden, ein Kulturwerk erster Art. Brücken und Wege werden gebaut und wenn hinwiederum ein neues großes Basaltwerk der Arbeiter- Bevölkerung auf lange Zeit sicheren Verdienst bietet, so mögen sich die Verhältnisse des Dorfes Rainvod weiterhin günstig gestalten und erhalten, zum Wohle der Betroffenen selbst und zur Freude aller, besonders auch zur Freude des Verfassers dieses Artikels, eines Rainröders.
Vermischtes.
. .» Aus dem Leben Papst Leos XIII. Am 2. Martz 'kehrt zum 100. mal der Tag wieder, an deut Leo XIII. geboreni wurde; ei» unendlich von tiefen Konflikten erfülltes und endlich zur Höhe innerer Harmonie und äußerer Größe aufsteigendes Leben nahm hier seinen Anfang. In seinem mehr als 20 jährigen! Pontifikat hat er sich eine strenge Gleichmäßigkeit des Lebens zur Pflicht gemacht, die ihnt allein die Bewältigung der gewaltigen Arbeit erlaubte, die auf ihm lag und ihm noch Zeit gewährte, seinen dichterischen und ivissenschastlichön Beschastigungen nachzugehen. Pünktlich um 6 Uhr erhob er sich jeden Tag, um zunächst sein Frühgebet zu verrichten und eine Messe zu lesen. Eine zweite Messe, bei der der Papst sein Tankgebet sprach, las dann der Kaplan, der den Dienst hatte. Ein Morgenspazier-- gang in den herrlichen Gärten des Vatikans war Leo XIII. Bedürfnis; er besaß eine tiefe Liebe zur Natur und interessierte sich für alle Einzelheiten int Leben der Pflanzenwelt. ?(m Vormittag folgte die große Reihe der Audienzen, bei denen die große Gedächtniskraft Leos und die geistreiche Feinheit seiner Aeuße- ruugen in den Besuchern einen so starken Eindruck hinterließ. Den Abend verbrachte der Papst stets in seinem Arbeitszimmer, das ganz einfach ausgestattet war, mir einen Arbeitstisch und einen Sessel nebst einigen Stühlen enthielt. Das einzige, was diesem Gemach eine gewisse Heimlichkeit und ' gemütliche Stim
mung verlieh, war sdlcks Zwitschern einiger Singvogel, das des Papstes Arbeit melodisch begleitete. Ein Schrillen der elektrischen Klingel rief seinen Sekretär herbei, der ihm die wichtigsten Steilem aus den Zeitungen vorlesen mußte', die vorher von einigen dazu bestimmten Prälaten bezeichnet wurden. Dann las der Papst mit ihm seine Lieblingsdichter, am häufigsten Vergil Und 'wanke, und stundenläng diktierte er so schnell, daß, die fletßtge ttedtr! des Sekretärs kaum Nachfolgen konnte. Bis lange nach Mckter- nacht brannte stets die elektrische Lampe in seinem Arbecksraunk, häufig bis zum Morgen; sie war zumeist das letzte Licht, das tn dem Vatikan erlosch. Aber auch im Bett noch- wär fein Geist, tätig. Wieviel der Papst, der von sich selbst die größten An- iveuquugen forderte, auch von seinen Beamten verlangte, geht z. B. daraus hervor, daß er seinem Bibliothekar einmal bte Bedingung stellte, er müsse ihm in geht Tagen seine Prival- bibliothek ordnen, und als dieser das für unmöglich erhärte,. Befehl gab, man solle eine Leiter bringen, die Tur zuschließen, dem Bibliothekar sein Essen in den Büchersaal bringen, worauf die Arbeit in sechs Tagen vollendet war. Die geistreiche L-charfg LeoS äußerte sich in manchen witzigen Bemerkungen, von denen wir hier eine wiedergeben. Ein Maker, dem der Papst einige Sitzungen gewährt hatte und der ein recht unähnliches Portrat zustande gebracht hatte, bat den Papst, ihm doch einen Bioelspruch und seinen Namen unter das Bild zu setzen. Ter Papst ließ sich bereden, und unter denk Porträt stand zu lesen: Vatikan, 29. 4. 190,1. „Seid getrost, ich bin's." Leo XIII.
* „Fr a u e n l i e b e u n d -Leben i in XX. Jahr hundert" nennt sich ein Liederkranz „frei nach Ehamisso" von Anim Julia Wolff. Illustriert von Paul Haase (Verlag „Harmome", Berlin). Anna Julia Wolff geißelt die Frau, der Geinüt und Familiensinn fehlt, die als Gattin so oberflächlich ist wie als Braut und Mucker, die in Haus und Hof und Lüche sich gleich vorlrefslich nicht auskeinit. füllt welcher zärtlichen Sorgfalt die junge Mutier ihren ältesten und einzigen Jungen umgibt, das beschreibt Älnna Julia Wolff so: . .
„Ö Du mein Öerze, Du meine Lust! Spreewälderin, da, nimm's an die Brust.
Solch Püppchen ist doch em großes Glück l Na Amme, da, da hast Du's zurück.
Hält gern persönlich es genetzt, Bin leider gar so ttberhetzt.
Nur die da früh, nur die da spät Zu Jours, Diners und Bällen geht, Nur die Mondaine weiß zumeist, Was Opfergual der Mutter heißt.
O ivie beneid' ich doch den Mann, Den geht das alles gar nichts an.
Nil» schaul's mich an und jubelt und lacht, — Fi-donc, es hat sich naß gemacht.
O, D>l mein Herze, Tn meine Lust, Spreewälderin, rasch, nimm's an die Brlist.
Zll dem reich pointierten Text hat Paul Haase fünf an» sprechende, charakteristische Bilder der mondänen deiilschen Frau gezeichnet. ________
Vüchertisch.
— Ter großen.Ausstellung der französischen! Rokoko-Kunst in Berlin, die noch bis 6. März dauert, widmen die bekannten Münchener Dkowatsheste „Tie Kunst" (Verlag Bruckmann) in ihrem eben erschienenen Monatshefte eine glänzende Monographie. 30 der HauptwerL dieser in ihrer Gesamtheit wundervollen Ausstellung sind in dem Heft abgebildet, bte erkennen lassen, auf Welchem hohen Stand die heutige Reproduktionstechnik au gekommen' ist. Den Verfasser des Textes, Professor Amers- dorsser in Berlin zeigt die Kunst des Rokoko im Rahmen der Ge- samtkultur des 18. Jahrhunderts. Ans dem übrigen Inhalt des Heftes seien noch kurz erwähnt der Aussatz über Hugo von Habermann, über den amerikanischen Bildhauer Saint-Gandens, über „Tie Zukimft des Miethauses", über das österreichische Kunsti werk u. a.
Logogriph.
Als Dichter bin ich überall bekannt, Verändre meinen Kopf: nun bin ich dir verwandt.
Aiiflösung in nächster Nummer.
Auslösung des. Geographischen Berschichrätsels in vdrigep Mt.l Paris
Kairo
Rußland
Kürnthen
Bosnien
Kreta
Arabien
Testern
Siam
Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brüül'kcheN Umversitäts-Buch» und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.


