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Magisches Zahlen-Quadrat.
beträgt.
Auflösung in nächster Nummer.
Liedaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck unb Verlag der Brü bl'scheu Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gieße».
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In die Felder nebenstehenden Quadrats sollen die Ziffern
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viermal derart eingetragen werden, daß die Summe der Zahlen' in jeder der senkrechten, wagerechten und Tiagonalreihen ftciS 999
wie der Wäschekragen entstand.^
Bemerkenswert ist, daß der abknöpfbare Herrenkrageu erst eilte Erfindung des vorigen Jahrhunderts ist. Wie berichtet wird, gebührt das Verdienst, den vom Hemde getrennten Kragen erfunden zu haben, einer Amerikanerin namens Hannah Lord Montagne. Fran Montagne war die Gattin eines Schuhmachers, der besonders viel Gewicht auf seine Kleidung legte, da er mit sehr vornehmer Kundschaft zu tu» hatte. Nun verdroß es ihn gewaltig, daß er immer nach zwei oder drei Tagen ein neues Hemd anziehen mußte, denn in dieser Zeit war der Kragen, der damals untrennbar mit dem Hemd verbunden war, unsauber geworden. Da das Waschen in jener Zeit — es war im Jahre 1827 — eine ziemliche Last für die Hausfrau bedeutete, fand Frau Montagne einen Ausweg: sie trennte den Kragen vorn Hemd und nähte neue Kragen,'die zunächst mit einem Bandstreifen versehen und am Hemd festgebunden wurden. Eine ihrer Nichten, die noch am .Leben ist, pflegt im Kreise ihrer Familie mit Vergnügen zu erzählen, mit welchem Eifer ihre Taute den ersten Kragen genäht hat. Bald wurde diese praktische Steuerung in Bekanntenkreisen herumgetragen, und Frau Montagne bekam mehr Aufträge für Kragenlieserungen, als sie auSsühren konnte. Sie hätte sich aus ihrer Erfindung einen schönen Verdienst schaffen können, wenn ■ ihr nicht ei» anderer zuvorgekommen wäre. Das war der Rev. Ebenezer Brown, ein ehemaliger Methodistenprediger. Ter sah die Bedeutung der Erfindung vollkommen ein, setzte sich flugs hin und eröffnete eine kleine Fabrik, in der eine Anzahl Frauen Kragen nähten. Herr Brown war also der erste eigentliche Kragen- . fabrikant. Jetzt macht sich nun wieder der umgekehrte Prozeß geltend. Die Mode, die auf die Wäschefabrikation ebenfalls einen weitgehenden Einfluß hat, hat sich gegen das „zerlegbare" Hemd erklärt. Derjenige Herr, der wirklich mit der Mode mitgehen will und sich ihren strengen Geboten fügt, darf nur Hemden tragen, an denen Kragen und Manschetten gleich befestigt sind. Diese Mode mag vielleicht sehr vornehm sein, wird aber nie Allgemeingut werden, und zwar einzig und allein aus finanziellen Gründen. Es ist selbstverständlich sehr kostspielig, Hemden mit festen Kragen zu tragen, da man daun gezwungen ist, mindestens täglich, ost aber auch zweimal täglich ein irisches Hemd anzuzieheu. l!ud da doch Waschen und Plätten eines Oberhemdes mit festen Kragen und Manschetten mindestens 60 Pfennig kostet, sö kann sich solchen Luxus nur ein sehr wohlhabender Herr erlauben.
In anderen Dingen aber setzt sich die Mode mehr durch, z. B. in der Kragenform. Da gibt es recht oft Neuerungen, die wie z. B. der Stehumlegkragen und der .Kragen mit Klappecken sehr schnell beliebt werden. Auch bei den Manschetten gibt es die verschiedensten Formen.
Bemerkenswert ist, daß, während der am Hemd befestigte Kragen nur sehr wenig verbreitet ist, die feste Manschette in den letzten Jahren die Vorherrschaft gewonnen hat. Ein Herr, der Nur etwas Wert darauf legt, gut augezogen zu gehen, darf — so will es das strenge Gebot der Mode — keine losen Manschetten (die sogenauuteu „Röllchen") tragen.
And, sonst macht die Herrenmode ihren Einfluß auf die Wäschefabrikation gellend, llnstreitig ist z. B. der Bedarf in
*) Aus dem soeben erschienenen Buche „Kleidung und Wäsche" von Ärie-Schulze-Weinberg (Wissenschaft und Bildung Bd. 24). Verlag von Quelle u. Meyer in Leipzig.
falls der Tragkraft, der fehlenden Gaszellen möglichste Entlastung hatte eintreten müssen. Der vordere Motor war it. a. entfernt worden, und die Besatzung dürfte nur noch aus. fünf Mann bestehen; ich selbst mußte 'mir die Entsagung auferlegen, znrückzubleiben und die Führung meinem Oberingenieur Dürr zu überlassen. Gegen den zeitweise nicht schwachen Gegenwind kam das Luftschiff, mit seiner stumpfen .Motspitze und nur einem Motor langsam vorwärts; um nicht noch mehr an Geschwindigkeit einzubüßeu, wurde das Niederhalten gegen den unter der Sonnenbestrahlung zunehmenden Auftrieb unterlassen. Infolgedessen stieg das Luftschiff unter Gasverlust in 1200 Meter Höhe, bis die Abendlich le eintrat, wo es sich dann nicht mehr halten konnte und nm 8.30 Uhr abends eine zweite Landung bei Schemmerberg notwendig machte. Es wurden nun alle noch irgendwie entbehrlichen Gewichtsstücke abgegeben, und nur Benzin und Schmieröl aus zur Stelle befindlichen Auto- mobileu wieder ergänzt.
Das Eintreffen der von Göppingen und von Friedrichshafen herangerufenen Gasvorräie brauchte nicht abgewartet zu werden; 40 Minuten nach Mitternacht konnte der Flug fortgesetzt werden, und um 6.18 Uhr am 2. Juni morgens, also nach über 57 Stunden Abwesenheit war „Z II" in seiner .Halle zu Manzell wieder geborgen.
Schloß Brandenstein, 7. Juni 1909.
Vermachtes.
* Gebt de m Kaiser, was des Kaisers ist. Sia- tistikeu, von rufsischen Revolutionären verfaßt, haben bett aus- gesprochenen Zweck, als Waffe gegen die herrschenden Zustände verwandt zu werden. Von diesem Gesichtspunkte aus muß auch eine Schrift beurteilt werden, die den biblischen Titel führt: „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist", und deren Inhalt, kurz zusammeugefaßt, eine „Bilanz des Zarentums" bildet. Weit über eine Million Exemplare sind von dieser Schrift durch ganz Rußland verbreitet worden, und unbemerkt von der Oeffentlichkeit lvandert sie int geheimen von Hand zu Hand und schürt den Haß gegen den Zaren und das Zarentum. Einem GestnuuugK-, genossen verdanken die „Documents du progrss" einen Einblick in die Broschüre, aus der hier einige Einzelheiten Wiedergabe finden mögen. Daß der Reichtum des Zaren unermeßlich ist, läßt sich ohne Widerspruch behaupten. Zur Erklärung fügt die genannte Statistik bei, daß seit 1797 die Zareusämilie aus einem einzigen Grundbesitz nicht weniger als nahezu 500 Millionen Mark gezogen hat, 1896 allein 10 Millionen. Trotz dieser Einkünfte verschmähen die russischen Großfürsten keine, auch nicht die kleinste Einnahme für Dienste, die sie dem Staate leisten oder zu leisten vorgeben. So zieht der Großfürst Michael mit emsiger Genauigkeit die 300 Mark ein, die ihm als (Ritter des militärischen St. Georgsordens zustehen, und nichts hat ihn bisher dazu vermocht, zugunsten der Kriegsveteranen darauf zu verzichten. Einen eigenartigen Eindruck machen auch die Geschenke, womit die russischen! Zaren ihren Adel für geleistete Dienste belohnten. So verschenkte Zar Peter der Große nahezu 40 000 Bauern mit ihrem gesamten Eigentum an adelige Herren, von 1735—1762 stieg die Zahl der Verschenkten auf eine halbe Million und unter der Regieruugi Katharinas II. und Pauls I. (von 1762—1801) sind nicht weniger als 1450 000 Bauern auf diese Weife zu Leibeigenen von Mäuckern geworden, die aus dem Kot der Straße zu den angesehensten und einflußreichsten Günstlingsstelleu emporgestiegen waren. Ein besonders erschreckender Abschnitt der kleinen Schrift beschäftigt sich mit den Hinrichtungen, die seit 1.801 in Rußland; vorgenommen wurden. Unter Alexander I. (1801—1.825) starben 2473 Russen mit Galgen, unter Nikolaus I. (1825 —1855) stieg die Zähl der Hingerichteten auf 13 922, also etwa 464 int Jahr, unter Alexander II. (1855 bis K881) sank sie auf 10 822 oder 416 int Durchschnitt, um sich unter Alexander III. (1881—1894) wieder auf 630.3 oder 484 im Jahresdurchschnitt zu erheben. Nikolaus II. hat alle seine Vorgänger weit übertroffen; die Zahl der Hinrichtungen, die unter Alexander III. vorgenommen wurden, hat sich bei ihm fast verdoppelt — nach einer auch nur oberflächliches Schätzung weist jedes Jahr der Herrschaft Nikolaus' II. int Durchschnitt nicht weniger als 830 Hinrichtungen auf,
Waichefabrckaten — besonders Serviteurs und Oberhemden — geringer, wenn hohe Westen modern sind, steigt dagegen, wenn vir Westenausschnitte wieder großer werden.
Wie schon erwähnt, ist ganz besonders der Verbrauch von runten Oberhemden in allen Preislagen und Ausführungen in den letzten Jahren außerordentlich gestiegen. Man trägt tnit‘e .Hemden uickn nur im Sommer, sondern auch im Winter und zwar deshalb, weit sie so praktiscy sind. Auch die Mode begünstigt die bunleu Hemden, die zum Haus-, Arbeits-, Straßen-, Strand- anzug ohne weiteres getragen werden können. Zum Besnchsanzu« lind allenfalls weiße Hemden mit diskreten Farbenstellungeu statthaft, während zum Gesellschaftsanzug ^Gehrock, Smoking, Frack) nur weiße Hemden getragen werden.
Auch zwischen weichen ungestärkten und den ganz steif geplätteten Oberhemden wird streng unterschieden. Zimt Smoking und Frack z. V. würde es gegen das Modegebot verstoßen, weiche Hemden zu tragen.
Aus allen diesen Einzelheiten, die ja an sich nebensächlich erscheinen mögen, aber doch für die Wäschefabrikation von allergrößter Bedeutung sind, geht deutlich hervor, was alles die Wäschefabrikation zu beachten hat. Sie muß sofort mit allen Mode- richtungeit mitgehen und immer auf der Höhe sein. Die deutsche Wäschefabrikation hat bisher stets alle auf sie gefetzten Erwartungen glänzend erfüllt und hat es vorzüglich verstanden, allen an sie herantretenden Ansprüchen in jeder Weise gerecht zu werden.
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