Ausgabe 
24.2.1909
 
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- die meisten T-am'eN aM der Gesellschaft ziehen rS' Mr, ihr Inkognito bis zum SMuß zu wahren aber ich möchte so gern, tmft du bildlich gesprochen die Maske fallen ließest er zögerte ein wenig und fein hübsches Gesicht wurde sehr rot, erzähle mir. etwas aus deinem Leben, Lena"

Sie hob abwehrend die Rechte. Ein Lächeln umspielte ihre« Mund, das scherzend begann und in Wehmut endete.

Nie sollst du mich befragen !" sang sie halblaut.

Ihre Unger bebten unter ben seinen.

Es ist nicht Neugier," sagte er leise.

Aber es ist Karneval heute!" erwiderte sie halb trotzig.. Ich bin so lustig, und in meinem Leben war so viel Trauriges, warum soll ich dir traurige Geschichten erzählen? Ich möchte so gern alles vergessen, was hinter mir liegt, gar nicht mehr daran denken"

Während sie sprach, sah sie unwillkürlich auf ihre schmale, rosige Hand, die spielend den Stiel deS Weinglases umfaßt Hatto der breite, goldene Ehrreif wirkte fast unschön an dem zarten!

tzeißt du?"

Ich heiße Hans." ....

Tas Glas in. der Wanken Frauenhaüd, Ntterte Merknch, sie Wtzte die Hand auf den Tisch. Durch den Spalt der Maske I blickten ihre Äugen trübe. . ...

Mein Lieblingsname!" murmelte ftc.Deshalb nannw ich Meinen IJungen so , sie starrte in die Ferne, dann nach Mer sekundenlangen Pause Vollenbete sie:er ist lange tot'

Ter junge Offizier wusste nicht, was er darauf sagen sollte. Eine banale Phrase! Tie widerstrebte ihm-, und warum Tot« mis ihren Gräbern wecken, wenn das Leben am lautesten triunw Mert? . ... , v.

So entschied er sich dafür, über ihren traurigen Entwurf W Wgzugehen und seinerseits zu frage»:

,lind wie ruft man »reine kleine Frau?"

Run siegte schoir 'wieder ihr natürlicher' Frohsinn'. Sre beugte sich ein wenig "vor, und ihr warmer Atem wehte gegen seine .Wange.

Helene!" sagte sie einfach.

Er zuckte zusammen und schlug einen Moment die Augen Nieder. Auch sie hatte eine Tote geweckt, und ihr Schatten stellte sich düster mahnend vor ein neues Glück.

Eine Tote? Ja, war denn Helene Falk schon eme Tote Or ihn? _ - ,« s?? r

Hassiugen fragte sich'S in Bhem Staunen, m einem Gefühl tont Angst, Kann Mannesliebe so schnell sterben? Ist Treue, Wirklich nur ein leerer Wahn? , ,.

Wenn dir der Rain'eHeleue" nicht gefällt," sagte die leicht Wneichelude Frauenstimme neben ihm,so kannst du mich, auch Sena" nennen, das mag ich nämlich sehr Mn."

Er griff diesen Ausweg mit Begeisterung ans. Ja, Lena klang p>ek hübscher, er würde sieLena" neunen.

Ihn ihre Lippen lag ein leises, seltsames 'Lächeln, während W so lebhaft redete. Tas Lächeln beunruhigte ihn. Schien M nicht zu sagen: Warum erst diese Erörterung füir 'diese eine Rächt? Sie neigte sich schon dem Morgen zu, der sie ans der Freien Welt des Karnevals zurück in die Welt der strengen Formen Mren würde.

Vielleicht sah! er seine kleine Fra» nie wieder. Es war sogar b<S Wahrscheinliche, und er hatte von Anfang an damit gc- rechnet.

Aber nun er so vor ihr saß und der Liebreiz ihres Wesens ihn Mehr noch als ihre körperlich.» Vorzüge mit einem geheimnis­vollen Zauber umspann, fühlte er ein großes Verlangen, sie nicht [einer Fata morgana gleich wieder vor seinen Augen entschwinden zu sehen, sondern wenigstens ein fest umrissenes Bild ihrer Person- Nchkeit in seine Erinnerung hinüber zu retten.

Er legte seine Hand auf ihre mif der Tischplatte ruhende Linke, von der sie den langen Handschuh abgestreist, und sagte Elster, als der Karnevalston der Nacht es eigentlich gestattete:

Sieh »I, Lena, ringsum sind die Masken gefallen M», schlsttels nicht den Kopf, ich verlange kein Gleiches von

Musisches Drängen des nach -em. Anblick ferner Danw fieber^- den Herrns, fordernde Männeraugen hingen lerdenschaftlichi an Mett" und vecheiMNgsvoll lächelnden Frauenltppen,Eriche Bitten weckten verschämtes Mwehren, zuweilen ein Wrrchtes Kr chern oder ein grausames Lachen, all die Zeichen des uralt.,U KmüpfeS zwischen Manu und Weib, des Verfolge«» und Archen» Mld des erneuten Suchens und der besetlgem.en .ti^erlage, in der beide Teile sich als' Sieger fühlten, und deren ismtschenmng doch, viel später fällt, erst'danu, wenn des Lebens Nüchtexnhew ihr Urteil darüber gesprochen hat.

Ein schwüler Zauber lagerte über beut warmen, in wmtzaold gehaltenem Zimmer, es roch nach ivelkenden Blumen, nach 1 artet Parfüms und ben Uusdünstunge» erhitzter Menschen, verlor«.c- Walzermelodien hüschten vom Ballsaal herauf W neckische Geister von Leichtsinn, von Lebens- und Liebeslust, die von einem zunr andereii flatterten und mit lockendem, StimMchen raunten und 'flüsterten:Man ist nur einmal jung." .

Auch Hassiugen und seine Dame blickten sich! über die Glazer ist ihren Händen au mit einem prickelnden Erschauern vvw Le­bensfreude und Jugendübermut. ... . .

Ehe wir ben ersten Schluck trinken, will ich wissen, w»e du Mit deinem Vornamen heißt," sagte die Fwan . schelmisch ,,^ch Ämß dich doch mal anreden können, denn im Karneval kann ich dich doch nichtHerr Leutnant"' nennen."

Schlauberger!" entfuhr es ihm lachend.

Nun, den Leutnant hab ich dir doch sofort, angesehen, auch slvemi du im Lause unserer Unterhaltung nicht ein paarm nl ver- Wssen hättest, dein Inkognito ,zn wahren aber, letzt sag, tote

Auch der Blick des Mannes ruhte in zielbewusster Ahnung ans dem" schlichten Ringe, aber er war zu taktvoll, weiter in sie zu dringen. Alles in Meuv Wesen war so sonnig und heiter, es wäre schicke gewesen, das gewaltsam zu verscheuchen.

Eben lackte sie hell auf, wie ein Kind, das sich über em neues Spielzeug .freut der hübsche Artillerist steuerte mit de« Studentin" auf ihren Tisch zu. Sie hatte die Maske abgelegt. Ihr schmales, pikantes Gesichtchen sah leicht verlegen -rem, als ihr Kavalier sie der schlanken, vornehm aussehenben Dame zuführte. c.

Eine kleine Verkäuferin!" taxierte bte junge Frau.Dvgar bescheidenes Genre, die sich in der Ossiziersatmosphäre nicht recht wohl fühlt, aber doch stolz ist, einen solchen erobert zu haben.,

Sie lächelte ihr freundlich zu und äußerte durch em bee- fälliges Kopfnicken deut kleinen Leutnant gegenüber ihre Freude über seine Wahl. .

(ForMtznng folgt.)

HSnZchm.

Eine politische Vpgelsgeschichte aus dem Jahre 1866. Von G. Biber, Niedereisenhausen.

Nachdruck verboten. lFortsetzung.)

Ist diesem Glauben würben die Bechen bestärkt durch bist weiteres betrübendes Ereignis. DieMasst, ehre einzige ,.iuh, stellte unerwartet die MilchproduLi-on em. Run Ivarssicher, daß böse Mächte ihr 'Spiel im Hause trieben. Vfrie Säumen Mg Henner 'den Kittel an, machte sich auf ben Weg zunr H^v.em Häuser Schäfer, der im Ruf eines gewaltigen Hexenbauners stand, und trug diesem Helfest in der Rot den. Fall vor. Db -v der Meinung sei, daß eine Hexe auch Macht über Vogel hatte?Na­türlich," antwortete ihm, der werfe Mann, solche Falle seien! ihm Zchpn mehr vo «gekommen. Dmm empfing der Vurls!--

Henner die Haut schästdestte ihm, als er s tu bte Tasche steckte ein UeineS Zettelchen mit dem Bcmnspruch, das er' u,!N bte zwölfte Stunde in der Nacht dreimal, rückivärtstzehend, um Haus und Hof tragen und dann unter der Dachtraufe vergraben solle. Alles, ohne einen Don dabei zu reden, andernfalls die Muhe rnn- . sonst! wäre: Wenn dann am folgenden Morgen, eine Person Wme, die etwas geliehen haben, lvvlle, so solle er ihr m nicht gu Willen sein, alsdann hätte die Hexe ihre Machtverlsren.

Henner bedankte sich vielmals, drückte dem Hexenmeister da-, Wliche Honorar (in die Hand und eilte heimwärts. Mit llopseiu- dent Herzen vollbrachte et um die Geisterstunde beit nächtlichen Umgang. Im Krebsmarsch weniger geübt, hatte er, habet leider das Pech, über den Hackklotz zu stolpe.ru und ein nichts weittger als wochlriechendes Bad in der Jauchepfütze vor deur Stalle zu nehmen. ,, ,, ..

Sckoad uaut", tröstete Koalrei,wanns nur htNt. Und wahrhaftig: es half. Des Morgens verließ sie dieBläß mit einem gestrichen vollen Milcheimer! und auch Häuschen .erwies., sich sehr jzuvosttommend gegen Henner. ...

Der saß nun auf der Lauer, um sich auch! des letzten Leus seiner Aufgabe noch! zu entledigen. Ev brauchte nicht lauge mt warten. So um die FMMckszeit herum sah er bte Lisbitwoasü über die Gasse hev gehumpelt komncku. ,

G'inorge Henner!" , !

Gruß 'dank, Wvase! Woas wüllt ihst?"

Kinnt ihr 'mist nit etiwl auerc SchuMrn niitoe?'

Aha," sprang den Builhenner auf sie los,hunn aich oawl Äveil, »nächste Laich zvum Ding! euauck, aal Hex! laufe! ?" ' i

,Meisti Heimer, woas ---" , ...

Da fuchtelte er ihn mit dem Besen unter der Nase, hemm, ! daß sie WUderingenb mit Zetergeschrei entfloh und' von Han» I ,z»t Haus die SchreckdnMmda verbreitete, der B'nilsheuuer M IMWg" geworben.