7 60
txr fiel ein Stein von Gauls Brust. Nu» fragte man ihn. was er denn dabei gedacht habe, als er sich überall rufen gehört.
„Ich," sagte Gaul, „glaubte fest, der Teulmk hält mich !"
August RaveWLiu.
Ein guter, edler Mensch, der. van uns gegangen, kann Uns nicht genommen werden. Er läßt eine leuchtende Spur zurück, gleich jenen erloschenen Sternen, deren.Bild noch nach Jahrhunderten die Erdenbewohner sehen.
Dieser guten, edlen Menschen einer, dessen noch in fernen Zeiten gedacht werden wird, war August Ravenstein, der Turnvater des Mit telvye i n kreis es und der Vater der Feldbergfeste, der vor nun hundert Jahren in Frankfurt a. M. das Licht der Welt erblickte. Am 4. Dezember 1809 als Kind einer einfache,;, aus. Thüringen zugewanderteu Familie geboren, wurde er schon im sechsten Jahre elternlos. Aus Mangel an Mitteln auf den Besuch der Volksschule angewiesen, die dem begabten Knaben nicht genügend geistige" Nahrung züsnhren konnte, ergriff er nach vollendeter Schulzeit das Büchhändler- gewecbe, das ihm die beste Gelegenheit bot, seinen Trieb nach geistiger Weiterbildung zu befriedigen. Fremde Sprachen und Zeichnen waren seine Lieblingsfächer, in denen er sich aus eigner Kraft weiterbildete. " Seine künstleri- schei! Reigmigen führten ihn nach beendigter Lehrzeit seinem späteren Lebenslauf, der Kartographie-'zu, einem Gebiet, auf dem er vorzügliches leistete, das aber seine Kräfte nicht ganz in'.Anspruch zu -nehmen vermochte. Einen großen Teil widmete er in edler, selbstloser Absicht dem "Wohle seiner Mitmenschen. Der Grund dazu wurde auf seiner ersten Wanderfahrt gelegt, die er zur Erlernung des Steindrucks nach Mainz unternahm. Dort blühte bereits die neue Kunst, die Jahn seinem Volke geschenkt, in der Tn.ru- anstalt von Lehnhardt und Mämpel. Ihr ivandte sich Ravenstein zu, und wurde einer ihrer eifrigsten Jünger. Im Jahre 1833 nach längeren Wanderfahrten in" seinen Heimatort Frankfurt zurückgekehrt, war er emsig bemüht, auch hier der Turnkunst weitere Verbreitung zu verschaffen. Diesem Streben entsprang die Gründung der ersten Frankfurter Turngemeiude. Seine ganze Kraft setzte er ein, um dieser und den daraus entstandenen Vereinigungen die Gunst der Bürger und der städtischen Verwaltung zu erringen. In Wort und Schrift wirkte er für die weitere Ausbreitung des Turnens, dessen Wert er nicht nur für den Körper, sondern auch für den Geist erkannt hatte. Diesen Gedanken behandelte Ravenstein in der 1842 erschienenen Schrift: „Die deutsche Turnkunst in ihrer sittlichen Richtung als Beförderin edler Gesinnungen und vaterländischer Tugenden". Wie hoch er das Turnen als Erziehungsmittel schätzte, sagen die Worte, in die er Zweck und Ziel seiner Turnanstalt einkleidete: „Ausbildung und Veredlung der Körperkräfte und in ihrem Gefolge Stählung bet Gesundheit, Beförderung der Sittlichkeit und Erziehung größerer Empfänglichkeit der Seele für geistige Bildung der Pflegebefohlenen." Die von ihm eingeführten Wett- und Prüfungsturnen und die Jugendfeste mit ihren Jugendspielen unterstützten diese Bestrebungen durch die Tat und verschafften ihm die Unterstützung der Bürgerschaft und der Behörden in weitestem Maße, so daß diese auch für die Einführung des Turnens in vielen Schulen gewonnen wurden. Doch nicht auf den engeren Kreis seines Heimatortes blieb seine turnerische Tätigkeit beschränkt. Bald dehnte sie sich auf weitere Streife aus, die ■ von ihren Erfolgen vernommen hatten. Dieser freundschaftlichen Verbindung der tnrnerischen Bereinigungen im Main- und Rheingebiet entsprangen auf Ravensteins Anregungen die ersten Turnfeste: 1841 in Frankfurt, 1842 in Mainz, 1843 in Hanau, 1844 in Darmstadt. Weitere Wellen aber schlug seine Tätigkeit durch Schaffen der Feld bergfeste. Selbst ein rüstiger Wanderer von Jugend auf, legte er einen hohen Wert auf die Turnfahrten, denen der nahe Taunus mit feinen Bergen und Tälern, besonders aber der höchste Gipfel, der sage'nuinwobene Feldberg, schöne Ziele bot. Die Erbauung einer Schutzhülle gegen die Unbilden der Witterung, zu der er die Anregung gab, war die Ur fache des ersten Festes. Turner ‘ und Sänger, die stets, wo es gilt, gemeumützige Ziele zu för
dern, ihre Hand leihen, geben von da ab diesen einfachen, edlen Volksfesten ihr Gepräge, die zur Ausbreitung des Turnens und besonders der volkstümlichen Hebungen bis weit über die Grenzen des Taunus hinaus beigetragen haben und als Vorbild zahlreicher anderer Bergfeste"dienten. Bis 1858 lag die Leitung in Ravensteins Händen, von da ab war er Ehrenvorsitzender. Neben diesem ausgedehnten turnerischen Wirken aber fand er immer noch Zeit, sich auch noch anderen gemeinnützigen Vereinen zu widmen. Allen seinen Bereinsgenosfen ging er durch die Tat mit gutem Beispiel voran, denn er zeichnete sich aus durch einen gediegenen Lebenswandel, emsigen Fleiß, Mäßigkeit und Einfachheit, Eigenschaften- die sprichwörtlich geworden sind. Eine große Freude war es ihm noch- die herrlichen Tage des 5. Deutschen Turnfestes in Frankfurt a. M. erleben zu können. Ein Fahr später, am 31. Juli 1881, schloß er die Augen für immer. In Treue und Dankbarkeit gedenken ganz besonders die Turner des Mittelrheinkreises an seinem hundertjährigen Geburtstag des. Entschlafenen. Eine einfache Feier wird am 4. Dezember an der Stätte veranstaltet werden, die das birgt, was an ihm sterblich war. Zur Hauptfeier versammeln sich die Turner und die Mitglieder des Taunusklubs auf dem Feldberg, der durch den Entschlafenen erst recht in der Volksgunst zur Geltung kam, nur dort eine ihm geweihte Gedenktafel zu enthüllen. In K r o n- berg wird der Feier unter Mitwirkung des Feldberg-Aus- schusses ein würdiger Abschluß verliehen werden. Sein Bild aber wird uns allezeit voran feuchten bei der Tätigkeit auf dem Gebiet, das ihm das liebste nmr, dem deutschen Turnen. '
* Ballonett. Ei wie nett, Ballonett! So'n bißchen Französisch ..., namentlich wenn es ganz „modernes" ist, macht sich wirklich gor zu nett! Und „modern", neu ist es fieber, denn im Sachs-Villatte findet sich dieses Wort erst im Ergänziings- bande vom Jahre 1894: ballönnet, kleiner Ballon, kleine Kugel, kleines Glasgefäß: sonst könnte man auch annehmen, unsere deutschen Luftschiffer hätten „ganz von alleine" das Wort „gemacht". Und nun kommt das Nettste vom Ballonett: kein Mensch weiß, ob es der ober das Ballonett heißt — gerade wie beim Meter, Liter, Ar u. a., die man nun amtlich „sächlich" abgestempelt hat —, und in ein und demselben Luftschiffbericht heißt es zuweilen bald der, bald das. Aber trotz dieser Unsicherheit bläht sich der Schreiber dieses Wortes im stolzen Bewußtsein, etwns ganz Feines und Neues zu sagen, genau so auf wie der Gegenl- stand, den es bezeichnet. Und doch ist's und bleibt's ein ganz gewöhnlicher Luftsack — so nennt unser Zeppelin die einzelnen Abteilungen -des' -Gas- oder Tragkörpers seines Fahrzeugs, wie das kürzlich in der Zeitschrift des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins (Juni-Nr. 1.909) zn lesen war. Und wer sich mit der Luftschifferei beschäftigt und noch nicht wissen sollte, wie deutsch unser berühmter deutscher Zeppelin auch in der Wahl der richtigen — deutschen — Worte und Wörter ist, der lese einmal mit Andacht jenen Aufsatz, aus dem wir nebenbei auch erfahre«, daß der Graf Mitglied des Sprachvereins ist. Auch sein Be-. richt über die denkwürdige Psingstfahrt enthielt unter 1400 Wörtern —. abgesehen von Motor und Automobil - keinein z tzgäes F r e m d w o r t. Möchten, doch alle seine Mitarbeiter nnd Nachahmer eilt gleich hohes Bewußtsein ihrer Pflichten gegen die Muttersprache haben wie er! Weg also mit den Ballonrtts, her mit den Lnftsäcken!
Magisches Dreieck»
| i In die Felder nebenstehender Figur sind
I I die Buchstaben eeeeiilrrrssssw
derart einMragen, daß die einander ent-
-—|----J---- sprechenden wagerecliten nnd senkrechten
i Reihen gleichlautend folgendes bedeuten:
—j——1. Deutschen Flnß.
I 2. Griechische Landschaft,
i 3. Englischen Titel.
___! 4. Teil von Schlesien.
5. Einen Buchstaben. Auslösung in nächster Nummer.
Auflösung des Geographischen Berschiebrätsels in voriger Nr.« Heidelberg
Elsaß
Amiens Weißenburg Friedrichkrnh Versailles . Lothringen
Redaktion: K. Neurath. - RotatiönsdruA imd Vertag der Bri-hl'sthen UntyersüäiS-Bnch. und Steiiidrückerei, R. Lange, Gießern


