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sticht Wer sie lacfM Und es- war wahrhaftig eine Schande, daß Georg Werner des Mädchens Weltunkunbigkeit so ausnutzte.
„Hendrina, komm, ich wart' schon lang auf Dich."
Sic sah ganz erschrocken nach ihm und machte eine Bewegung, ivic um sich fester an den andern zu drängen, der ihn herauS-- svrdernd ansah. . „ , „
„Komm doch, die Leut' gucken ;a all nach Dir."
Nun machte sie sich los und ging neben Beert ’fcx, gaW hilfios wie jemand, der aus einem schonen Trauiu ausgestört i,t Und in Beert kochte der .Haß. Was nutzte es, wenn er neben ihr ging und sie bewachte. Er machte sich ihr ja doch verhaßt Imb als der unbequeme Aufpasser.
Es im noch zn früh zum Tanz. In den kleinen ZrmMern einer Weinivirtschaft drängte sich alles zusammen. Es ging laut Kn, Fremde, die gekounueu waren, um über Rheiueis zu gehen, Mischten sich unter die Einheimischen, der Wein machte Herzen 'und Köpfe heiß. Und als von brat Tanzlokal ein Trompetenstoß den Anfang des Tanzes verkündete, da strömte cs liirmenb und jubelird dahin. . ...
Diesmal hatte Beert Hendrina nicht von der Saite gelassen. Und als alles aufbrach, erfaßte er sofort ihre Hand.
„Hcndrina, geh mit mir."
Sie tat cs unwillig. Mer als sie sein blasses Gesicht, seine blassen Augen sah, erschrak sie.
„Ach Beert, was ist dann?"
„Du mußt Dich in acht nehmen, Hcndrina. Was sollen denn die Leut' denken! Die reden und lachen ja so schon über Dich.
darf man nicht sein, wie Tu bisst" ^citn $$ccrt
Er sah sie ratlos an. Was sollte er da jagen? Er ivußte es sticht. Und so schwer es ihm wurde, er mußte mit dem Llmeri- tkaner reden. Aber der würde nur lackten, das spöttische Lachen, das Beert nun schon kannte. Und ivas würde es wohl nützen? Nein, er mußte sie gehen lassen. In dem Trubel und Jubel würde es ja nicht so sehr aufsaltcn. Und er selber wolle mit ihr tanzen, so oft wie möglich, sie nicht ganz dem anderen tiberlafsen.
Als sie spät in der Nacht heinrgingen, da weht« es warm. Ein Sausen war in der Luft wie von Frühlingssturm. Hcndrina Und Beert gingen allein. Der Amerikaner hatte mitgclvollt, aber Beert hatte ihn so kurz ab gefertigt, daß er doch zurückblieb, freilich mit einem bösen Blick.
Hcndrina tvar sehr still. Und Beert brachte kein Wort Über die Lippen. Ter iveiche Schnee war halb getaut, ein häßlicher Brei bedeckte den Boden. Beert hatte Hendriua den Arm gereicht, doch sie kam schwer vorwärts. Nun legte er sorglich de» Arm Um sie und führte sie. Es war sehr dunkel.
Der Himmel war mit schweren, jagenden Wolkctl bedeckt, Manchmal lugte der Mond einen Augenblick durch einen Spalt, daun sahen sie den Weg. Sie gingen die lange Häuserfront hinauf, wo noch ein paar Laternen ein wenig erhellten. Aber dann! hörte auch das auf.
Zn ihrer Linken schimmerte schwach die Schneedecke des Rheins, so daß sie die Richtung nicht verfehlten, doch war es ein schlimmes Gehen.
„Wenn es so bleibt, wird das Eis schnell brechen," sagte Beert.
„Tas dauert nur ein paar Tage! Dann sind wir frei und schleppen nach Mannheim."
Sie blieb still. Bor ihnen tauchte der schwarze Schiffsrumps der Maria Hendrina auf. Eine helle Laterne pendelte am Gang-- bord. Und da überkam es Beert übermächtig. Der andere, der fremde Mensch, der sollte sie haben für alle Zeit, den hatte sie gern, der tjtittc ein Recht auf sic. Er hatte auch ein1 Recht. Hatte er sie nicht gern gehabt, säst so lang er beuten konnte? Hub durfte er sie nicht auch küssen, wenn sie sich von fremden Mensch-cn küssen ließ. Und wenn sie dann schon den anderen nahm, — einmal wollte er doch fein Recht haben, — und toenit es nicht sein Recht im, dann stahl er sich's — er war doch auch bloß ein Mensch von Fleisch und Blut, und dies Blut, das kochte jetzt in seinen Adern unb brauste in seinem Kopf. In seinem Arm hatte et sie ja, et brauchte sie nur zu halten, an sich zu drücken. Mochte denn koumreu, wie's wollte, ihm war es gleich, sie war ja doch! verloren für ihn.
Und er umfaßte sie fest mit feinen! starken Armen und küßte sie lu lebet unb wieder.
Sie wehrte sich gar nicht. Sie lag still in feinem Arm. Und das brachte ihn zu fich. Er ließ sie los, er taumelte.
„Ach, Hendrina!"
Sie hob das Gesicht nicht auf; es war weiß wie der Schnee, her auf dem Rheineis lag.
„Hendrina?"
Da fuhr sie zusammen.
„Hendrina, ich könnt' nicht anders. Und toenit einer da« gestanden Mit', der nüch gleich erschlagen hätt', ich hätt's doch gemußt, Hendrina, Du weißt ja, wie es tut, wenn man einen! Menschen so lieb hat — so lieb. So lieb kann Dich ja bet andere gar nicht haben! Das kann nicht so schnell koinmen und fo tief im Herzen sitzen!"
Bon der Maria Hendrina herüber kam die polternde Stimme des Alten:
„Beert, Hendrina! Watt steht ihr da und kuckt den Mond an. Ett is doch wahrhaftig spat genug zum Schlafengehen."
Aber die zwei hörten ihil kaum. Hendrina van Endert stand noch immer ganz still.
„Hendrina, ich bitt' Dich, bist Du bös?"
Da schüttelte sie leise den Kopf. Wer sie sah ihn nicht an. Er griff nach ihrer Hand und hielt sie zwischen seinen Händen, Sie entzog sie ihm nicht, aber er fühlte auch Beinen Druck. Doch jetzt tauchte drüben aus der Kajüte das Gesicht des Alten aus«
Gellend schrie er herüber: „Jetzt wird, ett mcr aber zu doll. Seid ihr dann ganz verrückt! Wollt Ihr Euch mi erüber machen?" Beert faßte Hendrinas Haud und leitete sie über das Gang« bord, das naß und glittfchrig war.
Ter Alte empsing sic scheltend. Beert taumelte die enge Treppü hinab, daß er fast kopfüber gestürzt wäre. Unten im Raum! warf er sich auf fein enges Lager und stöhnte.
Oben in der Kajiitc in ihrem Verschlage lag Hendrina. Ihre Augen brannten, ihr Herz schlug laut. In ihrem Kopf«! ging es wie ein großes Rad mit vielen hellen Lichtern und bunten: Flammen. Sie wußte gar nichts klar, sie kam zu keinem Gedanken. Aber aus dem Rad« heraus, zwischen den blitzenden! und glitzernden Feuergarben, da sah sie immer die zwei Gesichter — Georg Werner und Beert — und immer wieder Georg und Beert. Und ein grauer Schein war schon über dem Rhein, als! endlich die Gesichter in eins zu verschmelzen schienen — die Lichter auslöschten und Hendrina nichts mehr wußte von deik Geschehnissen der Rächt.
(Fortsetzung folgt.)
Nach dem Erdbeben.
Zustände rind Lehren des Unglücks.
II.
Es war hohe Zeit, daß ich von Catania fortkam. DaV kalte Regenwetter, vermischt mit Wind- und Erdbebenstößen/ der Egoismus und die Eitelkeit der Catanesen trieben michj fort. Der Egoismus äußerte sich in den unverschämtesten Zeitungsartikeln.. Mau verlangte, das; die geretteten Mcsfr- nesen sich alle in Catania ansiedeln und die Regrerung die Hunderte von Millionen, anstatt sie zum nutzlosen Wiederaufbau von Messina zu verwenden, an Catania abgeben sollte, damit dieses als Messina-Catania die verschwundene Hafenstadt ersetze. Dieses fast naive Ansinnen 'beweist, wie zersplittert die alte Griecheninsel noch ist, beinahe, wie das alte Hellas, wo auch Stadt und Stadt sich bekämpfen. Das Schönste an der Sache aber ist das, daß Calama gar keinen brauchbaren Hafen hat, die Regierung also mit SCO Millionen einen Hasen künstlich errichten müßte. Die Eitelkeit der Catanefeu aber äußerte sich in einem über- triebeneu Zurschaustellen der Trauer, in Straßenplakaten, Aufrufen, Ladcuinschriften und der Bildung von zahlreichen Hilfskomitees, wobei die Gründer zwei Fliegen mit einer! Klappe schlagen, denn als Gründer lassen sie andere zahlen, die Ehren aber heimsen sie allein ein, mögen diese nun in Krediterhöhungen, Lrdenszeichen oder, wenn es sich um Beamte handelt, in Beförderungen bestehen.
Die Fahrt aus der Flucht nach Palermo war schlimm; der Schnellzug, der eigentlich nur Flüchtige und Verwundete ■ anfnehmeu sollte, schlich wie eine Schnecke. Peinvoll wav auch für mich, der rch doch nicht helfen konnte, die fürchterlich einkeilende Umgebung der Geschundenen, Gequetschten/ innerlich Verletzten, denn, wie ich schon schrieb, das niederste Volk stellte die meisten Geretteten, und diese hatten Tage lang in ewigen Platzregen Messinas dnldend geharrt. Aber rührende Bilder sah man, junge elegante Merzte/ die von Conpö zu Coups eilten unb stöhnende Frauen, dis ihren Schmerz nicht verbeißen konnten, mit einer Sorgfalt in ihren Armen wiegten, als hätten sie in diese;: kleine: Kinder. Ein großer Kenner Italiens hat ja auch schon gesagt, daß die Süditaliener alle Kinder seien.
Welch anderes Bild bietet Palermo! .Herrlicher Sormeita schein, freundlich blauer Himmel. Die Deutschen, die rch


