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200 Kilometern bis zur Wasserscheide zu feilt, die in dem zum großen Teil ebenen Grasland leicht zu legen und billig wäre. Da- uiit würde der größte Teil des Hinterlandes unsrer Kolonie erschlossen, und die großen Kokospalmenbeshttnde, die,D. auf seiner Reise angetroffeu hat, würden der Bahn sofort eine lohnende Beschäftigung sichern. Eine seltene Gelegenheit, ein neu erforschtes Gebiet auch gleich wirtschaftlich nutzbar zu machen!
* Aus derNatuPge schichte. Lehrer: „Hans — nenne mit vier wilde Tiere!" — Schüler: „Ein Tiger — ein Wolf — und — zwei Löwen!"
* Drastis ch. Herr (zum Huthändler): „Wie Sie mich mit dem Pauamahut hineingelegt haben, das ist schon der reine — Panamaskandal!"
Falsch gebildete BefehlssorWerr.
„Komme, bitte, heute Nachmittag zu mir imb nehme j (so!) den Kaffee bei mir ein!" So schrieb mir einmal ein | Freund, der eine gute Schulbildung genossen hatte und einen ansehnlichen Bücherschatz nicht nur besaß und fortwährend vermehrte, sondern anch eifrig benutzte. Und kürzlich las I ich sogar bei einem hervorragenden Schriftsteller: „Solltest l du zur Zeit in H. oder M. beschäftigt sein, so treffe (!) rechtzeitig in P. ein". Aehnliches Undeutsch hab' ich in der guten Gesellschaft wer weiß wie oft zu hören bekommen: Esse doch etwas (aber nie anders als: Friß, Vogel, oder sttrb)! Vergesse ja nicht, was ich dir gesagt habe (aber: Vergißmeinnicht)! Spreche dich nicht so in Hitze! usw. Aber alle bis hinab zu den Schulkindern beugen richtig: du nimmst, triffst, ißt, vergißt, sprichst — "ebenso: er nimmt, trifft usw. — und es ist gar nicht schwer, von allen hierher gehörige:: Zeitwörtern oder doch von den gebräuchlicheren die Befehlsform richtig zu bilden, wenn man sich fragt, wie die entsprechende Wirklichkeitsform heißt. | Denn es gilt durchaus folgende Regel:
Alle Zeitwörter mit stammhaftem c (ä, ö), die in der zweiten und dritten Person der Einzahl der Gegenwart der Wirklichkeitsform i haben, haben auch in der Einzahl der Befehlsform i.
Es sind folgende 33: befehlen, bergen, brechen dreschen, empfehlen, erlöschen (mittelhochdeutsch erleschen), erschrecken (im ziellosen sintransiitivcnj Sinne)'*, essen fechten, flechten, fressen, gebären, (mittelhochdeutsch gebern), geben, gelten, helfen, lesen, messen, nehmen, quellen (ziellos)*, schelten, schmelzen (ziellos)'*, schwellen (ziellos)*, sehen, sprechen, stechen, stehlen, sterben, treffen, treten, verderben (ziellos)*, I vergessen, werben, werfen; dazu kommen noch 2, die auch „regelmäßig" (schwach) abgewandelt werden: bersten und melken, bei dem die „regelmäßige" Abwandlung üblicher I ist. Die 5 mit * versehenen haben auch zielenden (transitiven) j Sinn und werden dann „regelmäßig" abgewandelt; von I verderben gebraucht man, besonders in Norddeutschland, | gewöhnlich auch im zielenden: Sinne die »unregelmäßigen" I (starken) Formen.
Die Frage liegt nahe, wie es kommt, daß in diesem I Falle so viele Deutsche von ihrem Sprachgefühl im Stiche I gelassen werden. Die Antwort ergibt sich' einfach aus der I Tatsache, daß bei den meisten dieser Zeitwörter die Befehls- I form sehr selten angewendet wird. Wo hört oder liest man I Formen wie drisch, quill, schmilz, schwill, stiehl, birst! Wenn aber unserem Sprachgefühl ein Erinnerungsbild mangelt, dann ligt es uns nahe, ein Zeitwort nach der häufigsten und bequemsten Bildungsweise zu beugen, d. h. „regelmäßig", mic ja auch alle fremdländischen Zeitwörter so gebeugt werden. vait Hoffs.
Litcramfchss.
Lanrids Br'uun: Pan. Roman'. Deutsch von Julia^ Koppel. — Verlag von Egon Fleischel & Co., Berlin 35. Preis 3 Mk. — „Die Schlange, die Eva in einer Hellen, stillen Sommernacht lockte — das war niemand anders als Pan mit seiner Flöte. Er ist es, der uns arme Menschen von Ordnung und Gesetz fortlockt — fort von de;p Sichern und Gewohnten —- hinaus zu dem großen, befreienden Sündenfall." — Mit diesen Worten erklärt der
Drchter den Titel seines Romans, dessen fvrtstürmeiide Handlung srch in „so einer gesegneten, Hellen und stillen Sonnnernacht, da Pan sich aus seinen stillen Wäldern hervorwagt und mit seiner Flöte auf Abenteuer ausgeht" —' absprelt. Diese aufregende Sommernacht, die den Leser ernspmnt ut ihren nordischen Zauber und deren Gescheh- nrsse ihn mit fortreißen, weiß der Dichter mit leidenschaftlichem Temperament hervorznzaubern.
. - Als 5000. Bändchen der Univerfalbibliothek (Leipzig, Philipp Reklam jun.) erschienen eine Anzahl Novellen und Skizzen von Otto Ernst. Sie sind unter dem Titel „Born Strande des Lebens" zusammengefaßt Und zeigen den Dichter in seinem eigensten, köstlichen Gewände des lachenden Philosophen. Dr. Hermann Diez in München hat die Einleitung dazu geschrieben und darin einige biographische Notizen über Otto Ernst mitgeteilt.
Aus Fichtes Schürften.
Es ist nicht ein bloßer frommer Wunsch für die Menschheit, sondern es ist die unerläßliche Forderung ihres Rechts und ihrer Bestinimung, daß sie so leicht, so frei, so gebietend über die Natur, so echt menschlich auf der Erde 'lebe als es die Natur nur irgend verstattet. Der Mensch soll arbeiten • aber nicht wie ein Lasttier, das unter seiner Bürde in den Schlaf sinkt und nach der notdürftigsten Erholung der erschöpften Kraft zum Tragen derselben Bürde ivieder ausgestört wird. Er sott angstlos mit Lust rmd mit Freridigkeit arbeiten und Zeit übrig behalten, seinen Geist und sein Auge zilm Himmel zil erheben, zu dessen Anblick er gebildet ist.
Offenbare mir, was du wahrhaftig liebst, was du mit beinern ganzen Sehnen suchst und anstrebst, wenn du den wahren Genuß deiner selbst zu finden hoffst, — und du hast mir dadurch dein Leben gedeutet. Was du liebst, das lebst du. Diese angegebene Liebe eben ist dein Leben und die Wurzel, der Sitz und der Mittelpunkt deines Lebens. Alle übrigen Regungen in dir sind Leben nur, inwiefern sie sich nach diesem einzigen Mittelpunkt hinrichten. Daß vielen Menschen es nicht leicht werden dürfte, auf die vorgelegte Frage zu antworten, indem sie gar nicht wissen, was sie lieben, beweist nur, daß diese eigentlich nichts lieben, und eben darum auch nicht leben, weil sie nicht lieben.
Au- und Einsichten.
Es gibt nichts Beglückerendes für einen Mann als die unbedingte Ergebenheit eines weiblichen Gemütes. W.v. Humboldt.
*
Ohne Dienstboten keine Kultur. v. Treiischke.
Individualität ist überall zu schonen und zu ehren, als Wurzel jedes Guten. I. Paul.
m
ZanSerquadrat.
Die Buchstaben sind so zu ordnen, daß die wagrechten und die entsprechenden senkrechten Reihen bezeichnen:
1. Dichtungsart,
2. letzthin viel genannte Festung,
3. Abfindung,
4. Fluß,
6. Insel.
Auflösung in nächster Nummer.
Auslösung des Silbenrätsels in voriger Nummer:
1. Ebers,
2. Leutnant,
3. Eger,
4. Karo la,
-< 5. Truchseß,
6. Rhone,
7. Iwan,
8. Seeraub,
9. Canossa,
10. Heinrich,
11. Eupen.
I —11. Elektrische Straßenbahn.
Redaktion: P. Wittko, — Rotationsdruck und Verlag der Bruhl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.


