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Die Gartenbau Ausstellung in Berlin.
ziimengckröntcil Hallen des Ausstel-
«ingbaues nm Zovlvqi,chen Garten treibt der launische April
Mann davon entfallen auf das Regiment Beauvoisis. Es war das vorderste bei der Verfolgung. Auf Befehl des Prinzen Ferdinand warfen sich ihm zwei Schwadronen des hessischen l-kasselischeu) Lcibregiments entgegen und sprengten es -auseinander. Der Re- gimcutskomiuaudeur geriet selbst 'in Gefangenschaft. 'Tas Gefecht kam damit zum Stehen. Tie Armee der Verbündeten verlor im ganzen 2357 Tote und Verwundete. Annähernd die Hälfte waren Hessen. Dec Prinz von Aseuburg hätte als Generalleutnant das Kommando auf dem linken Flügel gehabt. Er war einer ders tüchtigsten Führer, an dem sein Corps mit Hingebung hing.
Wie war es zu dem Treffen bei Bergen gekommen? ■— Die sogenannte alliierte Armee unter dem Prinzen Ferdinand von Braunschweig setzte sich zusammen aus den mit Friedrich dem Großen verbündeten Engländern, Hannoveranern,- Braunschweigern und Hessen-Kasselern. Unterhalten wurde sie fast ausschließlich mit englischem Gelbe. In Ergänzung srühercv Abmachungen hatte sich der Landgraf von Hessen-Kassel durch den Vertrag vom 17. Januar 1759 zur Stellung von 19 000 Mann in britischem Sold verpflichtet. Im März 1759 hatte Ferdinand noch sein Hauptquartier in Münster in Westfalen. Am 30. brach er mit einem Teil seiner Truppen nach Süden auf, um die Oestrrr-eichcr aus dein Gebiet der Fulda und Werra zu vertreiben, also Hessen vom Feind zu säubern, und dann die südlich von Frankfurt stehende französische Mainarmee unter dem Herzoa von Broglin anzugrelst'n. Der erste Teil des Manövers glückte vollkommen. Dein Prinzen von Holstein war dabei die Ausgabe zugefallen die französischen Vorposten auf der nördlichen Seite dcs'Bogels- berges zurückzuwerfen. Unter ihm stand das hessische Grenadier- rearment des Obersten von Ditfurt, das nm 7. April das von l«0 Franzosen besetzte Bergschlop Ulrichstein stürmte. 'Am 10 April verlies; Ferdinand Fulda und rückte in Eilmärschen gegen Frank- jurt. Broglie hatte eiligst seine Truppen, 35 000' Mann, zn- tamiilcngezogen und eine feste Stellung nördlich von Frankfurt, voil Bergen bis Vilbel, eingenommen. Der Schwerpunkt ruhte in dem voii Natur günstig gelegenen und mit Mauern umgebenen ^crgcii. Ferdinand verstigte über 23 Bataillone und 35 Schwa- droneu, zusammen 22 000 Mann. Es war ein Wagnis, mit btefen an Bahl dem Feinde nachstehenden Truppen, die noch dazu durch starte Marsche ermüdet waren, den Gegner anzugreifen, der in wohlgeichutzter Stellung den Angriff abwartete. Es war am Karfreitag, am 13. April, morgens gegen 10 Uhr, als die Verbündeten angriffeu. ^n den Gärten vor dem Flecken Bergen kamen die hcfsischen und braunschweigischen Grenadiere hart mit den Franzofcu aneinander. Tie Franzosen wichen zcitlveilia bis rn den ^rt zurück, Manges an Munition zlvang dann aber die Anguiser zum Ruckzug. -sie risfen die hinter ihnen stehend« Abteilung des Prinzen von Ysenburg mit sich. Nun warf die französische Artillerie ihre Geschoße in die verwirrten Massen Auf «eiten der Verbündeten fehlte es an der nötigen Artillerie- iuc,( d'e. schweren Geschütze überhaupt noch nicht
« c lünri,L SiU'ci _mtb eine halbe stunde hatte der Kampf ^r-»rme\nt h--6rlVn^rt ~lC Franzosen hatten ihre Stellungen behauptet. Cs war gegen die ausdrücklichen Weisungen des vor- sichttgen Broglie daß feine Infanterie zum Teil dem zurück- geworfenen <ycmbe tu das offene Gelände folgte. Hier erlitten dir einzelnen Regimenter, fo las von Beauvoisis, die starken! Verluste, zumal nun auch Ferdinands schwere Artillerie ein» «trotte« war. 'Die Franros«» wurden wieder nach Bergen zu- ruckguvvrten. Bie Verbündeten behaupteten den dem Orte gegenüber liegenden Abhang des hohen Steins. Auf dem rechten Fttiaet L.Le?o^^'?^bel^eiuzuneh..nen. OberUb des Ortes aL
Corr? ' De^k- ^^nste des französischen Königs stehende fach, Corps. Ber mch, General DynheÄm wurde tötlich verwundet' aesL?L^ das SchMtfelch als der' Kampf ab-
fJmWL11 rVUlfc.- A"1- Verbündeten Halten sich mit Ehren ge- Hl',r6!C fvaren vergebens gebracht worden. Die ? dlnben tut Befitz^ von Frankfurt und der reichen Bu= f CUsbsr ^terau.^Jhr Gloirebedürfnis war reichlich "be- dF schwere stoß, den ihre Waffenehre bei Roßbach Bmalie'^hatte, war einigermaßen wettgemacht. Broglie wuroe als Held gepnefen, weit über fein Verdienst, das der Vorsicht bestanden hatte, einem Kampfe niitsr glcich> iiVoraiissttzungeu aus dem Wege gegangen zu sein Das Gegenteil mußte Prinz Ferdinand büßen mit einer meW 1 verlorenen Schlacht. Bei Münster am'
litb ÄSIb^-,'$<r^er s,:afiC1? ,ic.W wieder, die Alliierten gläiizimd Sieger. bheb fcer ""erliche Braunschweiger Prinz in Frankfurt jvar io ährend des Gesechtstages
litl-en Sf9V^Defe”' Kampf möchte sich bis in ihre Grenzen LLrAMZW-D Hs« SLW sollen" L 5 Tmsel getagt, und wenn ich hätte uiitfahren
in mißmutiger' Aufwallung letzte Schneeflocken und ein winterlicher Südwest pfeift kalt durch die Straßen. Er zerrt zornig an den frühlingsbunten Girlanden, die sich fröstelnd den Formen des Hauptportals anschmiegen und den mit hochgeschlagenen Pelzkragen Borbeieilenden erzählen, daß. da drinnen, dem Wettergott zum Trotze, alle lichten Verheißungen des Lenzes, die dunkle schwere Pracht des Sommers und die farbenreiche Melancholie des Herbstes ihre Wunder entfalten. Große Internationale Garten- ban-Aüsstellung. Ein warmer süßer Dust huscht durch flüchtig geöffnete Türe auf kahle Korridore und ringt mit der herben Feuchtigkeit der Lust, die der Eintretende mit in den Raum trägt. Kalt und abwesend klingen auf härten Steinfließen die Schritte wieder; noch eine Türe, , ein schwüler süßer Geruch schlägt dem! Eintretenden entgegen, ein Meer leuchtender Farben tanzt vor den Augen und nimmt erst langsam Form und Gestalt an.
Gleich am Eingang leuchtet ein weites Feld gelbrvt-glühender Clivia Miniata Hybriden auf, orangefarbene Staubgefäße gleiten an roten Blütenwändcn empor und ein Teppich sattdunkler grüner Blätter, saftig und ime kostbares Leder glänzend, saugt die letzten Erinnerungen grauer Winterlichkeit aus dem Blicke. Frühling rings; nein, reicher, üppiger Sommer in seiner stolzesten Gebe- lauue. Ein weites Parterre sarbeutruukener Azaleen baut sich auf. Im mächtigen Steigen türmen die Blütenwellen in der Mitte sich zu rauschenden Wogen und überfluten den weiten Raum mit einem helleuchtenden Sturm, der sich fast zornig an den Palmen, dem tiefen Grün und dem ernsten Braun der üppigen Crotoiipflanzen bricht, die, ein dunkler Schutzwall, die wogende Fläche von Rot, Gelb und Weiß rings in ihre Grenzen zurückdämmt. Rot ist es, das hier den Sieg davonträgt: in allen Abstufungen, vom zartesten lichtesten Rosa, das wie ein schwacher Hauch nur über ein leuchtendes Weiß hinhuscht, bis hinauf zu tiefduuklen, fast schwarz- roten Blüteukuppeln, die, gewaltigeu Leuchtkugeln gleich, dem schmalen Stamm entquellen.
Rach und nach entwirrt das Auge das prunkvolle Chaos'und vermag die einzelnen Stufen der breiten Farbeuskala zu überschauen. Hier drängt sich, zwischen schneeweißen Nachbarn, die Blütensülle eines üppigen tiefroten Azaleenstrauches zu einer massigen Halbkugel zusammen, das in seinem rauschenden Fluß an das innerlich glühende Weinrot alten Burgunders denken läßt. Nur hier und da lugt, schüchtern und waghalsig, ein verlorenes grünes Blatt durch die dichten Blumenwellen. Andere bringen das dunkle Pathos eines tiefen gesättigten Violetts, die schüchterne Zärtlichkeit eines lichten duftigen Lilas und jubelndes sommerfrohes helles Gelb. Daneben verdämmern hochgerundete Blunicnkuppeln int lichten, zarten Meergrün und mildern die massige Wucht der Form zu einer zärtlich verhallenden Melodie. An den Seitengängen wogen große Beete von Rhododendrons. Tie Farben, die bei den Azaleen noch mit freier Unbekümmertheit aufjubeln, weichen hier verhalteneren Klängen, die über breite Blütenblätter leise hinziehen. Es sind hier vorwiegend belgische Züchter, die die Frucht ihrer stillen Arbeit zur Schau stellen: zartweiße Blüten, — dem Rande entlang huscht ein schamhaftes Erröten; oder große stille Blumen von einem matten duftigen Zitronengelb, auf denen leichte Schatten von warmem Lila spielen. Aus Belgien stammen auch die üppig blühenden Ameryllisarten, ein sattes, heißes Rot in den geschwungenen großen Blumenblättern, oder ein mattgelbliches Altweiß, über das rostrote Schatten von gedämpftem metallischem Glanze hinhuschen. Daneben füllen die Kamelien ein Feld mit einem Zweiklang von duftigem' Rosa und immergrünfarbeneu Blättern, die blitzend das Tageslicht spiegeln. Wie einer Spielschachtel entnommen, gleiten die flachen, breiten, abgeplatteten rosenähnlichen Blüten über das saftige Laub. Dunklere Harmonien tönen aus dem Wald hoher Grotenbüsche. Rötlichi- braune Töne lösen sich aus lichtem oder dunklem Grün und geben Farbeukombiuationen von ernster, stiller Diskretion. An der Ecke fesseln einige Büsche mit kapriziös gekräuseltem Blätterwerk den Blick; eilt tiefes Rotbraun mit hellroter Umrandung, im metallischen Glaitz wie Kunstschmiedewerk .anzusehen. Auf schlanken hellgrünen Stielen wiegen sich die roten Einblätter der Anturien, über denen das leuchtend gelbe Blütenzäpfchen, in bizarrer Laune M kapriziösen Spiralen und gewundenen Fragezeichen sich ringelt. Ein belgischer Züchter daneben zeigt prachtvolle Exemplare von Mauneshöhe, auf denen der Sporn sich trotzig und kraftvoll gerade emporreckt.
In der etilen Halle ist es die überquellende fnrüenjubelndie Ueppigkeit der Blütenanhäufungen, die sich tu hochgehenden Blumenwogen entladet; int zweiten Raum ist es ein Parterre von Tulpen und Hyazinthen, in denen' der Ueberschlvang in allerlei geometrischen Farbeufiguren sich bändigt. Hier sind es die Triumphe der holländischen und belgischen Züchter, die. die Bewunderung des Blumenfreundes anziehen. Ganz wundervoll sind die prachtvollen Darwintulpen einer holländischen Tulpengärtnerei: schlank, steil und grazil streben die grünen zarten Blüteustengek senkrecht, fast bis zu Meterhöhe empor und heben die schlanken, züchtigen Blumen dem Licht entgegen. Da sieht man eine entzückende Tulpengruppe int zartesten, launisch opalisierenden Lila; daneben glüht das leidenschaftliche Schwarzrot der Andrea Toria- wulpe, über dem ein zartblänlicher Sammetglanz wie ein leichter Schleier spielt. Oder die jarbeuverwandtere, etwas vollere Leonardo da Vinei-Tulpe.
In den oberen Galerien ist das Reich der Nelken. Neben


