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Wind hatte ini den unteren Schichten völlig abgeflaut; das Schlepptau setzte auf Baume auf, über denen der Ballon unbewegt schwebte. Unter uns: jäh abfallendes Terrain. An eine Landung hier war schwerlich zu denken. Ein Aus­weg blieb: den Ballon erleichtern, um ihn in der Höhe -zu einem günstigeren Landungsplätze treiben zu lassen. Also mußte ich wohl oder übel aussteigen; das gelang, der Pallon schnellte empor, trieb in der gewünschten Rich­tung talwärts und wurde von herbeieilenden Leuten aus eine Bergwiese dirigiert. Dreiviertel Stunde später er­reichte auch ich die Landungsstelle, wo der Ballon nach einer Stunde fertig verpackt zum Transport nach dem 900 Meter tiefer gelegenen Tale bereit stand.

Drüben aber, auf der anderen Seite des Tales, flutete ein immer intensiver werdendes Rot über die Spitzen und Zacken der Dolomiten. Wie Märchenzauber hob sich die Erscheinung aus dem Dämmern der abendlichen Stunde.

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* Eine Insel, die n ur auf der Kar te existier t. Folgende merkwürdige Mitteilung hat die britische Adntirali- tät, demBerl. Tgbl." zufolge, an die Marüte ergehen lassen:Kiel Island, das an der Westküste von Palao oder den Pelea-Jnseln liegend angenommen wurde, existiert nicht. Kiel Island ist deshalb von allen Seekarten zu entfernen." DieseInsel" im nördlichen Teil des Stillen Ozean, die niemals existiert hat, nimmt nun schon seit 50 bis 60 Jahren auf den Karten der britischen Marine ihren Platz ein. Vor mehr als einem halben Jahrhundert wurde sieentdeckt" und beschrieben und auf der Karte eingezeichnet, aber als die Seeleute sie niemals zu Gesicht bekamen, wurden sie zweifel­haft und wcrßten nicht, wem sie mehr trauen sollten, ihren Augen oder der Karte. Bevor diese skeptischen Anschauungen aber in dis Admiralität drangen, sind mehr als 50 Jahre vergangen, und erst ein deutsches Kriegsschiff, das von der deutschen Admiralität zur Untersuchung dieser nie gesehenen Insel ans gesandt war, hat Kiel Island als ein bloßes Phan­tom festgestellt.

* Marokkanische Sprichwörter. Das Kainel sieht seinen eigenen Buckel nicht, aber es sieht sehr gut den seines Nachbarn. Wer sich auf feinen Nachbar verläßt, muß ohne Abendbrot schlafen gehen. Ein kluger Feind ist besser als ein dummer Freund. Gieße Wasser nicht aus, bevor du Wasser gefunden hast. Gehe über den Fluß, der rauschend dahinsließt; aber hüte dich vor dem, der schweigsam und ruhig ist. In der Welt gibt es drei Dinge, denen man nicht trauen darf: dem Glück, den Frauen und den Pferden. Der ist geschickt, der Gazellen auf einem Esel reiten läßt. Das Besteigen der Rosse, das Loslassen der Jagdhunde und das Klirren der Ohrringe nehmen die Grillen aus dem Kopf und vertreibt die Langeweile.

* Gefährdung der Kinder durch Küsse. In den Vereinigten Staaten, wo in Fragen des Gemeinwohles häufig ziemlich drastische Mittel gewünscht und durchgeführt werden, hat sich schon seit einiger Zeit eine recht energische Agitation gegen das Küssen geltend gemacht, die in erster Linie gegen die gesundheitlichen Gefahren dieser tief im Wesen des Menschen wurzelnden Sitte angeht. Man mag über Vereine, Bünde usw., die sich die praktische Durchfüh­rung eines Kußverbotes angelegen sein lassen, denken wie man will: einen gesunden Kern hat die Warnung vor einem Zuviel und vor Ueberflüssigem auf diesem Gebiete immerhin. Namentlich die schwere Unsitte, fremde Kinder mittätlichen" Liebkosungen zu überschütten, Die diesen häufig eine wahre Folter sind, könnte wohl zum Heil der Menschheit etwas eingedämmt werden. In den Archiven für Kinderheilkunde wendet sich Dr. Martinez nachdrücklich gegen das Küssen der Kinder, das nur zu oft zur Uebertragung ansteckender Krank­heiten führt. Der Erreger der Zahnfäule zum Beispiel kann sehr wohl von Mund zu Mund übergehen. Aber auch Hautkrankheiten, wie Scharlach und Masern, ferner Grippe und Diphtherie finden ihren Weg über die Lippen. Am schlimmsten steht es hinsichtlich der Tuberkulose, umsomehr, als die Ansteckung anfänglich ein ganz harmloses Aussehen zeigt. Ebenso ist das Küssen der Schulkinder untereinander einzuschränken.

* Wie die Völker lachen. Wo man auf meisten lacht? In Brüssel. Am seltensten? In Madrid. Am schönsten aber lacht man in Paris. Kein Wunder, hat es in der Seinestadt doch früher sogenannte Lachmeister gegeben, Dies nicht nur in der gefälligen Konversation Unterricht gaben, sondern ihren Schülern und vorzugsweise Schülerinnen bei-, brachten, daß ein meckerndes, wieherndes oder sonstwie uu-- angenehm tönendes Lachen geradezu beleidigend ist. Dep Franzose von heute lacht weniger als früher; manche führen das auf das Häßlicherwerdm der Zähne zurück. Er lacht freundschaftlich, ohne Nachgedanken. Sein Lachen ist für­chten gemütlichen Kreis von Freunden bestimmt, die sich bei1 einem Gläschen Wein vergnügen. Aehnlich auch der Oester- reicher. Sein Lachen ist frisch und elegant imb zeugt von- Mitteilsamkeit. Ganz besonders entzückend ist das geistreiche Lachen der Wienerin mit den kleinen weißen Zähnen. Ganz anders der Engländer! Er lacht kurz, hart, trocken, gerade als ob er sich durch diese Gefühlsäußerung zu seiner Um­gebung, herabließe. Mitglieder der vornehmen englischen Aristokratie lachen fast überhaupt nicht. Der Brüsseler Bürger dagegen lacht unbändig laut wie ein Karrenschieber. Die Brüsseler Damen lachen in den höchsten Tönen, iittbi einige belgische Frauen waren ihres Lachens wegen geradezu berühmt, so z. B. Frau Hagion, Biana Duhamel und Ma- rtette Sulky. Das Lachen in seiner natürlichsten, reinstes und frischesten Form soll man bei deut Amerikaner finden. Sein Lachausbruch ist urwüchsig,, ungekünstelt uitb darum' fortreißend.

* Galgenhumor. Staatsanwalt:Haben Sie vor Ihrer Hinrichtung noch einen Wunsch?" Delinauent:I möcht grab noch die Beamtenaufbesscrimg abivarten.

* Vorsichtig. Mr. Glover:Darf ich das Vergnügen haben, Sie morgen abend bei uns zu sehen? Wir werden erst einige musikalische Borträge haben: meine Tochter Erna wir» singen und mein Paul etwas auf der Violine vortragen: um 9 Uhr wird dann gespeist." Mr. White:Meinen herzlichsten Dank für Ihre Einladung; ich werde pünktlich um nenn Uhr erscheinen." ______________

Literarisches.

Hermann Hesse, Nachbarn. Erzählungen. S. Fischer, Verlag, Berlin. Ter neue Novellenband vm« Hermann Hesse heißtNachbarn", womit nicht, wie sonst üblich, ein Einzeltitel zum Gesamttitel erhoben tft, sondern das Buch als Ganzes charakterisiert werden soll. Demr das. Buch ist eilt Ganzes; alle seine Geschichten sind Bettrage zu. der einen Geschichte von der kleinen Stadt Germersau, durch; deren Gassen und in bereit Häuser uns Hesse führt, wie Keller uns die Dächer.von Selbwyla abgedeckt hat. Wir sehen allerlei bescheidene Lebensläufe, Glückliche und itunbev. Glückliche, bloßen Irrtum in der Lebensformung, der ge­ändert werden kann, Verkehrtheiten, die bis zum Grmide wirken und ein Leben zerstören, Fleiß und Faulheit, Bieber- sinu unb Schwindelsinn, kurz, im Stengelglase eine Welt, und alles bas von einer fast altmeisterlichen Hand frcttz klug, mit einem Humor, der nicht griwassiert, und einem Ernst, der keine Trübheit aufkommen läßt, vor Augen ge­stellt. Feinschmecker werben überbies Gelegenheit haben, in diesem Buch ein in Rhythmus und Wortklang wahrhaft köstliches Deutsch zu lesen. *0-

Silbenrätsel.

a, ach, de, des, e, g, gu, la, le, med, mm, mur, na, na. pi, ri, re, ra, sti, wa, xin.

Ans vorstehenden Silben und Buchstaben sollen sieben Wörter gebildet und derart tniteremander gesetzt werden, daß ne Jmmtgs- bnchstaben von oben nach unten und die Endbuchstaben von unten nach oben gelesen den Namen eines sranzopsehen Buhnen« und Romanschriitstellers ergeben. Es bedeuten aber die einzelnen Wörter folgendes: _

1. Athenischen Staatsmann.

2. Sibirischen Strom.

3. Ein Gedicht.

4. Uub in Brasilien.

5. Name osmanischer Sultane.

6. Belgische Provinz.

7. Einen Jndianerstamm.

Auslosung in nächster Nummer.

Auflösung des Verwandlungsrätsels in voriger Nummert Abel, Linie, Senk, Sammet, Eger, Riga, Tueh, Eben.

Alles i ft e r r a t (j e n.

Redaktion: E- Anderson. Rotationsdruck und Verlag bei Brühl'Ichev Untvrrsttäls» Buch» unb Steindruckereh R. Lange, Gießeit.