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Italienische Provinz, dlrabischen Titel.
in nächster Nummer -
I Eine dreifache Blüte dagegen ist sehr selten, denn mit der Bildung der überzähligen Blütenblätter verliert die Blume ihre Staubfäden und damit die Fähigkeit, sich fortznpflauzeu. De Bries hat in dieser Richtung mit Gänseblumen erfolgreiche Versuche unternommen. Die gewöhnliche Art enthält pro Blüte 13 bis 21 Blumenblätter und Staubfäden. Bei der Zucht erhielt de Vries eine große Anzahl Typen mit 13 21 Staubgefäßen, jedoch
I schließlich auch einige' mit 34. Er säte diese letzteren fort und I erzielte eine Blume mit 34 -36 Staubgefäßen; auf diese Art I erreichte er schließlich die doppelte Blume ohne Samen. Unter I welchen Einflüssen diese Umwairdlung sich vollzieht, ist heute I noch nicht erkannt. In manchen Fällen jedoch scheint eine wirk- l liche chemische' Reaktion vorzuliegen. Die beiden Arten, die ge- I kreuzt werden, enthalten je eine Substanz, die beim gegenseitigen I Auseinanderwirken eine Farbe erzeugen, die. in keiner der beiden I ersten Arten enthalten ist. Man hat dies Phänomen bei den I Platterbsen bereits beobachtet; Bontzou hat mit zwei nicht roten I Arten eine rate Bastardpflanze erzeugt. Die Erkenntnis diesev I Möglichkeit hat dann rasch zu verblüffenden Umwandlungen ge- I führt. Indem man die vereinzelten willkürlichen Bildungen der I Natur sammelte und fortpflanzte, gelang die Züchtung von Arten, I die unseren Vorfahren als ein Märchen erscheinen wWdeu: in I Amerika hat man z. B. Nüsse ohne Schale gezüchtet und ebenso I Pflaumen ohne Kerne, genauer gesagt, Pflaunten, in denen die I Mandel keine harte Schale hatte. Selbst der Duft der Blumen I ist durch Züchtung wandlungsfähig. Man hat Dalicn mit Mag- I noliendnft erzeugt. Nur in der Chrysanthemen- und in der I Orchideenzucht hat man nach Ansicht Professor Blaringhems bisher I feilte wesentliche Erfolge erzielt. Die ersten großen japanischen | Chrysanthemen, die zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts I nach Europa kamen, stehen den prächtigsten Erzeugnissen der I modernen 'Chrysanthemenzucht nicht nach und auch bei den Orchi- I beett haben die Züchter trotz aller Bemühungen keine wesentlichen I Resultate erzielt. Und nicht viel günstiger liegen die Verhältnisse I auch bei bett meisten anderen Blumenarten; Professor Blaringhem I Hat die hölländischen Bilder des siebzehnten Jahrhunderts darauf- I hin untersucht und gefunden, daß die dargestellten Blninen den I heutigen völlig gleichen."______________
I vermischter.
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Auflösung
Magisches Quadrat.
In die Felder nebenstehenden Quadrats >mo die Buchstaben A A B B D E E E E I I M B BRR derart einzulragen, daß die ivagrechten u. senkrecht.Reihen gleichlätttend folgendes bedeuten.
Eine Ruilurpflanze.
Stadt in Norbholland.
nicht, wenn gleich das Herze mir bricht, stet und be-
* Schlecht e s Gedächtnis. In einem interessante,j Schristchen, das im Verlag von Johann Ambrosius Barth-Leipzig ersehieuen ist, erzählt A. Piek mehrere tuteressanle Fälle von Gedächtnisschwund: „Boerhave, der berühmte Kliinker (1668 bis 1738) berichtet den Fall eines spanischen Tragikers, der nach einem schweren Fieber nicht bloß alle ihm früher bekannten Sprachen, sondern auch deren Alphabete vergessen hatte; es wurden thnt fmte Gedichte und Dramen gezeigt, doch war es unmöglich, ihn davon zu überzeugen, daß es seine Schöpsungen seien. Später begann er wieder zu dichten, und die Verse waren seinen älteren Dichtungen so ähnlich, daß er dadurch zu dem Glauben bekehrt wurde, deren Autor zu sein." Als Seilenstück hierzu wird von Linuö.berichtet, daß er im Alter, als er seine eigenen Werke las, ost attsrtes: „ Wie interessant, wie prächtig! Ich wünschte, ich hätte das geschrieben.. Es entspricht dieser Fall der auch sonst von lilterarisch lange Zett tätig Gewesenen berichteten Erscheinung, daß ztilveilen einzelne ihrer allen Prodnkle für sie jede persönliche Note verloren haben. So berichtet Laycock von Walter Scott, daß er, als eine Dame einen der Gesänge aus seinem „Piraten" ans seinem Schloße sang, sie nach dem Namen des Dichters fragte. Diese von Scott berichtete Tatsache erfährt eine interessante, Erweiterung durch cme andere über diesen Dichter berichtete Geschichte. Scott hatte die Erinnerung an ein während einer schweren Krankheit geschriebenes Weik so sehr cingebüßt, daß er sich an keinen einzigen Vorfall oder Charakter erinnerte; der Fall ist um so bemerkenswerter, als Scott das ihn, ans seiner Jugend bekannte Gerippe der ratsachcii, die im Ronian Verwendung gesunden, in der Erinnerung behalten, ober nichts von all dem, waS er als Romanzier hinzugetau.
* Mitleid. Geschworener (voMI Gericht zurückkehrend). „Vierzig Jahre Znchthans haben wir in dieser Sitzung verhängen müssen; ist das nicht schrecklich?" — Fran: „Ach J«, da bist dn doch gewiß recht inüdc, Männchen?"
* Läßt tief blickcn. Sepp (im Wirtshaus): „He, Acicht, wach auf!" — Michl: „Js denn b' Predigt schon ans?
---4—j--—~---Ä---e--4-----’Z-J--i----- ~--I ständig sollst du sein. Du sollst mein ei-gen sein.
2. Wir sein noch jung an Jahren, Soll'n auch nicht traurig sein, Müssen auch noch viel erfahren, Müssen auch Soldaten sein, Wir müssen zichu wohl in das Feld, Bekommen Säbel und kein Geld. Dgs macht uns Burschen viel Herzeleid, Ten Mädchen große Freud'.
3. Ich hört' ein Vöglein pfeifen, Das pfeift die ganze Nacht, Vom Abend bis zum Morgen, Bis daß der Tag anbrach. . ,
Schließ' du dein Herz wohl tu das wem, Schließ' eins ins andere hinein! Daraus soll wachsen ein Blümelein, Tas heißt „Vergiß nicht mein"!
In den Volksliedern aus der Pfalz, Band I, S. 172, Kaiserslautern 1909 steht das Sieb ebenso taktiert, und es findet sich dort am Schlüsse die Bemerkung: „Em treffliches Beypiel.für die Willkür, mit der das Volk den Takt behandelt!" Nicht weniger als 14 mal (wenn man die Wiederholung mitrechnet) lvechselk er ja Die Tatsache aber, daß das Volk, wie in dem genannten Buche angeführt ist, in 33 OEen der Pfalz ebenso taktiert singt, stu Vereine mit der Tatsache, daß das Volk bei uu» genau ebenso tut, sollte doch einmal dazu anregen, uachzuforichen, ob nicht doch das Volk noch einen andern Rhythmus (oder Gesetz) als den Takt in einigen seiner Lieder kennt. (Vgl. hierzu das auch oben über den Takt gesagte). — et«tt „frei haben die Volkslieder aus der Rheiupfalz „treu", was wohl auch richtiger ist Die 3. Strophe ist von wiiuderbarer Schönheit und gibt ein altbekanntes Bild wieder: „Schließ du Mem Herz, woh in das dein, schließ eins in's andere hinein, daraus soll wachsen ein Blümelein, das heißt „Bergißnichtmetn .
Die Wunder der Blumenzucht.
Auflösung des Zstcitcn-Rätscls in vorigerNummer: Nur wer sich selbst verläßt, d e r i st v erlasfem
C.K. In einem fesselnden Vortrage über die Veredelung I und Umwandlung der Pflanzen, den Professor Bla ringh em von der Sorbonne jetzt in Paris gehalten hat, enthüllte per I Gelehrte eine Reihe interessanter Einzelheiten ans der Werkstatt des Blumenzüchters'. Das Treibhaus, das die Natur überlistet, die Pflanzen von bett Jahreszeiten unabhängig macht, und uns mitten int bitteren Winter die duftende Sommerpracht leuchtender Rosen, bunter Nelken, seltsam geformter Orchideen und farbenglühender Chrysanthemen schenkt, hat tnt Bunde mit der Wissenschaft die Blumenfreunde mit manchen „Wundern beschenkt, deren mühevolles Entstehen der genießende Late kaum ahnt. Erst | kürzlich hat mau die Treibhauszucht, deren Ziel es ist, die natürliche Entwickelung der Pflanze zu beschleunigen und zu „forcieren , um ein eigenartiges Verfahren bereichert. 'Ate Treibhanspflanze Muß 'vor ihrer raschen Entwickelung Kräfte sammeln, sich gewisser maßen ausruhen und in einer Art Schlummer die nötigen Triebkräfte, aufspeichern. Ans Grund der Arbeiten von Beruard in Man jetzt dazu gekommen, die Pflanzen zu. narkotisieren, sie werden mit Chloroform oder Aether eingeschläsert und speichern so in dieser Zeit des stockenden Wachstums die Triebkräfte an, die ihrer späteren schnellen Entfaltung zugute kommen. Der erste systematische Versuch zu einer Uniwandlung der Blumenarten ist wn einem d euts ch e n Forsch e r ausgegaugeu, dem Botaniker Mendel, dar in seinen Versuchen mit wohlriechenden Platterbsen zeigte, daß sich aus drei verschiedenen Arten acht neue feste Typen züchten lassen und dann durch weitere Vermischung 27 mehr oder minder feste fortpflauzuugsfähige Arten. 'Mit vier verschiedenen PlatterbscuarteN ließen sich 32 bezw. 80 neue Varietäten erzielen. Diese Progression der Formenmöglkchkeiteii erklärt es auch, daß man in Frankreich zur Zeit Franz I. 50 verschiedeue Aepfelforten besaß, während man heute gegen 20000 kennt. Aeuyer ordentlich wertvolle Resultate ergaben die Versuche des berühmten holländischen Botanikers de Bries, der zum ersten Male unsere Kenntnis von der „Wandlung der Arten" systematisierte. Wie feststehend bestimmte Pflauzencharaktere auch zu sein scheinen, hin und wieder vollzieht das Spiel der Natur bei einzelnen Exemplaren doch irgend einen Wechsel: gelingt es> diese Pflanze dann abzusoudern, so ist cs nicht schwer, ihre Eigenart zum! festen Typus zu erhöhen. Lemoine z. Ä. sand inmb einen Zufall vor etwa zwanzig Jahren Flieder mit doppelten Blüten: cs gelang ihm, daraus eine neue bisher unbekannte Varietät zu züchten.__________________________________________________________ ,
Redaktion: K. Ne»rath. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schcn Universitäts-Buch- ,md Steindruckerei, R. Lange, Gießen.


