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fp jiftfcfj, diese verliebten Menschen zN sehen! Man konnte fast selbst wieder ruitg werden, wenn man sie betrachtete!

K Doch es gab einen Anderen, welcher an die Zukunft des kleinen Emst dachte und das war der strenge Vater Musaeus, der oben in Norwegen saß und mit Entsetzen die Briefe des jungen las, die von dem verschiedensten überspannten Gerede überströmten, jedoch fehl Wort von den Studien enthielten.

Vater Musaeus Episteln wurden' immer mißbilligender; doch als Emil sich keineswegs bekehrte und sogar ein Examen ver­säumte, kam da eine, die den gräßlichen Befehl enthielt, daß der xjiinge mit der ersten Schiffgelegenheit nach Hause kommen sollte und das war in vierzehn Tagen!

Dieser Befehl fiel wie eine Bombe in das Haus des Grüst- kramhäudlerS auf Wimmelskaftet. Life hob Emil in ihre starken Jungfrauenarme und beschwor ihn, der Botschaft des grimmen Vaters zu trotzen; doch Gott bewahre! So etwas konnte dem kraushaarigen Burschen nicht einfallen! Dazu war er viel zu wohlerzogen und tugendsam.

Aber ach! Selbst wenn' es ihm nicht einfallen konnte, seinem Vater zu trotzen, so war das doch ein harter Schlag für ihn; denn sein ganzer großer Lebensplan ivurde jetzt in Stücke ge­schlagen. Sein großer Lebensplan war nämlich, sich voll und ganz der Kunst zu weihen, mit all seinen Kräften und all seinem Streben, mit Leib und Seele. Oder mit anderen und prosaischeren Worten: Emil hatte den Verstand verloren; er wollte Komödie spielen!

Er hatte sich schon längst seiner Life anvertraut, und ihr schien das einfach himmlisch! Sie konnte sich nichts Herrlicheres denken, als ihren Emil in Panzer und Helm zu sehen, wie er seine Liebe herausdeklamierte und saug! Tann konnte doch das Leben niemals trivial iverden, ivenn man buchstäblich jeden Tag in einer Welt von Poesie und Musik lebte.

Nachdem nun der Brief des Vaters gekommen war, und all ihre Pläne durchkreuzt hatte, beschlossen sie beide, den Grünkram- Händler in das Geheimnis einzuweihen; hatten sie den erst auf ihrer Seite, wurde es leichter fallen, den strengen Rektor mit dem zornigen Blick hinter den Brillengläsern zu besiegen.

Hierin wurden jedoch die beiden Liebenden schmerzlich Manscht. Sowohl der Grünkramhändler als auch besonders' seine Frau waren aus das Bestimmteste dagegen, daß EmilKo­mödiant" werden sollte, wie sie eS nannten. Zum ersten Mal waren sic mit ihrem lieben Schwiegersohn ernstlich unzufrieden. Fe- dcrsen sagte, daß solcher Schnick-Schnack und Jahrmarktskünste für einen verhungerten Ladendiener paßten, aber nicht für einen Studenten, der noch dazu mit einem ehrbaren Mädchen von braven Eltern verlobt wäre. Und die Madame bekreuzte sich darüber, daß ein Mann mit seinem Namen, ein Mann, dessen Vater rector seolae und Ritter vom Danebrog wäre, daß er sich mit diesem Pack bem engen wollte!

Emil wurde bald zahm und ergab sich weinend. So zer­knirscht war er darüber, daß er seinen Lebensplan aufgeben, wie seine Geliebte verlassen und seinem Vater unter die Augen treten sollte, daß die braven, weichherzigen Kopenhagener ihn innerlich bedauerten und keinen anderen Wunsch hegten, als ihn und Life glücklich zu sehen.

Er war doch so süß, dieses Bengelchest! Wie er ihnen augen­blicklich so folgte Und seine Komödiaiiten-Nücken aufgab! Solche Artigkeit mußte wirklich belohnt werden !

Als darum der Grünkramhändler und seine Frau die Sache eine Zeit lang überlegt hatten, schlugen sie Emil vor, daß er Lise auf der Stelle heiraten, mit ihr nach Hause reisen und sie mutig dem Rektor präsentieren! sollte. Was dann später geschehen sollte, würde ihre Sache werden, wenn Emil bloß geloben wollte, auf ewig der Komödie und all ihrem Wesen und all ihren Werken zu entsagen. Als Emil furchtsam fragte, wovon in aller Welt sie leben sollten!, schlug der Grüukramhändler sich ans sein Herz und sein großes Geldbuch und bat Emil, sich darauf zu verlassen; niemals würden sie seine lieben Kinder im Stiche lassen!

In aller Eile wurde der kleine blondlockige Emil und das große Mädchen Life in der Heiliggeistkirche getraut, und mit dem festgesetzten Schiff segelten sie eines Sonnabend abends vom Zoll­hause ab; während FederseN und seine Frau am Ende der Brücke standen und bittre Tränen weinten, daß sie die süßen Kleinen entbehren sollten!

Ter alte Rektor Musaeus wurde mächtig böse und wollte sie nicht in seinem Hause haben, weder Emil noch Life. Sie mußten lt.ch.em paar Zimmer in der Stadt mieten; aber hier genossen sie auch ihre Flitterwochen in' ungestörtem Frieden; er zwitscherte wie eine Lerche und sie schlug die Harfe, und ihr Glück kannte keine Grenzen.

., Es war zur Frühlingszeit und bas Wetter war zauberhaft schon. . ^re beiden Jungverheirateten befanden sich beständig auf Ausflügen in die Umgebung der Stadt; sie liehen sich ein Segel­boot und bereisten die Schären. Oftmals nahmen sie Proviant Mit und konnten tagelang auf einmal wcgbleiben.

Auf einem dieser Ausflüge kamen sie auch in die Gegend des Paradieses, und hier wurde Life so entzückt, daß sie vor Bewegung weinte und sagte, daß sie hier leben und sterben mlißten! Hier Und nirgend wo anders!

Eng umschlungen gingen sie von Wiese zu Wiese und sahen, wo das Haus liegen sollte. Und schließlich sanden sie die schönste von allen, die weichste, die anmutigste ihre Wiese!

, Ta hob Life Emil zu sich Mpor und küßte ihn.Hier Milccheu k Hier muß das Haus liegen."

Und es soll Liselust heißen", rief Milechen und sang steh endest Fußes eine kleine Arie zu Liselusts Preis.

Es gab wahrscheinlich kein Nein in Grünkramhändlers Feder- stus Mund. Seine Taler rollten dick und wohlvergnügt fort und bauten das netteste.Schäferhäuschen, das man sich denken konnte -r-4 gennn als ob es in einer romantischen Oper gebraucht werdest sollte.

. ~ife tuid Emil verfolgten Tag für Tag den Bau und be- schricben ihn in ihren Briefen nach Hause, nach Wimmelskaftet in glühenden. Ausdrücken. Als das Haus fertig wurde, zeichnete ,rmd bemalte es mit kräftigen Wasserfarben.

Es ist nicht zu leugnen, daß er die Dimensionen ein bißchest übertrieb und sowohl die Schwäne wie die Tempel und die Biix- baumhecken zeichnete, die einmal kommen würden, aber was tat das r Tas Bild wurde richtig unter Glas und Mahagomrahmest gesetzt und Madam Federsen zeigte es stolz allen Besuchern vor! Und sagte, daß es ihrer Tochter und ihres Schwiegersohns Schloß oben in den norwegischen Klippen wäre und das klang wirklich' recht gut in Madam Federsens Mund.

Cs hat wohl kaum jemals eine so durchaus glückliche Ehe hiet auf unserer trübseligen Erde gegeben, als die Emils und Lises'.; Sie lebten in! einer überirdischen Glückseligkeit, schwärmten uup für die Kunst und das Schöne und für einander, sorgten sich nie- mals um den morgigen Tag; denn der Grünkramhändler ist Wimmelskaftet kleidete sie und gab ihnen die herrlichste Nahrung..

Emil pflegte seine Stimme und legte sich aus viele Instrumente." Er kaufte sich Violine und Spinet und Flöte; aber von diescst war doch die. Flöte fein Lieblingsinstrument. Eine sonnenhelle Abendstunde die Paradiesbncht entlang zu treiben und die schmach­tenden Töne der Flöte in die liebliche Natur ausströmeii zst lassen, kann man sich etlvas anmutigeres denken?

Hier konnte er auch feine szenischen Neigungen pflegen, so viel er Luft hatte. Und wahrhaftig! er agierte früh und spät. Kostüme schaffte er sich haufenweise an, schließlich hatte er nicht einen ein­zigen Anzug, der dem glich, worin andere anständige Leute sich kleideten; denn er spielte beständig eine Rolle. Einen Tag wat er Ritter in Panzer und Helm, den zweiten war er zärtlicher Schäfer, den dritten Minnesänger mit der Laute über der Schulter'. Er spielte die festgesetzte Rolle vom Morgen bis zum Abend; et gewöhnte sich daran, sowohl in Alexandrinern wie Hexameterst zu reden, und er lernte die Werke der besten Schriftsteller aus­wendig und wußte Zitate daraus mit großer Geschicklichkeit ail- zuwenden'.

Jeden Winter wurden dramatische Vorstellungen drinnen ist der Stadt veranstaltet, bei welchen die beste Gesellschaft der Stadt mitwirkte; doch es versteht sich von selbst, daß Emil stets die erste Und größte Rolle spielte, und es versteht sich ebenfalls von selbst- daß er ein so phantastisches Glück machte, daß es den wildcstest Ehrgeiz zufrieden stellen. konnte.

Außerdem gaben sie jeden Monat eine musikalisch-dellai- matorische Soiree draußen auf Liselust, und zu diesen Soireest waren alle Herrschaften im Paradies und ein großer Teil bet guten Gesellschaft der Stadt eingeladen.

Sie verbrachten ihr Leben damit, sich ans die nächste Soiree vorzubereiten, denn selbstverständlich waren es wesentlich der Masi gifter und seine Fran, die die Gesellschaft unterhielten'.

Auch Major von Knarren und der Leutnant auf Wibleskast waren zu diesen Gesellschaften eingeladen, aber um die Wahrheih zu gestehen, langweilten die beiden Krieger sich grausam.

Ter Major schwor darauf, daß die sogenannte Musik nur eist unnützer Spektakel wäre es hätte Kriegsmusik sein müssest- doch die hörte man nicht auf Liselust. Ta ertönte bloß Geschrei und Quinkilieren, sodaß der Major und der Leutnant hinter ihrest breiten Fäusten um die Wette gähnten.

Eine Ausnahme wär es jedoch, wenn der Magister Helm und' Harnisch anlegte und deklamierte, daß es nur so schallte, und wenn er mit dem Schwert an seinen Schild schlug, daß das Blech nur so klirrte. Ja, da konnte wohl bisweilen ein vernünftiger Sinn drin liegen nur schade, daß nicht ein erwachsener Kerl alle die stolzen Worte hersagen konnte; denn der Magister war doch zu verschroben, wenn er sich auch noch so sehr herausstasfiert^

Tie große Liebe des kleinen Mannes zu den schönen Künsten brachte seine Freunde darauf, ihn Magister zu nennen. Er selbst legte soviel Wert auf diesen Titel, daß er in vollem Ernst Respekt vor ihm verlangte, ja ihn sogar anwandte, wenn er seine Briefe unterschrieb.

Glückselig glitt das Leben für das sonderbare Ehepaar auf Liselust dahin. Er wurde alle Jahr schmächtiger und zarter und zerbrechlich wie dünnes Biskuit. Sie hingegen wurde stets mas­siver und der Major behauptete, daß sie jährlich einen Zoll in die Länge und fünf in die Breite wüchse. Tas braudgelbS Haar stand Und sträubte sich um ihren Kopf, und das Gesicht dehnte sich wie Kautschuk, bis es schließlich einen Ausdruck bekam, als ob es bald in tausend Stücke springen müßte. Und ihr Korpus ging auch zu undenklichen Dimensionen auf, sodaß die Stufest zu den koketten kleinen Tempeln im Garten jedesmal unter ihrest Füßen barsten.

Doch immer fand der Magister sie schöner, immer begchrcns-- toerter, immer neu und eigenartig.