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die aber
mit
' I Mir aber entfuhr ein unglückseliges Wort. Ich be- tlHHt|U.llcu herrschte mich nicht mehr und sagte möglichst kalt — ich Er glaubte damit I lDe^j aber, daß mir die Stimme vor Aufregung beinahe
— Bitte, was wünschen Sie?
r— Ich wünsche gar nichts.
— Dann weiß ich nicht, warum Sie mit uns sprechen! Ich kenne Sie nicht und wünsche Sie auch nicht kennen zu lernen!
Er setzte sich, und die andern drei lachten. Ziesow sagte ganz ruhig:
— Lassen Sie doch die Herren. Sie sind Wohl taumj in einer Verfassung, daß sie einen kränken könnten.
von Wissen und von einer nia,-
Und ex setzte mir den Unterschied zwischen Rumänen, Serben Und Bulgaren auseinander. Er meinte, wir würfen sie alle in einen Topf und hätten keinen Begriff davon, daß es durchaus verschiedene Leute sind. Er sprach von der römischen Abstammung der Rumänen und solchen Dingen. D« steht Plötzlich am Nachbartisch ein Herr auf, tritt an Unfern Tisch und bittet Ziesow um eine Unterredung. Wir tpußten wirklich nicht, wie wir dazu kamen, und ich war äußerordentlich erstaunt, als Ziesow zurückkehrte, sich wieder
— Das ist von Halbasiaten nicht anders zu erwarten!
Da erhob sich der Serbe und brüllte mich an:
Wir werden uns draußen sprechen.
Ich tat nicht, als hätte ich ihn gesehen, sondern ging Ziesow davon. Im Lokal selbst wollte ich keinen Streit haben.
Die letzten Worte waren so laut gewesen, daß sich der Kellner Unwillkürlich zum Nebentisch umwandte. In mir ftieg die Wut auf. Aber ich beherrschte mich- noch, wenn mir auch alle Glieder schlugen. Ziesow, der dem Ktzllner die Speisen nannte, konnte nicht alles hören, ich aber mußte jedes Wort verstehen.
Nun rief der eine Serbe noch einmal: — Kolossal schneidig!
Mir war es, als ob der Zählkellner lächelte.
n™ ,w. mr °«,u tom«,. und Ich war I
da-'«-sicht b-z ZnUk-lln-rS b-dchch mich dazu, daß ich Ä 'ts.■ K m / I alle Selbstbeherrschung verlor, mich plötzlich zum Nebeu-
bewußt, dag wir beleidigende Aeußerungen I tisch hinüberwandte und fragte:
-ich mlZ« -Lin ~ ss-r-chln Sie mit ,mä?
limä Sie-bamyf? I i,er mit Zi-sdw btaugen groe[<»
Er meinte mit gedämpfter Stimme:
. ~ Dieser Herr, der mich da eben angeredet hat, hat Mich p,raupen gestellt, wir hätten es gewagt, über die Serben zu schimpfen.
Von Schimpfen war keine Rede. Zjch glaube sogar, dag wir, abgesehen von dem Worte „Gerber? gerade über dieses Volk kaum etwas gesagt hätten. Ich schüttelte den Kopf, aber wir wollten über das Serbenthema nicht weiter sprechen, denn wir hatten keine Lust, uns neuen Unannehmlichkeiten auszusetzen. Ziesow erzählte mir noch, er hätte diesem Herrn, nachdem sie sich gegenseitig vorgestellt, erklärt, es wäre ihm nicht im Traume eingefallen. Schlechtes von den Serben zu reden. Er glaubte, damit wäre die Sache wohl erledigt.
Uns war die Laune gestört, und die Nachbarschaft jener Herren mit den slawischen Gesichtern war uns jetzt keineswegs angenehm. Du weißt, daß Ziesow nicht der Mann ist, vor irgend etwas zurückzuweichen. Aber er sagte Mir leise, er wäre dafür, zu zahlen und zu gehen. mein?^eranlagungE^meine"^erven, "mein? nnchücksettge I - Fer Herren folgten uns augenblicklich. Es tart Natur, einen Streich. Ein anderer hätte es vielleicht für I X, J)ier Garderobe Sst einem heftigen Wortwechsel. Dw selbstverstSnblich erachtet, wie Ziesow eben sich zu ent- I ß^ben behaupteten, ich hatte ihre Nation beleidigt, ihr ferney. Aber ich tiftelte mir aus, wir müßten bleiben' I ^atronalgefuhl verletzt. »Lie gaben uns ihre Karten, Die Angst beherrschte mich, man könnte mir meine Nerven I bm einen „Ctojau Protitsch." Es blieb
anmerken. Go überlegte ich mir die Sache und überlegte an^r,S ^rig, als anch, ihnen unsere Karten M
und kam schließlich zu dem Entschluß, es lvürde feige fein I überreichen. Ich nahm noch emen Bleistift und schrieb gehe/lchsem bU ^rbeu vor uns wir ÜÄ g?ngen Afte?W" Uf‘ ”” flr^tCtt
Ziesow war zwar nicht meiner Ansicht, aber er fügte ,fon”te Begegnung nicht vergessen. Liesow
sich meinem Wunsche. Wir tranken noch eine Tasse Kaffee I behauptete, es wurde nichts weiter daraus werden, unbi Wer wie du dir denken kannst, kam unsere Unterhaltung & es doch sehr zweifelhaft, ob Rüpel dieser Art uicht recht in Gang. Wenn man am Nebentisch eine I hitisfaktionsfahig waren. Was sollte schließlich dabei her-
Oesellschaft von Leuten sitzen weiß, offenbar die Ohren I Auskommen.
auf jebe Silbe, die man sagt, na, da erstirbt einem , „„ Eigentlich wollten wir am nächsten Tage Wien ver-
natürlich das Wort im Munde. Ich merkte, wie die Herren I bassen, aber das hätte wie eine Flucht ausgesehen. NUN
^unausgesetzt beobachteten. Sie schienen nicht dieselbe I mußten wir erst einmal die Angelegenheit abwickeln.
M-cksicht M wahren wie wir, sondern redeten offenbar fort- mni\
während von uns. Aber sie waren insofern besser daran I tFortsetzung folgt.)
«wem Bekannten, dem Bruder von dem als sie serbisch sprachen, während wir deutsch reden mußten Zwueu Ziesow von unserem Regiment, beim Sacher, dem Ich denke mir wenigstens, daß es serbisch gewesen A Restaurant hinter der Oper. Wir unterhielten uns über Mein Gott, wer soll denn serbisch lernen außer den Gerb n alles mögliche und dabei sprachen wir von diesen und jenen I selbst!
Völkerschaften Oesterreichs. Wir hatten bei unfern Aufent- Wir saßen so Nock! zwei Stunden Die Leit tnnrha Ny» Wien die verschiedensten Idiome gehört und Machten mir unglaublich lang. Uni dabei Üb'erfiel's mich immer ort gesehen, und ich weiß noch, daß Ziesow sagte: „Im Grunde I wie die Ahnung von etwas Bösem. Mit einem Wortr Wfwnn'.en gibt eö doch bloß zwei Hauptstämme in Oester- meine Natur regte sich. Ich empfand die Anwesenheit der UTtb dw Ungarn, die Tschechen, I Leute drüben als stete Bedrohung. Wir hatten nichts n»In-vwmen doch kaum in Betracht.' Ich I mehr getrunken, aber die Serben ließen sich einen Schnaps aiuMtnm u,ks«rukmeit ; ln Betracht genug, UM das nach dem andern geben, und ihre Stimmung wurde immer Deutschtum in Böhmen einfach an die Wand zu drücken. I erregter. Es wäre vielleicht das beste gewesen, wir wären wvil dabei erwähnen, daß wir nicht etwa angeheitert I nun doch gegangen. Denn die Herren — es waren vier nprm'hifHnPT Lw, seinen Ziesow ist ein sehr I — hatten offenbar die Absicht, uns auszuhungern, wie
^j-chvvfiiger, sehr nüchterner Mensch, vielleicht etwas zu I man sagt. Sie wollten das Feld behaupten. Da sagte bin Glas Sekt ver- plötzlich, als wir endlich doch den Zählkellner gerufen by,vnd daß ich I hatten, derselbe Herr, der sich vorhin an Ziesow gewandt, erinnerst du dich wohst Ich glaube ! in einem nicht sehr glücklich nachgemachten sogenannten
also, behaupten zu können, daß unser Gespräch nicht über-l „Jordeton"- mäßig laut geführt wurde. — Kolossal schneidiq'
Tschechen weiter auf die vielen Ziesow und ich blickten uns an. Der Zählkellner machte Naiionalttateii, die in und um Oesterreich gruppiert sind. ! die Rechnung. Da sagte wieder einer der Herren nm G weiß nicht recht, was wir eigentlich sagten, ich glaube Nebentisch 19 öm
Slawen im allgemeinen redeten, - So ein Berliner erlaubt sich alles. Die sollten von der Llawengefahr, die den Germanen einmal drohen I bloß mal zu uns kommen'
würde. Ziesow hat sehr ausgeprägte Politische Ansichten, ‘ Die letzten Worte waren so laut gewesen, daß sich durchaus nicht engyerzig sind. Er ist ein Mensch I der Kellner Unwillkürlich zum Nebentisch umwandte. In .E^vhnlichen Bildung. I mir stieg die Wut auf. Aber ich beherrschte mich noch,


