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' welche durch Me Beden dem Larrd so unauSlüschbare tiefe Wunder« geschlagen. - Dunkle Wolken lagern schwer auf den Gipfeln der hohen H«rg-Mssen, imb finster droht die Insel, bis das reifend geregelte Messina uns freudiger flammt. Herrlich liegt es" in einem Garten von Agrumen, dunkelblau wallt das Meer zu den WKen dieser. Meeresürant, ein Name, den die Stadt in Anbetracht rhres^so gerühmten Hafens und ihrer prächtigen Lage gewiß verdiente. Durch die dunklen Wolken über den Mrgen im Sinter« gMilde WeM sich Mtweise ein stark gebwehencr Sonnenstrabl der mit 1 einem gelblichenLicht den zauberischen Effekt der Szenerie erheblich steigert und von dem es wie ein Bangen und ein Grausen ausgeht, das über den Bergen liegt.
Zarte Nebel lagern über dem Strand und bedecken eine Farbenpracht, die hie und da in einem tiefen Ton« leuchtend, aber doch gedämpft hervorbricht. Neber dem Lande lagert jener Duft, der alle Gegenstands in der Entfernung so wundersam verklärt !vie ein in d-a-I Meer hineingezanbertes Land.
.. Diese Eindrücke wird wohl kein für Naturschönheiten eniP- sanglicher Mensch vergessen; und nun ist über all diese Pracht der Me Tod und ein lähmendes Entsetzen hinweggestärmt, der Tod, der sich mchtS kümmert um blühendes Leben, Schönheit und Paradiesespracht. .
Li» DMevftn.
Erzählung von Gnstav Wied.
Autorisierte llebersetzung von Ida Anders.
. Und wären wir nicht vier Menschen gewesen, die ihn mit eigenen Augen sahen," schloß der Erzähler, „so hätte ich nie über die Geschichte gesprochen."
■V ' »Das. war ein Ditlevsen," sagte ein kleiner, fetter, lebendiges Herr auf dem Sitz gegenüber. „Ein richtiger Ditlevsen!" Und dann lachte er.
»Kas Mr einer ?" fragte der Mann, der eben erzählt hatten „Ein Ditlevsen!"
„Was ist das sirr 'n. Ding?"
_ „Ja, nun sollen die Herren bloß lwren! Und es ist wahrhaftigen Gott wahr! Es war an dem Abend, als ich Laura cm- geladen Hatte."
„Was für eine Laura?" fragte eilt Anderer.
=§is> das tut nichts zur Sache. Sie hieß eben Laura.- Wir Uif;eit beim Destert. Knackmandeln und ein leichter Fraucn- zrmmerwein. Ich weiß nicht mehr was für einer. Das Zimmer, war festlich erleuchtet. Vor dem Spiegel brannten zwei Lichte und in den Lampeilen an der Decke drei. Wir saßen alle beide auf dem soia und knackten Mandeln; sie für mich, und ich tot sie. Denn sie war ein nettes Mädel.
Da Topfte es an die Tür.
Laura hielt mitten in einem Gelächter inne. Sie hatte versucht- zwei Knackmandeln in meinen Nasenlöchern zu. besestlaen. Denil sie war auch ein lustiges Mädchen.
„Pst!" sagte ich. „Ich bin nicht zu Hause." „Nein, flüsterte sie.
Und wir saßen mäuschenstill.
Es klopfte wieder.
?l°8 wohl sein?" flüsterte Laura.
„Ach, das ist ja ganz gleichgiltig," sagte ich, „sitze nur still." Es klopfte ium dritten Male.
»Du wirst doch fragen müssen, wer da ist. Am End« . . ." „Nein, sagte ich, „laß ihn nur klopfen. Nun sitzen wir hier so gemütlich."
Aber da begann es aus Leibeskräften an die Tür zu donnern, und Laura begann zu kichern. Denn das müssen ja die Frauenzimmer.
„Ach, laß da§ sein, Laura," sagte ich. „Er kann es ja hören." 4
Und sie nahm ein Sofakiffen und hielt es sich vor das Milcht.
Doch üas Wesen draußen mußte uns trotzdem gehört haben, denn letzt wurde es ganz wild. Es schlug mit Händen und Flitzen.
»Ach, Gatt," sagte Laura. „Er ist betrunken."
, „Ach, Unsinn, sagte ich. „Er ist wütend. Aber ich must doch fragen, wer es ist."
Und ich erhob mich und ging zur Tür.
„Wer ist da?" fragte ich.
„Guten Abend," sagte eine Stimme.
„Guten Abend," sagte ich.
„Sind Sie nicht Herr Petersen?"
„Jawohl."
„Ich sollte grüße» rmd bitten. . ."
. , "A'-ba"ke" sagte ich. „Wollen Sie freundlichst sagen, datz ich krank bin. . ."
„Ich sollte von Ditlevsen grüßen und sagen,,." „Von wem?"
„Von Ditlevsen?" „Ditlevsen?" »Ää — Ditlevsen aus Warnemünde."
. "Nrm wird s bunt!" sagte ich und mußte lächeln, denn Lama ’ßff ganz flach vor Lachen aus dem Sofa.
„Horen Sie mal," jagte ich und legte den Mund an do«
Ocht nur dü§ tiefste MitgeffW aüslöftn muß, sonderft auch Ge- danken zeitigt, ivelche in dem Strome des sonst gleichmäßig dahin- ffießeuden täglichen Lebeüs '-ich nicht an die Oberfläche wagen. Kino gewaltige, durch das bloße 'Lesen gar nicht auszudenkende NaturkatastWphe hat die. Südspitze Italiens getroffen, in der Straße von Messina Verheerungen sondergleichen angerichtet, das .. Hlühende Messing und viel« andere Ortschaften dem Hrdbodey Hleichgemacht. -
. ' . Und nun ziehen ,in greifbarer Deutlichkeit all die Mftwr lpieder vorüber, die mit ihrem- Zauber einen. nnaiislöschlichen Eindruck Hinterließen. Wohl n«ren es nur Eindrücke, ich möchte sagen ÄtpressionistWer Art, die ich bei einer Durchfahrt -durch die Straße von Messina auftiahm, aber doch so voll Kraft und bleibeit- her Dauer in der Seeke> daß sich heute das wiedergtzbe,-was ich-vor Jahren schaute.
- Im Jahre 1906/07 brachte mich ein Dampfer der Hamburg- Mmerika-Linie auf dem üblichen stßeg« über Lissabon, Neapel, Port Said usw. nach Ostasien. Am 3. Dezember 1906 verließ das Schiff den Haken von Neapel. Pfeifend strönite der Wind, Mir leichten Regenböen vermischt, gegen di« Kabine, und summte wunderlich in den Ventilatoren. Ab und zu warf sich «ine Woge Mit Ungestüm auf das Schiss, daß es knisterte und knackte, bis der Wasserschwall abgelaufen war. Aber am 4. Dezember frit?} kräuselte sich das Meer nur üt leichten Wellen, die um den direkt Nus dem Meer emporsteigeuden Stromboli ihr Spiel trieben. Alm Himmel verlor sich der Blick in ein endloses Blau. Der Stromboli ist rat ständig tätiger Vulkan, über den die Rauch- wolken sich Misbreften, Schlacken und Asche werden zum Himmel m«porgeschleudert, glühend« Lava Mrzt von oben herab dem Meere zu, sengend und brennend. Und dennoch, gerade als wollte es sich, in den Schutz des gefährlichen,,seurigen Riesen begeben, ; liegt ein Dörflein hineingekauert zu feinen Füßen. Aber wie ein Mvdig brummender Alter im Kern gemütlich und gutartig ist, so M)etnt oiese Eharaktereigenschaft auch der Stromboli zu teilen, Da cs bei seiner ständigen, brummigen Laune zu keinem explosiven, gewalttätigen, urplötzlich leidenschaftlichen Jähzorn kommen kann. Der -«trvmboli gehört zu den liparischen Inseln, die alle vul- Dainschen Ursprungs sind mü» jäh aus dem Meer emporsteigen. Strombou, der einsame Rancher im Meere, wird Keiner und Neurer und unsere Amgen rvenden sich von ihm und blicken mit ©tnmninij auf ein ttt der Ferne blau auffchimmrrndes Land, das Naher mw näher kommt, Ealabrien und Sizilien. Zwischen hin- «rrcy muß unser Schiff, gerade wie in ein gewaltiges, riesengroßes Aw Mein, hindurch durch die Straße von Messina, und nun ^.tie ich gewünscht, einen iwppeiten Leib zu besitzen, um all das Neue aumehmen und verarbeiten zu fötnren, was mit magischer Gewalt hübm und drüben lockte. Di ist es doch etwas anderes, 'strande entlang fahren zu können, wo panoramaartig rai Fleckchen Erde vorüberzieht. Aber hier! Man muß sehen Md ’Ä1 -.iv^der sehen, bald rechts, bald links, ^tzkt,a!l -,-alt uns gleiche Pracht und «uhöuheit gefangen. Zur Linken grüßt Jtcftien mit einer wahren Fülle von Nalurschün- ^ftra, Mturimindcri', Raftlrgeheimnissen. Die schluchtenreiche Sudswtze Kalabriens, der steile Abfall des Asprvmoiitegebiraes Sv-ro toit der Mittagssonne getroffen und eine-unendlich reiche Faroeitskala wird M wundervollen AKorden gestimmt, hoch von Den dunklen Bergen im Hintergrund herab Über braune Felsen, Hrum Marten, weihe schinrmernde Häuslein, int Gegensatz dazu Mrabe dunkle Vegetation; hinüber zieht dann diese' Farbenwelt Abt rat denkelblan schillerndes Meerwasser zum jenseitigen strande, über den sich dunkel, ernst rmd feierlich das sizililch- Berg- Ämd empvrtrü-m-t. .
Schlucht um die ander - gähnt uns. aus Calabriens Berg- «onuenblitze, dre hineinleuchten, scheinen uns ihre verdeckten ipehraiinisse erschließen zu wollen, lvährend wiederum ZchwarMNk^^atten liegende Klüfte uns etwas wie schaurige ^lden Men zerklüftete Klausen ahnen Tülsci!. Nicht gleichmäßig baut sich das Bergland auf, in birntester Unordnung türmen sich SchlmFen, Hohe MrgEra und in toer wei? ?bcr mlt grün bewachsene Plateaus
^rramnder. Auf den Platemis zittern dann die Somtenaeister ^r^i.e.Tl4Le ^'arf von der Umgebung ab, als wären sie bestimmst in ihrem SonnenglaiW den Göttern einen Festvlatz abzugeben ffllÄf *F- b?" Bergen und Abhängen,
toprfLhmL sL ! y(i.br e Schluchten hinein, m kunterbuntester Ab- Wechselung ifte Wohnungen der Ealabrier. Scilla sprinat ans Festen erbaust gegen den tyrrhenischen Eingang Mlteü 2% ^ex d---kt da nicht an die Worte de?
die ui mi rhr . 'm Scstttam, qm vult vitare Charybdim." Aber
Unb nun wende brate Augen, den» auch drüben auf Sizilien« Urbenakkorde vom Himmel Mr ErL/
des Siziliens ist-tektonisch als eine Fortsetzung
°* ^urnnenMges zu betrachten, und luese einst vmmrmhaugKchen Kebrrge Talübrckn» und SiMeÄ sind a,


