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miders denken, mögen selbst seine eigenen Jünger int Suchen nach der Wahrheit manchen Stein aus Darwins Lebens- iverke brechen — jenes geistige Gilt, jenes Neue, das er Uns geschaffen, jene unmittelbare Anknüpfung an die Natur inib das All, werden ihm noch kommende Jahrhunderte danken.
In diesem Sinne gehört er tiicht nur der englischen Nation, nicht nur seinen Anhängern, die in ihm den Bahnbrecher und großen Forscher verehren, sondern der ganzen Menschheit! Lud w. A n k e n b r a n b.
Eine Schlittenfahrt durch Nordsibirien.
Die Schilderung einer Schlittenfahrt, bei der er als erster Europäer die sibirische Post 1200 englische Meilen durch die nn- wirtlichen Gebiete Nordsibiriens geführt, gibt Oscar Jden-Zellcr iit „Ueber Land und Meer". Der Reisende hat die im äußersten Nordosten von Sibirien liegende, bisher noch garnicht erforschte Halbinsel Tschulzotst in ihrer ganzen Länge durchquert und auch, bevor er sich an die Grenze dieses Gebietes durchschlug, vielfache Gefahren und Schwierigkeiten überwunden. Um seinem Ziel, der Beringstraße, näher zu kommen, verpflichtete er sich, als Postillon die sibirische Post von dem Städtchen Werchojansk bis nach Sredne- Kolhmsk zu bringen. Die Postpakete und Briefe und Wertsachen befanden sich auf sechs schmalen, von zwölf Remitieren gezogenen Schlitten, während er selbst mit dem Kutscher ans einem siebenten Gejährt Plah nahm. So ging es hinaus durch die nnerineßliche Tundra, dahin in der Zone des asiatischen Kältepols durch Eis und Schnee. Ter eisige Wind schnitt wie mit tausend Messer» in die Lungen; der entschliche Frost stmnpste alle Empfindungen ab Und schläferte den klagenden Ton der Wölfe, die die Schlitten au? weite Strecken hin in einiger Entfernung begleiteten und mit ihren grünen, unheimlich flimmernden Augen immer wieder zu beiden Seiten des Weges austanchten. Rach zweitägiger ununterbrochener Fahrt kam man zu der ersten kaiserlich-russische» Hilfspoststation, der armseligen Jakutenniederlassung Küreliach. Voller Freundlichkeit wird der Reisende von den Bewohnern empfangen. Sie fragen ihn aus: „Wer bist Tu? W.her kommst Tn? Wieviel Frauen besorgen Tein Haus? Handelt Euer „Knäs — in diesem Sinne „Kaiser" - auch mit Tabak und Schnaps?" Tann werden die Kleidungsstücke von der Mühe bis zu den Hosen besichtigt. „Man klopft mir vertraulich auf die Backen und ergeht sich in Schmeichelausdrücken darüber, wie schön fett ich sei. Tann bittet man zn Tisch. Ein großer, russischer Eimer nimmt die Suppe auf. Eine umfangreiche Holzmülle, die verteufelte Aehnlichkeit mit einem Schwcinstroge hat, muß als Bratenschüssel dienen. Jeder seht mit untergeschlagenen Beinen auf die Erde, bekommt dann ein mehr als faustgroßes Stück Fleisch, und ohne Teller, Messer und Gabel gehl unter gewaltigem Schmähen und noch größerem Redeschwall die Mahlzeit vor sich. Man nötigt mich beständig, mehr zu essen, und scheint absolut nicht zn bemerken, daß ich nur mit Hängen und Würgen ein kleines Stück Fleisch vertilgt habe. Pferdefleisch ist eben niemals meine Spezialität gewesen. Als ich dann nach Beendigung der Mahlzeit meine Gastgeschenke austeile: etwas Tabak, eine Kleinigkeit russischen Ziegeltee, einige Stücke Zucker, ein paar bunte Perlen und einige Nähnadeln findet der Jubel kein Ende. Tie. Hansmama betrachtet Mich alsbald als ihren Schwiegersohn und führt mir auch gleich „probeweise" die Brant zu. Ta hilft nun kein Protest, ich'muß mich noch zu einem Brautgeschenk verstehen. Und so gebe ich denn meiner „Matuschka" schweren Herzens ein buntes Taschentuch, das sich in ihren Händen alsbald in ein Kopftuch verwandelt. Der Schwiegervater erhält ein großes Paket Tabak. Die Schwieger- mutter begnügt sich mit einem Taschenspiegel und einer Rolle schwarzen Zwirn. Dafür habe ich nun freilich das „Aufgeld" für Matuschka bezahlt und das Recht erworbeir, sie demnächst zu ehelichen. Nachdem ich mich gründlich ansgeschlafen, ziehe ich es aber am nächsten Morgen vor, den Heiratskandidaten wieder mit dem Postillon zu vertauschen." Mit den Jakuten schloß der Reisende überhaupt gute Freundschaft. Tiefe wenig gesprächigen, aber freundlich-lieben Menschen, denen das harte Leben aus den Gesichtszügen zu lesen war, zeigten sich unermüdlich in allen Freundschaftsdieusteu: sie sind »whl die treuesten Vasallen der russischen Krone und von seltener Ehrlichkeit und Güte in ihrem Charakter. Sie wissen, daß der «Tod bestündjig vor ihrer Tür. lauert, und so sind sie feierlich in ihrem! Wesen und fromm in lrhrem Tun.
< .^dcckcuweise war die Kälte so groß, daß Iden -Zeller im Schlitten erfroren wäre und dann lieber int hohen Schnee neben dem Schlitten herlief. Ließ die Kälte nach, dann setzte schwerer grauer Nebel ein, der allmählich den Schrecken der tief dunklen Polarnacht wich. Endlich tvar mair air den großen Seen attge- langt, die die Grenze des ,Kreises Sredne-Kolynsk verkünden und viele Meilen iveit durchs Land hinziehen. Niir unwillig
-erajr ü < wagten sich die Reunkiere über die spiegelglatte Eisfläche und kamen mit ihrer Last kaum vorwärts. Ein furcht-.
barer Nebel ümhullte alles Md keß schon den nächsten SchlitM mcht, mehr, unterscheiden. Plötzlich war der Reisende mit jeinenti Schlitten m offenes Wasser geraten. „Mir rann es eisigkalt übenden Rucken, mein Schlitten schwamm zwar und mit ihm dre braven Zugtiere, aber wie lange könne das dauern^ Wie bald nmßte ich unter die Eisdecke geraten! In einer solchen Situation gebiert der Bruchteil einer Sekunde mehr Gedanken,' als es sonst Stmlden verinögen. Meine Kleider begannen bereits zn gefrieren, aber ich empfaiid nicht den physischen Schmerz, sondern beobachtete nur das seltsame Schauspiel, wie die Remitiere mit ihrer schweren Bürde versuchten, schwimmend festes Eis zu gewinnen. Und es gelang ihnen. Zitternd nnb schnaufend arbeiteten sie nch förmlich mit allen vieren zugleich wieder auf das rettende Eis. Tie Zugtiere sowohl tvie mein eigenes Ich waren vollkommen in eine glänzende Eiskruste eingehüllt. . ." Auf der nächsten Station bot sich ein neuer gräßlicher Anblick; em Bär hatte eine Jakutenfamilie beim Holzsammeln überrascht/ Vater und Mutter getötet und den Sohn schweb verwundet; auf denk Schnee lagen die blätüberströmten Leicheii. Nach einer letzten anstrengenden Tagereise.traten die Schlitten endlich in Sredne--. Kolym.sk ein, wo die politischen Gefangeisen den deutschen Reisenden zu ihrer Weihnachtsfeier einluden. Unter vergrämten und erbitterten Menschen, bereit Lustigkeit etwas Gequältes und Wildes hatte, in einer, dumps gedrückten Atmosphäre von Empörung und Trunkenheit feierte so der Reisende int fernen Sibirien Weihnacht und zugleich den Abschluß seiner denkwürdigen Fahrt. C. K.
vermischte».
* Warüm Katzen auf die Füße fallen. Man hielt in Gelehrtenkreisen noch vielfach an der Meinung fest, daß es noch nicht einwandfrei nachgewiesen wäre, warum Katzen und ihnen verwandte Tiere beim Niederstürzen immer auf die Füße fallen. Ein Londoner bekannter Zoologe glaubt diese Frage nunmehr gelöst zn haben, indem er an einem Modell nachweisen will, daß es lediglich der Schwanz ist, der den Tieren diese Fähigkeit verleiht. Tas Modell des (belehrten besteht in einer Röhre ans Karton, an der an Stelle der Beine vier Rutenbuschel sitzen.. Der Schwanz ist mit Gelenkeit versehen, die sich biegen lassem Bei den Vorführungen des Modells ergab e8 sich, daß Stürze! aus jeder Höhe, bis zu 25 Meter hoch, durch Biegungen des -Schwanzes reguliert werden konnten, denn immer fiel das Katzenmodell auf die Füße. In der Natur kamt man denn auch biet Nichtigkeit dieses Prinzips nachweisen, denn Kletter- und Sprung- tiere, die sämtlich in die Gefahr des Fallens kommen, haben meist ziemlich lange Schwänze, so viele Äffen, die Eichhörnchen/ Ratten und Mäuse. Im Fallen bewegen alle diese Tiere den Schwanz so lange, bis die richtige Lage des Körpers erreicht ist. Aut besten kamt man dies bei dem Eichhörnchen sehen, das mitunter beim Fallen mit dem langen Schwanz die seltsamsten' Bewegungen ausführt. Ratten mit abgeschnittenen Schwänzen sind schlechte Kletterer, weil ihnen der Mut bei Verlust ihres! Schwanzes dazit fehlt, ebenso klettert und springt der lang- schwänzige Affe viel rascher als der knrzschwänzige, weil dieser vorsichtiger zu Werke gehen muß, nm nicht zu fallen.
* Unter F r eundi n n e.n. „Du bist doch nicht böse, liebste Olga, daß ich dir erst heute zu deiner Verlobung gratuliere?" — Olga: „O, durchaus nicht .... hast du dich denn jetzt etwas beruhigt?" ______
Zitaten-Rätsel.
AuS jedem der folgenden Zilale ist ein Wort zu nehmen, ss daß sich ein neue? Zitat ergibt:
1. Wer eine Zeitlang Skandal erregt, Glaube nicht, daß er die Welt bewegt.
2. Ein jeder Wechsel schreckt den Glücklichen.
3. Was ist der Tod? — Nach einem Fieber Ein snnster Schlaf, der uns erquickt.
4. Fürchtet die Gottheit des Schwert?, eh' ihr's der Scheide entreißt.
5. Es hat der Tieb ein freies Recht zum Rauben, Wenn erst der Richter stiehlt.
6. Für die Jugend ist da? Beste gut genug.
7. Im Leben gilt der Starke Recht .....
8. Hin ist bin! Verloren ist verloren I
Attslösmtg in nächster Nummer.
Auslösung des Silbenrätsels in voriger Nummer»
Gicßbach
Unstrut
Thurgau
Morphium ...
Ararat
Cranach:
E u t in a ch t Al u t h.
Redaktion; K, Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheu Universitas-Buch, und Sieindruckerei, R, Lange, Gießern


