Ausgabe 
27.11.1909
 
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MH her, m'r gih zu

Der Zug ging weiter und der Eckenharines batte sein ehrliches Herz behalten.

war uns ein treuer Arbeiter Lu Mus «ab Oft faß K.r als Familienglied an und er. rechnete sichauch ^t uns! Mich nahm er stets unter seine Obhut. Wie ost beug er nnch cmf feinem oreiten Micken, sobald ich ermüdet war, wenn ich an schönen S-oimtagen nachmittags mit ihm einen Gang durch die Fluren in den Wald machte. Er kannte und deutete mir alle Bugelstimnien und redete mir von dem weben und Treiben der Waldbewohner, der gute Mensch!

Hs neil m3jNre MV Schule. Er unterrichtete nach- nrkttags die Unterklasse - etwa 75 Kinder die ebenso starke Oberklasse hatte er vormittags gehabt. Hannes hatte noch etwas auf dem Herzen, was ihn drückte. Mein Baker ging und ließ, ihn stehen.Gib her, m'r gib »u deiner Motter!" Im Haus und gleich meine Mutter' au- redend:H-rau Schullehrern, erschrecke Se näit, es mutz evraus, woas mech drekt. Se-wolle die Gens taale Aa ns Gens er meinte die Gänse meiner Eltern hoabe die choabekau nj die List gesetzt zmn Taale. Es soll ag haut e Genseässe geawe, ivann die Freischärler komme So Hots der Lrepeschorsch vorgeschla un däi Rnnere hon beinr Peterche zaugestimmt. Aich was oawer, woas aich do (tu). De grns Genfer vom Kreuzbauer ees geschetder als dar Könne (Kunden), der was, wann's Zeit eas: aich nemm die Gaasel Gertsche) un däi kennt 'r. Un wenn aich sau lfrz. en; sag):, un suchtel, do gitts en die Lost und die Annern nooch. Awer nix gesaut." .

v Der Plan sand die ZüstimmUng meiner''.Mutter'.. Ich bekam 'Schweigen befohlen. Hannes mußte seines Amtes walten. Mit vieler Mühe brachte er das Ovferchor zu­sammen, aus einer nahen Wiese vor-dem Dorfe, und wartete der Dinge, die da kommen sollten. Die gänstosen Brüder freuten sich auf die allgemeine Abspeisung.Sc komme!" rief, mir des Nachbars Jakob zu. .Wir Jungen raunten nach dem Ende des Dorfes und erwarteten den Einzug mit emem Gruseln, an sicheren Plätzen; hinter Bäumen und Hecken stehend. Es waren meistens Leute mit hingen Bärten, Schlapp hüten, langen blauen Kitteln und Gürtel darum. Die Waffen bestanden ans Sensen, die an lange Stiele wie eine Messerklinge befestigt waren, oder Flinten, durcheinander. Tas Freiheitskomitee des Dorfes begrüßte sie. Der Gänspeter schrie: Freiheit, Gleichheit, Brüder­lichkeit! und das ganze Chor fiel ein. Wir Jungen be­kamen Mut und schrien mit. Der Willkomm gewann die Herzen der Krieger; der Ernst ihrer Gesichter wich einem freundlichen 'Lächeln.M'r honn gewönne!" rief der Gäus- peter. Nun hörte ich, wie das Dorfkomitee die Brüder­lichkeit durch ein zu spendendes Essen zum Ausdruck bringen wollte. Der Gänspeter, als vorsehender Geist, hatte den Eckenhannes mit der Hut der noch lebenden Braten aus die Wiese verwiesen. Es war alles zur Tat bereit Bon dem Marsch ermüdet, lagerte sich unterdessen die Freischaar vor dem Orte, die Dinge erwartend. Was keine Gänse hatte, eilte zum Schlachtgefilde. Hannes sah sie kommen und segnete sie in seinem Herzen. Wir Jungen voraus ein denkwürdiger Moment. Ich zu Hannes.Jung fchwai!" sprach er leise zu mir.Greift se, ihr Männer!" kc-stt- mandierte Gänspeter. Aber das Gänspersvnal wollte davon Nichts Wissen; die Gesellschaft wird unruhig. Der große Ganser des Kreuzbauer reckt den Hals; als Kommandant gibt er das Signal zum Halsstrecken für das Chor.Hannes geab oacht!" schreit der Ktepeschorsch. Gafel, Hannes; die Eser et, eiI" Der Moment ist gekommen, denkt Hannes und mit Donnerstimme schmettert er fei: Goas!" und Peitsche und Knall und Ivie im Kommando fliegt das Chor, bis aus einige Gänsgroßmütter, in die Luft hier- und dorthin.Ach daß m'r doas passiere nnch", sagt Hannes in Unschuld.Woas geebt's etzt?" fragt Hannes, aich könnt se näit haale!"Joa, doas wohr", sagt der Gänspeter,doatz us doas passiere Muß! No Jvoas ze mache! Mr honn us Scholligkat do wolle. Se möge weirer gih, wir könne en nix auftesche."

W. bcheUtungsMler Ereignisse gruppiert, tritt uns in vielen itnt> btteressanten -Geschichten näher, von her aus heben. Als der Kaiser sich im Jahre 1854 vermählte, kvar er der Braut bis nach Salzburg entgegeng-eeist/ mn ne benn Betreten des österreichischen Bodens zu begrüßen Taber ereignete sich folgende artige Geschichte. Die Braut war

Residenzschloß

Regiernngsgebände. Als er sich von

WpMLtagsstunde m großer Uniform zum Besuch der Braut - ^^besamr oaK bekannte Glockenspiel daS Lied-:Wie ich Angst verwichen Brn »um Dirndl g'fchlichen . . worüber die Be- d-icht geschart den Platz stillte, in begeisterte Zurufe am mach-, wahrend der ingendliche Herrscher, augenscheinlich iw Verlegenheit, ferne .schrttte beschleunigte. Große Festlichkeiten

'«BudapG.^ «ff der Kaiser und seine Gemahlin zum 8°W.und zur Königin Ungarns gekrönt wurden. Als Franz Jvfrf^m der Uniform eines Husarenobersten mit dem Käppi auf der Festwiese erschien, da verbreitete sich die Nachricht'wie eist Lausfeuer, und gleich einer wildbrandenden' Woge stürmt« es heran gegen- tue Gruppe , an deren Spitze uimt den König mW eiiken Äuaenbtick noch sah. Im Rn war das Gefolge, das sich um fernen Herrn gedrängt hatte, eingekeilt ist stirchterttcher Enge, und der Kaiser, von hundert Armen umfaßt, ' M.khtragen, von seinem Gefolge getrennt.UM Gottes Litten! nef ein Adjutant Mit schreckensbleichen Lippest, fturchmt L-te sich, nicht, hier- geschieht ihm nichts," erwiderte Graf Aiwraisy, der sich auch in dem Kreise befand-. Im nächsten Augew- blrck gewahrte Man dann bereits die Gestalt des Herrschers, W Ttttflt von einer Schar Meist, bäuerlich gekleideter Männer undi Wmber, einige davon kniend-, andere mitt hoch emporgerecktest Armen, Men rufend, und dazwischen schwirrende Geigenkläng« einer, tote toi! daranflos fiedelnden Zigeimerba-ude, das Ganze bs- l-enchtet vvnr Feuerschein eines der offenen Scheiterhaufen - M-wahr em abenteuerliches' Bild. Am nächsten Tage fand die kirchh liche Krönung statt. Nachdem dem Herrscher die Krone des heilige-n Stephan ausgesetzt war, sollte die Salbung auch an dev Herrscherin vollzogen werden. Ter Bischof der Königin war aber so kopfscheu, daß er gar keine Anstalten machte. Tie Herrscherin nickte ihm anfmnntHrnd zu, aber es- war alles vergeblich und di« Paufo drohte peinlich z-st werden. Da verließ der Kaiser seinen« Thronsltz, ging auf den bedauernswerten Kircheifftirften zu, saßt« ihn vertraulich am Arnie mit den Worten:Sagen S', Herr Bischof, was haben Sie denn jetzt zu tun?" Der Gefragte sagt mit vor Erregung zitternder Stimm« die Stelle aus den Vor? schriften auf, als tvüre es ein Satz cmS dem Katechismus.Na, bravo," rüst ihnt der Kaiser' zu und rvendet ihn nut einem sanften Ruckle der Stelle M, wo die hohe Frau noch immer lächelnd ihres! Begleiters harrt;also schäum dorten ist s', die Kaiserin, jetzt gehen S' hin, nehmen Sie f uitb- bringen Sj« f her." Diese im gemütlichsten Wiener Dialekt gesprochenen Worte wirkten- ans die Versammlung dermaßen, daß, aller Etikette entgegen, die Kirche von einem) vielstimmigen Eljengeschrei widerhallte. Als die erstar Rachrichtm von der Niederlage bei Königgrätz in Schöw- brunn eintrasen, wo die kaiserliche Familie gerade wohnte, verließ Franzi Josef Wien nicht mehr und ließ sich seinen bescheideueü Imbiß ans dem GasthofZur Stadt Frankfurt" holen. Mit dem verzweifelten Telegramm Benedeks, das die Vernichtung der Armee meldete, mußte der Herrscher seinen Bundesgenossen, den! König Johann von Sachscu-, auf dem mit Blstmew und Teppichen! geschmückten Mubbahnhofe begrüßen; er warso weiß wie sein WaffenMck". Die ganze Rächt begaben sich die beiden LandeA fürsten nickst zur Ruhe. Tie Ordonnanzoffiziere im Borz-immer sahen hinter der das Rebengemach abschließenden' Glastüre ab und zu einen der beiden Herrscher erscheinen. Wortlos durch­wachte« sie diese.furchtbaren Stunden, tu verschiedener Weise ihre! Anftegung bMmpfmd. Kaiser Franz- Josef durchmaß mit ner­vöser Hast den Raum; König Johanns schlanke Gestalt mit dem! Moltks ähnlichen Kopfe hielt minutenlang bewegungslos' vor der erwähnten Türe, an deren Scheibe seine Finger mechanisch irviw- Mc'ltcn. Es war ein Anblick, der dem Zuschauer tiefer ins' Herz schnitt als aller Trauer prunk. Przibram hatte mehr als- zehn Jahre lang die Aufgabe, zur Unterrichtung des Kaisers rin« Uetmsicht der wichtigst«« Zeitungsmeldungen des In- und 9lu&> kandes zusammen zustellen. Daß, diese Auszüge fleißig! gelesen wurden, dafür gaben die wiederholten Fälle Zeugnis, in denen am nächsten Morgen -ein Hofgendarm mit dem bekannten schwarzen Lederportefeuitte erschien, worin ans entern) schmalen PapierstreffHt) von der Handschrift des kaiserlichen Herrn Mit Bleistift die Wort« standen:Tie im Berichte vom . . .tat erwähnte Nummer der .... Zeitung ist »Nir vorznlegen." Oder es kam ein Mitglied des Zivilkabinetts oder der Militärkanzlei, um Nachrichten über Nr- sprnug und Bedeutung irgend eines Aufsatzes einzuhölen. Auch ans der MnÄsrzett des Kronprinzen Rudolf erzählt Przibram) einige hübsche Anekdoten. Einmal war er Zeuge, wie der Kaiser den PrinzM auf das Geländer eines kleinen Brückensteges «mipor- hob und ihn, mit beiden Armen haltend- und stützend-, darauf die Schwebe halten ließ. Man erzählte damals, ein Fremder, der den herzigen Knaben bei seinem Spiel im Schönbrunner Parke beobach­tete, hätte an ihn diel Frage gerichtet, wie er heiße.Papa nennt mich Burschi, Mama Rudi, aber die Leute sagen zu mir KaifeH- ffchp Hoheit", lautete die Antwort, Zu Beginn seines edjiw

Grschichien von Koffer Kranz Joses.

In denErinnerstugen eines alten -Oesterreichers", die svebÄü bei der, Deutscheit BerlagSanstalt- in Stuttgart erscheinen, läßt Ludwig Ritter p. P r z i b r a m ein farbenreiches Bild der österreichischen Kultur ivährend der Regierung) Kaiser Franz Josefs vor uns anfleben. Ter Herrscher selbst, um den als Mittelpunkt sich xin.q reiche Fülle charakteristischer Persönlichkeiten und poli­