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Auslösung dcs ErgäiWingsrätscls tu voriger Äummev. Ter Verstand ist im Menschen zu Hans, Wie der Funken im Stein ;
Er schlägt nicht von sich selbst heraus, .
Er will herauSgeschlagen fern. JUIBe
„ ... -rrfit" in i vielleicht etwas zu geistreich konstruierten „Komödie der
wie sie im „Buch vom Dnidexchen, m JJJt cv 'tntt I tritt ein Dritter Mischen Mann und Frau. Em den „Brüdern Mark" lebt, «l» strmger ^ean,t «ar m 6ambr ^ngeworfened Wort, ein zusalügeS Gedantenfpiel Banernnovellen, mit streng s^s^wnübaiiiingsstommi ist I lassen nnheinilich rasch die Dissonanzen anklingen m die,er tung begonnen und dann eute scheinbaren Leetenharntonie; ans leisem Mttzverstehen er-
iseinem Fngeltdwerk .Emk Grane zu geben versuastn ~ wächst ein völliger Gegensatz, Liebe schlagt m W W Stttdeiltenlehen "rlchialadasherub^tUNl Äidenschaft in Hätte; die Fran geht zu dem Freunde und der
rollt wird,'spiegelt dre c n Mann bleibt allein zurück, fassungslos über diese beelen
den es schon früh zu autobrograp. ist, c Berumn n I ö&. deren geheimes Wachsen und Machtigiverdeu er drängte. Obgleich das Buck, eine bi tere AuNage 9c3f’lbD GCrt()llt hatte. Die rührende Gestalt eines Krudes fuhrt
Zugenderziehuug ist und stch zu patOett)t-Oci fI die Ehegatten wieder zusammen: der Gewalt des verklärten
au schwingt, waltet doch im Grunde ern opttm st,s he» Welt Zeugen sch die Lebenden, vor feiner Ewigkeit und
beachten vor, der Held lernt rn eurem frmeu Natt stbc Wnnrj mit) fd)ltmr( aller irdischer Zw e-
und in ern.er Tstrchschrrrttsehe „das We ktagSleb n errrag i b bct «rebe Hingt voller
ohne zu verkrüppeln." . Es lebt eme reso ke Ia l usck M. Pau 7.^. ÜOm Brüderchen". Geijerstani hat
humorvolle Art i« Geiger,tam, deut wu ()ier die Tragik seiner eigenen Ehe gestaltet; dies Buch ist
tigsten Jugerrdwerke verdau stu. ^re ui ' Att I all sein Bestes mit seinem Herzblut geschrieben Er Freude am Formest der Um mcktbrach m UM durch a'undcrt sich eiumal selbst darüber, das; ein unerklärlicher wurde in einer eigenen glücklichen Ehe bekräftigt. e I geil Dichter zwinge, sein Innerstes und Heiligstes der Roman „Auf der letzten Schare bic Menge preiszngeben. Unter diesem unwiderstehlichen tuust-
Leben der Fischer, sich leicht an Strmdberg anlelstienr. oie 1 . g^ange ist das Buch vom Brüderchen ge,chafseu.
Zähe in der Natur wurzelnden Originalität de» Bauer s erncyei, ,^r ung ei^m Maiiue, „der kämpfte und
stellt er in anschaulichen Novellen hm; don semen be de», I .. . ’narö aber sich seiner Niederlage nicht schämt.
Söhnen erzählt er drollige Bubenstreiche m einer. S n I ^erf frcmb gelu^e;t 'inb alles tot, bis dieses Buch .aeschichte voll Leben ttitb eonnc „Diente ^ung • I ^...ickiriebeu ward Es ivärd geschrieben in lichten ^ommer- . ÄlLhlich um bet HmM» iS.TR S b” Ä eSä? ÄfeU Ul» bas offene Seer mehr zurück gegen den Grübler '"G .Träumer mr a I ”9. Unb e3 ward geschrieben von einem ein,amen Möglichkeiten des eigenen Sems durch ebem inochte der ! jt 1 n * einsam ist." Es ist der ewige Gegeu-
fckwu in dem Erstlingsroman nach einem allseitigen ~elt- I - :,discher und himmlischer Liebe, der hier sich au,tut; der erfassen gerungen. Mit dem 189a erschieuenew Werke „ .w 1 l U Innigkeit seines irdischen diesseitigen
WLWWWMZUM ZLMM K^m'fcSf&etrUmSeitnn^ ein Gedenkbuch zu gliicknngmi AMdischen,^ ""7,1ÄS? "e.....-m.xw, m rum
Lebensglück durchgernngen; im „Haupt der Mrdusa. erliegt I b ’ „wch im dunkeln Reich, Mutter, mich nicht allem! er trotz seines äußerlichen Sieges der Tragik de^^dealisteii, I Gottesnähe der Kinder, die die «eele der Großen
der an der Grausamkeit der Welt zngrnnde gvht. Da» I ~u Unendlichkeit verbinden, hat Geijerstam auch m dem „Haupt der Medusa", das ist das Grauen und btc 1WV' I buclt sR0Ut(n[ „Frauenmacht" gestaltet, m der üeblichen lichkeit des Lebens, bei bereit Anblick I Minen Elin des grellgrausigen Romans „Nil» ^.ufvessM
Herz zu Stein erstarrt, währetid der oberflächliche Dien, I c. Mutter" geschildert, blnch in , einen sch husten achtlos an diesen furchtbaren Zügen vorbeieilt. TZ^lang- I ^^velleu schlägt er immer wieder die vollen Akkorde an Tante Verkehrung eines innigen Freundschaftsgefnhtt., da.> I Kindesliebe, Todessehnsucht nnb dem ewigen Konflikt Zwei Menschen aneinanderfesselte, tn wildem zerfleistlstnds I ber .avteren Sehnsucht der Frau und dein herberen
Haß ist mit der ganzen Wucht einer breitest p!'stholvgi,clstn be3 Mannes. Weniger geglückt sind ihm einige
Seelenmalerei dargestellt. Aus dem dunkeln Reich de» Um I 1 *,■’ bic wziale Probleme behandeln ober Gesell,chafts- bewußten wachsen die Schatten auf, iverden zn ^ugcii, I wMdernngen geben wollen; sehr sein, aber ohne letzte die sich zwischen die nahverbnndenen Seelen drangen, ^wbung sind die Seelen,'tnbicn, bic er m die Zeit
werden zn Lasten, die sie zermalmen. Der Dichter hat Barocks und'Rokokos verlegt. Ein solcher Roman war selbst geschildert, wie sich sein Weltblick, seine Beobachtung I Jud) - -n allerletzter „Die alte Herrn Hofallee , die^ Dar- des Lebens veränderte. Er sah nun die Menschen nicht mebr i eine§ sich befreienden Franenschick,als au» dem
im Hellen scharfen Licht, sondern von dicksten Nebeln tief- j8 -^irlmiiderts. Erfolgreich hat sich Getier,kam auch,aus grau verschleiert, umhüllt und umwogt von der Wolke ihres I beni\^biete be§ Dramas betätigt; er hat ein paar lustige inneren Schicksals; äuftauchend ans dusterm flammen,cheiu, I .Tßaiierufoinöbien „Lars Anders und Jan Anders nnb „F-ri „losgerissene Teilchen von dem Spiel des Lebens, das stchst>» Fststen und seine Frau" uiid einige sehr schöne Rdarchen- uns ereignet, ohne daß wir es fassen können. Pathologisthr I fostlödien nach Andersen geschrieben. ~t. p. L.
Probleme reizen ihn nun; er hat den Menschen Mit dir 1 * -----------
Wahnidee des Doppelichs gezeichnet der eute fremde Aiackit I liumoriftische;.
des Grauens in sich aufwachsen fühlt ""bui besten B ut I Schläferin in der Hängematte richtete sich i'löv-
Mord und Brand rasen; das entsetzliche Motiv bei -Unt- I ~ bcn yor. ihr stehenden Jüngling mit zornigen
schände hat ihn gelockt, da die Mutter den -Lohn sich zum I ' ^je haben mir, während ich schlief, einen,Kuv gc-
willenlosen Werkzeug macht. Aber von,solch grainigmt I '„.."„Verzeihen Sie," stam'meüe er. „<dic sahen m
Stoffen wandte er sich zu dem einfachen stillen tragt chen M -?0 rei."lb ans, daß ich der Bersuchmig mcht understehm
Geschehen, in dessen vollendeter Gestaltung allein das Wesen fountc Aber es war mir ein einziger, sthnchterner MM
großer Kunst beruht. Der Mensch in der Qual seines Allem- I „Einer?", rief sie verächtlich. ,/Jch habe Jteben gcwyik, ijeinS nnb in feiner unendlichen Sehnsucht nach dem Ge- I ich answachte." __________
führten das einige Kreisen der Menschenseelen umeinander, I , .... ,
die sich doch nie ganz finden können, das wurde das große Geographifche» 'BreE^Wiett Kuba,
und ewige Thema seiner Kunst. Madriv, Arabien, Borneo, ^atten.Bietzta'i, ^ie»,
„Seltsam führt uns das Leben," heißt es in einer seiner | Vorstehende Namen söl'len derart mdcrcinanber gbschobeü Novellen, „verschieden für jeden einzelnen. Weit entfernt I zocrden daß eine Bnchstabenreihe, von oben nach nnten gelesen, steht das eine vom andern, und von dem, was es ein ganzes I i)en Namen eines Badeortes ergiebt.
Leben laug einem andern sagen möchte, bringt oft nichts 1 ' Anflösiing in nächster Nummer:
hervor. Wir wissen oft nicht viel voneinander, und was I wir zu wissen glauben, ist oft falsch. Aber auch in Staunen I nnb Ungewißheit können die Menschen Hand in Hand gehen.' I Es sind zunächst zwei Eheromane, in denen Geijerstam dies I Thema behandelt, die „Komödie der Ehe" und das „Buch I
vom Brüderchen". In der meisterhaft komponierten, aber I ____..
Nedaktiou: K, Neurath. - RotationSdriick und Bulag der Brühl'schm UnioersitätZ-Buch. und Steiiidruckerei, N. Lange, Gtetzcil.


