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gtomgen auf. Jan ab et batte ein Gefühl, als ob ihn jemand an der linken Seite, tief unter den Rippen, mit einer Nadel gestochen hätte. Es war ein feiner, tiefer Schmerz, der ihnr die Tränen in die Augen trieb.
Weiter rollte der Wagen. Jetzt bog er hinein in die weite Tiefebene der Marsch. Da war es Jan, als würden mit einem Schlage seine Augen geöffnet, als täte er einen Blick in die Ewigkeit. c
Jak war aufgestanden und stand nun stolz und aufrecht Nus dem Wagen. t
Goldglänzend schien die Sonne herab aus dm unendliche grüne Ebene.
Z.
Der erste Tag auf Spätinghof gestaltete sich für die Knaben zu einer Entdeckungsreise durch Haus und Hof. Gleich nach ihrer Ankunft, wätzvend Mamsell brummend das Pferd abschirrte, liefen sie davon. _ Zuerst giugs in ben Stall, wo sie ein paar alte, knochige Pferde, ein grunzendes mageres Schwein und eine brütende Henne vorfanden. Jak lief immer voran, und Jan felgte widerstrebend, sich öfters umsehend. Vom Stall ging es in die Lohdiele, von welcher lein Winkelchen ununtersucht blieb.
„Hier läßt sich im Winter sein Krieg und Räuber spielen," konstatierte Jak mit Wfriedener Miene.
Nun krochen sie die schmale Stiege zum Heuboden hin- Luf; Jak immer voran. Sie setzten sich eine Weile ins duftende Heu, probierten auch einmal, das Stroh ,iu der Häckfellade zu schneiden, und liefen dann hinüber nach dem Torfboden, wo sie ein paar huMvilde Katzen aus ihrer flhdjie ausschenchten.
Sie öffneten die Bodenluke und blickten von ihrer Höhe hinunter auf das Dorf uiid die mit Rindvieh und Schafen bevölkerten Fennen. Levchdend arm, mit Tausenden gelber Blumen Äersäet, hoben sich die Sjmftugs von dem übrigen Lande ab. Weiter und weiter wanderten ihre Micke, über die unendliche grüne Äene hinweg, von einem Gehöft zum Andern, bis M dem Horizont, wo das grüne Land und der blaue Himmel ZusammenLieKen.
Am „Rande des blaHblaukm Himmels übbr der Erde schwebte etwas Braunes.' Die scharfen Knaben au gen hatten eS sofort entdeckt.
„Sieh," sagte Jan, „bort hängt ein Tuch am Himmel; das ist gewiß das Trnnentüchlein, das die Engel zum Drock- ven aufgehLngt haben."
„Ein Hans Quast bist du," sagte Jak, „eine Wolke ist eS. Sieh, es kommt ja von der Stelle."
Biereckig dunkel hob es sich von der Lust ab. Jetzt war es schon ein ganzes Ende weiter gerückt.
»Ach hab's, es ist eine Fahne," rief Jak, „man sieht die Stange."
Jetzt war es hinter einem Gehöft verschwunden. Jak schloß die Luke.
„Ich hatte mir alles ganz anders gedacht," gestand jetzt Jan.
„Ich auch," sagte Jak, „aber fein ist es hier darum doch. Ich mag gern hier sein, viel lieber, als wo es so sein ist, wie in dem Pastor seiner besten Stube. Wenn Mels hier wäre, würde er sagen, es ist gräßlich fein."
„Ja, wenn Niels hier wäre," dachte Jan.
„Das ist ein ganz feiner Hof; es liegt bloß ein bißchen viel Dreck herum," sagte Jak "nachher zu seiner Tante.
„Den laß man liegen, mein Zunge," sagte die Tante mit harter Stimme, „wo Dreck ist, da ist auch Geld, und die Spinngewebe läßt du mir auch hängen; die bringen Glück."
Jan dachte bei sich Laß die Taute dann doch sehr viel Glück und viel Geld haben mußte, und er grübelte darüber nach, warum sie immer ein so finsteres Gesicht mache. Wan sah es ihr wirklich nicht an, daß sie so reich und glücklich war.
Tas Wittagessen bestand aus Buttermilchsuppe und Klößen. Die Bsttermilch war dünn und sauer und die Klöße stei »hart.
„Mensch, Tante," sagte Jak, „was sind die Marsch- klöxe hart! Ich glaube, wenn ich den an die Tür schmeiße, 'es gibt ein Ach."
„Untersteh dich!" drohte Trienlieschen mit fürchterlichem Ulrck.
Jak sah sehnsüchtig nach der Tür. Er unterließ es aber, das Kunststück mit dem Kloß Zu probieren — vorläufig, wie er dachte.
Nach dem Essen gings hinaus nach dem Garten, wäh
rend die Tante den Tisch abrauMte und vor sich hinbrummtch daß sie doch gar keine Hilfe von den Jungens habe.
Im Garten war lauter Duft und Sonnenschein. Die Büsche hingen, trotzdem der August schon zur Neige ging, voller Beeren, und "die Knaben sättigten sich hier ordentlich. Sie rissen sich auch einige süße Erbsenschoten ab und aßen gelbe Wurzeln dazu, die sie in der Grast abspülten. An den Bäumen winkten rotbäckige Augustäpfel.
„Die stecken wir ins Heu, dann schmecken sie nachher sein," sagte Jak.
Vom Garten ging's in die Fennen, wo Kühe, Kälber und Schafe grasten. Den ganzen Nachmittag liefen die Knaben hier herum,; erst gegen Abend trieb sie der Hunger heim.
Es gab Buchweizengrütze mit Milch. Die Buchweizengrütze kochte Trienlieschen einmal in der Woche frisch; an den übrigen Wenden schnitt sie die kälte Grütze in kochende Milch. Es war dieselbe magere Milch, welche die Kälber bekamen.
Jak und Jan waren hungrig, auch waren sie iubezug aus Essen nicht gerade verwöhnt. So würgten sie denn das karge Mahl hinunter.
Wieder, wie am Mittage, ergriff Jak das Wort.
„Nicht wahr, Tante, ich kriege nachmals bett Hof?" fragte er.
Trienlieschen war starr. Noch war der Knabe nicht einen ganzen Tag im Hause und fing schon an 'vom Hofkriegen.
„Und ich tverde Schulmeister^" fügte Jan leise bittend hinzu.
Mamsell GvvS schüttelte die knochige Faust, „Bettelvolk seid ihr, und BetteLvoft bleibt ihrl Und wenn ihr noch einmal vorn Hofkriegen nufanZt, so jage ich euch nach der elendigen Geest zurück, wo ihr hergekommeu seid. Noch bin ich Herr hier, noch! Habe ich das Regieren!"
Entsetzt schwiegen die Knaben und duckten sich über ihre Teller. Die Tante sah fürchterlich «us- Ihre großen, grauen Augen glühten irr dem faltigen Gesicht, und es war den Knaben, als ob das wirre, graue Haar sich sträubte. »
Nach dem Abendbrot wies sie ihnen die Schlasstaik au, ein armseliges Knechtebett, das in die Wand der Diele eingerncmert war und am Tage durch ein Türchen verriegelt wurde. Es war ein hartes, grobes 'Bett, und bie_ Jungens wälzten sich lange unruhig darauf hin und her. Sie hörten hier das Schwein im Stalle grunzen und die Pferde au der Kette flirren.
Jak war gerade eingcschLaßeu, da weckte ihn Jan.
„Du, Jak," sagte er mit weinerlicher Stimme, „da sind Krümeln im Bett."
Jak wurde böse. „Wenn du. noch ein Wort sprichst, dann haue ich dir morgen Len Kops ab."
Nach dieser entsetzlichen Drohung lag Jan mäuschenstille.
Am andern Morgen forschte er nach ben Krumen. Da fand er, daß es Knoten in dem groben Gewebe waren, die er für Brotkrnnren gehalten hatte. Der Kleine dachte lange darüber nach, weshalb wohl der.Weber so viel Knoten in das Bettuch gemacht hatte, wo man sie doch gar nicht brauchte.
(Fortsetzung folgt.)
Verluste im modernen Kriege.
tf. Man hat vermutet, daß die Verluste tot modernen Krieg durch die VervoMounnnung der Feuerwaffen ins Ungeheure gesteigert werden würden, und Friedeusfrcwide erwarteten sogar, daß der Krieg in Zukunft schon durch die verheerende Wirkung der heutigen Wassen unmöglich) gemacht werden würde. Der russisch-japanische Krieg war nun der erste moderne Krieg mit Riesenheeren, in dem die wichtigste moderne Waffe, das fteinkaliberige Repetiergewehr, in Anwendung kam, und es ist daher von höchster Wichtigkeit, ein Urteil über die Wirkung der neuen Waffen zu erhalten. Wer was schon die Schießversuche mit dem Kleinkalibergetvehr wahrscheinlich gemacht hatten, das wird durch die Verlustlisten dieses Krieges zur Tatsache erhoben! statt an Entsetzen und Grausamkeit zuzunehmen, ist der moderne Krieg durch die kleiniäliberiaen Mantelgeschosse viel humaner gestaltet worden, und die Zahl der leichten


