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ziehenden und ja bisweilen ab
»)T fifi.'ntrtt ftitjlA Darauf zu feilt# daß unter dieici wenig an
ziehenden und ja bisweilen abstoßenden Hülle,sich^dte ausdauerndste Rasse von Europa verbirgt. Ter Teütone suhlt, daß er aus fast allen Gebieten des Lebens Triumphe erringt: Warum sollte er sich bemühen, seinen Mangel an persönlicher Anmut unter schonen Kleidern zu verbergen? Tie Durchschmitsdeutsthen beider Geschlechter scheinen die Gewohnheit, sich gut zu kleiden, eher jur etwa« Frivoles und Leichtfertiges anzusehen, das mit dem Ernst des deutschen Charakters nicht ganz überemstnmnt. Das^allgemeine Keblen von Eleganz ist eines der charakteristischstrn ,uerk nialc Berlins und die Berliner kleiden sich wohl Mit weniger Geschmack als die Bewohner irgend einer anderen Hauptstadt der zivilisierten Welt. Wo eine Gesellschaft M Berlin sich znsanmlenjindet, sei es nun auf den <tu®1 ’A}pj11 V„
aus den Rennplätzen, in b-eit Logen der Theater oder tn de» teuersten Restaurants, überall überrascht den fremden Beobachter die unzweideutige S ch ä b i g k e i t. In Berlin gibt es feine S.r aße, nw man etwa wie in Wieil oder in anderen europäischen Hauptstädten eine Schar elegant gekleideter Menschen bclvmideru konnü. Ter Fremde, der den Reichstag besucht, wundert sich.immer von neuem, welch schäbige Versammlung voll^eietzgebein mit de, parlamentarischen Vertretung die,er großen Nation betraut ist. Und wer die Gerichte und die öffentlichen Staatsamtcr besucht, empfängt überall den Eindruck einer schlecht aekteideten Bevölkerung. Unglücklicherweise erstreckt sich dieser ?Kangel keimvwD^ allein auf das männliche Geschlecht, sondern auch ans die Berliner Tamm, denen die Kirnst der eleganten Kleidung völlig mangelt, die in Paris, Wien und in Budapest >o Bezauberndes leistet. Ein Blick in die Logen der Berliner Theater enthüllt nicht nur unzählige Ungeschicklichkeiten imd .Faßlichkeiten der Stlev bitng, sondern zeigt auch Dutzende von weiblichen Vogelscheuchen. Und der wenig galante Sohn Albions fahrt in seiner freimütigen Kritik fort: „Tie Berliner Damen haben keine Bedenken, a»> den besten Plätzen eines Theaters in Flanellblusen oder m seltsamen Kostümen aus groben Stoffen zu erscheinen. Dze Emtomg keit dieser schäbigen Kleidung wird nur hm und wieder unterbrochen durch allerlei Exzentrizitäten, die sich der Ausinerkmnikelt de« fremden Beschauers mifcritngen und ihm Nicht selten einen völlig falschen Begriff mit nach Hause nehmen laßt von dem Kulturgrade, den das deutsche Volk in Wirklichkeit erklommen hat." Der Engländer kritisiert daiiN die Sitte der Herren, oft schon am Vormittag und überhaupt am Tage den Frack anzulegen, den der Engländer bekanntlich nur am Abend tragt und er erzählt Volt Berliner Geschäftsleuten, die ost schon am Morgen im Gesellschaftsanzug ins Kontor gehen, dort den Tag verbringen und dann am Abend mit zerdrücktem Frack und oft mast mehr tadellos gesteiftem Oberhemde in die Gesellschaft eilen, weil sie keine Leit haben oder zu bcgnem sind, sich erst am Abend umzuzietzen, „Die Berliner Danien haben eine besondere Vorliebe für ausgeschnittene Kleider und auch am Tage erscheinen sie bei alten möglichen gesellschaftlicheii Anlässen in ansgeschmttenen Rolien. Aber mit dieser seltsamen Vorliebe für den Frack und für das Decolletö sind die Exzentrizitäten der Beriilier Kleiduiig nicht erschöpft. Ein Blick auf die Straßen Berlins genügt, um dm oberflächlichen Beobachter zu überzeugen, daß die Schneiderei hier eine verlorene Kunst ist. Eine Dame, die wirklich elegant und annmtig gekleidet durch Berlin geht, setzt sich nur allerlei Verdacht aus. Es ist eine ständige Redensart in Berlin, daß gut» gekleidete Damen auf der Straße cntiDcber Ausländerinnen fuid oder Frauen von zweifelhaftem Rufe." Schließlich räumt der Engländer ein, daß die jüngere Generation Deutschlands, deren Blick durch Reisen im Ausland sich geschärft hat, sich von der „Schäbigkeit" der älteren abwenden und ihre Zuflucht zu Wiener und Londoner Schneidern nehmen, aus Stil in der Kleidung größeren Wert legen und so eine Umwälzung anbahnen, die sich vielteicht litt schon wenigen Jahrzehnten vollendet habm wird.
Vermischtes.
* Rodel — der, die, das? Da das mit diesem Wort gekennzeichnete Schneevergniigen immer weitere Kreise in seinen Bann zielst, ist folgende Zuschrift an die Mitteilungen des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins der Beachtung wert: „In Wintersportskreisen wird jetzt allgemein das Wort Rodel sächlich, Mitunter auch männlich gebraucht. Beides ist falsch. Ueberall da, wo dieses Fahrzeug schon von allersher Rodel genannt wirb, z. B. in ganz Tirol, sagen die Einheimischen die Rodel, Mehrzahl: die Rodeln. Es liegt gar kein Grund vor, das Geschlecht des Wortes zu ändern. Leuten, die diesen Sport schon vor 25 und mehr Jahren betrieben haben, muß es geradezu in den Ohren loch tun, wenn sie jetzt überall das Rodel imd der Rodel, in der Mehrzahl die Rodel, hören und lesen." — Den Anlaß für das Rodel dürfte die irrtümliche Voraussetzung einer Verkleinerungsform, Ivie in Mädel, Liebel, gegeben haben. Da sich aber in denjenigen Teilen des deutschen Sprachgebiets, wo das Wort nicht bodenlvüchsig ist Höic in Tirol, ein fester Sprachgebrauch noch nicht gebildet hat, wird man gut tun, die hier mitgeteilte Vorschrift zu befolgen.
Zu wünschen lväre, daß ein Sprachkundiger, dem die Rodel M Sache und als Wort von Jugend an geläufig ist, den Ursprung dieser Bemmnung denken könnte. Nahe liegt der Gedanke an die Wurzel, die in reuten und roden steckt und auf die auch das Zeih' wort rütteln, mundartlich roteln, zurückgeführt wird, indem eÄ wahrscheinlich zunächst von der Tätigkeit des Rodens gebraucht worden ist. Rüttelstuhl tväre keine üble Deutung, wenn man sich die Rodelbahn nicht außergewöhnlich glatt vvrstellt. UebrigmK kommt ein sehr ähnliches Wort dbmsalls in drei Geschlechtern! vor; neben das Rudel findet sich auch der und die Rudel.
* Bohßmiens. „Hast du meinen Brief erhalten?" —< „Meinst du den, wo du von den mir gelieluiien hundert Franken sprichst?" — „Ganz recht." — „Rein, — den habe ich nickst bekommen." ■ ,. , , .,
* Bekehrt. Vegetarianer: „Sapperment, letzt l>ab ich eine Fliege verschluckt! — Na, nu ist's doch mal alle mit dech Vegetarismus. Fritz, bringen Sie mir ein Eisbein!"
Literari-ches.
- Das Bauernhaus des OdenwaldeS und des siidivestlichen Deutschland von Professor K. HenkeI- manu, BenSbelm. Verlag Zedler u. Vogel, Darmstadt. In längeren Ausführungen verbreitet sich der Verfasser über cie Le- siedelnng des OdenwaldeS, über die Entstehimg u. f. w. der Ortsnamen imd gibt einen Abriß zur Geschichte des Bauernhauses uu Odemvald und int südwestlichen Deutschland. , Em besonderes Kapitel, ist dem Faclnvcrkban gewibmel. Zahlreiche mit Erlauler- mtgen versehene Bilder und Grimdriße erhöhen den Wert deS Buche«, das von großer Sachkenntnis und Liebe getragen ist.
..... Dr O Böckel, Dorfbilder ans Hessen und der Mark. Verlag von Emil Roth in Gießen. In seinem neuesten Buche verbreitet sich der bekannte und beliebte Verfasser über die unheilvollen Wirktingen der fortgesetzten Aufsaugung des Landes und seiner Bevölkerung durch die großen stabte. sind ergreifende Beiträge zu dem hochinteressanten Thema, tvie. die Natur von der Kultur überwältigt wird, wie auch die Laiw- bevolkerung unter dem Einflüsse dieses „Kulturfortschrittes , besser gesagt, dieses materialistischen Zeitgeistes, nicht mehr bte alte bleibt, wie all die Tugenden, welche unser Volk stark und groß gemacht haben, der neuen Tugend des Gelderwerben? weichM
der Verlag in
""'"Die Reihenfolge der einzelnen Bilder ist »ach dem Laufe der Tageszeiten geordnet. In malerischen Schilderungen entfaltet sich vor unserem Auge die Herrlichkeit des märkischen Klcstrn- waldes mit seinem schwellenden Moose und üppigen oarren- kräutern, oder des ttüchtlichen Sternenhimmels, oder des wogeiiden Kornfeldes, ober ber schönen Sommerszeit "iit blühenden Rohn und fiugenben Vögeln. Wir empfinden den Zander des allen Kirchleins abseits ton der großen Landstraße, des wohtgepflegteu Friedhofes, der rauschenden Dorflmde, der friedlichen Ubcmd
glocke, des lättdlichen sonntags. „ x .
„Der alte Bauernstand ist wie ein aller Hochivald. ul'- aebolzt ist er bald, aber ob er jemals wieder wachst, das ist sehr zweifelhaft. Wie dem verschwinden der Wälder die Wirbelstürmeso folgen der Zerstörung des Bauetmstandes die Erschüttemngm der sozialen Umwälzung." ,,
Aus diesem Geiste heraus ist das Buch geschrieben, das voll edler Begeisterung und herzlicher Liebe für das Land und feine Bewohner ist, und gern wird jeder die lieben Geschichten lesen, dir.
einer gut lesbaren und ansprechenden Ausstattung
heransgegebm hat.
Arithmogriph,
1 6 9 9 2 5 fremdländische Münze.
3 1 9 8 5 ein Raubvogel.
3 6 12 Mineral.
4 5 2 3 Futtermittel.
5 2 1 Teil eines Wagens.
6 18 5 ein Flnß.
3 2 4 6 Nahrungsmittel,
7 2 8 2 nngarischeS Komiiat.
8 5 9 8 einen Baum,
9 6 5 1 Titel.
6 9 8 spanischer Tanz.
6 9 4 2 weiblicher Vorname.
3 2 2 9 8 Nebenfluß der Elbe. ,
Die Anfangsbuchstabe« der gefundenen Wörter bezeichnen Wunsch zahlreicher Sterblicher. Die Erfüllung desselben geri aber nicht selten zmn Unglück.
Auflösung in nächster Nnmnicr.f
Auflösttng der Scherz-Eharade in voriger diuininerr M a § k c n f r c i h e i t.
Redaktion: K. Neurath. — NotasionSdruck und Verlag der Brühl'fchen Universitäts-Buch- und Steindruechrei, R. Lange, Gießen-


