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Bttchstaben-Rätsel.
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i, R. Lange, Gießen,
Redaktion: I B.: E. Heß. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schm Unkversttäts-!
veemischLes.
* >Der Sport in Japan. Wahrend die Japaner mit einer vielbewunderten Aiipassungsfähigkeit in kürzester Zeit fast alle Errungenschaften westlichen Kultur sich angeeignet haben, verharren sie auf einem Gebiete in strenger Abgeschlossenheit: dem Sport. Zum Teil mag das an den BerhältnrsseN -rhbes Landes liegen; für den Radfahrsport und für das Automobrlwejen sind die Straßen einstweilen Wenig geeignet, gute Pferde werden in Japan nicht gezüchtet, und die im Westen so populäreti Spiele, Fußball, Lawn-Tennis, Cricket uNd Golf Werden in Japan fast Nur von Europäern gespielt. Auch die europäische Fechtrunst findet drüben keine Pflege. Trotzdem mag es wenig Nationen geben, die die Ausbildung der Körperkräfte und die Stählung der Muskeln mit größerer Energie und in größerem Umfang pflegen, als die Japaner. Im Malin Macht Maurice Ronde t-
ihn Verhältnis zu dem Banausentum früherer Generatronen gebracht habe? Ich konnte mir dies kaum denken und setzte mich, um zu beobachten. Im Verlauf einer Vlertelstunde waren zweiunddreißig Personen, Männlern und Weiblem, Anqehöriqe der verschiedensten Stände, teils einzeln, teils in Gruppen an dem Bild vorübergegangen, ohne es eines Blickes zu würdigen. Sie alle aber blieben stehen vor einem Mosten, in der Nähe hängenden Bethlcheinitischen Kindermord eines unbedeutenden Malers, der seine Krreger in Blut waten und unter schrecklicheit Gebärden die blitzenden Schwerter schwingen läßt. Doch jetzt kam einer, der machte Halt vor Raffael. Ein suchender Blick ins rote Buch, ein kurzer Ruck des Kopfes, eine rasche Notiz —« und weiter wandelte stolz der „Mann mit dem Badeker und Bleistift". Er hat ihn gesehen, den Raffael, und wird Überall damit prahlen, daß er ihn gesehen hat. Wie er dies tat, erzählt er wohl besser nicht. Ich. ging ihni nach, und sah, wie er auch andere Bilder in gleicher Weise notierte, dieser „Kilometerfresser der Kirnst". Sicher „macht" et das ganze Museum in einer Stunde und hat nach seiner Henn- kehr „alles gesehen". Ms ich tzum Raffael zurückkchrte, war ich freudig überrascht. In eifrigem Gespräch standen zwei Jünglinge davor. Ihre Meinung über das Werk schien geteilt, wenigstens sprachen sie erregt aufeinander ein. Bei dem gedämpften Flüsterton der Unterhaltung waren nur abgerissene Sätze zu verstehen. „Erhöhung des Lmren- rhythnius durch die stupende Verwendung der Vertikale zu der Einheit des Kompositionsdreiecks . . . Harmonie der Farbe wie Mozartsche Musik!" „Aber die Mhängigkert von Lionardo, das ungeschickte Vordrängen des Fußes als Farbenklex, die Uebermalung, viel Schülerhände, hm, hm. . ." Wie angehenden Kunstkritiker schüttelten den Kopf, der eine hielt die Rechte tote ein Fernrohr vors Auge, der andere eilte auf das Bild zu, um es mehr anzuriechen,, als zii sehen. Wann sprachen sie im Fortgehen weiter und ich vernahm noch, einzelnk Worte, wie „Dreiklang der Farbenmelodie . . . fabelhafte Plastizität. . . scharfe Be- tonung der Gelenke. . ." Ich konnte ihnen nicht folgen, denn schon hätte sich eine ansehnliche Reisegesellschaft vor dein Bilde versammelt. Die Lorgnetten der eleganten Damen klirrten leise an den Goldkettchen, die Seide rauschte. Ein Herr in tadellosem grauen Gehrock begann: „Und hier, meine Herrschaften, sehen Sie Raffaels Gemälde die Madonna iiit Grünen; sie ist eines der lieblichsten Werke des Künstlers — one of the most lovely pictures of Rafsael, wandte er sich an einen wißbegierigen Sohn Albions —' „und verrät bei der Abhängigkeit der Komposition von Lionardos Anna selbdritt doch eine solche Eigenart, daß wir . . ." Ich hörte nichts mehr. Eilig war ich vor dieser knnstliebenden Horde, die tote eine Herde Lämmlem von Stadt zu Stadt, durch Galerien, Theater und „alle Sehenswürdigkeiten" geschleppt wird, ins Freie geflohen, und auf- atluend betrat ich den Theresienplatz. Sieh, das traf ich bald mein oben beobachtetes Publikum wieder, tote es kauflustig einen Stand mit „Postkarten und Reiseandenken umstand. Der eine hielt die Reliefansicht des „Bolksgartens! beim Mondschein" mit dem obligaten Liebespaar in Händen, ein anderer ließ sich eben durch eine Postkarte recht anschaulich über „Wien bei Nacht" unterrichten und der „Mann mit dem Bädeker und Bleistift" feilschte um ein Stuck polierter Baumrinde, auf der sich der Stefansdom in „echter Handmalerei" befand. — So herrlich weit haben wir es Mit unserer Erziehung lytr Kunst gebracht, was bleibt hier noch zu tim übrig! (Aus der Dürer-Bundes-Korrespondenzj.)
2. Ein Erdteil.
3. Bezeichnung im Geschästswesen.
4. Ein Küchengerät.
5. Ein Berg in Europa.
6. Ein Dors im Kreis Gießen.
7. Göttin eines Landes.
8. Namen eines Proseßors der Philosophie. p
Sind die Wörter richtig gesunden, so bezeichnen die Ansangsbuchstaben von oben nach unten und die Endbuchstaben von unten nach oben gelesen die Namen ziveier berühmter Manner. C. bcn.
Auflösung in nächster Nummern
Auflösung des Magischen Quadrats in voriger Nummer:
a, a, a, a, a, a, b, e, e, e, e, k, i, i, i, i, k, I, 1, 1, 1, l, 1, n, n, n, o, o, o. p, p, p, p, r, r, r, r, r, s, s, s, t, t, n, u, v, z.
Obige 48 Buchstaben sollen zu 8 gleichgroßen Wörtern zusammengesetzt werden, welche der Reihenfolge nach solgende Bedeutung haben:
1. Ein geometrisches Instrument.
Saint, der längere Zeit in Japan, gelebt Hat, interessante Mitteilungen über das japanische Sportwesen, das M semev straffen Organisierung eine HeimsWte den alten nationalen Traditwü bildet. Es ist eine große Gesellschaft, deren Organisation sich über das ganze Land erstreckt, die die Pflege des national rapanischest Sportes fördert: der im' Jahre 1895 von dem Prinzen Akihite gegründete Dainippon Buickukwai. Er zählt heute gegen 2o 000 Mitglieder und sein Hauptsitz ist in Kioto. Rondet-Samt Kat in Kioto das prachtvolle große neue Gebäude besucht, in dem die Bereinsmitglieder ihren Sportsübnngen obliegen. Die Pflege des kriegerischen Geistes ist es, was den Mittelpunkt diesen streng national gefärbten Bestrebungen bildet. „Win wollen die militärische Erziehung entwickeln," so heißt es in dem Programm' der Gesellschaft, „wir wollen das Volk von der Notwendigkeit dieser Erziehung überzeugen." „Es handelt sich nicht allem um die Abhärtung des Körpers; ein Meres Endziel winkt: der körperliche Mut soll zur Vollkommenheit getrieben werden Bon ihr hängt di- Fähigkeit des Mannes ab, alles Verächtliche und Unwürdige zu erkennen, er lernt es, großmütig und ehr liebend zu fein, er gewinnt die Fähigkeit zur Tat, selbst bis zum Tode, wenn die Gefährdung des Vaterlandes es verlangt Er lernt es, ein wahrer Japaner zu sein." Zwar pflegt der Buickukwai auch die Schießkunst, den Reitsport und das Bajonettfcchteu; tat größten Raum in seinem Arbeitspläne aber mirtmt doch die japanische Fechtkunst und 'das Jiu-Jitsu ein. Em Gang durch die TururäuMe des großen Vereins gibt ein tebendiges Bild von dem Eifer iind der Begeisterung, mit der die Japaner sich der Stählung ihres Körpers widmen. In der gewaltigen Halle, deren Rückwand durch einen großen Buddhaaltav gephmückt ist, stehen die Kämpfer einander gegenüber. Ein Zeichen und alles verbeugt sich 'vor dem Mtar. Alle Kämpfer tragen cm w-'ßeS Gewand. Die Gegner grüßen sich mit einer tiefen Beugung, dann legen sie sich gegenseitig die Hand über die srchultern und das Ringen beginnt. Kein Laut, kein schrei, kem Rufstvrt die spannungsvolle Stille des Kampfes. Mit ÄberraWwnder Schnelligkeit erfolgen die Angriffe, sicher und kurz ist die Abwehr. Bis einer den anderen mit einem raschen Ruck zu Boden gerungen. Dann gilt es, den Arm um den 9Lacken zu schlingen und den Ueberivuudenen niederzuhalten, bis ev sich für befiegt erklärt. Streng wachen die .Spielleiter, daß alle schuierzhaften .Grifft! vermieden bleiben. Jede Roheit ist verbannt. Tie sensationellen Tricks die in Europa so viel bewundert werden, )urb hier nicht zu sehen. Daneben üben die Fechter. Sie sind in alte rapanische Rüstungen gehüllt, die Füße ,lackt, die Hande durch giAtze Hand^ schuhe geschützt. Ihre Waffe ist eine lange starke teilte aus hartem Holze, die mit beiden Häirden geschwungen wird und m ihrer FoÄn das alte große Schwert der oamituai darstellt. . Du- selben höflichen Grüße vor denr Kampfe. Wer hier, beiden Fechtern herrscht nicht die gleiche Ruhe tote bei den
Ringern. Wilde Schreie begleiten reden AngAff und ieden«chrrtt «und steigern die Leidenschaft des KaMPM. Angriff und Pawdq wechselii mit -einer blitzartigen Schnelligkeit, die den enwMsckMt Fechter überMscheii. Oft käniipfen die Gegner fast Körper Körper Während 'hier der kriegerische Sinn tnt leidenschaftliche« Ringen von Mann gegen Mann sich entfaltet, «bendmußen die Bogenschützen. Bor emer etwa dreißig Meter entfernten mit weichem Don bekleideten Wand knien intb stehen die unh
bie Sicherheit, mit der sie ihr Ziel erreichen, verrat, mit welcheM Eifer tntb welcher Uusdauev dieser Sport getcht wird.
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