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Gießen.
Kür die Krauen.
' Glücklich sein trotz Heirat. Man sieht mitunter Ehepaare, von denen man meinen möchte, sie haben ganz vergessen, daß sie sich doch nur geheiratet haben, um einander glücklich zu machen. Eine Frau dagegen, die immer lieb und vertraglich ist, zeigt damit, daß sie entweder eine Philosophin ist oder eine größere Portion weiblichen Instinktes besitzt. Solch eine Frau hat erkannt, daß die menschliche Natur mangelhaft ist und hat sich deshalb vorgenommen, immer gefällig zu sein und kleine Nörgelein und Aergerlichknten zu übersehen, weil daraus größere Streitigkeiten entstehen können, die gar zu leicht den Sonnenschein in der Familie dauernd zu trüben imstande sind. Fühlt sich eine Frau nach der Ehe enttäuscht oder mit ihrem Gatten unzufrieden, so soll sie sich daran erinnern, daß vielleicht auch der Gatte mit ihr unzufrieden i ifh ®ic menschliche Natur ist ja so unvollkommen und jedes I Ding hat zwei Seiten. Was wir zu tun haben, ist: immer | das Beste wollen und nicht die Schuld an jedem kleinen Dina auf den anderen schieben. J
Die Emanzipation der türkischen Frauen hat, >vie David Sandler im 15. Heft der illustrierten Zeitschrift „Ueber Land und Meer" (Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt) ausführt, in den letzten Jahren überraschende Fortschritte gemacht. Schoii der äiißere Wandel in der Tracht verglichen 1,1 d ber vor etwa fünfzehn oder zwanzig Jahren, ist äußerst auffallend. Der „Jaschmak" (Schleier) und das „Feredsche" (Obcikleid) haben große Veränderungen erlitten. Der erstere der nach mündlicher Ueberlieferung die Gesichtszüge der Hanum vor den Blicken der Uneingeweihten, der Fremden und Passanten besonders aber der Männer aufs sorgfältigste verhüllen muß' fallt nunmehr allmählich fort. Die meisten der Türkinnen spazieren gegenwärtig in den Straßen Konstantinopels aam unverschleiert und lassen unverhohlen, manchmal mit sichtlicher ®S°,"bern?er ^ettcrie und Wohlgefallen die Reize ihrer , Gesichtszuge sogar von Giaurs bewundern. In iveniaer bte Farbe der Haare, d,e Umrisse des Gesichtes und das Fabren"kr "b"'tl,ch sehen kann. Tas Feredsche, das in früheren Jahren breit und lose war, um die Konturen des Körpers nicht zum Vorschein zu bringen, ist jetzt sehr häufig nach euro-
Mu ter zugeschmtten und iveist nicht selten einen Gürtel um die brülle auf. Wie bekannt, ist es den inoslemitischcn ^,ailcn nie gestattet, sogar mit den nahen Verwandten ^bschlechts im Harem und noch weniger auf der lJn,9?ng zu pflegen. Nunmehr jedoch ist es keine
Cmre '^«"tische Schöne in einem Wagen oder „Kail (schmaler, spitzer, flinker Nachen) in Begleitung eines
"'m ^"'vandtenund nicht Eunuchen, r.mherspazieren zu sehen. Vor zivanzig Jahren wurden die Possenstreiche des ^genannten Karagöz" (Schwarzauge, eine Art volkstümlichen Polichinelles) nur in den Hare,l>s zur Beluktiaunö kan?'!nan^ oTmTT Woüum§ »«fgeführt. Heute jedoch S, K K - oanze Gruppen von Hanums, besonders aber wahrend des Festmonats Ramazan, wo bei Tage gefastet unb I /Är? Wachts geschmaust und gejubel? wird, dem im Schähzadeviertel von Stanibul I zustromen sehen. Die Zeit wird von den fortschrittlich gesinnten I ^urlinnen sehnlichst hcrbeigewünscht, wo sie auch imstande sein i iDcr&c», das europäische Schauspielhaus in Pera oder die I
öffentlichen Kaffeehäuser, wo ein kühles Nargile" und I duftender Mokka verabreicht werden, zu besuchen 9
e _ Vermischtes.
imn fn nn ^lQl,er ü rger IN e i st e r. Die Pocken.
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Zeitschriften.
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Zcitiing bnngt auch sonst des Jnlereffanten die Fülle, z. B einen ®ph?rM^° 9ms U0U „Haits im Gluck«, Novellen und
Gedichte, Bilder und Berichte aus dem sozialen und poliiikben oeftp'm h» jN^euwart. Eine Kunstbeilage ist dem Sterte vormi- ? l | die Modenbeilage bringt Frubiahrstoiletten, m>d die Kinder-
"_?uv "nsere Jugend ist das Entzücken der kleinen Welt.
D Haufrau findet ni den „Praktischen Alitteilungen" Anregung lind Ratschlage für Küche und Haus, Gesundheitspfleae unä Er.
ziehung. ^Verlag W. Vobach & Co., Leipzig.) J H 9 ö
onifen haben einen schiveren Stand, wenn sie die Bevölkerung r» S\':lSr “ä Ä r’ 1 dcb Alkalde von Madrid alif einen klugen Einfall ge-° k°U'MM, durch> den er viele zu der segensreichen Kuh-Lumphe s-)ntr brli e bct f^'uem Plan a,if die Spielleiden, schäft, die so ziemlich m allen Kreisen der spanischen Be. völkerung mächtig ist, und eröffnete eine Lotterie, deren Ziehungen einige Jahre hindurch alle drei Monate stattfinden werden und für die jede Person ein Los gratis erhält wenn er sich unpsen lagt. Die Wirkung dieses Mittels war über alle Erwartungen erfolgreich. Die Aerzte konnten gar nicht S-nug «»mph. h-rl>,i,ch„ff,m f» virfe &„l, w-M-n K bJ5°ä.ebui’ vornehmen lassen, und das Vorurteil war plötzlich bei den meisten besiegt.
Rätsel.
hff/l Eal's nut „n", als ging es um die Wette, Bekam s nut „n"; der Arzt besaht „Zu Bette !"
Auflösung in nächster Nummer. '
Geschick.
i- und Steindruckeret, R. Lange, Gießen.
Auflösung der gleichlautende Wörter mit verschiedenartiger Bedeutung in voriger Nummer:
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Goldene Worte.
Wer nur zu schenken bat, ist wie ein Edelstein, »«.«• f'ch "ueh kehrt, strahlt seiner Klugheit Schein!
Wie letcht ists Neichen, klug zu sein! 1
r Friede, v. Hagedorn.
... Die meisten Erfahrungen über mich selbst habe ich in Auaen- ebrfmii'itefleilmC)f' ’U0 ,d) b,c Eigentümlichkeiten anderer Menschen ' „ Fr. Hebbel.
Jedes Alter hat sein Hoffen, Jede Zeit ihr stilles Blühen. Hallet Äug' und Herz nur offen, Laßt das Glück euch nicht emfliehen!
Das L'eben gleicht einem Buche. Toren durchblättern es lsltur'einmal lesen könnet? ®Cbad)t' ‘Uei( fie 'E°", daß sie


