Donnerstag den 26. August
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Peter Nockler.
Dre Geschichte eines Schneiders von Wilhelm Holz am er.
(Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung.)
- , du mich wieder ehrlich machen, Peter?" fragte letzt die Elise. „Ach Gott, Peter! Ist dein Lieb so groß? Könnt denn wirklich, dein Lieb so groß sein?"
„Red nicht davon! Wir wollen's wieder gut machen, soweit s geht'— und ich — will dir gern Helsen!"
Das Letzte war ein bißchen zögernd gesprochen worden. Fest drückte ihm die Elise die Hände.
„Ach Gott, Peter! 's geht nur auf eine Art! Wie dankbar will ich dir sein, Peter! Ich will nichts sagen, aber du Nnrst's sehen, mein Leben lang."
Da erwiderte er den Händedruck.
Die Elise atmete auf.
>,Dann müßten wir aber bald Hochzeit machen, Peter!" >,Ja," sagte er.
Sie fiel ihm um den Hals und küßte ihn.
„Verdient hab ich das ja nit, zu viel ist's zu viel! Aber 's ist das einzige. O, du bist so gut, Peter. Und ich hab dir so weh getan!"
Sie weinte. Nun liefen die Tränen reichlich. Der Peter zog sie auf einen Stuhl.
„Sei still jetzt, Elise!" bat er.
Sie trocknete ihre Augen.
„Ich kann jetzt nur weinen, Peter. Ich wollt dir lieber etwas sagen, alles, was ich auf dem Herzen hab.. Mer ich kann nur weinen. Und da totr-fr mir leicht däbei."
Als die Elise wieder ruhiger geworden war, sagte ihr der Peter, was er vorhabe, und daß er schon seinem Meister aufgekündigt hätte.
Dann besprachen sie, was zu tun sei, und beschlossen ölles, was jetzt das Nächste war. Rasch die Papiere von daheim., Der Peter sollte gleich hier die nötigen Schritte tun. Sie wollte Heimschreiben. Katholisch wollten sie sich trauen lassen. Und sie sahen auch gleich die Kirche vor- — draußen in Ignaz, wo sie niemand kannte. Der Elise war das recht, obgleich sie protestantisch war.
, Dann schlich die Elise fort. Voller Dank, voller Güte, ergeben und sanft und ganz verloren in diese unerwartete Wendung. Sre war um viele Jahre älter geworden jetzt, und der Ernst des Lebens lag schwer auf ihr. Sie hatte rmt dem Schicksal gespielt, sagte sie sich, rind beinahe wäre sre zerschmettert worden. Gerettet, ganz gerettet war sie ja noch nrcht. Büßen würde sie ja müssen. Aber es war rhr tiefster Ernst — sie wollte büßen. Und nichts mehr fordern wollte sie vom Leben!
Der Peter war allein.
Es war ihm, als habe er geträumt. Er mußte sich an dre Stirne greifen. Er hob die Lampe in die Höhe. Ja,
er war daheim, wär angekleidet, und hier durch die Tür, die noch klaffte, war vorhin die Elise geschlichen. Er sah sie noch, wie sie ganz zerknirscht und geduckt gegangen war.
Es fiel ihm ein, was er ihr versprochen hatte. Und alles fiel ihm ein, was er damit auf sich genommen! hatte. Wre er jetzt vor den Leuten dastehen würde. Wie er alle Schuld, diese ganze fremde Schuld, aus sich! genommen hatte.
Es kämpfte etwas in ihm.
Es war ja gegen alle Vernunft. Kein andrer tut das. Er war ein Einfalt. .
Aber dann sah er die Elise vor sich. Wie abgehärmt pnd armselig sie erst ausgesehen hatte. Wie verschämt sre erst gewesen war. Wie schön sie dann würde — und wahrend ihres Bekenntnisses wuchs. Ja, schön war sie! Eine andre Schönheit war's geworden wie die frühere. Die war leicht und flatterig gewesen. Die jetzt wür ernst ünd tief. Man sah ihr jetzt ihlre Leiden an. Und sie mußte schon viel gelitten haben. Ihr Fehler war ja gebüßt geradezu. Und wie ehrlich sie alles gestanden hatte! Sie war doch keine Gewöhnliche, keine Schlechte und Gemeine, ^hre Schuld war nicht ganz so groß. Der Nehers-Adam, der, der! Dieser schuftige Kerl, der trug sie. Er hatte das Mädchen betört. Er war der Kerl dazu. Und auch er selbst war ein bißchen schuld. Was war er auch so ein Stiller, Bedächtiger! Das war gerade das Unglück, daß die Elise so ein leichtes, lustiges Ding war unb bei ihm nie so ganz lustig hatte sein können, wie's ihre Natur forderte. Da hatte sie ja beinahe fallen müssen, da sie einmal in die rechten, schlechten Hände geraten war.
Freilich, sie hätte sich nicht so weit vergessen dürfen. Den, „Dreher" hätt sie ja mit ihm tanzen können. Mer bannt wär's genug gewesen.
Allerdings, wenn die Mädchen tanzen wollen. Und er war doch nicht dazu zu brauchen gewesen. Es war erne viel zu andere Art in ihm. Und gleiche so ein Kerl wie der Nehers-Adam.
Er meint, jetzt sei ihm die Elise viel näher gekommen. Jetzt sei sre auch stiller und fester. Sie war ihm- lieber so. Frerlrch, daß sie's ans solche Art hatte werden miissen! Aber — er hatte ihr jetzt einmal das Versprechen gegeben, er mußte es halten.
Er wollte auch. Er wollte die Elise nicht verderben lassen. Zu lieb war sie ihm dazu, zu fest ans Herz gewachsen, die langen Jahre all.
würde sich schon alles einrichten lassen, und manches würde sich schon von selbst machen. Und die Leute mochten reden was sie wollten. Er wußte ja selbst am besten, was seine Schuld war! Was lag also daran! Wenn man auf die Leute hören wollte! Man muß vor sich bestehen können.
Und klar und fest und ruhig war's in ihm.
Er sah züm Fenster hinaus und lehnte sich weit vor. Der Himmel war ganz klar. Auf dem kleinen Streifen,


