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Redaktion: K. Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.
V^C’ * Dementsprechenb. Bürgermeister: „Die tausend Mark Belohnung kriegst nöt/ Büttel; der Verhaftete ,s' dec g suchte Raubmörder nöt! 's ist bloß 'n gewöhnlicher Landstcetchert Polizeidiener: „Nacha kriegt der Lump al« aa bloß Wasser ,mb »Gut es Gehöre „Nimm cs mir nicht übel, lieber Freund,- aber du hast vorhin einige Male recht fatsch gegeigt! „Nicht wahr? Ich hab' es gleich an den Gesichtern meiner Zuhörer gemerkt!" ____________
»Ein versteinerter Bannt in Paris- I Paris wird berichtet: Eine interessante Sehenswürdigkeit wird demnächst im Pariser Botanischen Garten aufge el t werden, ein uralter versteinerter Baumstamm, beit Pierpont Morgan der Mineralogischen Abteilung des Pariser ..ui- seums zum Geschenk gemacht hat. Bor vrelen Jahrtausenden I wurde ein ganzer Wald südlich von dein heutigen Holbrack in Arizona überschwemmt; in stummer Arbeit haben dre I Wasser alle Fibern des Holzes in Achat und bisweilen rn Quarz umgewandelt. Das Exemplar dieser versteinerten Bäume, das jetzt in Paris eingetroffen ist, ist eines der I schönsten: der Baumstamm wiegt über 50 Hutner bm einer Sänqc von 1,5 Meter und einem oberen Durchmesser ton einem Meter. Die Oberfläche des kostbaren Stuckes ist rn Siour-Falls sorgfältig poliert worden und bietet m seinem reichen Farbenspiel, das eine leuchtende Skala von tiefem Rot bis zu strahlendem Goldgelb durchlauft, iinterbrochen von grünen und grauen Adern, einen prachtvollen Anblick.
* Die Rache des Chinesen. Unter dieser Ueber- schrift erzählt die Metropole d'Anvers folgendes Ge- schichtchen: Bor einigen Tagen sammelte sich eine große I Schar von Gaffern vor dem Fenster einer Hafenkneipe an, ! wo zwei Maler sich abmühten, mit Piitsel und Wasser Hieroglyphen zu entfernen, die nur den Anbetern des Eon- fuzius vertrant sind. Die Zuschauer fanden ausckMnend große Freude daran, den Arbeitern zuzusehen, tlnd lyre Freude war nickt ganz ohne innere Berechtigung. Bor ungefähr einem Jahre nämlich hatte sich ein Steward, der so ziemlich in-allen Meeren der Erdkugel herumgesegelt und der des Lebens an Bord überdrüssig war, dazu entschlossen, sich in Antwerpen niederzulassen. Er verheiratete sich zuerst uud kaufte dann das Cafö, vor dem sich kürzlich diebe- | lustigten Neugierigen ansammelten. Aber es S/bt so viele Cafes am Hafen, dazu kam noch die wirtschaftliche Krise, kurzum die Geschäfte ginge« ziemlich flau. Glücklicherweise gibt es noch einen Gott für die Gastwirte, uud unser guter Steward begegnete diesem Gott in der Gestalt eines kleinen gelben Mannes, den er als den ehemaligen Koch emes Seglers wiedererkannte, aiif dem er lange gefahren war. Um dem Koch die Ueberlegenheit der weißen Rasse zum Verständnis zu bringen und gleichzeitig das Verhältnis zwischen Borgesetzten und Untergebenen richtig abzugrenzen, hatte der Steward ihn häufig gehörig verbleut. Das schien der gelbe Mann nicht weiter übelgenommen zu haben, denn als er jetzt nach Jahren seinen alten Kameraden wiedersah, eilte er auf ihn zu, begrüßte ihn mit sehr erfreuter Miene, uud wenige Augenblicke später saßen die beiden bei Whisky und Soda und feierten die Freude des Wiedersehens. Die 'Geister des Alkohols gaben dem Steward einen genialen Gedanken ein. Er sagte sich plötzlich-, daß es ein Mittel gebe, um seine Geschäfte in Schwung zu bringen, »eine Kneipe müßte der Treffpunkt der Vertreter. der gelben Rasse werden, die für kürzere oder längere Zeit nach Antwerpen kamen. Er teilte diese Idee seinem gelben Bruder mit und bat ihn, er möchte ihm doch eine kleine Aufschrift in chinesischen Buchstaben ««fertigen, die er dann als Schild anshängen ivotlte. Bereitwilligst ging der Chinese auf diesen Wunsch seines Freundes ein; man teerte dann noch einige Gläser und trennte sich schließlich mit herzlicher Umarmung. Am nächsten Tage prangten die chinesischen Settern am Fenster des Cafes, und der glückliche Wirt freute sich seines Einfalles. Aber merkwürdigerweise blieb der erwartete Erfolg aus. Niemals betrat ein gelber Mann die Kneipe, im Gegenteil, jedesmal, wenn bezopfte Leute
daran vorüber kamen, sprachen sie erregt auf einander eirund es klang fast so, als ob sie in ihrer heimatlichen Sprache Flüche ausstießen. Erst vor einigen Tagen kam der Steward der Sacke auf den Grund. Ein deutscher Marineoffizier, der Chinesisch kann, übersetzte ihm die Inschrift, Sie lautete: „Hier wohnt der Feind der Gelben, der sie vergiftet." DaS war die Rache des Chinesen für die Prügels die er einst hatte einstecken müssen. Für den Spott brauchte der gute Steward nicht zu sorgen. _
»Welche Arbeit leistet m a n b e i m T a «seit? Würde jemand der amt tanzt, veranlaßt werden, einmal oder gar Mer 20 Kilometer weit zu laufen, also ftinf Stunden hinter^ einander, und noch dazu mit hüpfenden Tanzschritten, so wurde; er wohl zunächst annehmen, daß man ihn für einen Narre« halt. Und doch gibt es - Millionen solcher Narren, die bei iedeM längeren Tanzvergnügen eine 20 Kilometer lange oder noch längere Strecke zurücklegen, ohne es auch nur zu ahnen. Man glaubt aber das Tanzen sei ein angenehmer Zeitvertreib, und wen«! die schönen Ablenkunge «mancherlei. Art nicht wären, so wurde man die enorme Arbeitsleistung auch sicher merlbar .empfinden. Der rti'rtinhrtftrbe Walzer bedeutet für jede» Tänzer eine Leistung von; SleafiSt 1000 Meier, die Polka 800 Meter eine Quadrille aber 2000 Meter. Man braucht also nur 15—28 ! Mal in einer Nacht zu tanzen, so hat man im Ballsaat eine Strecke von rund 20 Kilometern zurückgelegt. Der angenchme Zeitvertreib ist somit auch eine ganz achtbare gymnastische labung- allein, wiederholt man dergleichen sehr oft, so Entstehen aus allen Vorteilen nur-Nachteile, denn die Tanzvergnügen findm m der Regel zur Nachtzeit statt, wenn Geist und Körper durch die Tagesanstrengnng bereits ermüdet ist'und obendrein können auch nicht alle Tänzer und Tänzerinnen den versäumten Schlaf bu-, tief in den nächsten Tag hinein nachholen. Es gibt viele
I Mädchen, die jeden ihnen gebotenen Pall Mitniachen. Dadurch aber wird ihre Gesundheit — man- siebt das stbot nach I weniaen Wochen an — außerordentlich untergraben. Alle Eltern stülten"daher dein Vergnügen ihrer Töchter auch eme Grenze
Literarisches.
— Drei neue Karten von Hessen und Hessen- Nassau Bei Ludwig Ravenstein in Franstnrt a. .st. M dtö bekannte Professor W. Liebenow'sche Karte der Provinz Hessen Nassau und des Großherzogtums 5oefseii aufcmemBlatt veremnM in neuer Auflage erschienen; neu bearbeitet ans Grund. amtlicher Materialien von Hans Ravenstein. — Gleichzeitig sind mit drucke der Karte, die Provinz Hessen-Nassau und da? Olroßhrnzog- tum Hessen einzeln darstellend, erschienen. In scmster lM«ic- runa bringe» alle drei Karten inuitiuoe Orte bis Snm Weiter herab mit Namen nach der Bedeutung und Bewohnerzahl tlaisi Zziert?^ Sämtliche Eisenbahnen mit Stationen, Landstraßen uni, Ortsverbindungeu sind bis auf die jüngste Zeit ergänzt mordet,
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Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Ergänzungsrätsels i« voriger Nummer r
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