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® 1. Ge-stern A - Send in der sti-ja-stillen Ruh,
gedehnt |
hört ich ei - iier Am-sel in dem Wal-de zu und
als ich so da saß mei-ner ganz ver-gaß, kam die
Am-sel, schmeichelt si-ja-sich um mich, sie kü-ja-knß-te mich.
2. Ei du Am sei schmeichelst uu-ja-unerschreckt. Wer hat dir mein Einsamkei-ja-keit entdeckt? Und draußen in dem' Wald, i3ft mein Aufenthalt, Allwo ich in meinem, rnei-ja-ineinem Sinn Gewe-ja-wesen bin.
3. So viel Laub als an der Li-ja-Liude ist, _ Sv vielmal hat mich mein Scha-ja-Schatz geküßt. *— aber ich muß, gestehn,
's hat's kein Mensch gefehlt;
Doch die Amsel soll mein Zeu-j«--Zeuge sein: Wir warens ganz allein.
Ich wollte, daß Deutschlands größter Volksliedermeister Franz Magnus Böhme, den ich'mit Stolz meinen Freund und Gönner nennen, und dem ich Wit mehr als 100 Volksliedern! aus Bettenhausen, Langsdorf und Eberstadt bei seinem monumentalen Werke, dem „Deutschen Lie d e r ho rt", dienen durfte, und daß Wolfram, der Herausgeber, des „Nassauischen Volksliederbuchs", der einst zu Bettenhausen. mein^Gast war, noch die Schönheit dieses Liedes hatten vernehmen können. Tie konnten ermessen und erkennen, wie weit der Weg und wie mühevoll das Unternehwew oft ist, um ein Sieb aus Volkes Mund endlich zu reiner uoten- und kunstgerechter Darstellung durchzuführen. Wer eine Freude ist's doch, wenn's auch Jahre braucht bis dahin!, wenn den ehernen Reifen des Rythrn!us und der Tak- tierung die ungefüge Form „zersungener" Weise endlich sich fügt und die eingetrockneten Schlacken vor ihrem Drucke splittern und springen. Ein wie weiter Weg von damals, als ich zum! erstenmale das. Umsellied an Böhme schickte, und ich jahrelang forschte und sand. Wie Heinrich Müller es einen guten Schritt seiner Vollendung zuführte. Und wieder vollendeter, wie es Frau Laura Elsa v. Wolzogen zuerst am 26. März 1908 zu Darmstadt öffentlich vortrug. Doch auch da wieder fein Stillstand. Herr Pfarrer Schulte brachte die weiter verbesserte Weise zum Vortrag. Man sollte nun meinen, es wäre „erreicht". Der freundliche Leser unb Musikkenner aber möge aus dem 5. und dem 6. Takte der neuen 'Notation ersehe», daß das Lied immer noch zu höherer Reinheit emporstrebt. Frau Torchen Köhler- Langsdorf verdanke ich's, meiner Interpretin bei der Mithilfe zum „Deutschen Liederhort" an Hunderten von Volksliedern, daß auch das Amsellied mit immer schönerem Melodienschmuck sich zieren konnte.
Langsdorf, den 15. März 1909.
Köhler- Langsdorf.
vermischte».
* Richard Wagner als Tierfreund. Ter Ibis bringt eine Reitze interessanter Abbildungen von Richard Wagners Lieblingshuuden „Fafner", „Marke", „Fasolt" und „Ruß" und gibt als Kommentar einige neue Mitteilungen über Wagners Verhältnis zur Tierwelt. Wagner hatte schon als Knabe einen Hund vom Tode gerettet, er beherbergte eine Kaninchenfamilie in seinem Spiel- und Bücherschrank. Das erste, was sich der arme, unverheiratete Kapellmeister Richard Wagner anschasste, war ein Hund. In seinen Briesen ist Wagner stets um das Wohlergehen dieses Hundes besorgt, so schreibt er an seine Gattin: „Leb' wohl und grüße die Freunde, vor allem; den „Peps", denn er ist von allen männlichen Geschöpfen mein bester Freund." . . Als Wagner Kapellmeister in Dresden war und seine Oper „Rienzi" bereits großen Erfolg gehabt hatte, besaß er einen Papagei „Papo", der auf ein Zitat aus „Rienzi" dressiert Ivar. Er rief imaufhörlich: „Richard! Freiheit! Santo spirito eava- liere!" Ter Tod dieses gelehrigen Papageis ging Wagner sehr nahe, Er schrieb damals an Franz Liszt: „Mesa armer, lieber Papagei ist nun auch gestorben! Das war mein „spiritus faiui- liaris" — mein guter Hausgeist!" Auch anderen Exemplaren der Bogelwelt toar der große Komponist seh? zugetan. So schreibt
er an seine Gattin: „Unter meinem Zimmer hat auch eine Grasmücke ihr Nest, ja — denk' dir — selbst in deinem Aepfelschüttler hat eine gebaut und Eier gelegt. Die Grasmücke im Nosen- bäumcheu ist mir bereits sehr befreundet; sie brütet und fliegt nicht mehr auf, wenn ich vorbeikomme, sondern guckt nur gemütlich heraus und meint: „Du tust mir doch nichts?"" . . . Tie vier Hundebilder von Wagners späteren. Hausgenossen verdankt der Ibis der Liebenswürdigkeit des Hauses Wahufried. „Marke" war ein großer Leonberger, genannt nach König Marke in „Tristan und Isolde", sodann „Fasolt" und „Fafner" nach dem Riesen int Rtzeingold und „Ruß", dessen Grab sich in dem Garten des „Wahufried" unweit der Grabstätte des Meisters befindet . . . Richard Wagner schätzte den Intellekt der Hunde und Pferde sehr hoch ein und wies darauf hin, daß Haustiere nur dadurch abgerichtet werden, daß ihrem Verstände es deutlich gemacht wird, welche Leistungen wir von ihnen verlangen. Sobald sie dies verstehen, sind sie stets freudig und willig, das Verlangte atis- zuführen, wogegen rohe und dumme Menschen dem von ihnen unaufgeklärtem Tiere ihre Wünsche durch Züchtigungen beibringen zu müssen glauben, deren Zweck das Tier nicht versteht und sw deshalb falsch deutet, ivas wiederum zu Mißhandlungen führt.
* Tie ewige Braut. Eine eigenartige Sitte herrscht in der Bretagne, in der Umgegend von Pont-l'Abbö. In der Bevölkerung lebt ein alter Aberglaube fort, nach dem keine Eheschließung vom Glück gesegnet wird, vor der nicht der Bräutigam bei der Braut eine bestimmte.Summe, die je' nach seinen Verhältnissen zwischen 50 und 500 Frs. variieren mag, gewissermaßen als Kaution hinterlegt hat. Tas Geld wird der Braut am Tage der Verlobung ausbezahlt: scheitert der Heiratsplan, durch die Schuld der Braut, so wird die Summe zurückgezahlt, ist dagegen der Bräutigam der Schuldige, so verliert er seine Kaution und die Braut behält sie sozusagen als Entschädigung für die entgangene Heirat. Aber wenn auch die Mehrheit der Bevölkerung an dem Glauben festhält, daß diese seltsame Einrichtung nur dazu diene, die Glücksgöttin den jungen Eheleuten günstig Au stimmen, so fehlt es doch nicht an anderen, die die praktische Seite dieses altgeheiligten Brauches mit scharfem Blick erkennen. Zu diesen zählte jedenfalls, ein junges Mädchen aus Pont-l'Abbs, die jahrelang in ihrer Gegend berühmt und berüchtigt war und nicht ganz ohne Grund den Titel der „einigen Braut" führte. Sie war insgesamt nicht weniger als siebenmal verlobt, und immer war es ihr gelungen, »noch vor der Ehe ihre Heiratskandidaten mit einem so unüberwindlichen Mißtrauen gegen das künftige Eheglück zu erfüllen, daß der eine wie der andere freiwillig! aus den Honigmonat verzichtete und lieber seine Kaution im Stiche ließ, als mit der ewigen Braut eudgiltig vor den Altar zu treten. Ihre sieben Brautschaften hatten der jungen Tarne eine für ihre Verhältnisse recht ansehnliche Summe eingebracht; freilich stockte nun die Einnahmequelle, denn nach dem siebenten wollte sich kein achter mehr sinden, der ihr ein Eheversprechen gab. Tie jungen Burschen der Gegend waren nicht wenig ver- blüsft, als eines Tages bekannt wurde, die einige Braut würde nun doch und zwar endgiltig heiraten. Der glückliche Bräutigam war ein Matrose, der drei Jahre laug zur See gewesen und nun heimkehrte, die Geliebte vor den Altar zu führen. Tie beiden waren sich schon seit Jahren einig, und die ewige Brant hatte ihre sieden offiziellen Verlobungen nur inszeniert, um auf diesem praktischen Wege eine kleine Mitgift znsamm en zubr ingen, mit der sie ihren wirklichen Bräutigam' angenehm überraschen wollte,
* Seine Zeugen. Schiedsmann (zum Kläger, der von seinem Nachbar eine kräftige Ohrfeige erhielt»: „Haben Sie. Zeugen?" — Kläger: „Nee! Bloß de Engel im Himmel, die ich dabei fingen hörte!"
* D er Fresser. Gast: „Kellner, ein Beefsteak!" — Kellner: „Englisch oder deutsch?" — Gast: „Groß!"
jireiizrätsel.
Auflösung in nächstes
In die Felder neben- stehender Figur sind die Buehstaben a a a a a a a aaabbbbecdeee ehhiiiikkllllU inmnnn r r s s s derart einzutragen, daß die wagerechten und senk- rechten Reihen gleichlautend Folgendes ergeben:
1. Großes Reich,
2. Griechischen Rhetor,
3. Französischen
Schriftsteller.
Nummer -
Auslösung des Logogriptzs in voriger Nummer; Taiibe, Haube, Laube.
Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brützl'schen Universitäts-Buch- und Steindruekerei, R. Lange, Gießen.


