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Spättnghof.
Roman von K. v. d- Eidev.:
(Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung.)
Bon dieser Stunde an gewann er die Marsch lieb, wie er alles lieb hatte, was zu Frauke Steffens gehörte.
„3ch will auch Kantor werden," sagte Jan eininal.
„Dann werde ich wohl deine Frau?" fragte Franke harmlos und ernsthaft.
„Sa, und dein kleiner Bruder wird dann unser Kind."
„Und Freken und Miete?"
„Nein, so viel Kinder wollen wir nicht haben."
„Das wird fein," sagte Frauke, „daun mache ich dir morgens Kaffee und stopfe dir die Pfeife, und zu jedem .Geburtstage schenk' ich dir ein paar gestickte Morgenschuhe."
„Und ich pflanze Obstbäume und okuliere und beschneide sie."
„Ja, nnd abends siehst du die Aufsatzhefte nach, und ich stopfe Strümpfe."
Jan kam ein Bedenken. „Wenn die Tante es bloß zugibt."
„Ja, die Tante, ist sie wirklich so böse?"
Jan nickte, dann besann er sich: „Ob sie böse ist, weiß rch nicht, aber gut ist sie zu mir noch nie gewesen." „ , 7-" armer Jung," sagte Frauke, seine Hand streichelnd, „du hast es sauer."
. „ 3an nach solchen Stunden heimkehrte, fühlte iväre er ein anderer, besserer Mensch
Ab^orden. Des Kantors Töchterlein ivar für ihn die gute Fee, durch die alles Schlechte, das sich in ihm durchras Beispiel fernes Bruders und die Behandlung von feiten der Tante bilden ivollte, gebannt wurde.
Wenn er irach Hause kam, empfing ihir die Taute merstens inrt Scheltworten, oder Jak war da und höhnte über ihn. '
Die schönsten Tage in Jans Leben schlossen meistens Mlt einem Mrßton ab.
Der Winter kam. Jak ging zu Pastor Reimers in die Koufirmaiidenstnnde. Laut und lärmend trat er in des Pastors Hans, und war die Stunde vorbei, dann kanr er rn langem Satze über die Straße gesprungen. Seine Augen flickten so finster wie immer; um seine Lippen lag derselbe höhnisch trotzige Zug. Bon dem, was der freundliche alte Pastor in die Herzen der Kinder zu pflanzen suchte, schlug bei ihm nichts Wurzel. — B
, Jan brachte sich eines Abends von Gorg Bäcker ein Hermchen nach Hause. Das suchte sich die wärmste Stelle hinter dem Ofen aus, und sobald es dämmerte, fing e£ au Zu zirpen.
Jan hörte es gern. Er konnte bei dem Gezirpe so schön träumen vom Sommer, von den sonnenbeschienenen
Fennen, von Franke, von dem unsichtbaren Meere, düs mit ivelßem Tuche ivinkte.
Eines Abends fand Jak das Tierchen und schlug eK Mit seinem Holzschuh tot. a
Da traten Jan die Tränen in die Augen. „Mörder!^ sagte er; dann hielt er inne. Jetzt würde sich Jak ans ihn stürzen und ihn halbtot prügeln. Aber es geschah nichts.
es Nicht gehört? Er sah Jan mit einem nn* heimlichen Blick an nnd ging hinaus. ■—
Q-. das auf den Gräben stand, ging Jan mit e ^31^1'11. sie hielten sich an der Hand und dann glitten sie dahin, Frauke immer um einen Schritt voraus Das ivar. ein Vergnügen. Ihre Wangen röteten sich, ihre Augen glanzten. Wenn sie fielen, dann fielen sie beide». Wenn das Eis knackte, dachte Jan: „Wenn wir ertrinken, dann sterben wir zusammen.'"
Weihnachten erhielt Jan von der Frau Kantor zwei große braune Sirupskuchen, mit Mandeln und Suckade besteckt. Einen davon gab er Jak, und dieser nahm den Kuchen gnädig an.
Am Palmsomstag wurde Jak konfirmiert. Er hatte es bei der Tante durchgesetzt, daß er einen neuen Anzug mtt Jangcn Hosen bekam. Freilich war es ein billiger Stofs, vom „Plunnenjuden" gekauft, und der Flickschneider hatte ihn genaht; aber Jak fühlte sich als Manu.
oittn Gratulieren, wie es im Dorfe Mode mar, kam memant).. Man hatte sich vorher bei Gorg'Bäcker erkundigt, Mamsell Kuchen gebacken habe. Als Gorg lachend den Kopf schüttelte, memten die Leute: „Wegen einer nackten -L-asse^Kassee gehen mir nicht zn der Hexe nach Spätingnaf"-
So ging auch dieser Tag vorüber wie alle anderen
Aach seiner Konfirmation nahm sich Jak mehr des Hofes fl®LM<ü"foe l'ch hier festsetzen; denn er hatte keine Lust, ^CUv" ö" dienen. Es steckte auch eine tüchtige Arbeitr.cki.aft m ihm, nnd er halte praktische Ideen, »indem wurde Mamsell kränklich. Sie litt an RheuinatisE, den sie sich beim Karlofselpflanzen aitf den, feuchten Erdboden zugezogeii hatte, sie haderte mit ihren Gliedern, die ihr oft den Dienst versagten.
So übernahm Jak das Füttern und Melken. Er maß auch den Kunden die Milch ein, so sehr sich Mamsell dagegen sträubte, es ihm zu überlassen. Sie traute ihm nickst Wenn sie dann herauskam, ihren in cm u Arm ansstreckte und anfing: „Ich bin Herr auf meinem -Hof! Noch hab' ich das Regieren! Du kriegst mich nicht unter!" - dann warf er iljr einen Blick zu, der sie verstniuineil machte. Knurrend wie ein geprügelter Hund, zog sie sich zurück.
Jak lachte.^ Er ivar eine Siegernatur. Er kannte feine ckurchl. Was z>nu durch feine Bitte, durch keine Mühe zu erregen vermochte, nahm er sich als fein gutes Recht. . E. schliefen jetzt nicht mehr in dem Knechtebett ans der Fiele. Eines schonen Tages räumte Jak die Aepfelstube auf, nt der wahrend des Winkers die Aepfel aufgespeichert lagen, und San mußte ihm helfen. Er riß das Fenstep


