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giofUät, blickt uns versteinernd an aus seinem Werke. Der Grundriß des Baues stellt nach der Volksmeinung einen Nost dar, das Marterwerkzeug, auf dem der heilige Laurentius den Tod erlitt; er umfaßt ein Rechteck von 206 Meter Lange und 161 Meter Breite mit vier Türmen an den Ecken/ Durch sechzehn einsame, kalte Höfe führt der Weg in diesem weiten Bart dahin, der zugleich Kirche, Palast, Kloster und Kollegium und Mausoleum ist, Bibliothek, Ge­mäldesammlung und Rektquienschrein in sich schließt. Uetzer 86 Treppen schreitet man und durch 1200 Türen, gelangt vorüber ' an vierzig Altären, - zählt 89 Springbrunnen und 1111 Fenster, die sich nach außen, 1562 Fenster, die sich nach den Hösen öffne«,- Die Kirche und das Pantheon mit der Totengruft der spanischen Könige, der königliche Palast, in den; König Philipp, an Körper, nicht an Geist gebrochen, das Kruzifix seines Vaters in den Händen haltend, mit dem Blick auf die Pracht des Hochaltars der Kirche gestorben ist, _ sic scheinen von dem Feuer verschont. Zerstört ist die Casa del Infante, der feine Bau mit dem hübschen Garten, der für den Jnsantcu Gabriel in der zweiten Hälfte dcS 18. Jahrhunderts aufgeführt wurde. Bedroht ist besonders das Kloster mit den Kapitelsälen, in denen sich die gewählte Gemäldesammlung befindet mit schönen Werken des Ribera, des Tintoreito, des Greco und des Luca Giordano. In der Nähe befindet sich auch die herrliche im glänzenden Farben- schmuck des Barocks prangende Bibliothek, deren Hauptsaal 52 Meier lang ist und die 150000 zum Teil sehr seltene Bände beiWhrt. Die Handschriftensammlung umfaßt 4300 arabische, persische, griechische und andere kostbare Hand­schriften. __________

Csl Äi Nsdi.

Ein Spaziergang.

Von Gerhart H a u p t m a u n.H

Abseit vom Lärm, mit stillem Schritt hinan, Ins Oelbaumdüster, auf des Saumtiers «Maden: Steil, steinig und verschwiegen ist die Bahn.

Hrer mag die Seele rein vorn Siaub sich baden! Bon naben Hängen grüßt das liebte Laub Ter Goldlimone. Bläulich, von Terrassen, Wölkt die Olwe ernste Wipielmaffe»: Darüber hin ein Reih wie Silberstanb.

Wohin? Rur tiefer in die Schlucht hinein. Die schon von Ansang dich entrückt der Stunde» Wie Pallas' Goldhelm oben blitzt ein Schein. Wie Eumenidendonner mnrrt's int Grunde. Doch tief im Schatten, an der Quelle Raust, Hebt jetzt das Einhorn still das Haupt vom Rasen Und sieht mich an: die Roseimnstern blasen Und weiter äst e6, äugend klug und sanft.

Ttt weißes Fabeltier in Pallas' Hain, Erharrtest du mich einsam hier? Wie lange? .., Hoch ein Getrümmer hängt ins Tal herein: Tie Abendglut küßt Turm und Manerwange. Ist dies der Schtttt zerfallner Griechenpracht, yn der mich späte Pulse heintlich drängen? Soll ich die Seele an Getrümmer hängen?

Da schwingt ein Ton sich aus der WcckdeSuachl.

Heiß schwillt er auf! ES ist der alte Boror Ter Alenschenbrust, in Sehttsucht überquilleudr Aarkissos sinkt, gebückt in Strauch und Dorn, Tas Körbchen fleißig mit Oliven inllend Attfwachend spielt dazu der Drosseln Schlag- Und Echo tönt ein andrer Born der Siebet: Ter Knabe schluchzt, und schluchzend kommt es wieder, Im letzten Glanze lauscht der Frühlingstag.

Hinan! Dt! graues Bergnest über mir

Sollst dein versteckt Pygmäenvolk mir zeigen. Tie gleiche Dumpfheit über Mensch rmd Tier Und Gärten, die in ©tufen mit mit steigen. Zerwühlt der Eirund. Der Scholle Brodem, reich Ansdampfend, Früchte ohne Mast gebärend.

Der Gärtner, atmend, stöhnend und verzehrend, Jit Dumpfheit schmälend, seinen Früchten gleich.

Wir sind nicht dumpf, und rein ist unsre Brust Vom Brodem, driir die Götterbilder tu eben. Uns kann, die matte Quak und schale Lust Den leeren, weiten Himmel nicht beleben: Entgöttert die Rattw, so ganz wie er! Tie? unten rauscht die blaue Glut zu Lande. Ich sehe keine Beter knien am Strande. Und doch: du bist es noch, du heiliges Meer! Allein wer hindert mich, daß ich mein Haupt Zur Erde neige und Poseidon grüße?

Tas; ich in Ehrfurcht, wenn auch marktbestmtbt, Im Strahl des Helios die Singen schließe? Zeus Hypatos, daß ich, nntincnb, dir Den Hauch, den du mir schenktest, wiedetschenke k Wer, Aphrodite, daß ich dein gedenke Und deines einigen Götterstrahls in mit?

Wer hindert mich?Nicht ich!" Nicht dul Ich weiß!

Du bleichet Schmerzeusgoit, den ich nicht nenne, Ich fühle dich, o Haupt voll Blut und Schweiß, Und deine Stimme ist'S, die ich erkenne! Nicht du!

Ta klappt und klimmt ein müder Hui.

Sileinis führt feilt mog'reS Tier am Zügel, Sorglich und fromm: ein Kranker hängt im Bügel . . « Und durch die Lull erschiviltt Hosiaunatus.

Ligurischer Manu auf deiner Eselin:

Was blickst dii her anf mich aus wunden Sternen? Willst du mich kennen, landfremd tvie ich bin? Wir waren eins in tiefentstml'nen Fernen." O, Stuber! Eros zuckt im Auge dir Und schießt bett Pfeil: schon spür tch heiß die Wunde: Mit tiefstem Schmerze dehnt er die Sekunde Zur Ewigkeit und schenkt sie dir und mir.

Literarisches.

Illustrierte Zeitung, Leipzig, Vertag trott I. I. Weber. In der soeben erschienenen Nummer 3484 finden ivir die bebeutsanrsten Ereignisse der letzten Tage bereits in zahlreichen JllustraUvucn anschaulich wiedergrgebeu, so den Einzug des bri­tischen .Herrscherpaares in Berlin, Darstetümgen der .Hochwasser- katastWphen aus fast allen in Mitleidenschaft gezogenen Gegenoeit Detttfchlands. An die Reise des HerrscherMares erinnern auch die Bilder aus dem südasriümstchm Reiche König Eduards, indessen! der ArtikelZwei Gedenktage der Entwicklungslehre", der den in den letzten Moumeu so osk genMtnten Berliner Professor Plate zu!N Berfafser hak, den Jubiläen Darwins und Haeckels gilt. Im Mittelpunkt der starken Nummer steht als vielfarbiges Meister- 'stück moderner ReprobuktionMechuik die DoppelseiteLuthers letztes Bekenntnis"ach dem Gemälde von W. Pape. Ein umfangreicher, fesselnd geschriebener und reich illustrierter naturwissenschaftlicher Beitrag, der das Leben der Amrisenvölker zum Inhalt Lat, ein interessanter technisch-industrieller und sportlicher Teil, zahl- reiche. Bilder zur Tagesgeschichle, unter benot noch die dem Untergang derRepublic" gewidmeten, und mehrere große Illu­strationen wieUcbedingen am Bodensee", Originalzeichnung von H. Braun undFinkenwärder Fischerboote" von Ulrich HAmer hervvrgehoben seien,- vervollständigen den Inhalt.

Scherz-Charade.

Der Narrheit Szepter schwang Prinz Earneval,

Da ging ein hübsches Mägdlein auf den Ball, Wo aus der bunten Schar der Ersten und der Zweite«; Ein Jüngling sie galant zur Tafel wollt' geleiten.

O, Schönste aller ersten Beiden! Wäre _ Mit wohl vergönnt der Vorzug und die Ehre, Daß ich zum Contre Sie, dem nächsten Tanze, führte? Dürst' ich mir nehmen wohl die Dritte unb die Vierte?'*

Als er zuletzt ein Küßchen rauben 'wollte, Entwand sich ihm die unbekannte Holde: Weit geht die Drei und Vier der Ersten unb der Zwecken, Doch soll man. auch int Scherze nie das Ganze überschreiten.

Auslösung in nächster Nummer.

Auflösung des DiaiuanträtselS in voriger Nummer.

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Brehm

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Pirna

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H Wir entnehmen diese Ftncht der griechischen Reise Gerhart Hauptmanns dem Februarheft der neuen englischen Zeitschrift The Engi iah Review (Herausgeber: I. M. Hueffer).

Redaktion: R. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheu Universitäts-Brich- unb Steindruckerei, N. Lange, Gichem