Ausgabe 
25.8.1909
 
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Mittwoch den 25. August

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Peter Nockler.

55)16 ^schlchte eines Schneiders von Wilhelm Holz am er.

(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

?ie wird's der Elise gehen?" fragte er sich nun. doch nrcht gute Früchte bringen. Freilich, Berdien^^ ße^ S nW immer nach Wert und Lohn und

Na er wünsch ihr ja nichts Böses. Sie werd schon genug an dem auszutirnken haben, was sie sich! eingebrockt ^chorr trfffeit61^611 aSer0eItunS freilich das werd sie

Ja, er dachte wirklich an die Vergeltung. Sie hatte ihm ein zu großes Leid angetan.

Die Domuhr schlug neun.

Der Peter schlug seine Arbeiten ein und räumte auf.

Kündete er sich eine Zigarre an. Einen Augen- er stch> ob er nicht noch ein wenig ausgehen sollte. Verdient hätt er's heut.

Er stand noch unschlüssig. Da klopfte es.

. "Hrrein!" rief er. Aber man hörte nur ein Tasten und etn ©reifen nach der Klinke. So schwach, daß es wie von Gespensterhand )tch anhörte. Dem Peter wurde ge- radezu unheimlich. Er hörte ein rasches Atmen, ein Seufzen r^wychen, und dann wieder dies sachte, zage Greifen nach der Klinke, ©te hatten das mal einem Gesellen gemacht ©ettou foetoar?tdC)eI ®ießen' um fürchten zu machen.

Herein!" rief er lauter, ein wenig ängstlich und ein ^^<unNullig. Er wollte schon nach der Tür gehen und Nachsehen, denn wieder ging die Tür nicht gleich auf. Einen schweren Atemzug hörte der Peter.

Da stunde die, Elise vor ihm.

Die Elise!

Beide waren sie betroffen. Keines fand ein Wort zu Men. Sie standen voreinander und sahen einander an. Nicyt einmal den Guten Abend wünschten sie sich..

Sm standen immer noch und starrten.

Sie ist so bleich und armselig," dachte der Peter.

Hu s^gen können. Er stand ganz

?umr. ^hre Singen waren größer geworden und lagen tief, ihre Brust war eingefallen. Falten lagen :i£Ärem ^fE^' ^re Nasenflügel bebten. Ihre Lippen qvTLvLLvIX.

Arme Elise!" sprach es in dem Peter.

°^ne :r-er9er, uur voller Bedauern, voll tiefen Mitleids sah er sie an, tote ihre Augen immer größer starrten. a p

tiefer505 nieri)aili,df) ä°S er den grünen Schirm der Lampe

Setz dich, Elise!"

n . Da schrie sie auf, toarf sich auf den Stüh« und weinte. Und weinte und weinte. ,

Der Peter aber stand bei seiner Lampe und wußte nicht, was er sagen sollte, wußte nicht, was er mit sich, mit ihr an- sangen lollte. Er dachte jetzt nur noch an sie. k An sein Leid dachte er mcht. Es war ihm so weh unt| sie. Was mußte sie alles schon gelitten haben! Sie war ja um' ihre Kraft und äugend gekommen in der kurzen Zeit.

Arme Elise!" bebte es da in dem "Peter. (

Die Elise hatte es sich anders gedacht gehabt zu! Hause. Und ganz anders hatte sie sich's vorgenommen.

Den Plan hatte sie sich in ihrer Verzweiflung ans-

®:Jte to0?te.,ben Peter mit Vorwürfen überhäufen, ihn schelten und ihn so klein- und unterkriegen, daß sie ihm alle Schuld aufladen könnte. Er würde hitzig werden, und je mehr, je besser für sie. . '

Unb Sie fühlte sich als die Sünderin, total

zerknirscht. Bon entern Gewinn für sie konnte gar keine Rede mehr sein, alles war ans und verloren. Das wurde ihr jetzt klar. Das lag zentnerschwer auf ihr.

Faß dich, Elise!" sagte der Peter, und seine Stimmtz war weich und bittend und zitterte ein wenig.Warum bist du gekommen, was willst du mir sagen?"

ffhoß es durch den Kopf: er weiß noch gar nichts. Noch wäre nichts verloren, noch wär alles zu ge­winnen. Aber nur einen Moment. Sie schämte sich des Gedankens. Sie durfte jetzt nicht die Falsche sein, sie konnte nicht. Und dann der Peter wußte doch alles, er war nur so gut. Er war so gut, deo Peter!

Nun saß dich doch!" bat er noch einmal.

Da fand sie ein Wort. Und das erste Wort gab ihr wertere Worte.

Peter!" stöhnte sie.Alles ist ans, Peter, ^ch hab dich ich Ivollt bloß nockste i n in a l mib dir reden. Zum letzten Aial. Es ist ein Unglück. Wären wir nicht auf die Kerb gegangen! Wären wir doch nicht! Jetzt ist alles «ns! Aber 's hält ja nicht zu sein brauchen! Es h«" I« nicht ach Gott, 's hätt ja nicht! Jetzt ist alles

Nch, ich Stritte ach, daß ich so schlecht war!"

Der Peter hatte sich gefaßt.So red doch deutlich," sagte er Ein bißchen kalt sagte er das, ein bißchen hart. Er wollte sie tüchtig dazwischen nehmen.

Die Elise erschrak. Sie blieb stumm. Sie sah ihn nur groß an. Sie war ganz irr. Was bedeutete b er Ton?

.Sie besinnt sich jetzt," dachte der Peter.Sie wird mich letzt Bringen," mußte er denken.

Seine. Neugier überwog. Er wollte jetzt doch wissen was sie sagen würde. Er war doch gespannt

Und wieder bittend und gütig wiederholte er:So red aber doch!" Da war nichts Falsches und Aengstliches mehr sn. ,Ste ha tte tote der Mut getoonnen. Sie .getraute sich, bte Wahrheit zu sagen. Sie hob den Kopf und sah! ihn ge­rade an:. .

-befehlt hab ich an dir und gefrevelt. Ich bin schlecht