Ausgabe 
24.3.1909
 
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EW Uch jener völkergeschichtlich ebenso eigen» iiTrtihrfipn P ierellmite Prozeß,, in dein die neueingefeffenen finnische Ä&Ä v AT 'l-awischen Volke der Slowenen völlig «rtiÄ it?* r s ble e a,tot> ru »a der Numerisch anfangs Är bedenkenden bulgarische« Krieger durch die ihnen «geistig bei wertem überlegenen friedlichen Slowenen war eine so

Schon Zar Peter, «imeons Sohn und Nachfolger, war in» denen nicht m der Lage, das große Erbe zn verivalten. Sieben« bürgen und die Walachei fMtMten das groß,bulgarische Joch ob, und .Kikephoros Phokas, der Kaiser von Byzanz, verjagte die Bulgaren aus ihren thessalischen und makedonischen Okkupations­gebieten. Auf sein Betreiben bemächtigten sich die Russen des eigentlichen Tonan-Buligariens und binnen weniger Jähre war das grotzbulgarische Reich, vernichtet, auf seine ehemaligen Grenzen verwiesen und dem griechischen Reiche unterstellt worden (971);

.bulgarische.,Patrmrchat wurde aufgelöst und durch das BistuM Silistna ersetzt. Allein in denk stolzen! Volke regte sich alsbald neuer Lateiwrang In Tirnowa (brach ein Aufstand aus, der einen großeii Teil der bulgarischen Bevölkerung mit sich fortriß. Dis Führung hatte Sch,,chman libernominen, der sich nach Makedonien' und Albanien warf, sich hier zum Zaren der Makedonier und Albaner, dann zum, Kaiser aller Slawen ausrufen ließ undi A.eest>a zur Hauptitadt erhob. Ziuiiske, dem Mitregenten des Ritephores, gelang es allerdings, in drei ruhmreichen Schlachten die Bulgaren dermaßen aufs Haupt zu schlagen, daß sie Make-, dvineii wieder' säubern mußten, aber Schischmans grausamer Sohn Samuel, der neuerdings verheerende Beutezüge unternahm' und Thesialvmke überrumpelte, besaß 995 die Kraft, das großbul- garlsche Reich, teilweise wieder aufzurichten. Zur neuen Haupt­stadt ward Ochrida ausersehen, dessen Bistum zum bulgarischen Patriarchat erhoben wurde. Ein Versuch Samuels, seinem Reiche die Ausdehnung wie zu Simeons Zeiten zuruckzugeben, scheiterte an der tapferen .Gegenwehr Basileos II., in -dem den Bulgaren ein so surchtbarer, Keind erwachsen War, daß ihm der Beiname Bulgarokiivtvs (Milgarentöter) hasten blieb. An seinen Namen knupst sich jene grausame Begebenheit aus dem Jahre 1014 be> der 15 000 bulgarische Gefangene geblendet und von einäugigen Führern nach Ochrida zn Samuel geführt wurden. Sainueh ward benn Anblick dieser Nnglucklicheu von solchem Entsetzen er» grufen, daß er zwei wage.darauf starb. Mit ihm fiel auch, die Hauptstadt Ochrida, und das' Westbulgarische Reich sank in sich zusammen. Auch Ostbnlgarien kam nach dreißigjährigem Kriege ui die Gewalt der Rhomäer, die es zu einer byzantinischen Pro­vinz umgestalteten.

167 xwhre lang, bis 1186, gab es einen bulgarische» Staat

liche Geister an ihre Stelle treten mit segenspendenden Händdn i gründliche, daß von den einstigen Bulgaren nur noch der Name und Verheißung urt Blick. . Übrig blieb. Nicht nur Sprache, Sitte und Brauch Religion und

In leidenschaftlich überquellender Belvegung zog er die ge- I Lebensweise hatten die Bulgaren vertauscht, durch die völlige liebte Frau von neuem an sich. I Verwischung mit den Slowenen gingen sogar ihre charakteristischen

Tie Sterne über ihnen leuchteten klar und freudig, heitere, I , verloren. Als ein slawisches Mischvdlt begegnen

Musikweisen jubelten vom Tanzsaal herüber, friedlich und ruhe- I e, "ren fortan in der Geschichte. In mancherlei Chq- voll schlief ringsum die Natur einem neuen Tage entgegen. I btgr Rassenmischung der Bulgaren

____________ . I -M oeutlichste zur Geltung. Auch mohammedailische Besondett- I Velten hatten sie sich angeeignet, die in einem gewissen Gegensatz

Bulgarien und -le Bulaaren. I Gepflogenheiten standen. Das kriegerische des

w «7 | Stammvolkes aber, die impulsive, ungestüme Regsamkeit und eine

^on üdolf Ltr u ck (Athen). I Eigenartige Anmaßung und Schlüpfrigkeit wären ihnen haften

Zar Ferdinand" glaubt endlich am Ziel seiner Wünsche I Zbblwben, zum Entsetzen füjr das byzantinische Reich, für alle zu stehen; er wird in Petersburg mit königlichen Ehren empfangen, I Volker der Balkanhälbinsel. Die Bulgaren sind seit jenen Tagest Und et sieht wohl die endgiltige Anerkennung der bulgarischen I Mer Festsetzung im Süden der Donau nie Mehr zur Ruhe ge« Unabhängigkeit durch die Mächte nur noch als eine Formfrage an, I tommen: eine endlose Kette von Zwistigkeiten, Raub- und Beute­deren Lösung die Zeit bald bringen wird. Bulgarien ist damit I rügen, Kämpfen, Ueberfällen, Schlachten, Siegen und Niederlagen «n einen Abschluß einer langen, wechselreiche» Geschichte gelangt, I rieht sich entern rote» Faden gleich durch die Geschichte der Balkan- die in große» Zügen vorzuführen jetzt von besonderem Interesse I Halbinsel, bis ans unsere Tage.

sein wird. I Um dw Mitte des neunten Jahrhuirderts begann, gefördert

Die große Masse des bulgarischen Volkes, die den wichtigsten l't 'h,Üon bcI' Slmv'enapostel Kyrill und Methodios, die,

Bevölkerungsteil der Balkanhalbinsel ausmacht, hat heute' das I 1»! 1'5" 1Lchnftzeichen gaben, eine neue Aera. Gebiet inne, das sich im Süden vom Unterlauf der Donau bis, I r 1,of,ni 8£4 Christentum an, und ihm

zur Maritza erstreckt und im Westen etwa durch die Tallinie des «t twi)er|W6ett der botarusche Adel und die

Timok angedeutet wird. Südlich und südwestlich davon, in Süd- I Drei Jahre spnttr machte dev Papst

thrakie», in Makedonien und im südwestlichen Serbien ist die I rarL uaS SngcltanbniS, daß sw sich beim Gottesdienste,

bulgarische Besiedlung weniger dicht und hat durch Beimengung I 6^ienen dursten, ünd 870 ward die

von anderen slawischen Gruppen, von serbischen, türkischen, aloa- I N"Ee Kirche mit ihrem nunmehr begründeten Bistum PreÄ- neslscheu, griechischen und anderen Völkerschaften ihren geschlossenen I rS H( Patriarchat von Konstant,nopel geWagest. .

Charakter emgebüßt. In dünner Mischbesiedelung und in Insel- I "r Fortschritt machte,sich der kluge Bulgavenfstrst SiMevst,

gruppen find die Bulgaren bis dicht au Albanien und an Thessalien erbalwn ümw k,. 'Me Byzantzl

heran ausgebreitet. Ihr Zentrum liegt jedoch in den Grenzen, I und schüttelte das ohnedies lockere Vasallen,

die der Berliner Vertrag Bulgarien und Ostrumelien gezogen hat. I q I) ? t» « Rhomaern vollends ab, indem er sich 890 zum MWMZME WWZLWMW

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trieb nach Westen ergriffen, ihre heimatlichen Gefilde und fielen, die Dvnan zum erstell Male überschreitend, in das oströmische Reich em. Nicht allein nach Thrakien und Makedonien führte >w die Beutegier, sie zogen bis nach Epirus im Westen und bis zu den Thermopylen im Süden. Justinian bannte die Einfälle der wilden Bulgaren für längere Zeit an die Nordgrenze des Reiches, aber schon nach einigen Jahren wiederholten diese, mit ihren llawonischen.Nachbarn vereinigt, die Raubzüge mit solcher Gewandtheit, raß die Byzantiner ihnen einen nennenswerten Widerjtand kaum, entgegenzusetzen vermochten. Justinian ließ des­halb jene denkwürdige doppelte Verteidigungslinie errichten, die m einer Sette von Festungswerken bestand, die sich von der Adria Pis zu in Poiitos erstreckten und gegen die iiordischen Eindvingliuge eine feste beehr bilden sollten. Dieser Schutz hatte indessen eine nur kurze 'Rauer. Wohl unterjochte zunächst der kriegerische Stamm der Avareii die Bulgare»; aber der bulgarische Fürst Kubrat. schüttelte zwei Generationen später dieses .Joch ab und Mars die Staaten zurück. Rach dem Tode Kübrats teilte» seine suus «ohne das Reich untereinander; der dritte, Asparuch der sich zwilchen den siebenbü'rgischen Alpen und der Douan, in ecr Gegend von Onklös niedergelassen hätte, war es, der 678 mit einer erheblichen bulgarischen Macht über die Donau setzte und hier uni kraftvoller Energie sich eine ganze Reihe von Ortschaften

111 ü un6i Rhvmäer aneignete. Konstantin IV., Pogonatos', m.?-.B9e9en41c in8J?elb' sczogen war, hat Weichen und m r-s'frn'\ 'dlchariich ist der Begründet des huk-

t i .der, Donau, lenes Bulgariens, das noch

T cr,tc Hauptstadt W a r na war. Die leiit-t= Cli s!,f ' j 1 'n Moes,en war nur noch ein leichtes, und so erstreckte sich das aus den Trümmern Vftrom§ er»

'^id,i u" Westen bis jenseits Morawa südöstttLuLani ' bCr XOita11 b"e Rmze Walachei und das