Ausgabe 
16.6.1909
 
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Mittwoch den (6. Juni ;

1909 Nr. 92

nacht sagen zu dürfen, nein, das behagte ihm nicht. Und in der Neujahrsnacht, Schlag zwölf, tat er seinen letzten Honiruf und seinen letzten Spruch, den" er sich frist unter Tränen selbst gezimmert hatte, tote er das die Fahre all getan hatte, von Tag zur Rächt. Aber diesmal war ihm besonders weh uird heiß ntns Herz gewesen, und ganz groß kam's über ihn, als er auf der Kirchentreppe stand und tiefbewegt mit lauter, zitternder Stimme rief:

Hört, ihr Nachbarn, hört ihr Leute,

Wieder ging ein Jährlein heute. Wieder kam ein Jahr herauf, Geb' der Herr ihm guten Lauf! Euer Knecht, der Lukas, leget Horn und Stab nun tiesbeweget In die Hände euch zurück. Wünscht ein fröhlich Neujahrsglück! Lobt Gott den Herrn! Lobt Gott den Herrn!"

Dann ging er mit schweren Schritten. Ein Bursche rief:Hoch- der Lukas!" UndHoch der Lukas!" schrie's aus Leibeskräften rings auf dem Kirchenplatz und aus den Fenstern der Häuser. Und alle Neujahrsschüsse galten ganz besonders den» Lukas.

Das ivar sein Abschied gewesen. Meine Mutter hat's mir erzählt. Sie hat auch den Spruch behalten. Ich hab' mich aber sehr geärgert, daß ich zu der Zeit droben in der Dachkammer int Bette liegen mußte, der Bruder und ich, und daß wir beide so bombenfest schliefen. Denn da- wir Buben waren, haben wir gar gern geschossen, und zum Hoch,schreien hatten wir auch die rechten Kehlen.

Dann bin ich aber öfter zum armen Lukas gekommen, trug ihm einen Schirin hin, der ein Loch hatte, die Kaffee­mühle, die nicht mehr mahlen wollte, und der Lukas re­parierte alles mit sicherer Hand. Und billig, für ein paar Batzen. Man stand dann neben ihm, sah ihm zu, hörte seine Scherze und lachte mit ihm. Ja, selbst wenn man so traurig kam luie ich damals, da ich mit meiner.Geige gefallen war und sie zerbrochen hatte, wußte er einem Angst und Traurigkeit zu vertreiben, und allein schon die feste Zuversicht, daß er alles machen könne, stimmte eilten heiter. Dann war man nun auch in den Jahren, daß man drüber lachte, wie man sich ural vor dem armen Lukas hatte fürchten können, damals, da man -noch ganz klein gewesen war. So hatte die Mutter oftmals plötzlich ge­sagt:Der arme Lukas kommt guckt, draußen vorm Fenster!" wenn der Lärm zu groß ivar, den wir machten. Dann krochen wir mäuschenstill in die Ecken. Aber der arme Lukas kam nie. Da lachte man jetzt drüber.

Dann ein Jahr oder zwei später verhalfen wir alle Buben im Dorf dem Lukas mal zu einem schönen Verdienst. Das war auf der Kirchweih gewesen. Der Lukas hatte sich eine Bude aufgeschlagen und ein merkwürdig Spiel gemacht. Männlein u»td Weiblein, Ochsen, Esel und Pfe» - hatte er aus Holz ausgeschnitten und fein bemalt. Alics so schön naturgetreu, wie wir's noch nie gesehen hatten.

Der arme Lukas.

Eine Geschichte in der (Dämmerung von Wilhelm Holzamer.

(Nachdruck verboten.)«

1. Kapitel.

Niemand wußte recht, wie er ins Dorf gekommen ivar. Eines Tages war er dagewesen, ohne Warum und Woher, und gleich war er wie daheim gewesen. Es war, als ob er früher mal zu den Bewohnern gehört hätte, als ob immer ein Platz für ihn geblieben wäre, den er jetzt richtig eingenommen und ausgefüllt hätte. Niemand empfand ihn als neu. (M hatte so seine Richtigkeit, daß er auf einmal da war, ganz als ob man die ganze Zeit her auf ihn ge­wartet hätte.

Sv war er auch, der doch ein Fremder war, dem man das übliche Mißtrauen hätte ei tgegenbringen müssen, gleich bei allen wohlgelitten, vom Bürgermeister bis zum kleinsten Schuster, und alle mit ihm gut Freund. Selbst die ältesten Waschweiber wußten nichts Böses über ihn.

Er war schon ein bejahrter Mann, als ich noch ein Kind war, obgleich ich glaube, daß er älter aussah, als er war. Er ging ein wenig vornüber gebeugt und trug bis beinahe in den Sommer einen dicken Ueberrock, der schon starkpatiniert" war, und einen breitkrempigen Hut, der sein Gesicht beschattete. Man mochte sich dann fast fürchten vor ihm. Aber wenn man seine Stimme hörte Und seine guten Augen sah, ward man leicht zutraulich. Es war so etwas Väterliches in seinem Blick, das Kinder gleich herausfühlen, und ich erinnere mich, daß ich an ihn denken mußte, als ich zum erstenmal GoethesGe­treuen Eckart" las. Ja, daß er mir wie der getreue Eckart auch später noch oft vor Augen trat.

Er hieß im ganzen Dorfder arme Lnkas", und wenn das jemand aussprach, klang's beinahe wie ein Ehrentitel für ihn.

Meine Mutter hat mir erzählt, wie er damals sein Amt als Nachtwächter niedergelegt hat. Sie' begeisterte sich ordentlich dabei. Nämlich als ich noch ein Bub war, wurden die Stunden geblasen in unserm Dorf. Und als der arme Lukas noch gar nicht lange dort war, wurde ihm das Nachtwächteramt übertragen. Es ivar ein Ver­trauensposten, und der arme Lukas bot der Gemeinde die Sicherheit geradezu, daß nichts geschehen könne in der Nacht, Wenn er wache. Ein paar Jahre lang versah er sein Amt ttt treuer Pflichterfüllung, und nichts Uebles geschah in dunkler Nacht, nicht Brand oder Diebstahl.

Da wurden aber die Stechuhren eingeführt, und der Lukas legte sein Amt nieder. Es hatte für ihn den Reiz verloren. So wie ein Dieb durch die Straßen zu schleichen, von niemand gesehen, von niemand gehört, und nicht mal einen Spruch zu den Sttinden oder nur zur Mitter-