— 675
Alibi
en ott )et
inet »laß . die
oie
>as
eJ
>e
en? der
)te inen as >cr en vs
etzt ■ pte cht. der
ins, >er- ivch
.te ?e, jie en
«i xt r :ei
ee
n,
te )t, ch
er h.v
r, vc s, n. n- ht
n
r.
hörte nichts als R und D und H, nicht einmal das stumme E in den Endsilben schenkte er einem. Er sprach das herkömmliche Hochdeutsch- unserer lieben deutschen Bühnen. Zehn Proben hindurch lut Gerhart Hauptmann alle Qualen. Man versuchte von allen Seiten, dem Kollegen den „Stil" auszutreiben und ihn so sprechen zu lehren, wie wir eben Ibsen und Hauptmann sprechen gelernt hatten, einfach und- natürlich, wie man eben im Leben spricht, wo das Wort oft durch eine Geste ersetzt oder von dem nächsten Wort erdrückt oder nur halb ausgesprochen wird. Vergeblich. Bei der elften Probe endlich trat Hauptmann ihn verzweifelt an. Man merkte ihm an, wie er nach einem Ausdruck ringe; er faßte sich in die Haare und ries endlich: „Aber, Herr, S i e s p r e ch e n j a a l l e W o r t e !"
So hat er mir ans ein Bild geschrieben, das seine von innerem Feuer durchleuchteten Züge trägt. In mancher Schlacht! Nicht er, noch ich denken dabei an die Berliner Premieren, die so oft von einem förmlichen Schlachtenlärm durchtobt sind, den der schrille Ton von Signalpfeifen und Kindertrompeten kennzeichnet. Nein, wir denken an die Schlacht im stillen, dämmrigen Theatersaal, wenn wir auf den Proben mit Anspannung alles Könnens und mit der Liebe zum Werk, das geboren wird, das letzte zu geben suchen, und wenn der Geist mit der Materie kämpft, an jenes heiße Ringen, das der Vollendung vorangehen muß und das man dem vollendeten Werke: der dichterischen, wie der schauspielerischen Darbietung, nicht anseh-en darf.
Es ist schwer, von Gerhart Hauptmann zu erzählen, denn Hauptmann ist von einer mimosenhaften Bescheidenheit. Er ist getragen von dem unpersönlichen Stolz des Künstlers, der ihn der Erdennähe entführt, aber persönlich scheint er von einer ununterbrochenen Dankempfindung gegen jeden Menschen beseelt zu sein. Daß, es Leute gibt, die bei der Premiere das Recht für sich in Anspruch nehmen, den Dichter zu übertönen, das scheint ihm selbstverständlich; umso dankbarer ist er für Beifall und Anerkennung; und wenn nur noch- eine einzige Hand- sich zum Applaus rührt, so ist er bereit, dankend zu erscheinen, wirst rasch, selbst wenn er schon im Weggehen war, Ueberrock und Hut ab und tritt, sich- verneigend, heraus.
Um Gerhart Hauptmanns Besitz haben alle Künste gestritten. Er selbst glaubte, für die Bildhauerei bestimmt zu sein, er malte und meißelte als junger Mann, und sein enges Verhältnis zur Musik spricht sich in vielen seiner Werke ganz eigentümlich aus. Die Dichtkunst siegte; die Sprache wurde Hauptmanns Instrument, denn nur mit ihrer Hilfe vermag er dramatisch zu gestalten und so den Höhepunkt aller Künste zu erreichen. Aber bei ihm ist alles Dichten von den Sinnen unzertrennlich; sein Dichten ist ein Hören und Schauen.
Er sitzt bei der Probe im Zuschauerraum. Ganz erfüllt von seinem Werk. Er spricht jedes Wort mit, er zeigt jede Gebärde an, er gerät in höchste Erregung, er lebt mit seinen Personen. Es ist ein seltsamer und ergreifender Anblick, diesen Poeten zu scheu, der keine Außenwelt kennt und nur mit sejnem -Menen Werk Zwiesprache pflegt, und dabei die leisesten Verschiedenheiten zwischen Werk und Darstellung bemerkt Und das eine oder andere ändert. Da fällt er einmal Oskar Sauer ins Wort: „Ach, bitte, lieber Herr Sauer, diese Stelle müssen Sie viel lauter sprechen!"
Sauer, der Gewissenhafteste der Gewissenhaften, trägt sich des Dichters Wunsch in seine Rolle ein, um beim neuerlichen Durchstudieren diese Stelle nicht zu übergehen. Es kommt zur nächsten Probe, und mit einer gewissen Genug- tuung spricht er den Satz mit erhobener Stimme. Ta fällt ihm Hauptmann wieder "ins Wort: „Ach, bitte, lieber Herr Sauer, diese Stelle leiser zu sprechen!"
„Wer, Herr Doktor", sagte Sauer überrascht, „Sie baten mich doch letzthin, ich möchte lauter sein!"
„So?" meint Hauptmann, ohne die geringste Verlegenheit. „Ja, da müssen Sie versuchen, beides zu vereinen. Ich hatte eben nach dem Gehöreindruck die Empfindung, es müsse doch leiser gesprochen werden."
'Ein andermal. Es hat sich! nicht genau so ereignet, und ich erzähle da nicht, sondern ich versuche, ein Musterbeispiel zu konstruieren. Eine Darstellerin hat lachend auszutreten. So steht es im Buch gedruckt, so in der Rolle ausgeschrieben. Sie tritt lachend auf. Gerhart Hauptmann unterbricht sie: „Bitte, liebes Fräulein, so geh-ts nicht."
Wie?"
"Möchten Sie nicht versuchen, weinend aufzutreten?" Und sie tritt weinend aus. ,
Wer dabei ist, der versteht, daß es sich hier um teure Willkürlichkeit und auch, um keine Ziellosigkeit des Dichters handelt. Man lüftet nur den Schleier von dem Geheimnis seines Schaffens. Er hat etwas geschaut und nun, da sich -lhm das Bild in die Wirklichkeit des Theaters verwandelt, sieht er, daß die Wirklichkeit die Schönheit beeinträchtigt, oder daß er die Gebärde, die ihm vorschwebte, irrtümlich übersetzt hat, ober daß er diese ober jene Einzelheit von neuem schaffen müsse, ganz unbekümmert um das, was er vordem beabsichtigt und geschaffen hat.
Bei den „Jungfern von Bischofsberg" sollte ein jugendlicher Held und Liebhaber von einem ansehnlichen Theater eine größere Rolle spielen. Er kam und sprach. Man
Landwirtschaft in Deutsch-Afrika.
Ter Ackerbau steht in- Deutsch-Afrika noch auf einer ziemlich primitiven Stufe, denn der Reger ist, wie sein Land, träge und unberechenbar; in manchen Gegenden ist kaum der hundertste Teil- des fruchtbaren Bodens angebaut und bestellt. Von der Eigenart afrikanischer Landwirtschaft erzählt nun Franz Otto Koch in einem interessanten Aussatz von lieber Land und Meer. Tie ganze Arbeit tun die Kinder und Nebenfrauen, von der Lieblingsfrau beaufsichtigt, während der Negier selbst in majestätischer Faulheit die anderen sich äbmühen läßt. Tie einzigen Geräte bet der Bestellung des Ackers sind eine Hacke, die aus primiiiv- gewonnenem Eisen geschmiedet und an einem Vs Meter laugen keulenartigen Stock befestigt ist, s-ow-ie ein Buschmesser und ein Beil, die int Tauschhandel von Europäern oder den Küstennegern erworben werden. Tie Urbarmachung des üppig und wild anf- w-achscnden „Busches" erfolgt gewöhnlich dadurch, daß zunächst einmal alle Vegetation niedergeschlagen und ein paar Tage der Tropensonne zum Trocknen überlassen wird. Durch ein Feuer wird dann das übriggebliebene Gras- und Buschwerk, sowie die Schar der Baumstümpfe notdürftig bis zum Boden abrasiert. Bisweilen wird auch der Busch zuerst mit Feuer niedergebrannt und- dann das Gebüsch abgeschlagen. In einer solchen Rodung Hegen überall Kohle und- Äsche zwischen halbverbrannten Baumstämmen. Tie Bestellung des Ackers beginnt, sobald der erste Regen das Land ausgeweicht hat; Jung und- Alt machen sich an das Ums- pflügen, wobei der Boden in -einer Tiefe von 3 bis 4 Zentimeter mit der Hacke ausgelockert wird. Bei dieser schweren Arbeit Hockett die Negerfrauen, ganz in sich zusammengekrümmt, auf der Erde, in der rechten Hand- die Hacke, mit der linken schädliche! Pflanzen ausjätend, was aber nur sehr oberflächlich geschieht. Das Säen- -erfolgt, indem in einem Ab-stande von 3 bis 4 Meter kleine Löcher ausgehoben, die Saatkörner da hineingeworfen und mit dein- Fuße festgetreten werden. Der Neger paßt für di- Aussaat stets den richtigen Zeitpunkt ab, der vor der großen Regen- perivde liegt. Bei zu früher Saat würden die jungen Keime in der folgenden trockenen Zeit ausdörren; doch wenn der Regen zu stütz einsetzt, dann verfaulen die jungen Pflanzen in der Wasserflut. Um, sich gegen Mißernte möglichst ztt schützen, baut der schlaue Eingeborene gern auf seinem Feld zwei verschiedenartige Früchte au, z. B-. Hirse- Und- Kürbisse. Mißrät die Hirse, so darf er doch wenigstens auf eine gute Kürbisernte rechnen, die ihm prächtige Flaschen und Trinkgefäße liefert. Sobald die Saat aufgegangen ist, beginnt der Kampf mit dem Unkraut, das in dem fruchtbaren Klima ein höchst gefährlicher Feind ist. Aber nicht minder schlimme Gegner sind die Tiere, wenn die Früchte der Reife Nähe sind. Da stellen sich Wildschweine, Assen und Vögel in großen Herden ein, um deut schwarzen Bauern die Früchte feiner Mützen streitig zu machen. Als „Vogelscheuchen" benutzen die Neger länge, aus Lianen geflochtene Stangen, an denen Scherben, Rindenstücke, Knochen n. a. befestigt sind. Um bert Lärm zu verstärken, wird auf leeren Blechgefäßen getrommelt, in denen ehemals Petroleum nach Amerika kam mtb die nun als Trinkgefäße, Festpauken und- AlarmtromMeln sehr geschätzt sind. Des Nachts muß der Neger wohl gar selbst Wache halten, um die eindringeuden Wildschweine abzuwehren, Nnd- gar mancher ist schon in Ausübung dieses Berufes von einem Löwen fortgeschleppt worden, wenn er nach reichlich genossenem Negerbier auf seinem Posten eingeschlummert war. Tie dankbarste und beliebteste Frucht, bie angebaut wird, ist die Banane!, denn sie erneuert sich durch Wurzelschößlinge immer wieder und darf bei keiner Negermahlzeit fehlen. Bei den Körnerfrüchten vollzieht sich die Ernte in höchst einfacher Weise Tie Aehren oder Maiskolben werden abgeschnitten, das Stroh bleibt liegen nnd verfault; das Korn wird entweder tn Aehren anfbewahrt oder mit einem Knüppel ausgedroschen, vielfach auch voN den Kühen ausgetreten. Die Reinigung- von der Spreu erfolgt dadurch, daß die Körner in große flache Korbe getan Und bei mäßigem Wind in die Höhe geworfen werdet wobei der Luftzug die Spreu mit sortniMrnt. In unseren wests- astikanischen Kolonien ist die Kultur der Yants sehr wichtig, einer eigenartigen Knollenfrucht, die im Geschmack mit der europanchen Kartofsel eine entfernte Ähnlichkeit hat. Die Yams-ernte ist für den Neger ein Freudenfest. Tie Knollen werden geschalt, gesotten- Und dann zu Brei gestampft; in Form, eines Brotes wird der Brei aus den Tisch gebracht, in eine saure von Palmöl und


