Ausgabe 
24.11.1909
 
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berget Hohenklubs' übernachteir, doch empfiehlt sich eine vorherige Anfrage, da die verfügbaren Zimmer meistens vorausbestellt sind. Wer auch der mit den Wegen nicht Vertraute wird schon unterwegs' in den von der Ersenbahn-' Verwaltung freundlichst zur Verfügung gestellten Sonder­wagen oder int Hotel zur Traube Anschluß finden, um eine abendliche Besteigung des Hoherodswpfs auszuführen.

Bei klarem Wetter hat der Aufstieg zum Hoherodskopf am frühen Morgen große Reize, da man der durch den Berg verdeckten Sonne entgegenwandert, und ein Sonnen­aufgang im Winter wunderbare Landschaften bietet. Wer Samstag noch eine größere Fahrt machen will, kann über Mucke und Freienseen oder auch durch den Laubacher Wald fahren und dann auf der Höhe südwärts des Seentales .durch den schönen Hochwald bis jnr Landstraße und dann über Poppenstruth und durch beit Oberwald nach dem Klub­haus auf den Hoherodskopf fahren, das das ganze Jahr ' hindurch gut und sehr preiswert bewirtschaftet ist. Der südliche Abhang des Hoherodskopfs bietet eine sehr gute Mfahrt, doch ist gegen Ende des Abhanges nach dem Bogen nach links einige Vorsicht erforderlich, weil ein kleiner Hohlweg den Abfall schneidet. Als Uelmngs- gelände ist dieser Hang, die sogenannte Rennbahn, ganz vorzüglich geeignet. Etwas gefährlicher, iveit oft vereist, tft bte Abfahrt nach Breungeshain oder nach dem Gacker- stetn, von dem aus eine glatte Abfahrt nach Schotten führt. Doch rst dieser Weg nur solchen zu raten, die ihn genau kennen. Andernfalls fährt mau vom Gackerstein nach dem rechts heraufgrüßeitden Rudingshain und von .da, nach kurzem Anstieg auf dem oberen Weg, der die Höhe kreuzt, m bequemer Abfahrt au der Gansmühle vorüber nach Schotten. Vor der Gansmühle ist Vorsicht und weiter Ab­stand geboten, weil die Straße eine ziemlich kürze doppelte Biegung macht.

-m rißu.in, Heben sind auch die zahlreichen Schneisen und Waldwresen des am Klubhaus beginnenden Oberwolde?. sehr geeignet, da sie fast alle eine größere oder kleinere Abfahrt ermöglichen. Eine hübsche und sehr lohnende Fahrt geht von dem Hoherodskopf aus über den Taufstein, den höchsten Berg des Vogelsberges, entweder nördlich nach Ulrichstein oder östlich durchs Schwarzbachtat an dem Luft­kurort Hochwaldhansen vorüber nach Ilbeshausen mit dem schönsten und eigenartigsten Fachwerkban Oberhüsens, der sogenannten Teufelsmühle. Von hier aus fährt man ent­weder mit der Bahn nach Nidda, oder in anfangs sehr be­schwerlichem Aufstieg von Hochwaldhausen nach dem Hohe- rodskopf oder über Busenborn nach Schotten. Auch eine Fahrt von Ilbeshausen über die Herchenhainer Höhe nach dem schön gelegenen Städtchen Gedern' und bei genügender Zeit weiter über Glashütten-,Ober-Lats-Nidda hat für den geübten, ausdauernden Läufer große Reize und stellenweis ausgezeichnete Abfahrten, die teils über Felder und teils durch Wald führen, wie die meisten Fahrten durch den herr­lichen Vogelsberg. (Schluß folgt.)

Vermisehtes»

, * Vro5eller Bei dem reichen Leben, das diesen Sommer

in den deutschen Lüsten herrschte, ist es kein Wunder, daß die Zeitungen von Berichten darüber wimmelten. Aber wie viele machten ihren auch sprachlich deutsch gesinnten Lesern die Freude diePropeller , von denen ihnen ihre Berichterstatter schrieben, t» gut deMscheSchrauben" undSchraubenflügel" zu ver­wandeln? Verschwindend wenige. Ja, das neue Modewort hat es manchem so sehr angetan, daß er uns nun sogar auch die Schiffs­schrauben zu Propellern macht. Weshalb denn eigentlich plötzlich dieses englische Wort? Ach, weil es doch noch immer so echt deutsch ist, sich fremde bunte Läppchen und Flicken auf das Earenkleid der Sprache zu setzen. Ja, wenn wir kein deutsches Dort für dieses Gerät hätten, ließe man sichs allenfalls ge­fallen. Aber so kann man wirklich nur ausrufen:Propeller hin! Propeller her! Was kümmern uns Propeller?" Bleiben wir doch bei unfern deutschen Schrauben; sie sind sicherlich ebenso gut wie englischePropellers"; und wenn selbst der Eng­länder noch nicht sagthe Has a Propeller lvose somewhere", sondern immer nochhe Has a screw lvose somewhere", so wollen wir auch nicht glauben, daß eine BerlinerPflanze", als Zep- pelln kam, gerufen hat:Bei Vatern is schon en Propeller los" o JA fleVarbe er sich. Aber wenn unsere Kinder bei ihren Luftschiffspielen vonPropellerbruch" schreien, dann wollen wir L^Ehnen, deutsch zu reden: das Luftschiff hat eine Schraube verloren, ent Schraubenflügel ist gebrochen, nsw.

* D i ä Jubelfeier der Weste In diesen Ta,»»n kann die Weste, das inä'nnliche Kleidungsstück, in dem sich Phäw f"D'^>,Wkbrnfreude und modischer Sinn am lebhaftesten spiegeln, 1 a-, ^00 jayrige Jubiläum ihrer Entstehung feiern, penn es war Den letzten Reglerungchahren Ludwigs XIV., da in Frankreich j "aufkahn der Weste begann. Der trübsinnige Gill- der französischen Pantomime, so erzählt Claude Berton im Gil Blas w'ar .es, der das ,Miet" erfand und zuerst trug. Die neue französische Mode ging alsbald auch nach England über, wo der Lohn Karl derDandh-Priuz", an einem Okto vertage inl beut neuen Gewaiid bei Hofe erschien und damit die Mode auch! öffentlich elnfuhrte. Ter König begrüßte das Kleidungsstück mit großem Wohlwollen, denn er sah in ihm ein Mittel, den stetig wachsmden schrankenlosen «pitzeuluxus zu begrenzen, aber darin frerlich siollte ihii die Prunksucht der höfischen Kavaliere bald enttäuschen; die kostbarsten und schönsten Stosse waren kaum gilt geistig In Frankreich, wo di« Mode sich ebenfalls durchgesctzt hatte, blieb man m der Form der Weste und in ihrem Schmucke zunächst noch ziemlich einfach. Dann aber, imter der Regent- faj-aft, fegte die Weste kostbare Verzierungen an, ihre Form ver- langerte sich und nun traten die glitzernden, blitzenden PrunL- knopfe in ihr Recht. Die teuersten Juwelen und Edelsteine ist phantastischen Fassungen dienen als Knöpfe und in jenen Tagen fanb auch der spott für diese Westenprotze das Witzwort bet Ventry bareS", dervergoldeten Bauche". Zur Zeit Lnd- wig XV. gewiimk wieder die Einfachheit die Oberhand und die Weste wird nun auch dem Manne aus dem Volke zugänglich. Die kleinen Handwerker, die Arbeiter sieht man beim Tagewerk in KEsärnreln, doch um den Oberkörper die Weste geknöpft. Die Edelsteine smd verschivUiiden, dafür tragen die Knöpfe Devisest oder allegorische Gestalten ernsten oder heiteren Charakters. Unter Ludwig XVI. wird die Weste noch kürzer, der Ausschnitt ver- kleiuert sich u. drängt das Jabot, als letztes Symbol des Adelsstolzes, krampfpafsi in die Höhe. Ter Graf von Artois, der spätere Karl X., ist berühmt durch den englischen Schnitt seiner Westen; Cag'iwstro trägt eine geblümte Weste von leuchtenden Farben, über der eine dreigliedrige Kette dicker Diamanten funkelt. Der Luxus nimmt wieder überhand und die Weste wird von neuem1 zur Juwa- lieraiislage. Reiche Stickereien leuchten auf kostbarsten Seideu- ftoffen, hinten aber, das Futter, das nicht gesehen wird, ist gröbstes' ärmliches Leinen. Alles arbeitet auf eine prunkvolle Außenseite 'M, während der dritte Stand schon der schwarzen Kleidung ent» gegenstreot. Zur Revolutionszeit verschwindet dann das Jabot, die Herrschaft der Spitzen ist vorüber und die schwarze demokratische Krawatte herrscht. Lafayettc trägt die weiße Weste der Naiionak- garde, Marat wählt flammendes Rot, Robespierre trägt eine fleckenlose weiße Batistweste,deren Teile unter dem Fanatiker- ropfe tiberemanbergreifen, wie die Messer der Guillotine". Mit dem Tirektoire zieht ein wilder phantastischer Farbenüberschwang auf, der et st endet,, als Napoleon die kurze einförmige weiße Militärweste zum Siege führt. Nach dem Sturz des großen! Korsen wagen sich wieder buntere Farben hervor; sie werden! von ber. Romantik ausgenommen und gesteigert. Victor Hugos phantastische Astrachanweste macht Schule und in den Pariser Theatern zieht Gautiers scharlachfarbene die Blicks an. 1848 herr­schen wieder die roten Revolutionswesten, mit dem leichtfertigen! abenteuerlichen Geist des zweiten Kaiserreiches ziehen phantastische Stutzerwesten herauf; so wechselt unausgesetzt im steten Auf und Nieder die Mode der Weste, bis zu der heutigen modernen, die von allen ein Teil entlehnt; vom mieten regime den Juwelenschmiick, von der Romantik den Spitzenzipfel, vom zweiten Kaiserreich den großen Ausschnitt desGilet st eoenr". Mir die kurze, Steife starre Militärweste ist endgültig verschwunden.

Silbenrätsel.

aa, au, de, en, ga, gen, it, l, n, na, ro, rg, ri, s, sp, ti, ze.

Ans uorftebenben Silben und Suriiftaben sollen fünf Wörter gebildet und derart untereinander gefetzt werden, daß die Anfangs» buebfiaben von oben nach mite« und die ßitbbucbftaben von unten nach oben gelesen die Namen zweier Dichter ergeben. Es bedenken aber die einzelnen Wörter der Reihe nach solgendes;

1. Schweizerischen Kanton.

2. Deutsch-russische Stadt.

3. Bekatutten Forscher.

4. Teil einer Waffe.

5. Oeflerieichisches Kronland.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Geographischen Berschiebrltsels in voriger Mr « Ohio

©Cilf

Oybin

Mai»rz

Schweiz

Prag Breslau Posen Bauern tdanzig