Ausgabe 
4.2.1909
 
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Auf Liebespfaden.

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'Nachdruck verboten.

(Fortsetzung.)

Sie erschien ihm heut sehr reijeud tu dem duftigen weiften Kleidchen, aus dessen herzförmigem Ausschnitt ihr Hals ein wenig sttager, aber von der glatten, rosigen .Haut gesunder Fugend über-- spannt, im Nacken von goldbraunen Härchen,umkraust, hervorstieg.

Welch bezaubernde Kindlichkeit und Anmut sie umfloft!

Er dachte an ihre Karte mit dem rührenden: Ich freu mich so!, und eilte grafte Zärtlichkeit mischte sich in die Erregung seines Blutes und sprach aus seiner Stimmt, als er sagte:

Ich danke Ihnen auch für den Mvrgeugruft, Fräulein Helene."

Oh!" Sie wurde glichendrot und wich seinem Blicke ans.

-Ich es war ein Scherz"

Er half ihrer Verlegenheit, die sie vergeblich nach einer Ent- fchuldigung für ihr Tun sucheir lieft.

Ich dachte, es träte Ihr Ernst, daft Sie sich auf heut freuten."

Sei» vorwurfsvoller Tost veranlaftte sie, ihm rasch ihr heißes Gesichtchen zuzmvenden.

Seine Augen, den ihren begegnend, hielten sie gebannt. Ein Merkliches Sittern überlief sie,

Haben C t sich gefreut, FriinleiN Helene? Ja oder nein ?"

Ja!" hauchte das Mädchen.

Nun sah sie ihnr freiwillig voll ins Gesicht, und dabei breitete sich plötzlich wieder jene fast überirdische Seligkeit über ihre Züge, die ihm am Tage vorher ein fast unbehagliches Empfinden bereitet hatte. Heut durchramr ihn ei» Rieseln des Glücks.

Wie geblendet bett Blick senkend, sagte er mit bedeckter Stimme:

Wir haben ja beide lange genug auf diese Freude iuarten »missen, nicht wahr?_ Deshalb dürfen wir sie uns jetzt auch ohne Scheu eingestehen. Es ist nur sehr traurig, daß die Gelegenheit, ittte zu sprechen, eine so beschränkte ist."

Sehr traurig!" wiederholte sie; dann, nach einer kleinen Muse, setzte sie hinzu:

Mer es ist doch schön, daft wir uns tveuigstens kennen ge­lernt haben. Der Zufall spielt doch oft ivunderbar."

Ja, besonders wenn man ihm zu Hilft kommt!" lachte der junge Offizier mit schalkhaft blitzenden Augen.Denken Sie vielleicht, ich habe mich aus Gesundheitsrücksichten mit meinem schlimmen Knie in die schattige, kühle Grotte gesetzt. Mir sagte eine innere Stimme, daft Sie vom Tennisplatz aus eine Ex­kursion in die Anlagen hinauf unternehmen würden und daft Sie zu diesem Zweck an meinem Wachtposten vorbei muftten."

Ihr machte es sichtlich gwfte Freude, daft er ihr seinen Feld- zngsplan Volk gestern verraten, obgleich sie als Antwort nur ein kurzes, verlegenes Anflachen hatte.

Soeben traten sie ans dem schattigen Laubgang aus einen freien Felsenvorsprung, der eilten weiten Blick in die sonnen- Überstrahlte Ebene gestaltete. GrüMnde Felder, so weit das Auge

reichte, nur zuweilen von dem satteir Gelb blühenden Rapses unterbvocheik. Die letzten Ausläufer des Städtchens lagen tiS rotbedachten Häuschen zu ihren Füften: ein Eisenbahnzug schlän­gelte sich soeben zwischen den blühenden Vorgärten hindurch uu8 verhüllte sie mit iveiye.it Rauchwolken.

Die Augen des jungen Mädchens ruhten lächelnd auf'deck dahinrollenden Wagen.

Tu, Lisbeth!" rief sie zu der Freundin hinüber, die eben int Begriff stand, sich mit Leutnant Espach auf die ctue der zuni Genieften der Aussicht hier aufgestellten Bänke zu setzen,dort unten geht wieder einmal ein Zug ohne uns in die Welt hinaus."

Tie blonde Lisbeth machte eine geringschätzige Handbewegung. Sie sah sehr animiert aus.

Last ihn fahren dahin!" meinte sie pathetisch und, beide Herren mit einem te fetten Blick streifend, fügte sie ein zweites Zitat an das erste:Warum in die Ferne streifen, wenn das Gute liegt so nah!"

Sitzt so nah, wollten Sie doch sagen, mein gnädiges' FrLck-i lein!" fiel Espach ernsthaft ein,oder befehlen Sie, daft ich mich Ihnen zu Füften lege?"

Sie lehnte sich zurück und blinzelte ihn unter halbgesenkteck Lidern an.

Noch nicht! Ich will mir diesen. Befehl Vorbehalten, biÄ ich Ihnen zum miiidestetc ein weiches Kissen unterbreiten kamt, Es wäre grausam. Sie den härtest Stein fühlen zu lassen, und' grausam bin ich gar nicht."

Er neigte sich ein wenig zu ihr.

Aber eine gefährliche, kleine, blonde Katze sind Sie."

Ihre grünen Augen sahen mit einem kalten Glanz ans seist Gesicht nieder.

Kann schon sein. Hüten Sie sich' Zuerst hab ich iwch SmW Pfötchen, aber eines Tages zeige ich dann die spitzen Kralleit, flüsterte sie, grausam lächelnd,und dann kratze ich Ihnen die Augen aus."

Denkest Sie, daft ich Sie mal so erzürnen könnte, FrÄte teilt Lisbeth? Wenn ich aber immer ganz artig und nett bin?"

Sie zog die Augenbrauen, die, ein wenig dunkler gefärbt^ ihrer Blondheit das Nüchterne nahmen, nachdenklich in die Höhe, Nun, dann gibt's natürlich nur die Samtpfötchen!" sagtif sie lachend, und plötzlich streifte eine kleine, welche Hand flüchtig über seine braune Wange.

So schnell es geschehen, er hatte sie doch erhascht und drückte einen Kn ft darauf, konstatierend, daft es ein reizendesSanfte Pfötchen" war, rosig und glatt mit gepflegten Nägeln.

Sie befreite sich rasch, plötzlich in ihre kühle, ruhige Art zurückfallend. Flüchtig glittest ihre Augen zu dem anderen Paare Hinüber.

Aber das war vollauf mit sich selbst beschäftigt.

Helene hatte auf erste Frage HassiugeuS, die ihre Bemerkung über den Zug veranlass, zugestanden, daft sie sich schon oft mit Fluchtgedankest beschäftigt hätten, wie es schien, mehr aus M>est- teurerliist, als weil es ihnen bei Fräulein Moller schlecht erging.

Bloss lim'S Geld handelte es sich immer," erzählte sie zu-, traulich,wir kriegen beide nicht viel ist die Hände, LiSeM