o

Redaktion: K. Neurath, Rotationsdruck and Verlag der Brtthl'schcü Universitäts-Buch« und Sttzlndruckerei, 8k, Lange- Gießem

lHU die Kinder zu füttern und für den Kampf ums Dasein W erziehen. Endlich verschwindet der männliche Teil itt cffc Winde 'und das Weibchen bleibt allein mit den Kleinen zurück als eilt Musterbild hoher Pflichterfüllung, der sie sich als Brut, als Gattin und Mutter mit all ihren Kräften geweiht hat. Unter den Säugetieren findet sich die ideale Ehe, in der Manu und Frau alle Freuden und alle Pflichten treu und liebend miteinander teilen, eigentlich nur bei den Menschenaffen, den Gorillas, den Schimpansen und den Sraiigntan'gs, die eine Ehe für das ganze Leben schliesse,l tuch gemeinsam ihre Kräfte der Auferziehung ihrer Jungen widmen. Gatten-Und Elternliebe sind bei ihnen zu einem sehr hohen Grade entwickelt, bei feindlichen Angriffen rettet sich das Weibchen mit den Jungen, während der Mann mutig dem Feinde entgegentritt. Ist das Weibchen allein, so schützt es die Kleinen mit seinem Körper und kämpft für sie bis zum Tode. Auch die Löwen führen ein recht gesittetes Eheleben, das aber hinter der lebenslänglichen Ge meist- schäft der Menschenaffen darin zurücksteht, daß es nur eine begrenzte Zeit dauert. Unter den Fleischfressern ist der

: Lbive der einzige, der solch ein wirkliches Eheleben führt. Bevor sie die Geliebte erringen, bestehen die Könige des Tierreichs harte Kämpfe untereinander. Wenn aber die Löwin erst einmal sich ihren Gatten gewählt hat, dann fügen sich die anderen Bewerber mit Würde in ihr Schick­sal und das Paar lebt eine Zeit lang treu vereint, ivobei die Königin gehorsam dem Löwen folgt, bisweilen selbst aus die Jagd. So galant soll der Löwe sein, daß er sogar der Fran das erste und beste Stück der Bente überläßt und nicht selbst essen würde, bevor sie gesättigt ist. Ist die Ehe mit Nachkommenschaft gesegnet, dann entfalten beide Eltern eine abgöttische Liebe nm die Kleinen. Die Mutter lieb­kost und leckt sie, spielt mit ihnen und läßt sich alles von ihnen gefallen, damit sie vergnügt sind; der Vater sucht ihnen die lectersteu und reichlichsten Mahlzeiten zu bereiten. In den meisten Fällen benehmen sich die übrigen Säuge­tiere nicht somenschlich". Die Zeit der Ehe dauert höchstens ein paar Tage, vielleicht sogar nur ein paar Stunden; dann geht jedes seiner Wege. Die Weibchen genießen so völlige Freiheit, bis ihnen die Sorge für die Auferziehung der Jungen erivächst. Dann allerdings geraten sie unter eine noch schlimmere Herrschaft als die des Mannes, nämlich tztnter die der Kinder. Bei dem anderen, nicht minder zahl­reichen Teil der Säugetiere hat jedes Männchen mehrere Weibchen und herrscht, über sie als unumschränkter Tyrann. Man denke z. B» an die Paviane, bei denen der Affen-Päpä seine Frauen schindet und mißhandelt und ihnen ein be­dauernswertes Schicksal bereifet. Bei anderen wieder, z. B. bei den wilden Äiderkäncrn, Hirschen,. Renniieren usw., winkt ihnen ein besseres Los. Ein Männchen lebt mit meh­reren Weibchen zusammen, aber diese sind ganz frei, dürfen tun iinb lassen, was sie wollen, und leben friedlich unter einander: der Eheherr wird nur ungemütlich, wenn sic sich etloa mit einem anderen Verehrer einlassen wollen. Dann achtet der Mann nicht mehr die ungeschriebenen Rechte seiner Fran, sondern stösst und schlägt sie recht tüchtig und dann herrscht iviedrr Rühe und Eintracht. Bei den Reptilien herrscht so ziemlich Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, aber ein engeres Verhältnis läßt sich bei diesen stumpfen Tieren überhaupt nicht feftstelleu. Bei den Fischen aber kann sich die Stetlnng zwischen Mann und Frau völlig verschieben: das Weibchen amüsiert sich und das Männchen muß bei den Kindern zu Hanse bleiben. Ein Be­weis dafür ist das Liebesleben des Stichlings, der alle Lasten der Ehe und alle Sorgen des Familienlebens auf sich nehmen muß. In seinem schönen roten Hochzeitskleid Laut er ein kugelförmiges Nest aus Wasserpflanzen und das Weibchen hat nichts weiter zu tun, als hier ihre Eier ab­zulegen, worauf dann der wackere männliche Stichling mit höchster Sorgfalt die Befruchtung vornimmt, das Ans schlupfen. der Jungen überwacht und. sie aüfziehl.

Auslösung in nächster Nummer.

Auflösung des Ariihmogriphs in voriger Nummer: Dollar, Adler, Soda, Gras, Rad, Oder, Sago, Zola, Erlz, Lord, Die, Olga, Saale;

Das g voste Loo s.

Vermischte».

C. K. Zunahme der Geburten in Frankreich. Die cheben veröffentlichte» amtlichen Mitteilungen über die Ge- bnrts- und Sterbeziffern in Frankreich, zeigen ein tvestmtlicheS Anwachsen der Geburten. Die Statistik erstreckt sich auf die ersten sechs Monate des Jahres 1.908, und der Vergleich mit der entsprechenden Zeit des vorhergehenden Jahres'gibt ein anschau­liches Bild über diese von den französischen Soziologen so lang ersehnte Wendung zum Besseren. Im ersten Halbjahr 1907 überstieg Hie Sterbeziffer die Geburtenzahl nm 55 007 Fälle, so daß bei einer Fortdauer dieses Verhältnisses das AuSsterbeu des' französischen Volkes unausbleiblich schien. Das vergangen« Jahr hat diese trübe Aussicht zerstört. In beit ersten sechs Monaten ist ein Gebtirteunberschust von 11'066 festgestellt worden. Diese Tendern »a erklärt sich keineswegs nur aus einem Ab- nehmen der Sterbeziffer, die von den 457 000 des Jahres 1907. ans 390000 des Jahres 1908 zufückgegaugen ist, sondern auch in einer absoluten Zunahme der Geburten von 402 000 auf 411000.

* Chinesisches erzählt ein Hamburger Kaufmann tm Februarhefte derWelt des Kaufmanns" (Herausgeber Johannes Buschmann, Verlag von Georg D. W, Callweh in München). Wir geben von den ergötzlichen Äeschichtchen eine hier wieder: Die chinesischen Provinzial-Regierungen besitzen eine große Reihe von Pulverfabriken, die auch wirk­lich Pulver machen köinieu. Und zwar so viel Pulver, daß. man von ganzen Pulverbergen sprach, die harmlos in un­mittelbarer Nachbarschaft volksreicher Städte lagerten. Es handelte sich wohl meistens nm Schwarzpulver, dcun sonst wäre es kaum möglich, .daß sich zwei Fälle ereigneten, die ich kurz erzählen möchte: Eine Pekinger RegierungS- Kommijfiou hatte beschlossen. Die. Erzeugnisse eines Provin- zialarsenals zn besichtigen. Die Besichtigung wurde natür­lich mit dem in China üblichen Pomp und einer Feicr- lichkeit, die bei uns lächerlich wirken würde, in Szene, gesetzt. Tie Geschütze, Die int Arsenal nach deutschen Mo­dellen liederlich nachgeahmt worden sind, werden umständlich' vorgeführt und finden den Beifall der Kommission, Die von Geschützen nichts weiter weiß, als daß man mit ihnen schießen kann. Die Kanonen werden mit den im Arsenal gefertigten Patronen geladen, gerichtet und abgeschossen. Leider versagt der erste Schuß. Es wäre auch das erstemal gewesen, daß altes gleich klappt. Da die Chinesen das wissen, wird der unbedeutende Fall mit bewundernswürdiger Ruhe, hin genommen und vorläufig nicht nach der Ursache geforscht. Als aber von 24 Patronen 24 Patronen nicht abgingen, und die Teestunde heranrückte, faßte man den bedeutsamen Ent­schluß, nach der Ursache des merkwürdigen Verhaltens zu suchen, und. da entdeckte man, daß man vergessen hatte, Pulver hineinzutnu.

* 'Na ja!Denke» Sic, Baron, eine halbe Million habe ich bei der gtftrigen Ziehung gewarnten; ist das nicht ein riesiges Glück?"Meine Gnädigste, ein doppeltes Gluck, denn jetzt haben Sie mich noch dazu gewonnen!" .

* Sein Glück.Na. wie gehts,, Joanm i«»Ywcht gehts. Wenns Schmerzensgeld fürs Anschießen net wär, nnw* der könnt' tun» verhungern

Bilderrätsel.

,CY