Ausgabe 
30.3.1908
 
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Auflösung iit nächster Nummer.

verkauft habe, uin die geforderten vierzig Mark bezahlen können. Dem überlisteten Arzte blieb weiter nichts übrig, als den Mantel wieder zurückzukaufen, wobei er noch zehn Mark mehr bezahlen mußte, als er alsHonorar" erhalten hatte. , . Was König Eduard raucht. König Eduard, der bei allen Eingeweihten als ein außerordentlicher Tabakkenner i gut, hat kürzlich bei einer Newyorker Firma 500 Zigarren be- I stellt, >e im Bezüge auf den Preis noch teurer sein werden, als die 1000 .Zigarren, die der König vor zwei Jahren in -E^rka anfertigen lief;, und die ihm damals mehr als 15 000 Mark kosteten. Die 500 Zigarren werden direkt von Havanna nach England geschickt, so daß sie zu den Osterfeiertagen frisch emtreffen; die königliche Schatulle wird dafür nicht weniger als 8000 Mk. zu bezahlen haben, so daß die Einzelzigarre nicht weniger als 16 Mk. kostet.Das ist durchaus kein übertriebener Preis, wenn man die Kosten des Fabrikanten in Rechnung setzt", so äußerte sich dazu ein amerikanischer Fachmann.Wenn König Eduard für 1000 Zigarren auch 15 000 Mk. bezahlt hat, so ist der Gewinn des Lieferanten dabei doch ein außerordentlich ge­ringer getoefen. Denn der Fabrikant hat natürlich auch den Ehrgeiz, den König königlich zu bedienen und scheut dabei keine I Kosten. Die Zigarren waren 8 Zoll lang und an dem dicksten I mittetaett Teile von einem Zoll Durchmesser. Sie werden aus I dem köstlichsten Vuelta Abaja-Tabak angefertigt und natürlich I kommen nur erlesen schöne Blätter zur Verarbeitung. Jedes Blatt geht durch die Hände öojt zwei Kennern, die die Tausende von Blättern Stück um Stück genau prüfen, nicht allein auf die Qualität, sondern auch auf die Farbe, auf Format und ob sie frei sind von größeren Rippen." Im täglichen Leben gibt König Eduard übrigens der Zigarette den Vorzug, deren er täglich erne erkleckliche Mrzahl verraucht. Aber immerhin ist er nicht em so starker Raucher, wie der verstorbene König Carlos von Portugal es war, der unter den gekrönten Häuptern wohl, den Rekord hielt und fast nie ohne eine Zigarre oder Zigarette zu sehen war.

Arsenikvergiftung. Während im Mittelalter, das Arsenik zu den bevorzugten Mitteln der Gift­morde gehörte, weil es schwer oder gar nicht im Körper des Opfers nachgewiesen werden konnte, ist es dank dem Fortschritt I der Chemie heute schon in kleinen Spuren sicher auffindbar, so ! daß bei entern solchen Fall die Todesursache nicht verborgen bleiben kann. Auch über die Physiologie der Arsenikvergiftung sind ausgiebige Forschungen gemacht worden, die über die Wirkung des Giftes.. Klarheit verschafft haben. Immerhin hat Dr. Barthe noch einen neuen wichtigen Beitrag dazu liefern können, indem mrBulletin der Gesellschaft für Pharmazie" in Bordeaux dre, Ergebnis,e von Experimenten veröffentlicht hat, in denen die Verteilung des Giftes im Körper nach der Aufnahme töd­licher Mengen ermitteln wollte. Im Fall einer akuten Vergiftung dura, arsemge Säure, bei dem der Tod zehn Stunden nach Anf- nahme des Giftes erfolgt war, stellte Dr. Bartbe durch genaue Untersuchung der einzelnen Körperteile fest, welche Mengen von -Wit m den verschiedenen Organen enthalten waren. Es ergab Vans ,e Kilogramm des Gewichts auf den Magen

« Milligram Arsemk entfielen, auf die Därme 750, auf hi? sYrPer on3, acuLb Blut 142, auf die Lungen 133, auf die Nieren 27, auf die Muskeln 16 und auf das Gehirn 2 Milli- daü"«e wesentliche Bedeutung dieser Zahlen beruht darin, zeigen, wie die Nervenzentren von dem Gifte fast völlig auf fc nh SWer Umstand ist auch von aiidercu Forschern r» s s111^ "ÄAer Untersuchungen hervorgehoben worden, wäh- vertreten R Skolosubow im Gegenteil die Ansicht

Brfnnhpra ftnrf bei der Arsenikvergiftung gerade die Nerven i

vefonders stark angegriffen werden. -

Der Frauen Schmuck.

Sonelt. (Nachdr. verb.)

Schmückt Glich, Ihr Fraueii, die Ihr begütert seid! Doch dann erst glänzet in dem neuen Wagen, Wenn er znm Dach der Armen Euch getragen, Und Perlen fnuft, wenn Ihr gestillt ein Leid!

Von Edelsteinen kauft Ench ein Geschmeid', Doch kaufet auch der Dichter gold'ne Sagen, Die Abglanz sind von Paradiefestagen, Und liebt Genüsse für die Ewigkeit!

Es überladen sich mit Flitterstaat

Die Dummen nur, die Häßlichen und Alien, Sich Reiz erlügend durch gekaufte Ware; Doch nicht Demanten, Perlen noch Brokat Bedarf, die ihrer Seele Schmuck erhalten Und eine frische Rose trägt im Haare.

I o h a n >i e s F a st e n r a t h f.

Aphorismen.

Wer von den Menschen immer Dankbarkeit erhofft, der er­wartet Tränen aus den Angen einer Leiche.

*

Tas beste Löschpapier für die Tränen der Armut sind Bank­noten. t

Eine Frau mag noch so eifersüchtig sein, im geheimen bildet sie sich doch was darauf ein, daß auch eine andere ihren Mann lieb hat.

(Aus den Blättern für Sporthumor.)

Bilderrätsel

herannahen, und ihr Mann begab sich eiligst nach der Stadt, I Skt-nntnn

nm den Avzt herbeizuholen. Der Jüitger Aeskulaps erschien I - Ms Erscheinen eine? * s . ..

auch nnd untersuchte die Kranke, erklärte aber, daß er erst ! Freuden begrüßt werden d^? mit

dann der Patientin die ärztliche Assistenz würde zuteil werden | Her zum Menschen ein $UfsL»fua Ont Ur*

laffen, wenn er sein Honorar, in Höhe von vierzig Mark i und Entwicklunasaeickickte' *ur Abstammungs-

itncf} unserem Gelde, erhalten habe. Darob große Bestürzung i erläutert von Dr Konrad ßinentiwJ ' öusammengestellt und in der Familie des Bauern, weil sich eine so große Summe I Verlaas-Anstalt in (Shiitom-f- r'r,m' ^eutscheir

Geldes nicht im Hause befand. Mau bat und bettelte, man I beginnt. Das Werk,

versuchte den Doktor zu einem geringeren Honorar umzustimmen, I durch fein reiches vottend-e r44'4 vorliegeu, verspricht aber alle Versuche waren vergeblich. Der Arzt hatte im Ne- J? rinem SnStM

beiizimmer seinen Mantel abgelegt, saß neben dem Bette der ! stündlichen Text begleitet ivirtf für We'«u* Bäuerin und verharrte unbarmherzig bei seiner Forderung. Als ! bildeten eine höchst schäk»nsnici-e> 4TCtJe Ge->

allcs nichts half, und die Zeit drängte, entfernte sich der Natur-

Vauer plötzlich aus der Wohnung. Nach einer knappen halben | ersten Lieferungen werden wir noch

Stunde erschien er freudestrahlend wieder und übergab dem zurückkomn en * ausführlicher auf das Werk

Arzte die vierzig Mark. Jetzt trat die Kunst des Doktors in I ' ------------

Tätigkeit, und die Geburt .sing gut und glatt vonstatten. Da- I hie

rauf wollte sich der Arzt entfernen und seinen Mantel wie- I ®in («r n s, P ? c< 4 r o

rem« schwarze und farbige Muster legen Zeugnis ab von der Verwendbarkeit der weiblichen Handarbeit für jeden Hausstand. Dcr Preis von 25 Pfennigen für jede der 26 Lieferungen nwQit es den Damen leicht, dieses im Verlage von W. Vobach u. Co., Leipzig, erscheinende Werk sich anznschaffen.

Redaktion: P. W i ttko. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl 'schen Universitäts-Buch» und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.