tome Zustände schrecklicher Niedergeschlagenheit unb Me- lanckolie. Lombroso nennt die Namen der Phllofophen Comte und iSchoPenhauer, den Dichter Verlaine, Bande- laire Gsrard de Nerval; er hatte noch viel« andere, z. B. Burns, Grabbe, Lenz, nennen können. Bei Großenwayn- sinnigen ist die Dauer des glücklichen Zustandes mcht so lang wie bei gewöhnlichen Idioten, toeti sie durch den Gegenstand ihrer fixen Ideen zu sehr erregt werden und sich zu leicht von anderen beleidigt und verrannt glauben. Nicht viel anders ist es bei Genies, die größcrüvahnsmnrge Ideen haben. Als solch größenwahnsinnige Genies fuhrt Lombroso Tasso an, der sich direkt von Gott msprrrert fühlte- Lenau, der sich in einem Anfall von Wahnsinn fürden König von Ungarn hielt, den deutschen Romanschriftsteller Wezel, der sich fiir Gott selbst hielt und seine Bucher
des Gottes Wezelius" betitelte, dann den französischen Poeten Malherbe, der der Prinzessin Conti, die ihm die schönsten Werse der Welt zeigen wollte, erwiderte: „Entschuldigen Sie ich habe sie schon gesehen, denn wenn sie, wie Sie saaen, besser sind, als alle anderen, dann muß ich sie ge- schrieben haben." Victor Hugo hielt sich nicht nur sur den größten Dichter, sondern auch für den größten aller Menschen aller Länder, aller Zeiten. Größenwahnsinnig war auch der italienische Gelehrte und Mathematiker Cardano, der sick, selbst für das siebente Genie seit der Schöpfung erklärte, von denen nur eins alle tausend Jahre geboren werde, der versicherte, er habe in drei Tagen griechisch und lateinisch gelernt, 40000 Probleme gelöst und 200000 teil deckungen gemacht. Cardano litt an Verfolgungswahns un,, er glaubte'sich von unzähligen Feinden umgeben, ging nur noch in eineni dicken Ledergewand aus, um vor Messerstichen sicher zu sein, trug an seinen Füßen Sohlen von 8 Pfund Gewicht und legte sich nachts bis an die Zähne bewaffnet nieder. Alles Glück, das durch die Vorstellung der eigenen Größe ausqelöst wird, wird wieder vernichtet durch die geringe Anerkennung der Außenwelt, durch den Haß eingebildeter Neider. So stellen sich nach der Ekstase leicht Melancholien ein. Von Genies, die an solch zeitweisen De- pression.m litten, erwähnt Lombroso Giordano Bruno, Grethe, Burns Byron, Cooper, Alfieri und Leopardi. Doch höchste Glückszustände des schöpferischen Rausches entschä- btqffi das Genie für alle .Qualen. Beethoven schildert diesen Zustand: „Musikalische Inspiration ist für mich die geheimnisvolle Stimmung, in der die ganze Welt sich in eine weite Harmonie zu wandeln scheint, in der jedes Gefühl Und jeder Gedanke, die ich je gehabt, in mir wieder ertönen, in der alle Kräfte der Natur zu Instrumenten für mich werden und mein ganzer Körper von einer gewaltigen Erschütterung ergriffen wird, meine Haare emporstehen." Aehnliche Bekenntnisse haben Nietzsche und Dostojewski gemacht. So schließt Lombroso mit dem „seltsamen Kontrast", „daß vollkommene Glückseligkeit nur in dem äußersten Stadium paralytischer Demenz und in dem des schöpferischen Genies gefunden werden könne. Aber in dem einen Fülle ist sie andauernd und unfruchtbar, in dem andern jähem Wechsel unterworfen und fruchtbringend."
Vermischtes.
C.K. Beide« Kannibale« in Ugaitda. Der Gouverneur von Uganda H. Heskech Bell hat jetzt dem britischen K-olouml- amt einen ausführlichen Bericht über ferne Reise durch die ojd-. llchen Provinzen Ugandas eingesandt, dec interessante wwi« Heilen über die zentralafrikanische«: Völkerschaften enthalt. Biikedl, was sv viel heißt als das „Land der Unbekleideten", zeigt wesentlich anderen Charakter als die Gegend westlich des Mpologomu und des Viktoria-Nils. Tas hohe dem Reisenden so unbeqmnw „Elefantengras" und die PopyrussÜmvfe sind hier verhällnismäßigi selten. Das Land bietet den Anblick einer riesigen Ebene von außerordentlicher Fnichtbaykeit. Es ist säst überall von prtmt- iftiat und sehr kriegerischen VolksstäMnren bevölkert, die anschei- nicht die geringste politische Organisation besitzen und völlig üüoÄeidet gehen. „Meine Reise durch das Bagischu-Laud", so der britische Gouverneur in feinem! Bericht, „erWlte mich
Mit Erstaunen und Ueberraschnug. Vier Tage laug Pechen wir durch ein Herrliches Land, wie es ganz Afrika wohl schwerlich schöner aufwcisen kann. Durch liebliche Täler und sanfte Hügel- rücken zogen sich endlose BananenpflaNWNgen uu-d Hirsefelder. Es ist keine Uebertreibung, wenn man ammumt, daß hier 80 Proz. des Bodens völlig angebaut sind. Dieser gewaltige endlvf« „Garten" ist sorglich in kleine viereckige Gebietsteile getrennt, die alle durch große Distelhecken voneinander geschieden sind. Dazwischen tauchen überall die hübschen kuppelförimgeu Hutten der' BagischuS auf. Alles ist Hier so ordentlich, so geppegt und so sauber, daß ein Blick auf die Landschaft die Illusion erwecket, kann, »Mn befinde sich zwischen den Weinbergen Sudfrankreichs: überall atmete Sicherheit, Ruhe und Frieden, und man konnte kaum glauben, daß Man sich hier im Herzen des dunkelsten Afrikas besand. Denn die Baghchus sind noch heute unb-tehrbars Anhänger des Kannibalismus. Sie jagen und töten teure Menschen nm des Fleisches willen, denn sie tun etwas, was Mr nnfcre Begriffe nicht weniger ekelerregend ist: sie _ef|ti< Leichen und sehen in jedem Begräbnis ein fröhliches Gastmahl. Lias Volk mag wohl 400 000 Leute zählen." Jin nördlichen Bukedrtrrfft man amüsante Vorkehrungen, um die schwarzen Junggesellen in Schranken zu halten. Alle jungen Burschen und unverheirateten Männer Müssen in besonderen Hütten schlafen, die taubenschlag- artig auf einem Hohen Pfosten in der Luft thwu.cn. Man rann dies Schlasgemach nur. mit Hilfe einer Leiter erklimmen. , Abends, sobald die Herren sich zurückgezogen haben, wird die Leiter! sorglich fortgenoMmen und bei einigen Stämmen sogar rund um die Hütte Asche gestreut, so daß Man etwaige nächtliche Eskapaden dec Junggesellen in den Fuß tapsen auf der Asche bequem nachprüfM kann. l _L___________
Literatur.
— Griebe ns Reiseführer. Band 21: Paris und Umgebung. Verlag von Albert Goldschmidt in Berlin W. Von dem altbekannten Griebenschen Reiseführer, der sich auf Grund seiner zweckmlüßigen und gediegenen Bearbeitung viele Freunde erworben hat, ist soeben die .12. neu bqarbytete Auflage heran»- gegeben worden. Sämtliche Abteilungen dieses Buches wurden einer gründlichen Revision unterzogen, wobei besonders die für den Besiicher so wichtigen Angaben über Hotels, Restaurants und Beförderungsmittel, solvie alle auf Museen und Kunst, am m- lungeu bezüglichen Veränderungen eine, sorgfältige Berichtigung und Ergänzung erfahren haben. Mehrere Tabellen und Grimd- risse sind neu hinzugekommen. Besonders willkommen ivird dem ortsunkundigen Fremden die Zusammenstellung von ■> Orrentu- rnngswegen sein, welche es ihm ermöglichen, dre ganze Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten planmäßig und au, den kürMm Wegen kenrien zu lernen. Den Parcfer Vorstädten und der Ito gebung der Stadt ist eine ausführliche Beschreibung gewidmet. M Karteubeilagen sind korrekt und sauber ausgeführt.
Könrgspromcnade.
Man dari die einzelnen Wörter und Silben mit in der Weist miteinander verbinden, das; man — wie der König aui dem Schach bvett — ftel§ von einem Feld aus mii em benachbartes iibcrgeht.
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Auflösung in nächster Nummevr
Auflösung des Kreuzrätsels in voriger Rummerk B A B r 1 a a k I
B r a s i 1 i e n Alk i d a m a s Bal 1 a n c h e i m e e a h USB
Redaktion: fi. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch, und Steindruckerei, R. Lange, Gieße«.


