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ttieber, wie jetzt ine nahende Dämmerung auf die sonn- beglänzte Flur. .

Schatten krochen über die Ebene, das' Grün der Saaten wurde grau, der farbige Zauberschein Hinterm Lysa .Gora hatte sich z,u Wolken verdichtet, die, zerfetzt vom' Abendiomd, dräuend gleich Ungetümen mit Schwertern und Spießen, das verlöschende Sonnenrot des Himmels um­standen.

Horch, wer konnte hier so lachen?! Wer hatte hier Noch den Mut dazu?!

Ein fröhliches Mädchenlachen war's, das Doleschal auf- merten ließ. Langsam war sein Wagen weitergekrochen; Nun war man unweit des Luchs, wo die Grenze sich zieht zwischen Przyborowo und Niemczyce. Aus der Richtung von Przyborowo galoppierten zwei Pferde heran, ein kleiner Schecke voran, ein großer Brauner hinterdrein. Das war wre eine Jagd. Lang streckten sich die Pferdeleiber, die Hufe flogen. Und nun erscholl wieder das' Mädchenlachen, über- Niütig hell. Vor dem Mietswagen her, so dicht, daß dessen Gaule zurückprallten, setzten die beiden sich jagenden Pferde über die Straße. Ein Reitkleid flatterte um eine ganz jugendlich-schlanke Gestalt, blonde Zöpfe flogen wild, und hinterdrein da war das nicht der Inspektor Schulz, der dem Fräulein nachsetzte, vornüber auf den Hals seines Pferdes -gelegt, die Hand ausgestreckt, UM das flatternde Reitkleid zu fassen?! Auf die Weiden am Luch, die wie pme dichte Schutzwand gegen den Acker standen, ging's zu.

Psia krew!" Der Kutscher hielt an und deutete, viel­sagend schmunzelnd, mit dem Peitschenstiel.

nr .Das helle Mädchenlachen war plötzlich in einen hellen Aufschrei übergegangen. war der ängstlich oder ?! Der große Braune hatte den kleinen Schecken jetzt eingeholt. Warum diese Jagd?! Warum dieser dieser Aufschrei?! Und jetzt?! Die Mauer der Weiden hielt die Gestalten verdeckt, das Pferdegetrappel war verstummt, die Mädchen- stimme ließ sich nicht wieder hören. Es war ganz still geworden.

Boran!" herrschte Döleschal seinen Kutscher an; das Schmunzeln des Mannes dünkte ihn auf einmal ganz in­fam. Er wurde rot darüber. Was dachte sich dieser Kerl? Was wagte er sich zu denken?! Unverschämt! Er durfte sich nichts denken. Ein Zorn überkam jäh den Herrn von Deutschau und zugleich eine Scham : waren ihm denn nicht selber Gedanken aufgestiegen, die

Pfui!" Er sagte es laut, ein Unwille gegen sich selber uberkaNt ihn. War er auch wie der gewöhnliche Mann, der sofort Gemeines voraussetzt? Nein, hier handelte es- sich nur um ein ganz ausgelassenes, junges Mädchen, das, froh, der Gouvernante entronnen zu sein, sich einmal aus­tobte. Das Lachen war so unbefangen gewesen, so kind­lich hell! Aber der Aufschrei dieser Aufschrei?! Grü­belnd schloß Doleschal die Augen.

In dieser Einsamkeit, bei diesein Aufwachsen unter der Kreatur, diesem täglichen Sehen des Miteinanders von Knechten und Mägden, die sich wahrhaftig nicht genierten, war es da nicht möglich, daß bah, Torheit! Kinder­äugen, reine Augen sehen nichts! Aber dieser Inspektor?! Lag nicht etwas Brutales in dessen hübschem Gesicht?! Ein Mißtrauen hielt Doleschal gepackt und peinigte ihn. Wie konnte man nur sein Kind diesem Menschen anver­trauen? Alle Antipathie abgerechnet, und wenn da auch e nichts, nichts irgendwie Bedenkliches vorläge, das

te sich doch nicht. Man durfte seine Tochter nicht einem Blick aussetzen, wie der ihr heute geworden war, von denk Kerl da auf dem Bock, und auch nicht solchem Schmunzeln!

Er mußte das Kestner sagen. Freilich, eine angenehme Mission war es nicht. Aber das junge Mädchen, das halbe Kind, war seines Freundes Paul Schwester, die Tochter eines Standesgenossen, die Tochter eines Deutschen! Er Mußte dem Bater Mitteilung machen von diesein Ausritt. Kestner konnte ihm ja nur dankbar sein. Vielleicht, daß er gar keine Ahnung von dieser Vertraulichkeit zwischen dem Inspektor und ferner Tochter hatte? Nun, dann war's um so nötiger!

(Fortsetzung folgt.)

Verhängnisvolle Gewohnheiten in der Tierwelt.

Von Dr. Th. Zell.

In meinen Büchern habe ich an verschiedenen Stellen darauf hmgewiesen, daß die Gewohnheit bei den Tieren die allergrößte Rolle spielt. So dreht sich beispielsweise der Hund, der sich aus-

^A^Zoill, aut, dem Sofa oder Stuhle erst ein paarmal herum/ als mußte er, wie seine Vorfahren, vorher das Gras niederdrücken/ um em bequemes Lager zu haben. Das Pferd als' Geschöpf der Mne hat als Hauptmasse gegen die großen Raubtiere seins Schnellfüßigkeit, deshalb stürmt es dahin, sobald ihm eine Gefahr zil drohen scheint Dieses m der freien Ebene ganz sinngemäße Rettungsmrttel^hat es le,der bei uns in den bewohnten Gegenden' beibehalten.Es geht durch," wie wir sagen, und läuft gegen' Baume oder Hauser, wodurch es sich und die Insassen des Wagens, den es zieht, aufs schwerste gefährdet. Die großeii Katzen pflegen

Ueberfalle stets von hinten auszuführen, deshalb ist der Löwenbändiger verständigerweise bemüht, seinen Bestien stets das Gesicht zuzudrehen Umgekehrt greift unser Fuchs' und unser Wiesel einen Bogel stets von vorn an. Würden sie den Vögelt von hinten erhaschen wollen, so flöge er fort und ließe höchstens einige Schwanzfedern als Andenken zurück. Deshalb muß. man, wie mich een alter Förster belehrte, wenn man Reineke durch vergiftete Sperlinge beseitigen will, stets die Vögel so hängen, daß sie mit den Schnäbeln dem Ankommenden entgegenschauen. Andernfalls nimmt sie Reineke nicht.

Man darf also mit Recht behaupten, daß kein Geschöpf so konservativ ist wie das Tier. Denn die' Unzahl der Beispiels ließe sich noch mit leichter Mühe vermehren.

Ich möchte im nachstehenden noch einige anführen, tvo diese Gewohnheit dem wildlebenden Tiere gewöhnlich zuni Verderben! gereicht. Sie würden demgemäß ein sehr schlechtes Licht auf die Intelligenz der Tiere werfen, wenn wir nicht wüßten, daß die Menschen ebensowenig von verhängnisvollen Gewohnheiten lasset

Da beobachten wir zunächst bei der Ente jedesmal die Er­scheinung, daß, wenn sie bei der Jagd geflügelt, d. h. flügellahm! geschossen ist, ste nach einiger Zeit das Wasser verläßt. Emm ah besuchte ich mit einem' alten Jäger und dessen Sohn ein Wassern loch, von dem man kaum hülle annehmen sollen, daß dort Enten brüteten. Es war aber doch der Fall gewesen, weil das hohe Gras und die Binsen einen ziemlichen Schutz gewährten. Zwei Enteil wurden geschossen, eine fiel geflügelt ins Wasser. Wir hatten! zwei Hunde mit, die ausgezeichnet arbeiteten und das Wasserloch gründlich absuchten aber vergeblich. Tie Sache wurde mit der Zeit langweilig, denn nach! einer halben Stunde war immer! noch nicht die Ente gefunden. Plötzlich! lief der eine Hund fort und kehrte sich' auch an kein Pfeifen, obwohl er sonst immer; guten Appell besaß. Er verschwand in einem Roggenfelde und kam mit der getroffenen Ente heraus. Trotzdem wir drei die Um­gebung des Teiches scharf bewacht hatten, war es der Ente gelungen, sich unbemerkt durch das Gras nach dem Roggen fort- zuschleichen.

Nein, ist so eine Ente dumm !" meinte der alte GrünrocH als wir mit unserer Beute uns nach einer anderen Wasserstelle begaben.Warum ist das Ding nicht ruhig im Wasser ge­blieben? Hätte sie sich den Hunden durch Tauchen entzogen; hätten die sie schwerlich bekommen. Aber auf dem Lande wap sie ja rettungslos verloren!"

Die Anschauung, die mein Bekannter äußerte, herrscht wphk allgemein unter Jägern. Man ist erstaunt darüber, daß die! Ente das ihr heimische Element verläßt und sich gewissermaßen ihrer besten Verteidigungsmittel beraubt.

Da angeschossene Enten stets nach einiger Zeit das Wasser! verlassen, so muß hier eine uralte Gewohnheit vorliegen, die an sich dnrchaus berechtigt ist. Stellen wir uns Deutschland ist früheren Zeiten vor, wo der Mensch, Noch nicht mit der Tierwelt aufgeräumt Halle wie heute. Tainals hatte die Ente, sobald sie durch eine Verwundung flügellahm wurde, sicherlich allen Grund, das Wasser zu verlassen. Tenn damals war der Fischotter überall heimisch, der gern einen Entenbraten verspeist, ferner belebten die Gewässer große Fische, namentlich riesige Welse und Hechte, die auf eine flugunfähige Ente sofort Jagd gemacht hätten.

So lange die Ente gesund ist, braucht sie sich vor bieftif Feinden nicht zu fürchten, denn sie fliegt bei ihrer Annäherung einfach davon. Geflügelt aber ist sie verloren, denn jene sind' ihr int Wasser an Gewandtheit überlegen. Auch der Seeadler! würde sie unter diesen Umständen mit Leichtigkeit fangen, denn sie entgeht ihm sonst hauptsächlich dadurch, daß sie die bessere! Fliegerin ist.

Tie Ente hätte also früher, sobald sie merkte, daß sie nichts mehr fliegen konnte, tatsächlich allen Grund, das Wasser mög­lichst bald zu verlassen. Für jetzige Verhältnisse ist dieses' Ret­tungsmittel allerdings total widersinnig, denn Fischottern und Seeadler sind beinahe überall ausgerottet worden, und große! Welse und Hechte gibt es nur sehr selten. Dem Menschen gegenüber besonders einem, der einen Hund bei sich führt, ist heutigentags! die Flucht aufs Land eine ziemliche Torheit.

Ein anderer Fall. Der frühere Präsident Roosevelt ist ein! ausgezeichneter Jäger und vortrefflicher Tierbcobachter. Er hat so ziemlich auf jedes größere Tier, das in Amerika lebt, Jagd gemacht und seine Beobachtungen in sehr lesenswerten Büchcrnj Niedergeschrieben. Von der amerikanischen Schneeziege berichtet; er uns, daß sie ein sehr scheues Tier sei, das in den unzugänglichen! Gebirgen Nordamerikas hause. Mit ihrer sonstigen Vorsicht stehe in schroffem Widerspruch, daß sie stets in die Höhe flüchte. Hape