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Anteil an den Pfandgebühren in den Schornstein schreiben. Um dies zu verhüten, strengten die Mahnbvten ihren Scharfsinn an, der darauf hinauslief, die Hilfsquellen der Schuldner ausfindig gn machen. Das Groschenmännchen weiß, wieviel Ellen Darm jeder Schuldner im Leibe hat, hieß es früher unter den Leuten, womit ausgedrückt werden soll: Er kennt die Vermögeusverhältnisse der Zahlungs- pflichtigen auf das genauste. —
(Schluß folgt)
Var Luftschiff im Kriege.
Die jüngste große Dauerfahrt des Grafen Zeppelin, bei der das neue Luftschiff trotz des schweren Unfalls bei Göppingen durch eigene Kraft nach notdürftiger Reparatur die Heimreise vollenden konnte, hat in England zahlreiche Betrachtungen hervorgerufen. In einem Londoner Blatte spricht sich jetzt der bekannte englische Kriegskorrespondent William Maxwell' darüber aus, welche Rolle die ver- vollkommueten Luftschiffe int Kriege spielen würden. Er spricht dabei von den beiden Schulen, die sich gebildet haben; die eine vertritt den Standpunkts daß das Luftschiff in seinen wichtigsten Leistungen stets auf den Kundschafter- dienst beschränkt bleiben werde, während andere mit reger Phantasie im Luftkreuzer eine der verderblichsten neuen Offensivwasfeu sehen, die um so vernichtender wirken ntuß, als sie in den Höhen so gut tote unangreifbar sind und nicht allein als Truppentransportmittel, sondern durch das Auswerfen von Bomben und Minen unabsehbare Verwüstungen in den Tiefen anrichteu können. „Künftige Er- fahrttngen," so sagt Maxwell, „werden zwischen diesen gegensätzlichen Anschauungen entscheiden. Wir müssen uns einstweilen auf jene Theorien beschränken, die durch die Praxis und durch Beobachtungen gestützt sind. Was wäre hie Folge einer Luftschifsinvasion? Würden sie mit Explo- sivstosfen beladen daherkommen unb trotz des internationalen Völkerrechts London in Stücke zerschmettern? Es fehlt nicht an Leuten, die dies bald für möglich halten, und die haarsträubendsten Bilder hat man bereits entworfen von der zerstörten Riesenstadt, die wehrlos einer Luftflotte preisgegeben ist. Wem die Wirkung der Cxplo- sivmittel aus eigener Anschaltung bekannt ist, den müssen solche Träume wie die Phantasien eines gestörten Gehirnes anmuten. Die Zerstörungskraft der Granaten und Torpedos ist gewiß gewaltig, wenn die Umstände günstig sind, aber niemals so gewaltig, wie man im allgemeinen an- nimint. Während der jüngsten Kämpfe in Konstantinopel war die Taschkischla-Kaserne die Zielscheibe eines lebhaften Artilleriefeuers; später verrieten nur einige unbedeutende Löcher in den Wänden die Beschießung. Port Arthur zeigte uacb dreimonatlicher Beschießung durch die schwersten Geschütze vom Land und von der See nur geringe Spuren der Zerstörung, ausgenommen in der enggedrängten Chinesenstadt, die unmittelbar am Hafen liegt. Die durch Torpedos von den Russen zerstörten Kriegsschiffe konnten trotz der gründlichen und planmäßigen Verwüstungen von den Japanern wieder zusammengesetzt werden. Ladysmith, das in vier Monaten mit 25000 Granaten überschüttet wurde, Überstand das Bombardement mit unbedeutender Beschädigung. Die Verschanzung der.Derwische beim Omdurman wurde von englischen Kanonenbooten mit Lidithgeschossen beworfen, blieb aber in Wirklichkeit unbeschädigt und die Verschanzungen von Pretoria, die stundenlang energisch beschossen wurden, überstanden die Prüfung mit der Vernichtung eines Ausguckpostens. Jeder neue Krieg beweist eher die Bedingtheit als die Furchtbarkeit der Geschoßwirkungen, und dem, der ans die Ebene vor Liao-Pang hinabgeblickt hat, als die feuerspeienden Geschütze der Japaner und Russen einen Stahlhagel heriiiedersandten, mag einige Skepsis verziehen werden. Es soll damit nicht etwa die. Harmlosigkeit der modernen Geschosse behauptet werden, sondern nur, daß ihre Wirkung von bestimmten Umständen abhängt. Wenn unter so günstigen Umständen aus sicherer fester Lage nach genauen Zielvorbereituirgen abgegebene Schüsse so unverhältnismäßig bescheidene Resultate ergeben, was wird man von Geschossen erwarten, die nur durch die Schwerkraft getrieben ans den Wolken herunter- geworfen werden? Zunächst müßte die Anzahl dieser Geschoße so groß fein, daß eine ganze Flotte von Zeppelins
den Himmel verdunkeln würde, die wiederum ein Ziel böten, das schwer zu fehlen wäre. Und nun das Zielen der Artilleristen in den Luftschiffen. Versuche in Frankreich haben gezeigt, daß aus einem Luftschiff Sandsäcke in ein Fort geworfen werden foulten. Aber Genauigkeit ist alles und wenige Zoll verhindern die Zerstörungskraft. Gewiß wäre London ein unfehlbares Ziel, und niemand wird bestreiten, daß es schwer beschädigt werden könnte, aber die Zerstörung wäre ungleich geringer, als die Phantasiebilder der Unerfahrenen annehmen. Die Sachverständigen stimmen überein, daß die Mitnahme von Geschützen an Bord der Luftschiffe und der Transport von Truppen eine theoretische Gefahr, keine praktische ist." Maxwell spricht dann von den neukonstruierten Geschützen zur Zerstörung von Luftschiffen, aber ex überschätzt ihre Wirksamkeit nicht. Die Luftschiffe werden seiner Ansicht nach im großen ganzen immer wieder nur von Luftschiffen bekämpft werden können. Das Luftschiff selbst aber ist trotz aller Fortschritte immer noch von der Gunst der Winde und der Witterung abhängig: „Als eine stets zuverlässige Waffe bleibt es daher außer Betracht." Die Verdienste des Grafen Zeppelin um die Luftschiffahrt erkennt der englische Kritiker bewundernd an, aber einstweilen liegt nach seiner Ansicht die einzige praktische Bedeutung der Fortschritte in der erhöhten Möglichkeit, die Luftschiffe zu Kundschaftszwecken zu verwenden. Eines Tages werden diese Grenzen sicher überschritten werden, das Luftschiff wird die Sicherheit des Seedampfers haben; dann aber werde es Englands Aufgabe fein, die Luftherrschaft zu ergreifen, wie es heute die der See. inne hat . . .
Vermischtes.
* Jemand einen Denkzettel geben. Das in seinem zweiten Bestandteile auf das lateinische schedula zurückgehende Wort bedeutet von Haus aus ein Blatt Papier, auf dem man für s ich etwas vermerkte, um sich gegebenenfalls daran erinnern zu können. Jedenfalls ein sichereres Mittel als der bekannte Knoten im Taschentuche. Er ist eigentlich der Vater unserer „Notizbücher". Natürlich konnte man einen solchen Denkzettel auch einem anderen geben, um seinem Gedächtnisse aufzuhelfen. In Hans Sachsens „Kauf- mantt mit bef Sackpfeife" erhält dieser, im Begriff nach der Frankfurter Messe zu reisen, von allen seinen Nachbarn Aufträge und läßt sich von ihnen Denkzettel darüber schreiben, um ja an Ort und Stelle keinen der Aufträge zu vergessen. Sicherlich würde er auch keine der aufgetragenen Besorgungen unterlassen haben, wenn ihm nicht ein widerwärtiger Windstoß alle diese Denkzettel in den Marn entführt hätte. Wie man sieht, hat dieser Denkzettel noch durchaus nicht die böse Bedetitung von heute, nach der er ein Etwas ist, bei dessen Anblick der andere sich an gewisse unangenehme Dinge erinnern soll. Aber er erhielt diese Färbung früh genug. Schon im „Lustig gesprech der tensel" (1542) heißt es:
Gott hat aber eins (= eines Males) beweiset seine Macht Und den Papisten ein Denckzedel bracht,
Tarin sie mügen lesen und scheit,
Das ir Praktik und anschlag gar nicht wöllen bestehen.
In diesem Sinne können nun auch Dinge, Vorgänge u. a. (z. B. Krankheiten) dein Menschen einen Denkzettel hinterlassen („geben"), der ihn an vergangene liebet erinnert.
* A.: „Was macht deine Frau?" — B.: „Weiß Nicht. a't voriger Woche entschlüpfte mit eine ihr mißfällige Bemerkung, und seither hat sie kein Wort mit mir geredet." — A. ochuellj. „Sag' mal, mein Lieber, was für eine Bemerkung war das?
Magisches Quadrat.
In die Felder nebenslehenden Quadrats sm» die Buchstaben BHEEIIKLLOOOO T ZZ derart einzulragen, daß die ivngrechtca", senkrecht.Reihen gleicl)laiile>id folgendes beoeimn • 1. Ein Naturprodukt.
2. Musikinstrument. .
3. Name aus der nordischen Mythologi • 4. Heilt oft die schwersten Wunden.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer: W e r z u s e h r sich e n t s eh u l d i g t, b e s eh u l d i g t s i w
Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Biich- und Steindriickerei, R. Lange, Gießen.


