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Vie Tochter -er Hauser.

Heber die Tochter des Hauses als Haustochter veröffentlicht Dr Käthe Schiemacher im Seil. TM. einen lesenswerten Auf­satz kein Mr folgendes, besonders merkenswürdige entnehmen: Die Haustochter ist die All erWeltsaustzilfe. Gegen dieses unerfreuliche Los bürgerlichen Mädchen hat die Frauenbewegung lange, laut und mit Erfolg protestiert, hat betont, daß diese: Verzettelung der Zeit und- Kraft unserer! Mädchen jie zu nn- M'iqcn Hausfrauen, unwissenden Müttern, untüchtigen Bcrufs- arbeiterinnen macht, und daß mit diessn Gewohnheiten zu brechen sei, .weil die moderne Zeit im häuslichen wie im änßerhänslichen Berns neue Forderungen an die bürgerliche Frau stellt, ,-iiiß Folge war, daß- einerseits die besonders begabten, andererieitÄ die unbemittelten oder wenig bemittelten- Bnrgermädchen häufiger und gründlicher auf einen änßerhänslichen Beruf vorbereitet wur­den, als das früher der Fall war. Dank der Frauenbewegung öffneten sich ihnen auch irieljr Berufe, hoben sich die Arbeits­bedingungen, die Avaneenientsaussichten, die Gehälter. _ Wir brauchen nur an den LehrerinnenberN.f zu denken, der früher seinen Gipfel mit der Seminarbildnng der Leitung einer Privatschnle erreichte, während er die Fran heute durch das akademische-Studium zur Leitung öffentlicher Mädchenschulen führt. Sie sind nicht mehr in erster Linie und nicht mehr ausschlicßlich- Haustochter. Ich iueiß, daß die alte Ueberlieferung manchen gegenüber noch zäh aufrecht erhalten wird-, daß die Familien- aiigehorigen sie gern nach wie vor zur dienenden Haustochter! stempeln, statt ihnen häusliche Dienste zu leisten. Das bedeutet für die einen Konflikte, für die anderen Neberanstrcngung: die schwerste Schädigung der früheren Haustochter- wird jedoch für sie vermieden: die Verzettelung ihrer Zeit und Kraft, ihre llu- fähigkeit zu ernster Arbeit, ihre Wehrlosigkeit im- Daseinskampf.

.'Es sind nun nicht alle Mädchen begabt, und es sind nicht alle un- oder wenig bemittelt. -Tie Mädchen ohne ausgesprochene Begabung und die Mädchen ohne wirtschaftlichen Berufszwang bilden daher auch heute noch eine sehr stattliche Kategorie von Haustöchtern. Wir finden sie vor allem in den kleinen und mitt­leren Städten, wo die modernen Strömungen später- nitb schwächer hindringen, wo die Traditionen, die Vorurteile gegen das Neue stärker haften und die Bildungsgelegenheiten geringer sind. 'Sie Eltern aber entschließen sich schwerer zur Berufsbildung der Toch­ter, 'wenn damit eine Trennung vom Hause verknüpft ist, wie das in kleinen Städten immer, in mittleren häufig der Fall. Wir haben also in den Provinzen noch sehr viel 'Haustöchter, pud- in den bemittelten Kreisen der Großstädte nicht minder. Für! diese Mädchen ist die Frauenschnle gedacht. Die Frauenschule, wie sic in dem Re form plan der höheren Mädchenschulen für Preußen setzt vorgesehen ist, als Fortsetzung der höheren Mädchenschule gedacht, kann eine gute Sache sein. Wir wissen zwar noch nicht, wie die Ausführung des..Planes sich gestalten wird, immerhin darf dieHaustochter" nun nicht mehr mit 15, 16 Jahren als fertig" entlassen werden, sondern sie findet die Möglichkeit, in öffentlichen wie privaten Schulen noch zwei Jahre länger zu lernen, und zwar Hauswesen und Kinderpflege, Volkswirtschaft und Bürgerknnde, Rechts- und Gesundheitslehre. Das wird die Haustochter alten Stils ziemlich stark nmmodeln, ihr die über­lieferten Scheuklappen nehmen und sie von. vielen Unfähigkeiten und Untüchtigkeiten befreien.

Vermiete».

* Aus Königin Wilhelmines Jugeiid. 'Die eng­lische Gouvernante der Königin Wilhelmine von .Holland, Miß Winter, die zehn Jahre lang die Erziehung der jungen Prinzessin geleitet hat, erzählt in Girl's Own -Paper ans ihren Erinnerungen und gibt ein lebendiges Bild der ersten Kindheitsjahre und ersten Erziehung der künftigen Herrscherin. Wilhelmine genoß in den ersten fünf Jahren das heiter glückliche Leben eines ungestörten Jugendparadiescs. Sie hatte ein wundervolles Puppenhaus mit der niedlichsten Einrichtung, eine ganze Familie von Pnppcn- knaben und Puppenmädchen in allen Größen und ein Baby mit langen Kleidern, dem sie ihre besondere, mütterliche Sorgfalt zu- wandte. Die Puppen wurden zu Bett gebracht, gewaschen und spazieren geführt und mit all der betulichen Andacht behandelt, die ein kleines Mädchen solchem Spielzeug entgegenbringt. Da sie das einzige Kind war, so sorgte die Königin-Mutter dafür, daß sie häufig Besuch von anderen Kindern erhielt, und so waren denn ein oder zwei Nachmittage jeder Woche den Spielen mit einer ganzen Schar von anderen Kindern gewidmet, die für sie eingeladen wurden. Die kleine Prinzessin war sehr mutwillig und spielte ihrer Erzieherin manchen Schabernack. Da sie wußte, daß die Gouvernante, vor Käfern etwas Angst hatte, steckte sie ihr bei ihren Spaziergängen durch die Wälder von Wildlingen Käfer in die Tasche und wartete mit unterdrückter Erregung, bis sie herans'- krabbeln und von der Ahnungslosen -bemerkt werden würden. Viele Tage wurden ganz sijmi-Freien,verbracht, wo die Kleine mit nnermnd- lichem Vergnügen -aus ihrem Sandhaufen spielte. Im Sticken unterrichtete die Königin-Mutter die Prinzessin selbst. -Wilhelmine wurde viel mit dem Ausschneiden von Bildern beschäftigt, die sie

in ein Buch klebte, um bann kranken Kindern eine Freude damit zu machen. Der König erbaute für seine Tochter in der Nähe von Het Loo -ein reizendes Schweizerhäuscheii, das von einer ganzen kleinen Besitzung umgeben war. Dieses Gütchen wurde der Prinzessin zur.selbständigen Berwaltung anvertrant. Fürsten- kind und Gouvernante gaben sich mit Eifer landwirtschaftlichen Arbeiten hin, grüben und säten, pflanzten Kartoffeln und Gemüse. Besonderen Reiz bot eine 'kleine Insel in der Mitte des großen Sees, der zu dem Besitztum gehörte; hierhin wurden Entdeckungsreisen unternommen, hier Streifzüge,. Zigeunerlager und lustige Picknicks veranstaltet. Da -zündete die Prinzessin ein kleines Feuer an und röstete sich ihre Kartoffeln selbst, die. köstlich mündeten. Der König schenkte seiner Tochter vier Shetland-Ponys und zwei Wagen, so daß sie selbst kutschieren konnte und auch mit Vieren fahren lernte. Als der Schulunterricht der Prinzessin begann, beschlossen die Eltern, daß sie zunächst.nach denselben Vorschriften unterrichtet werden sollte, wie sie von der holländischen Regierung für die -Gemeindeschulen vorgeschrieben sind, und -der Rektor einer solchen Haager Gemeindeschule wurde zum Lehrer der Prinzessin bestimmt. Die .Unterrichtsstunden begannen, -als sie 6>ü Jahre alt war. Der Lehrer erzählte ihr zunächst nur Geschichten, di« sie ihm dann zwei Tage später wieder erzählen mußte. Ein sehr wichtiger Punkt in ihrer Erziehung und Vorbereitung für ihren zukünftigen Beruf war auch die Einrichtung, nach der sie der Reihe nach jede der Provinzen besuchte, eine oder zwei in jedem, Jahr, so daß der ganzen holländischen Bevölkerung Gelegenheit geboten wurde, ihre zukünftige Königin zu sehen. Als sie zmü ersten Male inkognito reifte und wegen Verspätung des Zuges lange Zeit auf hem- Bahnhof warten mußte, meinte sie nach zwanzig Minuten des Harrens:Na, wenn das inkognito reisen ist, dann finde ich es durchaus nicht amüsant."

* Abgetru m p s t. Gutsbesitzer:Tausend Mark bean­spruchen Sie jährlich für die Erziehung meiner beiden Söhne? Das ist ja enorm! Dafür kann ich ja ein Paar Ochsen haben!" Lehrer:Tie werden Sie auch haben, wenn Ihnen das Honorar zu hoch ist!" -

Grifelda-Glofsc.

lieber Gerhard H a u v t m a u n s Griselda, die kürzlich ans der Bühne erschien und einen sehr freundlichen Erfolg errang, ver­öffentlicht 911 i r e b Herr folgende nette Perse imTag";

Zwei Stücke deckt ein einziger Name, Die ziemlich scharf gesondert sind.

Das eine heißt: Tie Magd als Dame.

Tas andre: Eifersucht aufs Kind.

Die. beiden Stoffe nimmt der Meister.

Des Vaters ivilde Narretei

Mit dergekrönten Magd" verschweißt er Zn einem Stück? Es sind halt zwei . . ,s

So war es keine sehr bequeme Komödie, die er spielen ließ. Allein sie steckt doch voll Probleme Und voller Leuchten überdies.

Aus Wiesenheu und Ackerkrume

Quilll heller Schein, wie goldumhegt.

In diesem Werk wächst manche Blume, Die keines Andren Scholle tragt . . .

Es scheint mir wie die Vorbedingung Zur Abkehr aus dcr bangen Hast.

Das erste Wehen der Verjüngung.

Der erste Schritt zur alten Krast.

Charade.

Gar häufig wird jetzt das Erste genannt, Doch ist es noch keinem Menschen bekannt.

Das Zweite nennt dir einen Flächenraums Der Dritten Schar ist zu zählen kaum.

Nur Einen inmitten des Reigentanzes Erkennst du als unbewegliches Ganzes, llnb hast dii hieraus einen Adler entfernt, So bleibt, was der Tavczierer gelernt.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Arithmogriphs in voriger Nummer: Emma Meile Jllo Lama Elz Aala Ole Lola Aloä;

Emile Zola.

Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.