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Vchterm Ml unleÄreitete der Vuilsheuner gelegentlich seinem Mund „BesenkoaA", zu dem er als Sachverständigen das größte VeUrEN^HatK. ^Eickern," meinte der mit.berschmitztem Ungenzwinkern, „da MU kann bei scUaicht Gepiys naut vertrage, do misse hurtig Mol Masser getrenke, domit's em naut ^^^Builshenner wandte dem'Spötter verächtlich den Rücken. Bon der Stunde an hatte ihre Freundschaft ein, böses Loch.
Im Laufe des Sommers zeigte Hänschen immer mehr Unarten. Ihster «anderem machte es ihm einen diebiichen Spaß, das Krähen des Hanshahnes, das Knarren den Stnbentür und das Miauen der jungen Katze nachznahmen. Was hälfs dem Henner, daß er dem tarnten Göckel int Suppentopf ein frühes Grab bereitete, die rostige. Türangel fleißig mit einer Spechchwarte rieb und das bedauernswerte Miezchen im Gansbnch ersäufte, wo er am tiefsten war? Denn von jetzt ab setzte Hänschen seinen ganzen Ehrgeiz daran, sich mit Hingebung und jeirE.schönen Begeisterung, wie sie nur ibier Äugend zu eigen ist, zum perfekten Spatzenimitator auszubilden.
Mochte der Henner auch deren Nester unter m «trohdach r,er- stören und nach ihnen schießen, so viel er' wollte — die Frechlinge kamen immer wieder. ,, . . , Y
„Ja, do mißte ins Nassauer Käthe, no Wallefels, do hnnnse kee Spaße," höhnte Koatrei, wie ihr Mann in ohnmächtiger Wut hie Fäuste ballte und das Spatzenvolk zu alleir Teufeln wünschte,
„Mensch, mach nrich nit diese!" brüllte er ivütend und grifs Nack dem „Krückestecke". Da ging sie schlennigst irr Deckung.
Builsheimcr war ratlos, so was war ihm in seiner viel- jährigen Praxis noch nicht vorge'kom'inen. Ob er es mal nut Dunkelarrest versuchte? Also bekam der Dickkopf mit Hilfe einer «alten Schürze das Tageslicht entzogen. Aber da tvars ganz aus! Wie ein Verrückter sauste der Vogel im Bauer herum, tobte, schrie und piepste zum Erbarmen. Wohl ober übel Mußte die Hülle wieder fovtgenommen werden.
Mitweil mit drohend anfgesperrtem Schnabel saß Hänschen ton Boden und biß seinem' Herrn und Meister zornig' in 'beit hin- gestreckten Zeigefinger.
„Ei, schön .Hänschen, brav Männchen" veyuchte ihn der Hannes zn beruhigen, „so sei doch artig, Horch mal Männchen, 'horch: 1 —i 3 —. 5 i—i 8 —.5 — 3 — 1 — 5 — 5 ■— 5! Der! Jager aus Kur— —
Erschrocken hielt er inne. Hänschen ließ sich plötzlich ans den Rücken fallen, Mg die Zehen ein und sagte fein Wort mehr. <5o blieb er einige Minuten regungslos liegen. Schon wollte ihn sein unglücklicher Besitzer, der ihn für tot hielt, herausneymen, da stand Hänschen mit einem Male luicber auf den Füßen, Hüpfte gleich darauf zum Futternapf und knackte einen Hanfkern, älS obnichts vorgefallen wäre.
Henner schüttelte ratlos den Kopf: „Da Buhl rs behext, da Buhl is behext!" ,, .'
Koatrei pflichtete ihm vollständig bet. „Aich hunn dirs sva Mich gesvat: et js naut mit ent, heste doch de annern behaale." (Fortsetzung folgt.)
Ein Gespräch mit Shaw.
Tas neue Matinee-Theater in London, das erst jüngst mit seiner Aufführung von Hanptnianns „Hannele" erfolgreich nnd vielversprechend sich auftat, bringt in diesen Tagen ein 1901 entstandenes, aber bisher wenig bekanntes Stück von Shaw „The Mdmirable Bashville" heraus, und ans diesem Anlaß hat sich >,G. B.S." in seiner temperamentvoll paradoxen Weise in einem sGespväch Mit dein Korrespondenten des Daily Telegraph über die Einrichtung des Matinee-Theaters, über sein Stück, über Shakespeare und noch manches andere geäußert. Beerbohm Tree's großes His Majesttzs-Th'eater wird bei dieser Aufführung zum erstenmal der Schauplatz eines Shaw'schen Stückes sein, da bisher seine Werke in dem intimen Court-Theater erschienen. Shaw ist das ganz recht, denn er hält nicht viel von den „intimest! Theatern". „Ganz im Gegenteil," sagte er, „ich befinde mich Vielmehr znm erstenmal in einer Art von Theatern, das zn meinem Stil paßt. Ich glaube nicht an das „theatre intime". Als ich vergangenes Jahr in.Stockholm war, wohnte ich der Aufführung eines jener „Kammerspiele''' bei, die das bemerkenswerteste Genie veranstaltet, das seit Ibsens Tod an der Spitze des skandinavischen Dramas steht — ich meine natürlich August Striud- berg. Aber das Stück, obwohl dieses Theater ausdrücklich für solche Veranstaltungen gebaut war, würde in dem Opernhaus viel wirksamer gewesen sein. So gibt es viele Theater, die für itnehte Stücke zn klein sind nn'b kaum ein paar, die groß genug sind. Die Bühne des His Majesty-Theaters ist keineswegs zu groß für Wirkungen diskreterer Art. Denken Sie an die Aufführung von 'Hauptmanns „Hannele". Sie war zehnmal wirkungsvoller, als sie gewesen wäre, wenn das Publikum seine Kniee int Orchester
■ lind die Rucken ia'it der Wand deI Parterre» gehabt hätte. Das Wagner-Theater in Bayreuth, das ein sehr großer Raum ist, ist das „intimste" Theater der Welt. Außerdem erfordert „The Admirafle Bashville" eine große Ausstattung. Tree hat alles, zu meiner Verfügung gestellt. Alle Schätze seiner Garderobe,^ seine Requisitenräume, all seine sinnvollen Maschinen- von der,: die das Zwitschern der Waldvögel hervorbringt, bis zn bei",- die den Orkan rasen läßt, all seine Hilfsmittel für Musik und! bengalische Beleuchtung sind in meinen Händen' und sollen unbekümmert verschwendet werden an meinem Stück. Ja, sie sollest es! Das ganze Theater," fuhr Shaw mit steigender Begeisterung fort, „erklärt einhellig, daß man niemals eilte Aufführung gesehen hat, die auch mir von fern dieser ähnlich sei. Und ich! denke, das Publikum tvird dasselbe sagen." „Sie haben also! eine hohe Meinung von Ihrem Stück, Mr. Shaw,", warf der. Interviewer ein. „Sie stellen es selbst in Ihrem Programm als ein Meisterwerk hin." Shaw blickt mit seinen glitzernden Ungest auf: „Was verstehen Sie denn unter einem' Meisterwerk?" „Natürlich ein Werk von vollendeter Vollkommenheit." „Aber keineswegs. Ein Meisterwerk ist die Arbeit eines Handwerkers, wenst er nach Vollendung seiner Lehrzeit Meister tvird, in dem er feine! technische Geschicklichkeit zeigt. Es ist gewöhnlich ein ganz unnützes Verfahren. Ich mußte „The Admirable Bashville" schreiben/ um mein Eigentumsrecht an meinem Roman „Cashel ByrenÄ Profession" zn schützen, da mir ein Plagiat drohte, nnd ich nahm! die günstige Gelegenheit wahr, mit ein Meisterwerk zn schaffen, das zeigen sollte, daß ich die Shakespearesche Technik in meinen Fingerspitzen hätte, wenn ich sie nur anzuwenden mich herbeiließe. Ich wünschte also den praktischen Beweis für eine Tatsache zu erbringe», die ich ost behauptet habe, daß sie nämlich die leichteste Technik der Welt ist. Aber die Aufführung erfordert: eine sehr schwierige Technik, so daß, in Wirklichkeit viel mehr McisUrschaft von den Schauspielern als von deut' Dichter gezeigt Werben muß. Ich bin kindisch verliebt in Blankverse und. ich! muß sagen, meine. Vorstellung von Glückseligkeit in einer besseren! Welt ist die, Stücke in der Art der Elisabethanischen Dichter zu! schreiben und sie jeden Tag zn rezitieren. Was sich England von! der Elisabethanischen Bühne bewahrt hat, ist das, daß, obwohl jeder Schwindler Elisabethanische Stücke schreiben kann, sehr wenige Schauspieler sie erträglich spielen können. Und so sind 6emt die Schwindler unaufgehört geblieben." „Sie glauben also,, daß Shakespeare ein reiner Schwätzer war?" fragt der Besucher. „Sie können mich nicht im Ernst danach fragen, ob ich etwas! glaube, Was ich nie gesagt habe," antwortet Shaw. „Aber ich sage, daß im Vergleich zu herrlichen Prosastellen bei Shakespeare viele seiner Blankverse kauderwelsch genannt werben müssen. Ich hätte die Höllenszene in „Mensch und Uebermensch" oder die Rollen des Priesters Sega» in „John Bulls anderer Insel" und! von Undershaft in „Major Barbara" viel leichter in Blankversen schreiben können als in Prosa, zugleich rethorisch, poetisch und scheinbar plaudernd. Danken Sie dem Geschick, daß ich der Versuchung widerstand, sank zu sein!"
Kömgspromenadc.
Man dar! die einzelnen Wörter und Silben nur in der Weis« miteinander oerbinden, daß man — wie der König auf dein Schach- brett — stets von einem Feld ans aul ein benachbartes übergeht.
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Auslösung in nächster Numnter.
Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer: Junges B r a u t paar.
Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und ©teinbructcret, N. Lange, Gießen.


